Fast RMX im Test – Mit Schallgeschwindigkeit auf der Switch unterwegs

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Die Nintendo Switch ist da und mit jeder Konsole kommen auch diverse Launchtitel. Einer davon ist das neuaufgelegte Fast RMX. Der pfeilschnelle Racingtitel war unter dem Namen Fast Racing Neo bereits auf der Wii U zu finden. Nun mit ordentlicher Politur, einer HD-Auflösung und konstanten 60 Fps findet der Titel sich auch im eShop der Nintendo Switch. Ob der Titel sich zu den besseren Launchtiteln gesellen kann, verrate ich euch im Test.

Bäumchen wechsel dich

In der Zukunft funktioniert das meiste wohl mit Magnetkräften, so hat Shin’en Multimedia wohl diese Idee aufgenommen. Die schwebenden Boliden gleiten in Schallgeschwindigkeit über die Strecken. Fast RMX lässt sich wohl am besten mit Titeln wie F-Zero oder Wipeout vergleichen. Die futuristischen Vehikel gepaart mit der irrwitzigen Geschwindigkeit und den verrückten Strecken fühlen sich direkt bekannt an. Besonderheit sind die gelben und blauen Streifen auf den Strecken, denn wenn wir mit unserem Wagen in dieselbe Phase wechenseln, bekommen wir einen Temposchub, sind wir allerdings noch in der falschen Phase, hat es die entgegengesetzte Wirkung und kann uns ganz schön nach hinten werfen. Selbiges gilt auch für die farbigen Sprungschanzen und Portale. Einen Temposchub können wir aber auch durch das Sammeln von Orbs bekommen, damit laden wir unseren eigenen Turbo auf, den wir per Knopfdruck zünden können, wodurch wir eventuelle Fehler wieder ausbessern können. Fehler werden generell hart bestraft. Verpassen wir einen Sprung, haben die falsche Phase oder kommen in Kontakt mit der Wand, lauert der Gegner hinter uns nicht weit. Anfangs ist ein Fehler auf dem ersten der drei Schwierigkeitsgrade noch nicht so gravierend, später allerdings kann uns nur der kleinste Fehler zum Verhängnis werden. Dabei unterscheiden sich die Schwierigkeitsgrade nur in der maximalen Geschwindigkeit und der Aggressivität der Gegner.

Neuer Aufguss

Die Basis von Fast RMX ist, wie erwähnt, aus Fast Racing Neo übernommen, so findet ihr alle Inhalte auch in der Switch-Version. Unterschiede finden sich aber dennoch. So findet ihr statt 16 Strecken nun satte 30 Rundkurse, auf denen ihr euch an die Spitze kämpfen müsst. Aber auch in der Unterteilung hat sich etwas geändert, so sind alle Strecken in insgesamt 10 Cups mit je 3 Strecken eingeteilt, was vor allem dem mobilen Charakter der Switch zu Gute kommt. Die Strecken sind immer auf drei Runden ausgelegt und ihr benötigt ungefähr 10 bis 15 Minuten für einen Cup. So kann man auch mal während der kurzen Busfahrt oder in einer Pause die ein oder andere Runde hinlegen. Für jeden Cup, den wir in den Top 3 beenden, schalten wir einen neuen Cup und einen neuen Rennboliden frei. So kommen wir bis zum Schluss auf insgesamt 15 verschiedene Kilometerfresser, die sich in den Punkten Geschwindigkeit, Beschleunigung, Turbo und Gewicht und natürlich Design unterscheiden. Haben wir einen neuen Cup freigespielt, können wir diese auch im sogenannten Hero-Modus spielen. Der Hero-Modus unterscheidet sich darin, dass wir jede Strecke einzeln fahren können und unsere Turboleiste gleichzeitig unser Schild darstellt. So heißt es Boost Management zu betreiben, denn ist die Leiste leer und wir kassieren einen Treffer, enden wir in einem Feuerball am Rand der Strecke. Gerade auf höherem Schwierigkeitsgrad eine echte Herausforderung, leider mangelt es hier aber auch ein wenig an der Motivation, da man außer einem kleinen Häkchen am Streckenbild nichts weiter bekommt.

Gerade die Konsolen aus dem Hause Nintendo geben spätestens seit der Wii ein ganzes Füllhorn voller Steuerungsmöglichkeiten: Vom ganz klassischen per Steuerkreuz über den Analog Stick bis hin zum Neigungssensor. Die Nintendo Switch bietet zwar kein Steuerkreuz, dafür aber Analog Stick und Neigungssensor. Die einfach gehaltene Steuerung ist auch auf einem einzelnen Joy-Con umsetzbar und lässt euch direkt zu zweit im Splittscreen-Modus spielen. Die Steuerung lässt sich über das Menü aber vollständig anpassen, womit wir uns für jeden Controller unsere bevorzugten Einstellungen abspeichern können. Die Steuerung via Neigungssensor war zwar bei Mario Kart nett und funktionierte da auch gut, bei Fast RMX ist es aber doch eher hinderlich, wenn wir mit Schallgeschwindigkeit in eine enge Kurve gleiten. Daher empfehle ich dem ambitionierten Rennfahrer doch eher auf den Analog Stick zu vertrauen. Mit den Schultertasten können wir zusätzlich noch nach links und rechts ausweichen, was es uns ermöglicht, einfacher an Gegnern vorbei zu düsen, ohne wieder gegenlenken zu müssen.

