Als letzte Woche Montag Apex Legends von EA veröffentlicht wurde, ging eine Erschütterung durch die Spielewelt, wie man sie normalerweise nur spürt, wenn ein mächtiger Jedi in Star Wars getötet wird (Ich hoffe ihr versteht dieses „Hint“, da Respawn auch am kommenden Star Wars Jedi: The Fallen Order arbeitet). Aber was steckt in Apex Legends, lohnt es sich den Download anzuschmeißen und die wichtigste aller Fragen: Ist es Pay2Win?

Titanfall ohne Titan und ohne Fall

Apex Legends wurde von Respawn Entertainment entwickelt, die auch schon die beiden vorherigen Titanfall-Spiele entwickelt haben, dabei ist Apex Legends keine Fortsetzung von Titanfall 2, sondern eher ein Spin-Off. Der Titel spielt dabei ca. 30 Jahre nach Titanfall 2 in einem brutalen Zukunftssport um den Ruhm und um das Überleben.

Apex Legends ist ein Battle Royal Shooter, für diejenigen die sich bislang mit dem Thema Battle Royal nicht beschäftigt haben, ein kurzer Abriss. In einem Battle Royal spielen bis zu 100 Spieler gegeneinander um den Sieg. Jeder Spieler startet ohne Ausrüstung und muss diese nach der Landung aus einem Flugzeug (oder ähnlichem) erst zusammensuchen, bevor man auf die Jagd nach Kills und Spielern macht. Damit sich die Gegenspieler regelmäßig gegenüberstehen, wird das Spielfeld, was am Anfang recht groß ist, immer weiter verkleinert. Diese Verkleinerung wird, in aller Regel, mit einem Energiefeld dargestellt, was einen nicht sofort tötet, dennoch permanent Schaden macht was davon abrät lange Außerhalb des Feldes zu verweilen.

In Apex Legends hat man sich aber ein paar Besonderheiten überlegt. Zum einen ist man auf 60 Spieler begrenzt, die sich auf 20 Teams aufteilen. Es gibt also ausschließlich dreier Teams und keinen Solo oder Duo-Modus, welchen man vielleicht aus PUBG oder Fortnite: Battle Royal, kennt. Zusätzlich spielen wir mit Helden, ähnlich wie in Overwatch oder Rainbow Six: Siege. Jeder dieser Helden besitzt drei einzigartige Fähigkeiten. Eine Passive, eine Aktive und eine Ultimative, die durchaus sehr spielentscheidend sein können. Sobald man sich für einen Helden entschieden hat, wird man auf ein Startflugzeug transportiert, von dem man sich einen Startplatz aussuchen kann. Hier muss nicht jeder selber seinen Charakter zum Zielplatz suchen (was bei Fortnite oder CoD der Fall ist), ein Spieler bekommt die Kontrolle als Jumpmaster und steuert das Team zu der ersten Zone. Sollte man dem Spieler nicht vertrauen, kann man aber natürlich die Option ihm entziehen und eine eigene Flugroute bestimmen.

Lootboxen und Pay2Win

Free to Play-Games sind zwar wie der Name schon sagt kostenlos, dennoch möchte der Entwickler oder Publisher das Spiel monetarisieren und sowohl die Entwicklungskosten als auch die laufenden Kosten, wie zum Beispiel für Weiterentwicklungen, eSport-Events oder Server, wieder rein bekommen, dies ist auch in Apex Legends nicht anders.

Apex Legends bietet aber ein, für mich, durchaus freundliches System. Wie schon erwähnt, spielen wir mit Legenden, welche ähnlich zu den Operatoren aus Rainbow Six: Siege sind. Zum Start haben wir sechs von acht Legenden kostenlos zur Auswahl. Die letzten beiden, Caustic und Mirage, können per Echtgeld, für umgerechnet ca. 7,50€ pro Held, erkauft oder per Ingame-Währung freigeschaltet werden. Um die nötige Ingame-Währung zu bekommen, braucht man in etwas 20-24 Ingame-Stunden, ebenfalls sehr vergleichbar mit Rainbow Six: Siege.

Diese beiden Helden sind dabei nicht übermäßig stark, weswegen man sagen könnte: „Wer die kauft, hat automatisch gewonnen“, sondern reihen sich durchaus in die anderen Helden ein. Hier kann man sich sicher sein, dass Respawn schon an weiteren Helden arbeitet, damit das Spiel durchaus komplexer wird, gleichzeitig aber den Spielern einen Anreiz bietet, Geld auszugeben.

