Late Shift im Test – Interaktiver Raubüberfall

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Nach The Bunker bringen Wales Interaktive ein weiteres Live-Action-Spiel namens Late Shift mit interaktiven Elementen auf den Markt. Wie viel „Spiel“ steckt in Late Shift? Das erfahrt ihr in folgendem Test.

Wie würdest du dich entscheiden?

Der Mathematikstudent Matt arbeitet als Nachtwache in einem Londoner Parkhaus. Eines Abends wird er jedoch in einen Raubüberfall auf ein Auktionshaus verwickelt. Zusammen mit einigen Komplizen versucht er unfreiwillig eine sündhaft teure Schüssel einem Chinesischen Clan zu entwenden. Doch diese kommen den Räubern schnell auf die Schliche und nun liegt es an Matt, seine Unschuld zu beweisen. Mehr von der Geschichte wird nicht verraten, da diese sich je nach euren Entscheidungen verändern kann.

Im Laufe des Thrillers in Spielfilmlänge werdet ihr als Spieler immer vor Entscheidungen gestellt, welche ihr mit der Aktionstaste auswählen könnt. Solltet ihr einmal nicht schnell genug reagieren oder euch bewusst nicht entscheiden, wählt das Spiel häufig die „schlechtere“ Variante aus und fährt mit der Erzählung fort. Der Übergang zwischen den einzelnen Videoaufnahmen ist dabei fließend und man erlebt eine fortlaufende Erzählung der nächsten Szene nach einer Entscheidung. Diese Entscheidungen können die Entwicklung der Geschichte von Late Shift und dessen Ende sehr beeinflussen. Insgesamt sieben Enden können so entdeckt werden – ein Wiederspielwert ist also definitiv gegeben.

Dennoch ist fraglich, ob man hierbei wirklich von Gameplay sprechen kann. Vergleichbare FMV-Spiele – also Full Motion Video Spiele, die auf Videoaufnahmen beruhen, wie beispielsweise The Bunker, hatten durchaus mehr Interaktionsmöglichkeiten für den Spieler zu bieten. Außerdem hatten einige Entscheidungen deutlich weniger Einfluss auf die Geschichte als andere. Dadurch ging der „Spielspaß“ – diese Entscheidungsmacht, die Geschichte zu verändern – an einigen Stellen verloren.

Late Shift ist demnach deutlich mehr Film als Spiel. Interaktionsmöglichkeiten etwa mit Gegenständen o.ä. wären wünschenswert gewesen. Stellenweise vergessen wir, dass wir ein Spiel spielen und werden wieder daran erinnert, sobald wir uns ab und zu zwischen Optionen entscheiden und den Controller wieder in die Hand nehmen müssen.

Britischer Charme

Die hohe Qualität der Produktion kann man in allen möglichen Bereichen spüren. Late Shift fängt den Charme des Thriller-Genres mit spannenden Verfolgungsjagden und mysteriösen Charakteren ein. Die Kameraführung und Farbigkeit von Late Shift lassen London in einem futuristischen Licht strahlen. Auch die Dialoge sind spannend geschrieben. Die Sprachausgabe ist lediglich auf Englisch, doch Untertitel auf Deutsch und in anderen Sprachen können aktiviert werden. Interessant ist außerdem, dass Chinesisch, welches zeitweise beim Aufeinandertreffen des Clans gesprochen wird nicht übersetzt wurde. So wusste der Spieler genauso wenig wie Matt selbst.

Die Schauspieler ziehen den Spieler in das Geschehen und die Geschichte rund um Matt hinein. So schnell die Story beginnt, so abrupt endet sie auch wieder, aber man möchte mehr erfahren. Mehr über die einzelnen Charaktere. Mehr über deren Hintergrundgeschichten. Doch nach etwas weniger als zwei Stunden endet die Geschichte – ob nun gut oder schlecht ist von euren vorangegangenen Entscheidungen abhängig.

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Late Shift
Präsentation (Grafik, Sound) 78%
Gameplay 50%
Atmosphäre/Story 67%
Spielspaß 55%
62%
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Late Shift ist ein spannender, interaktiver Thriller, welcher nach dem Ende trotzdem noch einige Fragen in der Geschichte offen lässt. Die Qualität der Produktion in Form von Schauspielern, Musik und Kameraführung kann ohne Zweifel mit hochwertigen Blockbustern mithalten. Doch Late Shift kann kaum als Spiel bezeichnet werden. Dafür werden dem Spieler zu wenige Interaktionsmöglichkeiten geboten, um sich in den Helden der Geschichte hineinzuversetzen.

About The Author

Seitdem ich 4 Jahre alt bin, habe ich die Faszination an Videospielen nie verloren. Man findet mich vor allem in (Online-)RPGs, FPS, MOBA oder Rennspielen wieder. Nebenbei werde ich als Pixelschubserin ausgebildet und konsumiere exzessiv jegliche Art von Filmen, Serien und Comics.

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