Neon Chrome im Test – Stoppt den Overseer!

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10tons wurde 2003 in Finnland gegründet und befasste sich seid ihren Anfangsjahren mit dem Entwickeln von kleinen ‚Casual Games‘. Ihr erstes Spiel Crimsonland entwickelte sich auch gleich zu einem Kult-Hit. In den folgenden Jahren brachte 10tons, meist für den PC, immer wieder kleinere ‚Casual Games‘ heraus, bevor man sich Ende 2008 auch an die ersten Spiele für den mobilen Markt heran traute. Im Jahr 2013 brachten die finnischen Spieleentwickler dann erstmals ein Spiel für die Konsole auf den Markt. Murmle Sparkle war es, welches Kunden auf der PS Vita genießen konnten. Heute ist man neben dem PC und mobilen Markt auch voll in den Konsolen Markt eingetaucht und brachte 2015 die ersten Spiele auf der Xbox raus.

Neon-Chrome_12Fanboys und Unternehmenshistoriker wissen heute noch, wie sich die Neon Corp. in den 2020er Jahren einen Namen als Spieleentwickler von virtuellen Welten machte. Heute, unzählige Jahre in der Zukunft, betreibt man mit dem so genannten Neon Chrome eines der größten Gebäude der Welt. Als Wächter dient der sogenannte ‚Overseer‘, welcher dafür zuständig ist, dass im Komplex stets alles am Laufen gehalten wird. Doch in letzter Zeit kamen immer mehr Gerüchte auf, die von grausamen Vorfällen berichteten. Die Neon Corp. streitete dies aber ab und versicherte den dort lebenden und arbeitenden Menschen, das alles in Ordnung wäre. Die Gerüchte sollten sich aber bewahrheiten, als der Overseer das komplette Gebäude übernahm und eins mit ihm wurde.

 

Ihr schlüpft in die Rolle eines unbekannten Hackers und versucht euch mit euren kontrollierten Menschen bis zum ‚Overseer‘ zu kämpfen. Dabei müsst ihr euch in 30 Leveln den Weg bis zum Aufzug, welcher euch in die nächste Etage bringt, freischießen. Hierbei trifft man ständig auf immer hartnäckigere Gegner, Kisten mit Loot, Waffenkisten oder Implantate, um seine Skills zu verbessern. Auch Neon-Chrome_5hat man mit den zerstörbaren Wänden und Gegenständen viele Möglichkeiten, um ein wenig taktisch gegen seine Gegner vorzugehen. Lasst also keine Wand stehen und kein Loot aus, denn mit den Credits lassen sich verschiedene Fähigkeiten verbessern oder andere Waffen freischalten, was ein wichtiges Element bei Neon Chrome darstellt. Zu Beginn eines jeden Runs habt ihr die Möglichkeit zwischen verschiedenen Klassen zu wählen. Als Soldat zum Beispiel teilt ihr mehr Schaden aus, lauft aber langsamer, sobald dieser mit einem Schild ausgestattet ist. Wem es um die gewissen extra Credits und das Abschalten mancher Fallen geht, findet ihr mit dem Hacker einen passenden Charakter. Dieser ist nämlich perfekt dafür gemacht, um euch hier und da die eine oder andere extra Tür zu öffnen und mehr Loot aus einem Run rauszuholen. Ihr könnt euch aber auch in die „Dunkelheit“ stürzen, denn mit dem Assassinen verteilt ihr nicht nur mehr kritischen Schaden, sondern seid in dunklen Abschnitten der Level unsichtbar.  Dies kann man nutzen, um die Gegner durch den „Crit“-Bonus schnell auszuschalten oder um sich an den Feinden einfach vorbei zu schleichen. Als Letztes hätten wir dann noch den Techniker, welcher euch ein Plus für eure Energie gibt. Diese braucht ihr für die Spezialfähigkeiten der Klassen, aber man muss bedenken, dass man als Techniker nicht gerade der beste Schütze ist.

