Nintendo Switch Hands On – So ist die neue Nintendo Konsole

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Als Kind der 90er, der quasi mit dem Game Boy in der Hand aufgewachsen ist und im Laufe der Schulzeit diverse NES, Super Nintendo und Nintendo 64 Konsolen der Kameraden missbraucht hat, war ich entsprechend freudig erregt als ich letzten Freitag mitten in der Nacht um halb fünf Uhr aufgestanden bin, um die Präsentation der neuen Konsole Nintendo Switch Live aus Tokyo zu verfolgen.

Wie viele andere habe ich im Anschluss daran auch meine Kritikpunkte gehabt. Warum nur 32 GB Speicher, wieso Voicechat nur über das Smartphone und nicht wie bei den beiden Konkurrent Xbox One und PlayStation 4 über die Konsole direkt? Tja, Nintendo geht gerne mal andere Wege und wie man in der Switch-Präsentation sieht, haben diese das Gaming maßgeblich beeinflusst. Also will ich die Nintendo Switch mal nicht direkt verteufeln, sondern sehe die vielen Möglichkeiten, welche diese Hybrid-Konsole mit sich bringt und den Nutzer entscheiden lässt wie er sie nutzen will.

Nintendo Quality – So wie man sie gewohnt ist

Deswegen habe ich während des HandsOn Events in München gar nicht so viel Wert auf die Power gelegt, immerhin möchte man Xbox und PlayStation sowieso nicht konkurrieren und sucht sich lieber die eigene Nische, sondern habe mich vor allem auf die Spielerfahrung und eben die bereits erwähnten Möglichkeiten der Konsole fokussiert.

Als ich das erste mal die Konsole in den Händen halten konnte, hab ich mich ein wenig gefühlt wie damals als kleiner Junge. Mein erster Game Boy, wie ich ihn aus der Verpackung gerissen hatte und ich das erste mal das obligatorische Pling hörte. Es war großartig. Ähnlich erging es mir gestern auch, als ich die Nintendo Switch als einer der ersten in Händen halten durfte. Mein erster Gedanke war: „Fühlt sich nicht an wie ein Spielzeug.“ Gerne wird Nintendo ja unter den selbsternannten Core-Gamern als Kinderkonsole abgetan, was die Switch definitiv nicht ist. Sie wirkt optisch erwachsen und in der Verarbeitung strotzt sie nur so von der gewohnten Nintendo Qualität. Alles sitzt an seinem Platz und wirkt nicht klapperig oder locker. Kein knarzen beim Betätigen von Tasten, was manch einer von Sonys Dualshock 4 kennt und worunter auch der Xbox One Controller ab und zu leidet. Gleiches konnte ich auch beim Pro Controller feststellen, der genau wie das Tablet und die Joy-Cons einen stabilen und wertigen Eindruck gemacht hat.

Für mich ist der Pro Controller ein Muss

Wo wir auch schon bei den verschiedenen Steuerungsmöglichkeiten sind. Wie wir bereits seit dem ersten Teaser-Trailer wissen gibt es die drei Modi TV, Tabletop und Handheld. Dies ist auch gleichzeitig der Punkt in dem mich die Switch am meisten überzeugen kann. Keine andere Konsole bietet diese Möglichkeit die großen Titel wie Zelda, Skyrim oder FIFA nahtlos Zuhause und unterwegs zu spielen. Alles mit dem selben Spielstand, einfach da weiterspielen wo man zuletzt aufgehört hat. Mobiles Gaming war immer mit Kompromissen verbunden. Es waren andere Konsolen nötig, andere Spiele und oftmals auch nur abgespeckt. Die Switch ändert genau das.

Als Steuerungsmöglichkeit bietet uns die Nintendo Switch vier Varianten an. Einmal das Tablet samt angesteckten Joy-Cons im Handheld-Modus, die Joy-Cons an der Grip-Halterung, die Joy-Cons einzeln oder der Pro Controller. Vermutlich war ich nicht der einzige, der bei der Präsentation dachte, dass die Joy-Cons verdammt klein aussehen. Wie soll man damit gescheit spielen können? Das HandsOn konnte letztlich viele Bedenken wegwischen, aber leider auch nicht alle.

