Seit über zehn Jahren klärt Professor Layton mysteriöse Geheimnisse auf allen möglichen Nintendo Konsolen auf. Nun ist Familie Layton, nach einer Abstinenz von gut sechs Jahren, auf der aktuellsten Nintendo Konsole zurück.

Zurück nicht ganz und bei sechs Jahren Abstinenz, da habe ich auch ein wenig geflunkert, weil Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre ist ein Remastered vom Nintendo 3DS, welches schon in Japan im Juli 2017 rauskam. Dennoch ist es das erste Layton-Spiel auf der Nintendo Switch. Hier übernehmen wir die Rolle von Katrielle Layton, der Tochter vom berühmten Professor Layton, die in London ein Detektivbüro eröffnet. Dabei ist London sehr schön in Szene gesetzt und wir besuchen während der Abenteuer viele Wahrzeichen der Stadt. Aber Katrielle ist hier nicht alleine, wir werden, ähnlich wie in den Vorgängern, von einigen treuen Helfern begleitet. Zum einen Ernest Drowrig, er stellt unsere rechte Hand dar und schwärmt für unsere Titelheldin, zum anderen gibt es aber auch noch den sprechenden Hund. Sherl ist dabei nicht nur einer unserer Sidekicks, er stellt auch unseren ersten großen Auftraggeber dar und wir müssen in seinem Namen herausfinden, was mit Sherls Gedächtnis passiert ist.

Ganz großes Kino

Die Story wird im Spiel auf zwei Arten erzählt. Zum einen gibt es Animefilmsequenzen, die nicht nur optisch sehr gut gearbeitet sind und einen sehr klassischen Stil darstellen, durchaus vergleichbar mit Meisterwerken aus dem Hause Studio Ghibli, wie „Das wandelnde Schloss“, „Chihiros Reise ins Zauberland“ oder „Prinzessin Mononoke“, sondern die auch sehr gut vertont und übersetzt wurden. Zum anderen gibt es aber auch viele Textsequenzen, die wir in einem ganz anderen, dennoch sehr klassischen Stil erleben, in denen zwei oder mehrere Akteure auf den gegenüberliegenden Seiten des Bildschirms antreten und wir in der Mitte des Bildschirms die Diskussion in reiner Textform, komplett ohne Synchronisation, durchlaufen.

Rätselspaß für die ganze Familie

Insgesamt können wir zwölf Fälle in London lösen, die neben den Filmsequenzen aber auch eine Menge an Rätselspaß beinhalten. Insgesamt gibt es über 200 Rätsel, die nicht nur unseren Kopf anstrengen, sondern uns auch noch helfen an Hinweise zu kommen oder aber Zeugen zur Hilfe zu überreden. Bei der Menge an Rätseln sind zusätzlich einige als einfache Geplänkel zwischen den Schauplätzen gestreut. Bei über 200 Rätseln dachte ich als erstes, es wären einfach nur viele Variationen von einer kleinen Anzahl von Rätseln, was sich aber absolut gar nicht bestätigt hat. Die Rätsel sind wahrlich abwechslungsreich und können teilweise echt eine Herausforderung darstellen. Falls ein Rätsel dennoch mal zu schwierig ist, dann können wir uns aber einen Hinweis erkaufen, durch Münzen, die wir wiederum in der Welt entdecken können. Durch die Vielzahl der Rätsel bleibt es aber leider nicht aus, dass es ein paar Rätsel gibt, die durchaus mehrere Lösungswege beinhalten, die aber das Spiel nicht vorsieht und so als falsch abgestempelt werden.

1 mal 1 der Tatortermittlung

Wie schon gesagt, hat uns das Entwicklerteam von Level 5 zwölf Fälle an die Hand gegeben, die wir im Laufe des Spiels lösen müssen. Diese Fälle erfordern auch durchweg keine Raketenwissenschaft und selbst deutsche Tatortkommissare dürften mit diesen nicht überfordert sein, was gerade Familien oder jüngere Spielern durchaus zu gute kommt, da diese auch mit sehr viel Humor gefüllt sind. Leider bietet das Spiel aber keinerlei Optionen an, mit denen wir selbständig Zusammenhänge machen können. Dadurch müssen wir, selbst wenn uns der Fall schon klar ist, der Reihenfolge nach jeden Zusammenhang suchen und zusammenbringen.

Fazit

Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre ist die pure Entschleunigung des Gamings. Keine hektischen Positionsveränderungen, keine Heckenschützen, die einem per AWP nach dem Leben trachten, keine Assassinen, die von Dach zu Dach hechten – alles ganz entspannt… Und das funktioniert sehr gut. Nicht nur sehr gut, sondern eigentlich schon fabelhaft. Die Rätsel sind durchweg sehr vielseitig und bieten definitiv mehr Abwechslung, als die üblichen Rätselspiele, die man vom Smartphone oder Tablet kennt. Das Sahnehäubchen sind für mich die Videosequenzen, die wirklich sehr gut gelungen sind und sehr viel Liebe ausstrahlen. Leider gibt es aber auch Kritik. Gerade der Punkt mit den Hinweisen in den Fällen und das wir nicht selber die Fälle lösen können, bietet Potential und Möglichkeiten, die andere Spielehersteller durchaus angegangen sind. Nichtdestotrotz stellt Layton’s Mystery Journey ein kleines Highlight für mich da. Es ist die gemütliche Weinbar, in einer Welt voller Discotheken, die auch mal dazu einlädt, stehen zu bleiben und die Welt zu genießen.

Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre
Toller AnimegrafikUnzählige RätselLondon wurde toll eingebunden
Leider immer nur ein LösungswegUnnötige Ingamewährung und EinkaufsmöglichkeitenTeilweise schwache Erklärungen bei den Rätseln
74%Gesamtpunktzahl
Grafik/Präsentation81%
Story/Atmosphäre77%
Gameplay68%
Spielspaß71%
Leser Bewertung 2 Stimmen
59%