Well, hello! Seit dem 12.12.2017 ist das Battle Royal Game Playerunknown’s Battlegrounds als Game Preview für die Xbox erhältlich. Auf diese Spielveröffentlichung habe ich mich seit der Ankündigung gefreut wie Bolle! Feinstes Battle Royal und endlich mal wieder richtig Herzklopfen. Als bekennender Shooterfan ist dieses Spiel für mich einfach ein Muss. Der Lead Designer und Quasi-Vater des Battle Royal Modus, Brendan Greene, hat mit PUBG sein eigenes kleines perfektes Battle Royal Game kreiert. Das Spiel befindet sich noch in der Entwicklung und wird womöglich nicht als fertige Version erscheinen.

Der letzte macht das Licht aus

100 Spieler springen mit ihrem Fallschirm über einer einsamen Insel ab. Einfache Kleidung, keine Waffen. Quasi wie Gott sie schuf. Unten am Boden angekommen, muss man sich also erstmal mit Waffen und allerlei nützlichem, wie zum Beispiel Bandagen, Granaten, Waffenaufsätze oder der nicht zu unterschätzenden Tarnkleidung eindecken. Zu Beginn sehen wir nämlich alle gleich aus. Weißes T-Shirt, beige Hose. Auf jeden Fall zu auffällig, um sich am Ende sein Chicken Dinner zu verdienen. Denn das ist unser Ziel – Überleben! Vorzugsweise als letzter. Die Waffen und andere Gegenstände finden wir in den umliegenden Häusern. So gilt es nach dem Landen also so schnell wie möglich, an ein Waffe zu kommen. Wo man landet ist einem fast selbst überlassen. Jedoch ist die Flugroute des Flugzeuges in jedem Match zufällig. Mit dem Fallschirm abspringen kann man aber wo man möchte. Ob man gleich zu Beginn eine gute Waffe oder doch nur eine Bratpfanne findet, entscheidet ebenfalls der Zufall. So kann es also vorkommen, dass man nur mit jener Bratpfanne bewaffnet durch die Gegend schleicht, und von Deckung zu Deckung huscht, immer in der Hoffnung, keinem mit einer Schrotflinte oder Maschinengewehr zu begegnen. Hat man es dann lebendig bis zum nächsten Haus geschafft, sollte man hier beim Betreten auf jeden Fall auch Obacht walten lassen, vielleicht ist da schon jemand. Im Haus bereits geöffnete Türen oder nichts zum Looten das herumliegt, sollten einen auf jeden Fall vorsichtig sein lassen. Aber auch hinter verschlossenen Türen versteckt sich gerne mal jemand. In Momenten der Unachtsamkeit ist es mir zu Anfang leider einige Male passiert, dass ich direkt in einen Gegner gerannt bin, der sich  beispielsweise im Badezimmer versteckt hatte. Glücklicherweise hatte ich da schon eine Waffe und der Kill gehörte mir. In your face! Aber da ging der Puls schon mal ein bisschen nach oben. Und genau deswegen mag ich Battle Royals und allgemein Shooter so gerne.