In Wirklichkeit sind die Joy-Cons tatsächlich klein, aber das stört je nach Einsatz nicht unbedingt. Bei 1-2-Switch oder Arms, wo man beide Joy-Cons senkrecht in den Händen hält, kommt man an alle benötigten Tasten gut ran. Auch Menschen mit großen Händen sollten damit gut klarkommen. Auch beim Einsatz in Kombination mit der Grip-Halterung oder am Tablet ist die Bedienbarkeit absolut gewährleistet. Wobei beim Grip Leute mit großen Händen Probleme kriegen könnten. Der daraus entstehende Controller liegt dank der Griffe am Grip zwar gut in der Hand, ist aber doch ziemlich kompakt bemessen. Ich mit meinen eher kleinen Händen hatte keine Probleme, aber Menschen mit großen Pranken wird es vermutlich anders ergehen.

Doch jetzt kommt das bereits erwähnte Aber bei den Joy-Cons. Bei manchen Spielen hält man die Joy-Cons waagerecht in der Hand, so zum Beispiel im Tabletop-Modus bei Multiplayer-Matches in Mario Kart 8 Deluxe oder Super Bomberman R. Da die Joy-Cons auch die Eingabegeräte für den Grip oder das Tablet sind, sind die Aktionstasten und der Stick sehr nah beieinander positioniert. Hier wird es zwangsläufig vorkommen, dass man mit Stick und dem rechten Daumen kollidiert. Man arrangiert sich zwar schnell damit, aber die Haltung fühlt sich etwas unnatürlich an, da der eine Daumen in der Mitte und der andere rechts oder links am Rand liegt, je nachdem welchen Joy-Con man gerade hat. Auch die Schultertasten in Kombination mit der Handgelenksschlaufe sind mir etwas negativ aufgefallen. Durch den Aufsatz werden die Joy-Cons vergrößert und die dort angebrachten Schultertasten können zwar leichter erreicht werden, aber dadurch, dass diese Verlängerung etwas Spiel zur eigentlichen Taste hat, wird diese nicht immer gedrückt. So ist es öfters vorgekommen, dass ich bei Mario Kart 8 Deluxe die links Schultertaste zum abschießen meiner Items nicht richtig betätigt hatte, obwohl ich auf die Taste der Schlaufen-Erweiterung gedrückt habe. Hier müsste man unbedingt nochmal nachbessern, damit dort zwischen Drücken und wirklichem Betätigen nicht so viel Spiel ist. Gerade bei Mario Kart, wenn es mal schnell gehen muss, drückt man die Tasten eben nicht so fest wie es derzeit nötig wäre.

Bevor aber jetzt alle mit großen Händen denken, dass die Switch nichts für sie ist, sollten diese sich Gedanken zum Pro Controller machen. Denn an dem habe ich wirklich nichts auszusetzen. Er liegt sehr gut in der Hand, auch hier sind alle Tasten gut zu erreichen und dadurch, dass auf der rechten Seite im Gegensatz zum Wii U Pro Controller die Aktionstasten mit dem Stick getauscht wurden, ist die Bedienbarkeit deutlich gestiegen. Das gleiche Design weißt auch bereits der Xbox-Controller auf und in meinen Augen macht es auch Sinn die Tasten, die man am häufigsten Nutzt, eben der links Stick und die Aktionstasten auf der rechten Seite, auf einer Höhe anzuordnen. Ein Punkt, der mich beim PlayStation-Controller enorm stört und zu einer unnatürlichen Handhaltung und Verkrampfungen führt. Am wichtigsten beim Nintendo Switch Pro Controller ist aber die Größe, denn im Gegensatz zu Joy-Cons und Grip, ist dieser breiter und bietet somit mehr Komfort für große Hände. Ich selbst habe zwar keine, aber trotzdem werde ich mir diesen zulegen, da er sich einfach runder und ergonomischer als das Grip anfühlt. Für lange Spielsessions, die angesichts von Zelda – Breath of the Wild zu erwarten sind, sicherlich angenehmer in der Handhabung und eine sinnvolle Anschaffung. Ist mit 69 Euro zwar nicht billig, aber genau so teuer wie die Konkurrenz zum Release auch.

Nahtloser Switch beeindruckt

„Können wir nicht einfach normales Fernsehen gucken?“, ein Satz den ich gerne mal von meiner besseren Hälfte höre, wenn ich gerade zocke. Höre ich jetzt auf zu spielen oder riskiere ich eine unnötige Auseinandersetzung? Zukünftig werde ich diesem Satz deutlich gelassener entgegnen. Zwar ist das Off-TV Gaming seit der Wii U nicht neu, aber dort wurde es eben nicht von allen Spielen unterstützt und bei Xbox One als auch PS4 ist es ohne Computer gar nicht möglich unabhängig vom Fernseher weiterzuspielen.

