Hatten wir in Teil 1 dieses Ausblicks nicht über Verschiebungen sinniert? Tatsächlich ist bereits das erste Spiel verschoben, nämlich One Piece: World Seeker, das wir euch in unserer Herbstvorschau vorgestellt hatten. Und zwar auf kommendes Jahr. Aber keine Angst, im zweiten Teil unseres 2019er Ausblicks widmen wir uns Spielen, über die wir noch nicht berichtet haben. Mit Dying Light 2 und Cyberpunk 2077 sind allerdings auch hier zwei Kandidaten dabei, für die ein Release im kommenden Jahr alles andere als sicher ist. Aber hey, man wird ja wohl noch hoffen dürfen.

Tom Clancy’s The Division 2

Release: 15. März 2018 | The Division 2 jetzt bei Amazon.de vorbestellen

Der zweite Teil von The Division spielt sieben Monate nach den Geschehnissen aus dem ersten Teil. Statt im verschneiten New York befinden wir uns nun im sommerlich warmen Washington DC. Die Vegetation fängt bereits langsam an sich den Lebensraum zurück zu erobern, generell ist die drückende Stimmung und die Spuren einer überhasteten und chaotischen Evakuierung der Hauptstadt der USA förmlich greifbar. Die Story geht den logischen Schritt von New York nach Washington DC, wo sich das tödliche Virus ebenfalls niedergeschlagen hat und wir als Mitglied der Sondereinheit „The Division“ retten müssen was noch zu retten ist. In der auf der Gamescom spielbaren Demo bewegen wir uns zu viert rund um das Kapitol und der bereits im E3-Gameplay gezeigten abgestürzten Air Force One. Spielerisch konnte ich in der kurzen Demo keine grundlegenden Neuerungen erkennen, was ich mal als Pluspunkt werte. Für mich war The Division spielerisch bereits ein rundes Ding, was besonders im Coop sein komplettes Potenzial entfalten konnte. Gleiches gilt auch für den zweiten Teil und Neuerungen sind hier eher im Detail wie Waffen oder neue Spezialfähigkeiten zu suchen. Ubisoft hat sich darauf besonnen das bewährte Konzept zu behalten und das Rad nicht neu zu erfinden. Gespannt darf man sein, welche Neuerungen sich im fertigen Spiel verstecken werden und auch wie sich das neue Setting Washington DC auf das Gameplay auswirkt. Neben den städtischen Gebieten wird es hier auch Wälder geben, die naturgemäß weniger Deckungsmöglichkeiten bieten werden. Spätestens zur Beta werden wir mehr erfahren, wozu man sich auf der Ubisoft-Webseite weiterhin anmelden kann.

The Surge 2

Release: 2019

Nach The Surge knüpfen die Entwickler von Deck13 mit The Surge 2 direkt an den Erfolg des Erstlings an – mit einigen Neuerungen. So begeben wir uns nun nach Jericho City, eine offenere Welt als noch im Vorgänger. Auf dem Weg durch die Stadt begegnen uns wieder unterschiedliche Gegnertypen, die es geschickt zu studieren gilt. Beim The Surge-typischen Abtrennen der Körperteile ist es uns nun möglich die Spezialfähigkeiten der Gegner uns selbst zu Nutze zu machen. Beispielsweise können wir durch Abtrennen eines Armes mit einem Geschütz dieses Geschütz an unseren Rucksack packen und im Kampf für uns verwenden. Auch das Waffenarsenal hat sich erheblich vergrößert. In der uns gezeigten Demo – die es bereits auf der E3 zu sehen gab – schwingen und schnetzeln wir uns mit einer Zweihänder-Axt durch die Gegner, die sich per Tastendruck in schnelle Einhänder-Äxte zerteilen lässt. In The Surge 2 wird es uns außerdem möglich sein unseren Charakter nach unseren Vorlieben anzupassen. Inwiefern man hier Stunden in der Charakteranpassung verbringt ist fraglich, denn scheinbar sehen wir unseren Helden einen Großteil der Zeit in schwerer Rüstung von hinten. In einer Hinsicht sind sie sich jedoch treu geblieben: Es bleibt bockschwer. Taktisches Ausweichen und immer einen Schritt weiter als die Gegner denken, ist hier wichtiger denn je. Außerdem müsst ihr nicht zwingend den ersten Teil gespielt haben, um euch durch Jericho City zu schlagen, auch wenn die Story in gewisser Weise an The Surge anknüpft. Wer also die Schwierigkeit der Souls-Spiele mag, sich diese aber in einer dystopischen Zukunft im Sci-Fi-Setting wünscht und auch den ersten Teil schon mochte, wird mit dem zweiten Teil nicht nur Spaß sondern auch eine Menge Abwechslung im Gegensatz zu The Surge finden.