Mäuschen sag mal Piep

Wo sich unsere Kontrahenten befinden und gejagt werden können, wird uns natürlich auf keiner Minimap mit roten Pünktchen, oder ähnlichem, am Bildschirmrand angezeigt. Das wäre ja zu einfach. Wo sich unser Jagdgrund befindet, wird uns auf der Karte durch einen weissen Kreis, die sogenannte Play Area angezeigt. Eventuell befinden wir uns nach der Landung bereits in dieser. Angezeigt wird einem die Play Area erst nach der Landung, so weiß man also nicht gleich, wann man am besten aus dem Flugzeug abspringen sollte. Sind wir auf der Map gelandet, erscheint ein Hinweis wir mögen uns doch bitte innerhalb der nächten 5 Minuten in der Play Area einfinden. Dieser Hinweis erscheint auch, wenn wir uns bereits darin befinden. Trotzdem – Erstmal die Map öffnen und abchecken, wo man sich gerade befindet. Die Play Area wird je nach Spielfortschritt und Anzahl Überlebender kleiner. Weniger Spieler – kleinerer Radius. Aber auch hierauf wird man mit einem Hinweis „Restricted Play Area in XY minutes“ hingewiesen. Verkleinert wird die Play Area durch eine Art Kraftfeld, befindet man sich außerhalb des Kraftfeldes, erleidet man stetig Schaden bis man stirbt. Damit man vor lauter Kreisen auf der Map nicht durcheinander kommt, wird das Kraftfeld auf der Karte in blau dargestellt. Meist hat man aber genügend Zeit, um in die Play Area zu kommen. Außer man ist so ungünstig auf der Map gelandet, dass man einmal quer über eben diese drüber muss. Sollte dies trotzdem geschehen, besteht die Möglichkeit via Auto, Motorrad oder Buggy eine längere Strecke zur Play Area zurückzulegen. Aber auch auf die Fahrzeuge wird gern geschossen. Die Steuerrung der Fahrzeuge ist an sich intuitiv und nicht wirklich kompliziert. LT und RT zum Vorwärts- und Rückwärts fahren B zum verlassen des Fahrzeuges. Nicht ganz so intuitiv sieht es bei den Waffen aus. Als Spieler ist man es ja oft gewohnt, einfach die Waffe aufzuheben und bereit zu sein. In PUBG muss man die Waffe nach dem Aufheben erstmal durch Halten der X-Taste Laden. Dies wird einem nach dem erschienen Update jetzt auch angezeigt. Dem war vorher leider nicht so. Da standen mit Sicherheit viele Spieler mit einem „click click click“ der Waffe vor dem Gegner und nichts passierte. Hier zeigt sich aber, dass auf die Spieler auch gehört und einige Verbesserungen umgesetzt werden.

Der Bildschirm ist ingesamt recht übersichtlich und selbsterklärend. Spielfortschritt und wieviele Spieler noch zum Abschuss frei sind, wird einem oben rechts am Bildschirm anzeigt. So richtig spannend wird es aber erst ab ca. 20 oder 30 restlicher Überlebender. Hier ist die Play Area bereits so weit geschrumpft, dass es fast unmöglich ist, sich aus dem Weg zu gehen und keinen Spieler zu treffen. Ich habe aber auch schon wirklich viel Zeit alleine verbracht, ohne überhaupt irgendjemanden zu treffen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Chicken Dinner Rezept für eine Person

Trotz unauffälligerer Kleidung als dem weißen T-Shirt sollte man sich bemühen, nicht allzu oft über offenes Gelände zu Laufen. Bäume und ihre Schatten sind definitiv eure Freunde. Und euer allerbester Freund ist euer Gehör. Geht ihr in ein Haus und öffnet dort die Türen, schließt sie auch gerne wieder. Betritt nach euch jemand das Haus, und öffnet und/oder schließt ebenfalls die Türen, könnt ihr dies hören. Das Ganze wird dann tatsächlich aufregender bei nur noch 10 Spielern in der Area, wovon sich einer im Erdgeschoss befindet, und ihr im 1. Stock. Oder auch gern mal andersherum. Man sollte also auf jeden Fall darauf achten, nicht allzuviele Geräusche durch zu schnelle Fortbewegung zu machen. Wenn ihr in den Städten unterwegs seid, nutzt auf jeden Fall die Fenster der Häuser und seht euch dort um, bevor ihr reingeht. Manchmal trifft man dort einen unachtsamen Spieler, der zwar die Tür zum Haus wieder geschlossen hat, aber nicht aus dem Fenster sieht. Das bringt nette Kills auf der Liste. Ihr solltet aber natürlich selbst auch mal rausgucken, nicht nur rein! Helfen tut es auch, wenn ihr einen Schalldämpfer auf eurer Waffe montiert. Diesen findet man fast nie direkt zu Anfang, sondern eher beim Looten der niedergestreckten Gegner. Hat man einen Spieler erwischt, steht neben ihm eine Holzkiste die man dann Looten kann. Auch gerade erst gelandete Spieler können gelootet werden. Diese könnt ihr nämlich auch ohne Waffe, ganz einfach per Faustschläge Töten. Nützliches tragen sie dann natürlich nicht bei sich, aber ihr bekommt trotzdem Kill und Hit-Points. Und – es ist ein Spieler weniger mit euch auf der Map!

