TumbleSeed im Test – Ein Arcade Klassiker auf der Konsole

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Spiele für eine frische Konsole lassen gerne mal auf sich warten und so gräbt man sich schnell durch alles, was zu Beginn oder kurz nach Beginn zur Verfügung steht. So bin ich auf TumbleSeed gestoßen. Das Rouglike-„Murmelspiel“, welches von Entwickler Benedict Fritz und Designer Greg Wohlwend geschaffen wurde, versprüht einen gewissen Reiz, den ich mich nicht erwehren konnte. Die Idee des rollenden Samen basiert auf dem Arcade-Klassiker Ice Cold Beer. Was TumbleSeed so besonders macht, erzähle ich euch im Test.

Der Weg zur Spitze

Es ist etwas im Wald rund um den Berg passiert. Überall tauchen komische Gestalten auf, die Löcher in den Boden bohren. Das Dorf der Samen lokalisiert das Problem an der Spitze des Berges und wir sind aus irgendeinem Grund der Samen aus der Prophezeiung. Wir müssen es schaffen auf den Berg zu kommen, um uns dort einzupflanzen, damit die Sicherheit der restlichen Bevölkerung gesichert werden kann. Die leicht vor sich hin siechende Story wird durch kurze Monologe von besonderen Geistern und Dorfbewohnern vorangetrieben. Der Hauptfokus liegt aber mehr auf dem Gameplay als auf der Story, womit eben diese auch komplett zur Nebensache wird.

Keep it Rolling

Kernelement von TumbleSeed ist die Gameplaymechanik in Kombination mit der Steuerung. So ist vom rechten bis zum linken Bildschirmrand ein  Balken aufgespannt, auf diesem bewegen wir unseren Samen immer weiter nach oben. Mit dem rechten Stick steuern wir die rechte Seite nach oben oder unten, mit dem linken Stick steuern wir parallel die andere Seite. So lassen wir den Wundersamen nach rechts, links, hoch oder runter rollen. Gerichtet ist unser Ziel aber immer nach oben und um das Ziel zu erreichen, müssen wir eine Menge an Hindernissen ausweichen. Größenteils sind die Hindernisse Löcher, welches mich an dieses kleine Holzmurmelspiel mit den kippbaren Flächen zurück erinnert. Der Reiz mit möglichst hoher Geschwindigkeit durch das Labyrinth oder die Strecke zu navigieren, ist in TumbleSeed exakt derselbe.

 

Um uns allerdings noch ein wenig zu stressen, hat sich Greg Wohlwend, welcher übrigens auch an Threes! mitgearbeitet hat, noch Gegner ausgedacht. Die Vielfalt hier ist wirklich groß. Von kleinen Raupen über schießende Fliegen bis hin zu jagende Würmer ist alles dabei. Aber wir wären nichts besonderes, wenn wir uns nicht wehren könnten. Der Auserwählte kann nämlich seine Form ändern, um die immer wieder auftauchenden Plattformen mit besonderen Fähigkeiten zu aktivieren. So haben wir direkt zu Beginn vier Grundfähigkeiten. Die erste lässt uns aus einer Plattform einen Checkpoint setzen, sollten wir in ein Loch fallen, fallen wir bis zum Checkpoint und können ab da weiter rollen. Die zweite Fähigkeit aktiviert um uns herum rotierende Stacheln, mit denen wir unsere Gegner aus den Weg räumen können. Die dritte Fähigkeit lädt mit über vier Plattformen einen Lebenspunkt auf oder fügt einen hinzu und die vierte erstellt über drei Plattformen zwei Diamanten. Diamanten benötigen wir nämlich für alle anderen Fähigkeiten. Was eine Fähigkeit kostet, sehen wir in der Anzeige an den rot markierten Strichen. Alle Standardfähigkeiten kosten uns an jeder Plattform einen Diamanten, allerdings finden wir in Schreinen und in Läden noch weitere, die deutlich mehr kosten können. So kostet die Bombenfrucht beispielsweise vier Diamanten pro Aktivierung. Die Fliegenfalle kostet drei und so weiter.