Dying Light 2

Release: 2019

Größer, besser, schöner und komplexer. So gibt sich Dying Light 2. Das Setting ist dabei neu, denn nun dürfen wir in einer europäisch anmutenden Metropole Zombies ebenso metzeln wie den ein oder anderen Überlebenden. Neben der großen und komplexen Spielwelt setzt Techland dabei vor allem auf ‚Narrative Sandbox‘, was in der Praxis bedeutet dass unsere Entscheidungen wirklich grundlegenden Einfluss auf die Spielwelt haben können. Greifen wir zum Beispiel den militärisch organisierten Peacekeepern unter die Arme verdrängen diese Zombies aus den von ihnen kontrollierten Bereichen. Jene bevölkern dafür dann aber Nachbarbezirke. Außerdem führen die Peacekeeper ein strenges Regiment. Diebe werden zum Beispiel erschossen oder gehängt. Auf der anderen Seite stehen sie für Dinge wie freien Zugang zu Trinkwasser oder greifen uns auch mal mit Ausrüstung unter die Arme. Scavenger plündern gerne, kämpfen dafür aber weniger und umgehen Gefahren gerne, was wir uns natürlich zu Nutze machen können. In der Demomission konnten wir uns etwa dazu entscheiden, die Wasserkontrolle für die Peacekeeper zu übernehmen oder in den Händen der zwei Wasserdealer Jack und Joe zu lassen. In letzterem Fall bleibt das Areal voller Scavenger und Infizierter, wir bekommen aber einen Anteil und Zugriff auf den Schwarzmarkt samt Waffen und zweifelhafter Substanzen. Geht die Kontrolle an die Peacekeeper, dann regieren diese mit eiserner Hand, aber das Gebiet wird von Scavengern und Zombies geräumt und wir bekommen freien Zugriff auf sauberes Wasser. Letztlich sollen diese Entscheidungen Stück für Stück unsere ganz persönliche Geschichte in Dying Light 2 ergeben und mit Chris Avellone haben sich Techland hochprominente Unterstürzung geholt.

Auch spielerisch macht die sehr dynamische Spielwelt einiges her. Natürlich kommen unseren Parkourfertigkeiten wieder hohes Gewicht beim Erkunden der Spielwelt zu, ob wir nun tagsüber in ein Infiziertennest eindringen, vor Scavengern flüchten oder einen Turm erklimmen. Dabei gibt es nun deutlich mehr physikbasierte Objekte, die sich ebenso zum Klettern wie gegen Gegner nutzen lassen. Das Kampfsystem wirkt ähnlich brutal und brachial wie bereits im Vorgänger, Umgebung und Gegner-KI lassen dabei aber vom Stealthkiller über Frontalangriff bis zum Guerilla-artigen Zuschlagen so ziemlich alle denkbaren Möglichkeiten. Natürlich kommt dank der Infizierten auch dem Tag/Nacht-Rhythmus eine besondere Bedeutung zu, da letztere Nachts durch die Spielwelt streifen und Fraktionen wie Scavenger und Peacekeeper sich dann in sichere Bereiche zurückziehen. Technisch machte Dying Light 2 bereits auf der Gamescom eine beeindruckende Figur, allerdings lief das Spiel auf einem leistungsfähigen PC, wie sich die finalen Konsolenfassungen schlagen werden bleibt also abzuwarten. Und auch ein 2019er Release ist aktuell noch nicht sicher, ein wirklich fertiges Produkt hat laut Techland Vorrang vor einem zu engen Releasetermin.