Die Switch führt den Gedanken der Wii U weiter, indem man einfach die Konsole aus dem Dock nimmt und ohne Verzögerung weiterspielen kann. Es muss nicht gestreamed werden, denn die Reichweite zwischen Wii U Konsole und Gamepad ließ zu wünschen übrig, das Spiel läuft auf dem Handheld selbst. Das Spiel wird nur kurz in einen Pause-Modus versetzt, den man einmal bestätigen muss und schon geht’s weiter. Der namensgebende Switch funktioniert also nahtlos und hat mich wirklich begeistert. Hier hat Nintendo wirklich etwas tolles geschaffen und ihren Drang zu Innovation alle Ehre gemacht. Genau so leicht funktioniert es auch andersrum. Möchte man ein begonnenes Spiel auf dem TV weiterspielen steckt man die Konsole in den Dock und nach kürzester Zeit haben sich Controller wieder verbunden und das Bild erstrahlt auf dem Fernseher. Nintendo, ich bin begeistert.

Apropos Bild, alle gezeigten Spiele sahen toll aus und müssen sich nicht hinter der Xbox One und PS4 verstecken. Klar, Parallelen kann man noch nicht wirklich ziehen. Das geht erst, wenn auf der Switch auch ein Spiel erscheint, welches es auf den Platzhirschen im Wohnzimmer auch gibt. Im Vergleich zur Wii U macht die Switch, alles andere wäre auch enttäuschend, einen sehr großen Schritt nach vorne. Zelda sah auf dem großen Screen wunderschön aus und nach dem Switch auch auf der dem Tablet-Screen. Im kleinen sogar nochmal eine Ecke schärfer als auf dem TV. Die im Vorfeld häufig gestreuten Gerüchte, dass die Konsole im Handheld-Modus an Leistung verliert kann ich nicht bestätigen. Egal ob die Splatoon 2 Demo oder angesprochenes Zelda, alles lief nach dem Switch genauso flüssig wie zuvor.

Und wer jetzt sagt, die 2,5 bis 6,5 Stunden Akkulaufzeit der Switch im Handheld-Modus sei viel zu wenig, dem sei gesagt, dass der Nintendo 3DS auch nicht länger hält. Die Laufzeit des Akku ist genauso bemessen, kann im Gegensatz zum Switch-Tablet aber nicht per USB-C Kabel und einer Powerbank aufgeladen werden. Es gibt also keinen Grund sich zu beschweren, denn auch kein Tablet oder Smartphone hält viel länger, wenn man es mehrere Stunden am Stück dauerhaft nutzt. Mein Handy schafft das zumindest nicht.

Release Line-Up, ein bisschen mehr darf es ruhig sein

Es ist nachvollziehbar, dass Nintendo darauf setzt einen stetigen Software Nachschub für die Switch zu liefern. Besonders wenn man bedenkt, dass genau das bei der Wii U oft bemängelt wurde. Zelda zum Start, Splatoon 2 im Sommer und zu Weihnachten dann das neue Super Mario Odyssey, alles direkt am Anfang zu verpulvern wäre genauso falsch gewesen und hätte die Kritiker ebenso auf den Plan gerufen. Allerdings, wenn man kein Zelda mag, dann bietet die Switch Stand jetzt wenig Argumente zum Release zuzuschlagen. Auch Wii U-besitzer werden sich die Anschaffung der Switch wohl zweimal überlegen. Immerhin kommt Breath of the Wild auch für die Wii U und Mario Kart 8 hat ohnehin fast jeder. Aber was ja nicht ist, kann noch werden. Bis zum Release sind es noch eineinhalb Monate, da können vor allem von Drittherstellern noch ein paar Ankündigungen dazu kommen.

Das soll mich aber nicht davon abhalten den lang erwarteten Launchtitel Zelda anzupreisen. Ich bin wahrlich bisher kein Zelda Fanboy, ich habe zwar ein paar Spiele gespielt, aber bin nicht versessen darauf direkt jedes Abenteuer von Link spielen zu müssen. Das ist dieses Mal anders, ich WILL dieses Spiel haben. Auf mich wirkte Zelda immer ein wenig angestaubt, die Serie brauchte mal frischen Wind und eine neue Optik. Und in meinen Augen wurde genau das bei Breath of the Wild geschafft. Es spielt sich unheimlich gut und es sieht dabei umwerfend aus. Im Vergleich zur Wii U-Fassung, die ich auf der Gamescom bereits anspielen konnte, sind nochmal mehr Details sichtbar und insgesamt läuft das Spiel etwas flüssiger und insgesamt butterweich. Für die größte Aufregung sorgte allerdings Eiji Aonuma, der Producer der Zelda-Reihe seit Ocarina of Time, der unangekündigt auftauchte und eine 20 minütige Spielsession kommentierte.

