Was ist wohl das Fieseste, was man als Publisher tun kann? Metroid Prime 4 anzukündigen und dann erstmal gar nix zu zeigen. Natürlich ändert auch die Gamescom 2018 nichts daran, die Superschurkenvereinigung namens Nintendo hat aber dennoch genug Pfeile im Köcher. Mit Super Mario Party, Pokemon Let’s Go Evoli/Pikachu und Super Smash Bros. Ultimate haben die Japaner nämlich einige waschechte Schwergewichte am Start. Bei letzterer Reihe konnte selbst der erfolgloseste Ableger für Wii U über fünf Millionen Einheiten absetzen, was von durchschnittlichen Pokemon aber noch ganz locker überboten wird. Auch wenn ich als Metroid Fan gerne noch etwas anderes gesehen hätte, Nintendo fährt dieses Jahr eben doch schwere Geschütze auf. Das ist aber längst nicht alles, auch Multiplattform-Titel finden immer öfter ihren Weg auf die Überall-Konsole, darunter auch manche, mit denen man nicht mehr gerechnet hätte, aber dazu später mehr.

Super Mario Party

Release: 05.10.2018 | Bei Amazon.de bestellen

Nachdem der letzte Mario Party Teil für viele eher enttäuschend war, dürften die meisten Nintendo Fans umso gespannter auf den neuesten Ableger sein. Nicht zuletzt Multi-Bildschirm-Minispiele mit mehreren Switch-Konsolen und kreative Neuerungen für die Joycon Bewegungssteuerung dürften die meisten hier brennend interessieren. Immerhin will Super Mario Party nicht ernst sein, sondern ein waschechtes Partyspiel. Nu die Hiobsbotschaft, auf der Gamescom konnten wir nur am TV spielen, und auch die Brettspielmodi standen nicht zur Auswahl. Dafür durften wir in einer Reihe von Minigames ran. Den Start machte ein Balanceakt auf dem Fass, der über die Controllerneigung gesteuert wurde. Hier war ich anfangs selber zu zaghaft mit den Neigungswinkeln und lag ganz schnell auf dem letzten Platz. In der zweiten Runde sollten wir mit konventioneller Steuerung anrennenden Football Chucks ausweichen, die abwechselnd aus vier Richtungen in unterschiedlicher Zahl gestürmt kamen. Das klappte ganz gut, bis wir Spieler uns bei drei Football Chucks irgendwann selbst blockierten. Aber nicht verzagen, es standen noch weitere Runden zur Auswahl. Einen Fleischwürfel anbraten, stand nun auf dem Programm, und zwar von allen sechs Seiten. Neigung, hochwerfen und den Fleischwürfel wenden, will gelernt sein, klappte mit den Joycons aber wirklich genau. Da der HD-Rumble auch immer brav meldete, wenn eine Seite fertig war, konnte nur Grobmotorik uns vom Braten abhalten, indem man etwa ein Stück Fleisch aus der Pfanne kickt, Runde vier, in Endless Runner Manier vor Buu Huus wegrennen, aber natürlich mit Hindernissen. Tatsächlich schlug mein Luigi sich hier wacker, schließlich hat er reichlich Erfahrung mit Geistern. Schließlich stand noch das Dreiradrennen auf dem Programm, hier muss mit quer gehaltener Joycon ‘in die Pedale getreten‘ werden, indem man fleißig mit den Händen kurbelt. Das klappte richtig gut und meinen anfangs abgeschlagenen Luigi hatte ich am Ende wieder aufs Treppchen gebracht. Vor allem aber hat die Anspielsession reichlich Spaß gemacht. Ein paar Fragen stehen aktuell noch aus, etwa wie es um die Brettspieleinlagen geht oder welche Controller nun am Ende bei welchen Spielen unterstützt werden. Super Mario Party hat aber definitiv das Zeug, zu den besten Serienteilen aufzuschließen

Super Smash Bros. Ultimate

Release: 07.12.2018 | Bei Amazon.de bestellen

Mal ehrlich, bei Smash Bros. bin ich schlecht, so richtig schlecht. Die wichtigste Nintendo-Reihe, die das N64 hervorgebracht, war lange Zeit das einzige Prügelspiel, mit dem ich so gar nicht klar kam. Und ja, entsprechend enttäuschend war für mich die diesjährige Nintendo Direct zur E3. Und dennoch, trotz mehrerer vierter Plätze, weil ich wieder mal zu oft aus dem Ring gestürzt bin, trotz meine Smash Bros. Inkompetenz, Spaß macht die Chaos-Keilerei trotzdem. Feintuning und Änderungen am Kampfsystem kann und will ich an der Stelle gar nicht beurteilen. Das eigenwillige System, bei dem man den gegnerischen Schadensmeter hochtreibt, statt den Energiebalken zu dezimieren, klappt jedenfalls nach wie vor hervorragend. Genauso fällt auf, dass man trotz völlig unterschiedlicher Spielweisen sehr viel Arbeit ins Balancing gelegt hat. Ein Kraftprotz wie Donkey Kong spielt sich grundlegend anders als der blaue Wirbelwind Sonic, trotzdem scheinen beide absolut ausbalanciert zu sein, erst Recht im Duell gegen drei weitere Kämpfer. Bei einer Riege von über 70 Charakteren und mehr als 100 Arenen eine ziemlich große Leistung. Audiovisuell bleibt Super Smash Bros. auch bei Ultimate seiner Linie treu, blitzsaubere 1080p und 60fps sind hier die Schlagwörter. Trotzdem hat die Grafik gegenüber dem Wii U Ableger deutlich an Details und Feinheiten zugelegt, gerade die Hintergrundgrafiken wirken meist deutlich hübscher. