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Mal eine Sache vorweg, ich mag Updates und Patches. Früher waren Spiele nämlich auch schon verbuggt. Der Promi-Glitch schlechthin dürfte wohl die Minus Welt aus Super Mario Bros sein. Tomb Raider 3 war sogar so verbuggt, dass es dort ein Austauschprogramm gab. Pokemon für den Game Boy hatte eine Unmenge an Bugs und Glitches, Missingno dürfte da einer der bekanntesten sein. Ich weiß auch gar nicht mehr, wie viele System Freezes ich damals bei Destruction Derby auf der PlayStation hatte. Oder bei WipEout 64. Kurzum, Bugs sind normal und waren es auch schon immer. Richtig cool können Updates sein. Slime Rancher wurde seit seinem Release zum Beispiel deutlich erweitert. Der Halo 5 Multiplayer übrigens im Lauf der Zeit ebenfalls. Also ja, eigentlich finde ich Updates und Patches erstmal gut. Eigentlich.

Maßlos

Nur warum zum Geier muss Halo Wars 2 sich bei jedem Update immer noch komplett runterladen? Klar, das ist ein Härtefall. Aber egal ob Disc oder Download, gibt es auch nur die kleinste Änderung, was bei Titeln mit Multiplayer auch nach Jahren mal vorkommt, steht direkt ein 42 Gigabyte Download an. Vielleicht stört das mit einer Gigabit Leitung nicht besonders, aber selbst mit VDSL nervt es mich jedes Mal. Bei Spielern, die nur lahme DSL Leitungen haben oder limitiertes LTE Volumen will ich gar nicht daran denken, wie sowas ankotzen dürfte. Nun ist Halo Wars 2 sicher die Spitze des Eisbergs. Schlimmer ginge hier nur, wenn das Spiel noch größer wäre.

Allerdings sind große Patches mittlerweile längst Alltag. Gerade wer Spiele auf Datenträger kauft, der darf allzu oft aus verschiedensten Gründen mal kurzerhand 10 bis 20 GB runterladen. Um mal bei Microsoft zu bleiben, bei Forza Motorsport 7 ‚durfte‘ man als Retailkäufer noch mal einen fetten Download tätigen, um in den Genuss des kompletten Spieles zu kommen. Kann man da nicht irgendwie eine zweite Installationsdisk in die Packung schmeißen? So teuer kann das doch nicht sein.

Klar, man kann heutzutage nicht mehr erwarten, dass man ein Spiel kauft, an dem sich so gar nix mehr ändert. Wenn man einen Titel mehrere Monate nach dem Release kauft, dann darf ein dicker Download auch mal drin sein. Und von kleineren Day One Patches, die noch mal direkt zum Release Fehler beheben, rede ich hier gar nicht. Aber zumindest für den Anfang sollten Retailspiele auch heute halbwegs komplett sein.

Geiz ist ungeil

Richtig nervig ist es teilweise bei Retailgames für die Switch. Weil Cartridges mehr Kosten als Discs und größere Speicherkapazitäten obendrein noch teurer sind, gibt es ständig Switch-Spiele, die entweder für den Multiplayer oder gleich generell einen dicken Download verlangen. Da ist mit zwei bis drei passenden Kandidaten der interne Speicher direkt aufgebraucht. Auch wenn Bethesda hier in prominenter Gesellschaft und keineswegs alleine ist, bei Doom darf es für den Multiplayer Part ein 8GB Download sein und auch Wolfenstein 2 reißt sich reichlich Speicher unter den Nagel. So läuft selbst mit Retailspielen auf der Switch ohne Speicherkarte nix.

Dummerweise sind die natürlich auch nicht umsonst und deswegen hätte der eine oder andere den Speicherplatz sicher gerne für seine Download Titel. Erst Recht, weil es mit Modulen all die Probleme, die Discs so haben nicht gibt.

Immerhin, fallen die Speicherpreise bei den Cartridges, dann könnten Spiele mit XXL-Download auf der Switch deutlich seltener werden. Sicher ist das aber nicht.

Wunschdenken?

Nein, ich will nicht in frühere Zeiten zurück. Damals gab es auch Bugs und Glitches. Ich sehe auch nix schlimmes darin, wenn Spiele nach und nach mit Updates versorgt und erweitert werden. Das sollte aber halbwegs in Maßen passieren. Gerade manche Patch-Größen sind einfach daneben.

Und Retailspiele sollten zumindest zum Release-Zeitpunkt eigentlich vollständig sein. Vielleicht eine altmodische Sichtweise in Zeiten, in denen es immer mehr Richtung Download und Streaming geht. Aber welcher Sammler hat da gerne nur ein halbes Spiel im Regal stehen?