Cyberpunk 2077

Release: vermutlich 2019/2020

Die Polen hauen echt was raus. Ist Techlands Zombietitel schon ambitioniert, dann setzen CD Project Red mit Cyberpunk 2077 noch mal ordentlich einen drauf. Gab es die Demo auf der Gamescom noch hinter verschlossenen Türen und mit festem Termin durfte sich nur eine Woche später jeder vom nächsten Rollenspielhit der Witcher-Macher überzeugen. Im First Person Rollenspiel dürfen wir uns dieses Mal unseren eigenen Charakter basteln, wobei Entscheidungen über unseren Background direkten Einfluss auf die Fertigkeiten haben können. Klassen gibt es dabei nicht, Attribute sind frei wählbar. Die Demo selbst beginnt damit, dass wir mit Kumpel Jackie eine junge Frau vor Implantate plündernden Scavengern retten müssen. Den ersten Gegner per eher leisem Kill ausgeschaltet geht es danach in die volle Action, dank Reflexbooster sogar mit kurzem Zeitlupeneffekt für brenzlige Situationen. Interessant im folgenden Feuergefecht ist auch, dass die Deckung Schaden nimmt und Leichtbauwände regelrecht zerschossen werden können. Später in der Demo in einer Industrieanlage war die Umgebung deutlich weniger zerstörbar, die Möglichkeiten die das im Spiel bieten könnte sind aber mindestens interessant. Nachdem unsere Kundin von uns gerettet und an einen ziemlich schwer bewaffneten, privaten Sanitäterdienst überreicht wurde springt die Demo erstmal auf den nächsten Morgen und unsere eigene Wohnung, sowie eine kurze Third Person Cutscene, in der wir mit Jackie telefonieren. Im Spielverlauf kommt es immer wieder mal zu entsprechenden Zwischensequenzen. Wie man beim Einsammeln der Ausrüstung schön sehen konnte hängen etwa an unserer Jacke entsprechende Statuswerte, inklusive der Street Credibility, also unserem guten (oder schlechten) Ruf. In Punkto Questvielfalt und Lösungsansätze versprechen CD Project, dass das finale Spiel weit mehr Möglichkeiten haben soll, als die Demo im folgenden Spielabschnitt vermittelt, den wir hier auch nicht vollständig rekapitulieren wollen. Falls ihr es noch nicht gemacht habt, lasst euch lieber selbst von der Demo beeindrucken. Interessanter sind da schon erste Eindrücke der offenen Spielwelt Night City, die ohne Ladebildschirme oder Unterbrechungen auskommen soll. So klappt in der Demo beispielsweise der Übergang vom Fußgänger zum Autofahrer und auch die anschließende Fahrstrecke völlig unterbrechungsfrei. Und auch vor bzw. nach einer folgenden Zwischensequenz gab es keine Ladepausen. Wirklich beeindrucken kann Cyberpunk 2077 auch bei Dingen wie Croud Simulation. So haben wir es in einer Szene mit gefühlt hunderten Fußgängern zu tun, die anscheinend auch wirklich alle unterschiedlich aussehen, zumindest macht es den Eindruck als ob nicht zwei Passanten die gleichen Klamotten anhätten. Selbst buddhistische Mönche sind untereinander gut unterscheidbar. Ganz fehlerfrei ist Cyberpunk bei all der Pracht noch nicht, Techdealer Dex hat zum Beispiel massive Clippingprobleme mit seinen Rastas, es gibt gelegentliche Animationsfehler und ab und an reinploppende Texturen, wenn man denn irgendwo das Haar in der Suppe suchen will. Allerdings ist Cyberpunk 2077 auch noch weit vom Release entfernt. Genrefans werden so ganz nebenbei bereits in der Demo massig Referenzen nicht nur zur Pen and Paper Vorlage sondern auch zu verwandten Filmen wie Blade Runner oder Ghost in the Shell entdeckt haben. In jedem Fall hat CD Project Red eines der aktuell spannendsten Rollenspiele überhaupt in Arbeit.