Der zweite Monetarisierungshebel, den man bei Apex Legends ansetzt, sind Loot Boxen. In den Loot Boxen sind ausschließlich optische Verbesserungen für die Legenden oder das Spiel. Zum Beispiel besondere Skins für die Waffen oder Helden. Jeder dieser Skins kann aber auch direkt mit einer eigenen Ingame-Währung, die sich von der Währung für die Helden unterscheidet, gekauft werden.

Es gibt in Apex Legends also kein Pay2Win und die Monetarisierung ist nun auch nicht übermäßig aufdringlich, sodass man nicht an ihr vorbeikommt.

Waffen und Ausrüstungen

Wer viel Titanfall 2 gespielt hat, der wird sich auch in Apex Legends bei den Waffen schnell zurechtfinden, weil es sich hierbei um dieselben handelt. Es gibt bekannte Pistolen, wie die Wingman, LMGs, die Devotion, oder auch die Kraber, die ultimative Sniper.

Die meisten der Waffen findet man normal auf dem Spielfeld. Diese können mit Magazinen, besseren Läufen oder Visieren aufgerüstet werden. Die Waffen sind dabei (bis auf die ultimativen Waffen zu denen ich gleich nochmal kommen werde) weiß dargestellt, bei den Ausrüstungen gibt es aber neben weiß noch: Blau, Lila bis hin zu Gelb, was die beste Variante darstellt. Gelb ist auch das Zauberwort für die ultimativen Waffen, wie die Kraber, die ultimative Sniper oder die Mastiff, die beste Schrotflinte, diese findet ihr nur in Carepackages, die von Zeit zu Zeit abgeworfen werden. Diese sind auch schon voll ausgestattet und werden mit eigenständiger Munition, die ihr ansonsten nicht auf der Karte finden könnt, ausgeliefert.

Der Lack ist noch nicht ab

Grafisch macht Apex Legends keine Quantensprünge. Man bleibt bei der gleichen Engine wie schon bei den Titanfall-Spielen. Was nicht bedeutet, dass diese hässlich ist oder veraltet wäre, nur ist dort keine konkrete Weiterentwicklung sichtbar. Respawn hat zwar schon neue Maps angekündigt, aktuell spielt man aber ausschließlich auf einer Map, die zwar immer gleichbleibt, dennoch stark an eine Map erinnert, die aus einem Zufallsgenerator geschlüpft ist. Wir haben ein Sumpfterrain, mehrere Städte / Industriegebiete, ein Teil ist in einer Wüste, eins in einem gemäßigten Klima und auch eines, was so aussieht, als hätte man gerade eine Tonne Napalm darüber ausgekippt. Hier bleibt Apex Legends doch noch deutlich hinter den Konkurrenten.

Fazit

Apex Legends ist bestimmt keine Revolution, weil Battle Royal-Games gibt es mittlerweile doch schon wie Sand am Meer. Dennoch macht man sehr vieles sehr richtig und das von Tag Eins an. Die Server fühlen sich sehr stabil an, man merkt dem Spiel keine bedeutenden Bugs an, die man durch andere Spiele kennt und das ist wohl der Hauptgrund, weswegen ich Respawn einige fehlende Elemente verzeihe, wie die fehlenden Titans oder das man keinen double Jump hat bzw. an den Wänden laufen kann (man ist ja schließlich kein Pilot, sondern „nur“ eine Legende). Wer also auf Multiplayergames steht und insbesondere nicht von BR-Games abgeschreckt ist, der sollte sich definitiv Apex Legends angucken, denn das Spiel hat es verdient.

Apex Legends im Test – Wenn Nerds zu Legenden werden.
Wenige spürbare BugsTrotz Free2Play kein Pay2WinAusgewogenes OperatorsystemTolle Alleinstellungsmerkmale wie z.B. die Operator oder den Jumpmaster.
Zu viele WaffenZu viele AttachementsKein Solo- oder Duo-ModusNur eine Map
83%Gesamtpunktzahl
Grafik/Präsentation79%
Story/Atmosphäre83%
Gameplay86%
Multiplayer82%
Spielspaß86%
Leser Bewertung 1 Abstimmen
87%