Überrascht hat mich beim Event dagegen ein wenig 1-2 Switch. Bei der Präsentation habe ich noch ein wenig darüber gelacht, aber im Praxistest hat es mich als Partyspiel mit Freunden oder Familie überzeugt. Zugegeben, die Spiele sind teilweise wirklich kurios, ich denke nur mal an das Kühe melken per Joy-Con, oder auch das Minispiel Ball Count wirkt auf den ersten Blick eher belanglos. Dabei symbolisiert der Joy-Con eine kleine Schachtel in der sich Kugeln befinden und durch Bewegung und Vibration muss man schätzen, wieviele Kugeln es sind. Dank des HD-Rumble in den Joy-Con Controllern ist die Illusion nahezu perfekt. Schließt man die Augen spürt man die Kugeln förmlich im Controller umherrollen, wo aber gar keine sind.  Besonders praktisch, man muss dank Switch nicht mit versammelter Mannschaft vor dem TV sitzen, sondern kann das Tablet Dank integrierten Ständer auf den Tisch stellen. Bei 1-2 Switch ist es sowieso nicht nötig darauf zu gucken, da die Konsole hierbei nur als Schiedsrichter und Punkteanzeiger fungiert.

Eine weitere Überraschung in meinen Augen war auch Arms. Nach Zelda und Mario Kart sogar das Spiel, welches ich auf dem Event am häufigsten gespielt habe. Es ist vielseitiger und taktischer, als es im Trailer den Anschein hatte. Man muss es auch nicht unbedingt mit den Joy-Cons spielen, es funktioniert auch mit den anderen Controller-Möglichkeiten. Wobei es zugegeben mit den Joy-Cons mehr Spaß macht, da es interaktiver ist und man sich näher am Geschehen fühtlt Bleibt jedem selbst überlassen.

Ansonsten gab es bei dem Event noch die anderen üblichen Verdächtigen zu spielen, die man von der Präsentation kannte. Splatoon 2, was sich in der Demo genauso gut spielen lässt wie sein Vorgänger oder die alten Bekannten Super Bomberman und Street Fighter, die SNES-Veteranen so bereits aus ihrer Kindheit kennen. Ich glaube man kann sich schon auf viele gute Spiele freuen, auch wenn mir tatsächlich auch ein wenig die Vielfalt zum Release fehlt.

Mein Eindruck von der Nintendo Switch

Ich denke man wird bereits hier und da rausgelesen haben, dass ich von der Konsole und ihren Möglichkeiten schlichtweg begeistert bin. Die Möglichkeit seine großen Spiele wie Skyrim oder Zelda auch unterwegs weiterspielen zu können, ohne irgendwelche Kompromisse eingehen zu müssen ist unglaublich gut. Auch die vielen Steuerungsmöglichkeiten mit Bewegungssteuerung oder klassischem Controller, Features wie das HD-Rumble bieten Entwicklern viele Möglichkeiten tolle Spiele zu kreieren. Sie müssen diese Möglichkeiten nur nutzen und sinnvoll einsetzen.

Ja, Switch hat auch Schwächen, so sind die Joy-Cons im waagerechten Einsatz nicht optimal und für längere Sessions nicht unbedingt geeignet, auch hoffe ich, dass sich das Spiele Line-Up noch etwas vergrößern wird. Auch der Speicherplatz ist mit 32GB knapp bemessen, kann zwar erweitert werden, aber ein bisschen mehr hätte es schon sein dürfen.

Aber das sind in meinen Augen nur Kleinigkeiten, die das Erlebnis Switch nicht trüben werden. Spiele werden mit der Zeit genügend da sein, auch die PlayStation 4 und die Xbox One hatten bei ihrem Launch nur wenige Titel zur Auswahl und alle kann man sich ja sowieso nicht direkt kaufen. Und das Problem Speicherplatz lässt sich mit einer zusätzlichen Speicherkarte leicht beheben, was man auch nur machen muss, sofern man seine Spiele digital kauft und nicht physisch auf Karte. Denn im Gegensatz zur Konkurrenz, muss in diesem Fall nichts auf der Konsole installiert werden. Spielkarte rein und fertig.