Insgesamt gibt es 15 verschiedene Fähigkeiten, die uns das Leben häufig wirklich vereinfachen. Per Knopfdruck können wir ein Menü aufrufen und durch die gesammelten Fähigkeiten in Ruhe schalten, da das Spiel in der Zeit pausiert. Diamanten lassen sich aber nicht nur über unsere Fähigkeit sammeln, sondern liegen auch auf der Strecke verteilt oder können durch das Erledigen von Gegnern gesammelt werden. Zu Beginn des Spiels gibt uns der Dorfhäuptling immer wieder kleinere Aufgaben, um uns darüber das Spiel weiter zur erklären. Der Berg selbst ist in vier Abschnitte eingeteilt und nach jedem Abschnitt landen wir in einem Dorf, wo wir in einem Laden neue Fähigkeiten mit Diamanten kaufen können oder wir haben die Möglichkeit unseren Geldbeutel bei Glücks- und Geschicklichkeitsspielen aufzufüllen. Mit einem Element können wir sogar ein Portal öffnen, mit dem wir vom Fuß des Berges direkt zum nächsten Dorf reisen können. Zusätzlich können wir uns auch noch eine Aura anhängen. Diese ist beim Einsammeln die ganze Zeit aktiv und kann auch unser eigenes Spiel erschweren. Die Geist-Aura bewegt sich in voller „DVD-Testbild“-Manier über den Bildschirm und schadet jedem, der in Kontakt kommt. Sind wir also gerade mal hektisch zwischen den Löchern unterwegs und der Geist kommt genau auf uns zu, ist ein Ausweichen nur noch sehr schwer. Das Spielprinzip ist einfach, aber die einzelnen Zahnräder greifen hier so schön zusammen, dass es wirklich Spaß macht. Auch der HD-Rumble-Effekt wird echt gut im Spiel genutzt. So haben wir im Handheld-Modus die ganze Zeit das Gefühl, dass eine Murmel in der Konsole umher rollt.

Rollin Rollin Rollin

Für die Darstellung des Upscrollers wird ein sehr glatter Look genutzt. Ohne Schattierungen wirken alle Dinge sehr flach und man hat ein wenig das Gefühl, dass jedes einzelne Teil aus Papier herausgeschnitten ist. Der Look ist knuffig und neben einer Vielfalt an abwechslungsreichen Gegnern und Umgebungen wurde auch sehr liebevoll auf die kleineren Details geachtet. Der Soundtrack von Joel Corelitz besteht aus einem Mix aus Saiteninstrumenten und Synthesizer Sounds und passt wirklich schön in das Setting. Insgesamt 23 verschiedene Tracks lauschen wir während unserer Reise zur Spitze. Den Soundtrack höre ich mir sogar außerhalb von Spielen immer mal wieder gerne an.

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TumbleSeed
Präsentation (Grafik, Sound) 82%
Gameplay 84%
Atmosphäre/Story 72%
Spielspaß 86%
81%
Readers Rating 0%
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Ich kann TumbleSeed einen gewissen Suchtfaktor nicht absprechen. Schon als Kind hatte ich einen Faible für diese Art von Geschicklichkeitsspielen. Das Design und gerade die Spieldauer einer Runde von fünf Minuten bis zu einer Stunde sind hervorragend für unterwegs geeignet. Bei einem Preis von 13,99 Euro kann man hier ruhig als Fan von Geschlicklichkeitsspielen zugreifen. Rougelike-Fans werden hier allerdings vermutlich ein wenig enttäuscht, da das Genre nur leicht angeschnitten wird. Eine Empfehlung für die Nintendo Switch kann ich hier bedenkenlos aussprechen. Da mich der Titel im stationären Modus allerdings kaum gereizt hat, kann ich das für die PlayStation 4-Fassung nicht sagen.

About The Author

Von klein auf eigentlich ein PC-Jünger, bis er sich dann von seinem ersten Geld eine Konsole kaufen konnte. Viel verpasst bis zum N64 aber auch vieles nachgeholt. Heute hauptsächlich an der XBOX One, Xbox 360 und am PC zu finden. Spezialisiert auf FPS, Roleplay und Indie Games

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