Lasst euch nach eurer Klassenwahl nicht von der Kammer mit euren gesteuerten Körpern verwirren. Es scheint zwar so, als hätte man nur 98 Versuche (98 Körper), allerdings resettet sich die Kammer, nachdem ihr alle Körper „verbraucht“ habt und es beginnt wieder von vorne. Ihr müsst euch nun durch 30 zufällig generierte Level bis hin zum ‚Overseer‘ kämpfen. Dabei könnten euch auch hier und da eine Art „Special-Event“ begegnen. Beispiele dafür wären, ihr kommt auf eine Ebene, wo es unbesiegbare Massen an Gegner gibt, die Musik hört plötzlich auf zu spielen oder ihr gelangt einfach auf eine Ebene, die komplett dunkel ist. Lasst euch dabei aber nicht entmutigen, denn ihr werdet eure Zeit Neon-Chrome_10brauchen, um mit dem Spiel warm zu werden. Alleine die Steuerung beim Zielen wird einem zu Beginn doch schon sehr zum Verhängnis. Die Empfindlichkeit des linken Sticks ist sehr hoch und lässt sich in den Einstellungen leider nicht verringern. Hier wird man also seine Zeit brauchen, um sich voll und ganz an die Steuerung zu gewöhnen. Bei euren Runs zum ‚Overseer‘ begleitet euch bei diesem Twin-Stick-Shooter zukunftsgerecht eine Art Techno Soundtrack. Auch grafisch wird das Zukunfts-Setting wunderbar rübergebracht, denn den etwas dunkel wirkenden Leveln wird hier und da mit den richtigen Lichtquellen eine passende Atmosphäre verschafft. Doch so richtig spannend wird das Spiel erst durch sein Rogue-like-System, denn das Sterben gehört mit zur Spielmechanik, um seinen Charakter danach immer wieder zu verbessern. Wem das alleinige Gemetzel zu schwer oder gar zu langweilig wird, für den haben die Entwickler auch einen lokalen Multiplayer eingebaut. So könnt ihr mit bis zu 4 Freunden versuchen euch durch die Level zu ballern und dem ‚Overseer‘ das Handwerk zu legen.

Durch das eben erwähnte Rogue-like-System ist ein gewisser Spielspaß vorprogrammiert. Eher gesagt packt einem nach den ersten paar Versuchen ein gewisser Ehrgeiz, das erste oder gar das fünfte Level endlich zu schaffen. Wenn man geduldig ist und sich ein wenig mit dem Spiel auseinander gesetzt hat, wird es erst so richtig interessant, denn durch das Aufleveln des eigenen Charakters werden einem die Kämpfe immer leichter vorkommen. Man sammelt pro Runde Coins, um seinen Hacker aufzuwerten. Diese lassen sich dann zum Beispiel in mehr Leben, höheren Waffenschaden oder höhere Präzision investieren.

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Neon Chrome
Präsentation (Grafik, Sound) 65%
Gameplay 55%
Atmosphäre/Story 60%
Multiplayer 40%
Spielspaß 55%
55%
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Für einen Twin-Stick Shooter überzeugt Neon Chrome grafisch total. Die zufällig generierten Level bieten einem immer wieder neue Momente und Möglichkeiten. Man tut sich Anfangs zwar schwer, mit der Gewöhnung an die Steuerung, aber nach einer gewissen Spielzeit und der damit vorausgesetzten Geduld entwickelt sich Neon Chrome nach und nach zu einer Ehrgeizsache, da man es letztendlich doch irgendwie schaffen will dem Overseer das Handwerk zu legen. Leider haben die Entwickler von 10tons nur an einen lokalen Multiplayer gedacht, was die Sache ein wenig komplizierter macht um mit Freunden zusammen zu spielen. Da wäre es interessant zu sehen wie das Spiel sich verhalten würde, wenn der Multiplayer global wäre, so dass man wie gewohnt mit Freunden über Partys das Spiel zusammen genießen könnte. An sich ist das Spiel sehr gelungen und für Liebhaber von Twin-Stick Shootern oder Roguelike-System Spielen ein echter Geheimtipp.

About The Author

Überzeugter Xbox-Anhänger und emotionaler Fifa-Spieler. Mit Mario und Pokemon auf dem guten alten Gameboy fing alles an, bis dann meine Eltern den größten Fehler ihres Lebens begangen. Mit dem N64 unter dem Weihnachtsbaum war ich dem Gaming-"Wahn" komplett zum Opfer gefallen. Mit der Xbox war es dann um mich geschehen und auch heute noch werden davor gemütliche Stunden verbracht.

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