Abschließendes Fazit, ich freue mich mehr denn je auf die Nintendo Switch und ärgere mich zum ersten mal, dass der Weg zur Arbeit verdammt kurz ist. Mit der Switch in der Tasche darf es ruhig etwas länger dauern. Zwar ist die ganze Geschichte mit 330 Euro für die Konsole, dann nochmal ein oder zwei Spiele und zusätzlich der Pro Controller, relativ teuer, aber was ich nach dem Hands On weiß ist, dass man auch viel für sein Geld bekommt. Quasi zwei Konsolen, tolle Spiele und durchdachte Hardware. Allerdings kann ich auch verstehen, wenn man sagt, dass die Konsole erstmal zu teuer ist und man abwartet. Immerhin bekommt man die Konkurrenz mit mehr PS unter der Haube für weniger Geld, aber mit einer Xbox One oder PlayStation 4 im Zug habe ich noch niemanden gesehen. Letztlich steht und fällt aber alles mit dem Spieleangebot und dafür braucht es Zeit.

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About The Author

Videospiele-Fan seit vielen Jahren. Alles hat damals mit dem guten alten Game Boy angefangen. Seitdem begleitet mich das Thema, was in einer in meinen Augen ansehnlichen Nintendo Retro-Sammlung endete. Neben dem alten Nintendo-Kram bin ich aber auch seit der ersten Generation der Xbox treu.

2 Kommentare on "Nintendo Switch Hands On – So ist die neue Nintendo Konsole"

  1. Aeon

    Zuallererst einaml möchte ich klarstellen, daß jeder sich eine eigene Meinung zum Thema N bilden kann und diese auch mit Fug und Recht vertreten darf. Nichtsdestotrotz liest sich dieser Artikel eher nach “ ´Tschulligung, Leute, ich weiss, daß das Teil mies ist, kann mich aber vom nostalgisch-irrationalen Gefühl nicht befreien, das N bei mir immer noch auslöst“.

    Man sollte auch damit aufhören, die Swuu als mehr zu sehen als sie ist..sie ist ein Handheld, das man auch an einen grossen Bildschirm anschliessen kann..im Grunde auch nix anderes als der SuperGameBoy für den Gamecube. Da konnte man auch nahtlos weiterspielen. Also auch nix neues in Nintendoland.
    Also, in medias res:
    „N geht gerne mal andere Wege“…sicher. Nur stellt sich die Frage, ob man diesem Weg und N blindlings folgt oder den nahenden Abgrund schon lange vorher auf sich zukommen sieht. „Anders“ ist nicht zwingend besser, quod erat demonstrandum, gelle Nintendo? ^^
    Die „vielen Möglichkeiten“ der Konsolennutzung sehe ich hier nicht. Zocken daheim und unterwegs, das wars. Obwohl…nach ein paar Jahren dürfte zumindest die Nutzung als Küchenbrettchen, Türstopper und Briefbeschwerer mangels relevanter Software durchaus im bereich des Möglichen liegen…

    Die in letzter Zeit wieder gerne und häufig strapazierte Floskel mit der „nische“, die N besetzen will, die greift auch nicht. Was will man in einer Nische, in der man grösstenteils alleine dahinvegetiert? Die man mit Leben und Spielen zu füllen ausserstande ist? Ebenfalls schräg: die wieder und wieder vorgebrachte Scheinargumentation, man wolle ja gar nicht mit den zwei Big Players konkurrieren. Ja, was denn sonst? Konsole ist Konsole…und zu welcher der Kunde greift, das ist , wo die Konkurrenz ins Spiel kommt. Apologetische Floskeln helfen niemandem, Realitätsverweigerung ebenfalls nicht.
    N verkauft ein „Gefühl“ („…fühlte mich wie ein kleiner Junge…“) und genau aus diesem Grund ist es legitim, hier von Kinderkram zu sprechen, denn, wie der Autor selbst bestätigt, baut N nahezu seine gesamte Strategie auf dieser Nostalgie auf. Man fühlt sich eben wie damals, als man das erste graue Kästchen aus Nipponesien in Händen hielt…ob das aber ausreicht, die weniger nostalgischen Leute abzuholen?