Sekiro: Shadows Die Twice

Release: 22.03.2019 | Sekiro jetzt bei Amazon.de vorbestellen

Was kommt eigentlich dabei raus, wenn ein Account Manager anfängt, Videospiele zu entwickeln? Die Souls-Reihe. Und auch Hidetaka Miyazakis trägt gewisse Souls Gene in sich. In bestimmten Punkten ist es aber auch sehr anders. Nicht mehr ganz so frisch ist auf den ersten Blick das Setting, denn Japan im späten 16. Jahrhundert, das erinnert auf den ersten Blick an Nioh. Auf den zweiten tun sich aber ganz massive Unterschiede auf. Da wäre etwa unser Greifhaken, mit dem wir uns ziemlich rasant durch die Umgebung bewegen können, und vor allem schnell auf Gebäude und andere Erhöhungen kommen. Entsprechende Positionen kann man natürlich auch direkt mal nutzen, um sich von oben auf Gegner zu stürzen. So lassen sich nicht nur Standard-Samurai niedermachen, mit gutem Timing überrumpeln wir auch eine Art Oger mit One Hit Kill. Alternativ kann man Gegner allerdings auch oft umgehen. Ob wir uns beispielsweise zu Beginn der Demo mit einem mächtigen General anlegen, das bleibt uns überlassen. Das Kampfsystem trägt dabei klare Soulsgene in sich, spielt sich aber deutlich flotter und auch schneller als in Bloodborne. Die Umgebung lässt sich sehr viel stärker nutzen und ins eigene Vorgehen einbinden, als das bei Dark Souls oder Bloodborne der Fall war und auch Nioh spielt sich in diesem Punkt grundlegend anders. Am ehesten drängt sich der Vergleich zu Tenchu auf. Und tatsächlich, Sekiro hatte wohl seine Wurzeln als neues Tenchu, ging dann aber doch etwas andere Wege. Sterben wir, geht es auch nicht zwingend zum letzten Checkpoint, teilweise können wir uns an Ort und Stelle wiederbeleben lassen. Aber noch mal zurück zum angeketteten Oger, oder besser dessen Ableben. Haben wir jenen beseitigt standen in der Gamescom Demo zwei Wege offen, von denen einer leicht zu übersehen war. Mit kleiner Klettereinlage konnten wir uns nämlich an der Seite einer Schlucht zu einer Höhle begeben, in der ein kopfloses Ungetüm von Gegner auf unseren Protagonisten lauerte. In der Kürze der Zeit kam ich hier nicht weiter, also noch mal den Weg durch die Schlucht probiert. Hier wartete eine gigantische weiße Schlange auf unvorsichtige Spieler, an der man nur heimlich, still und leise vorbeikam. Klar ist nach dem Anspieltermin, Rollenspielaspekte fährt Sekiro gegenüber der Soulsborne Reihe deutlich zurück, stattdessen kann man Sekiro wohl wirklich am besten als Action Adventure mit anspruchsvollem Kampfsystem bezeichnen.

Trials Rising

Release: 28. Februar 2018 | Trials Rising jetzt bei Amazon.de vorbestellen

Kommt zwar noch dieses Jahr, aber trotzdem. Ich bin mir noch nicht sicher, was eine solche Faszination bei mir ausgelöst wird, wenn ich Spiele wie Trackmania oder Trials spiele. Vermutlich ist es das befriedigende Gefühl wenn man eine der kniffligeren Strecken fehlerfrei absolviert. Das neue Trials Rising wird hier keine Ausnahme sein. Mit vielen Stürzen, Ragdoll Physik und einigen Neuerungen, wie dem Tandem Bike auf dem ihr mit einem Freund gleichzeitig die richtigen Bewegungen machen müsst, oder der großen Individualisierungsvielfahrt für Fahrer und Bikes. Das Trials Herz wird wieder gut gefüttert. Ein kleiner Dämpfer dürften aber wohl die „Lootboxen“ für kosmetische Items sein. Ansonsten weist Trials die üblichen Funktionen auf: Multiplayer, Streckeneditor und viel Frustpotenzial.