Wer jetzt noch die echte Herausforderung sucht, misst sich mit den Gegnern im Mehrspieler-Modus. Fast RMX bietet uns dabei die Möglichkeit online oder im Lokalen-Modus mit bis zu 8 Spielern um die beste Zeit zu fahren. Im Splitscreen-Modus an einer Konsole können wir mit 4 Spielern gleichzeitig fahren. Eine Mischung aus Splitscreen-Modus und Lokalen-Modus gibt es allerdings nicht. Der wohl größte Kritikpunkt im Mehrspieler-Modus und vielleicht sogar am ganzen Spiel ist, dass man gemeinsam keine neuen Inhalte freischalten kann. Das bedeutet, dass man im Vorfeld alleine die Cups gespielt haben muss, damit wir später gemeinsam im Splitscreen-Modus alle Strecken, Fahrzeuge und Geschwindigkeitsklassen nutzen können. Hier hätte man zumindest im Splitscreen-Modus die Möglichkeit geben sollen, gemeinsam Inhalte durchzuarbeiten. Ebenfalls nicht verfügbar mit mehreren Spielern ist der Hero-Modus. Ansonsten funktioniert der Online-Modus tadellos. In mehreren Tests konnte ich schnell eine Lobby zum Spielen finden. Hier wird in einer Endlosschleife eine Strecke nach dem anderen gefahren. Durch ein Abstimmungssystem können wir immer zwischen acht zufälligen Strecken auswählen. Bei der die mit den meisten Stimmen gewinnt. Haben wir bei acht Spielern ein Unentschieden erreicht, entscheidet der Zufall.

Ordentlich poliert

Grafisch hat man bei Fast RMX nochmal ordentlich im Vergleich zum Vorgänger geschraubt. So rasen wir mit konstanten 60 Bildern pro Sekunde in einer Full HD Auflösung über allerhand Strecken. Das passiert allerdings nur im TV-Modus und wenn wir alleine an der Konsole spielen. Spielen wir im Splitscreen-Modus, passt sich die Auflösung dynamisch an, um die 60 Bilder pro Sekunde halten zu können. Das funktioniert ohne Probleme und auch die dynamische Auflösung ist so gut wie gar nicht bemerkbar. Aber nicht nur in Sachen Auflösung und FPS wurde zugelegt. Auch in Sachen Beleuchtung und Detailgrad hat man an der hauseigenen Engine die Stellschrauben ein wenig fester gedreht. Im Handheld-Modus müssen wir aufgrund der Hardware auf eine 720p Auflösung wechseln. Hier fangen die Schwächen leider an. Im direkten Vergleich unterliegt Fast RMX im Handheld-Modus seiner Wii U Fassung. Am TV sieht das allerdings ganz anders aus. Im mobilen Modus können wir bei voller Display Helligkeit ungefähr drei Stunden unsere Runden drehen. Um die Zeit zu optimieren, können wir in den Optionen zusätzlich noch die dynamische Beleuchtung und die chromatische Abweichung ausschalten, wodurch wir ungefähr 30% längere Akkulaufzeiten zulasten der Darstellung bekommen. Das Menü macht uns schnell klar, dass sich die Musik auf schnelle elektronische Beats, welche stark an Techno und Trance erinnern, beschränkt. Dafür gibt es aber wirklich für jede einzelne Rennspur auch eine eigene Tonspur. Die Soundeffekte hören sich ausgewogen und realitätsgetreu an, sofern wir hier überhaupt von Realität sprechen können. Leider gehen die Soundeffekte bei gleicher Lautstärke mit der Musik bei den schnellen Beats aber etwas unter. Das Problem lässt sich über die Optionen recht schnell selbst lösen, hätte man hier aber trotzdem etwas mehr Sorgfalt beim Abmischen an den Tag legen können.

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FAST RMX
Präsentation (Grafik, Sound) 82%
Gameplay 77%
Atmosphäre/Story 73%
Multiplayer 78%
Spielspaß 78%
77%
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Fast RMX gehört definitiv zu den besseren Launch-Titeln der Nintendo Switch. Für gerade mal 20 Euronen dürfen wir hier ein solides und sehr umfangreiches Rennspiel genießen. Größter Schwachpunkt ist wohl, dass man alleine die Inhalte freischalten muss, um diese später gemeinsam mit Freunden spielen zu können. Für unterwegs und generell für zwischendurch bietet Fast RMX kurzweilige Unterhaltung und weiß zu gefallen. F-Zero und Wipeout Fans dürfen hier blind zugreifen.

About The Author

Von klein auf eigentlich ein PC-Jünger, bis er sich dann von seinem ersten Geld eine Konsole kaufen konnte. Viel verpasst bis zum N64 aber auch vieles nachgeholt. Heute hauptsächlich an der XBOX One, Xbox 360 und am PC zu finden. Spezialisiert auf FPS, Roleplay und Indie Games

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