    Die Euphorie über die mannigfaltigen Controller und deren Einstzmöglichkeiten teile ich keineswegs…man stelle sich vor, einer der zwei grossen würde eine Konsole auf den Markt werfen, bei der ein vernünftiges Gamepad erst nachträglich für teuer Geld erworben werden muss…der Shitstorm wäre endlos. Offensichtlich gelten für N andere Regeln. Leider. Liebe macht ja bekanntlich blind..und unerwiederte Liebe noch viel mehr.^^

    “ Können wir nicht normales Fernsehen gucken?“ Sicher doch, für zirka 120 Euro gibt es passable ZweitTVs. 😉 Wer die Swuu so schönargumentieren will, nun ja,…es grenzt schon an fadenscheinigem Fischen nach dem letzten Strohhalm, wenn man DAS als Kaufgrund für die Swuu anführen will.
    Und da wir gerade bei Bildausgabe sind, lieber Herr Köckerling, wer den Unterschied zwischen N´s Neuer und den beiden Platzhirschen nicht sieht, der sollte einen Termin mit seiner örtlichen Fielmann-Filiale ansetzen…^^ Eine Generation zurück und allenfalls auf hohem 360PS3-Niveau kommt die Swuu daher. Keines der gezeigten Spiele liess einen mit der Zunge schnalzen und ungläubig auf den Screen starren. Ausser dem Transformer-Feature also alles kalter Kaffee.
    Nebenbei bemerkt: alles bewegliche leiert irgendwann aus. Neue Hardware und deren reibungslose Funktionalität lässt sich nur schwer mit gebrauchten Geräten vergleichen. In diesem Lichte sollte man also mit „wertig“ und „solide“ eher vorsichtig sein…das Gefühl der Wertigkeit kann sich schnell ins Gegenteil verkehren (siehe PS3-Controller, anfangs top, nach einem Jahr Flop).

    „Ich bin kein Zelda-Fan, will dieses Zelda aber UNBEDINGT spielen“…jau, das nennt man die Befriedigung von Bedürfnissen, die man ohne Rühren der Werbetrommel gar nicht erst hätte… Nintendo´s Emotionen verkaufende Werbeabteilung jedenfalls ist bislang das einzige, was man als „on point“ bei der Swuu verbuchen kann. 😉
    Und was dann? ZeldaMario, MarioZelda…leider eben nix sonst. Jedenfalls nicht in absehbarer Zeit. „One hit wonder“ , „One Night Stand“ und nun eben auch „One Game konsole“…funny while it lasts, but something you´re entirely ashamed of in retrospective…^^

    Ich gönne jedem seinen Spass mit der Swuu, der sie sich zulegt. Eine ehrlichere Betrachtung aber wäre angeraten…z.B. sollte man damit aufhören, sich die „nur“ 330 Tacken einzureden, die die Swuu kostet. Das sind Nettokosten. dazu noch die 70 für einen richtigen Kontroller, von dem man nicht Handkrebs bekommt, Speicherkarten für das Downloadsegment, Schlaufen für die „Trump-troller/ viel zu kleinen Joycons“, ein Spiel für 60-70 und und und…reell gesehen ist die Swuu so teuer wie beide Flaggschiffe von MS und Sony zusammen…und bei MSony gibts Bundles mit zwei Contris und mehreren Spielen für das Geld.

    Fazit: Man merkt doch arg die argumentativen Verrenkungen, die bemüht werden müssen, um sich die Swuu schönzureden; auch hier im obigen Text. Hach, was war das früher schön, als man noch blind zu einer N-Maschine greifen konnte und wusste, da bekommt man einen Gegenwert fürs Geld, mit dem man auch noch Jahre später spielt. Wo man wusste, daß man auch neue Spiele kaufen konnte…und das Putztuch zum Abstauben der Konsole wegen Dauergebrauch nie zum Einsatz kam.

    • Christoph Köckerling Christoph Köckerling

      Wir sind beide offensichtlich komplett anderer Meinung und das akzeptiere ich. Einen Tipp würde ich dir aber gerne noch geben: Dem neuen Zelda solltest du vielleicht doch eine Chance geben, wenn Du die Möglichkeit dazu hast. Denn wie ich auch geschrieben hatte bietet das Spiel den frischen Wind, den du in früheren Kommentaren ja auch bereits gefordert hast. Ich kenne niemanden, der das Spiel bereits angespielt hat und dem es nicht gefällt.

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