Und auch wenn man gerade keine Gegner umher Huschen sieht, allzu blind und sorglos sollte man nicht über die Map Spazieren, nur weil man keine Schüsse hört. In der sogenannten Red Zone, welche immer wieder zufällig auf der Karte erscheint, hagelt es explosive Geschenke vor denen man sich in acht nehmen sollte. Befindet man sich in der Red Zone, sollte man sich schnellstens in ein Gebäude retten. Denn egal auf welchem Level eure Ausrüstung ist, bei einem Volltreffer seid ihr tot. Neben der Red Zone gibt es dann noch die Spieler die sich auf dem Balkon eines Hauses verschanzen und Snipern. Auf die Idee, sich in einen Busch zu legen, und den Sniper im Haus gegenüber abzuschießen, kommen übrigens auch andere. Also immer schön aufpassen, und sich ab und zu mal umgucken. Ich habe mir leider schon ein paar Kugeln in meinen Allerwertesten eingefangen. Hat man es dann aber soweit geschafft, dass man sich in der kleinen Area mit nur noch 5 anderen Spielern befindet, ist der Nervenkitzel perfekt. Keine Möglichkeit mehr sich aus dem Weg zu gehen, und jeder will gewinnen. Wer hier nur eine Bratpfanne hat, der stirbt mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit. Was nicht heißt, dass man seinen Gegner mit der Pfanne nicht erschlagen kann.

Der Landschaftsgärtner arbeitet noch

Das angesprochene Gelände finde ich leider auch nach dem Update teilweise eher so lala. Grafisch ist da noch viel Luft nach oben. Die Texturen könnten etwas klarer sein sowohl bei der Landschaft, als auch beim Spielcharakter. Die Textur der Haare beispielsweise tut mir unglaublich doll in den Augen weh. Auch die Lags in baumreichen Gegenden oder größeren Städten sind teilweise unerträglich. Man weiß oft nicht, ob da gerade ein Busch lädt oder ein Gegner umher läuft. Ich habe jedenfalls schon einige unschuldige Büsche erschossen. Auch beim Nähern an Häuser lagt es leider oft und man steht auf einmal sonst wo. Die Steuerung des Charakters ist an sich ok, wie in einem Shooter eben. Allerdings finde ich es etwas nervig, dass der Charakter oft aufhört zu Rennen, wenn man sich etwas seitwärts bewegt. So muss ich immer wieder L3 Drücken, wenn ich kurz mal einen Schlenker gemacht habe, um erneut zu Rennen. Das hat sich nach dem zweiten Update leider auch nicht geändert. Ich habe eher das Gefühl, es ist schlimmer geworden. Beim Öffnen von Türen steh ich jetzt plötzlich wieder mitten im Raum. Beim Rennen bewege ich mich teilweise nicht vorwärts, weil ich dann, wie bei der Tür, dort stehe wo ich vorher war. Andererseits haben mich dann aber solche Kleinigkeiten wie das Aufwirbeln von Staub vom Wind auf den Feldern überrascht. Die Bewegungen vom Gras im Wind werden auch flüssig dargestellt. Das ist aber alles Jammern auf hohem Niveau. Denn wie oben bereits erwähnt, befindet sich das Spiel noch in der Entwicklung und ist nicht fertig. Außerdem ist die Uhrzeit des spielens auch kein unherblicher Faktor, wie ich festgestellt habe. Früh Morgens oder spät Abends sind auf den Servern natürlich mehr Leute unterwegs. So habe ich mittags fast komplett ohne Lags gespielt, dafür abends oder nachts aber mit beinah unerträglich hoher Anzahl.

Dafür, dass das Spiel noch in der Entwicklung und nicht fertig ist, ist PUBG für mich eines meiner Spielhightlights des Jahres. Aber ich mag eben auch das Genre sehr. Der Suchtfaktor ist trotz einiger Fehler und Problemchen schon relativ hoch. Und das alles nur für einen Satz, wenn man tatsächlich als letzter von der Insel geht. Winner Winner – Chicken Dinner! Tatsächlich habe ich es auf Grund von Zeitmangel bisher nur unter die ersten 10 oder 5 geschafft. Aber auch das bringt unglaublich viel Spaß, und der Puls geht ordentlich nach oben, beim Anblick auf die Zahl der Überlebender. Und auch wenn am Ende nur „You made it to top 10“ steht und es kein Chicker Dinner gab, macht einen auch ein kleiner Erfolg in PUBG zufrieden.
Auch das die Entwickler auf die Spieler hören und entsprechend nachbessern, gerade was die Steuerrung und die Performance angeht, kommt bei mir gut an.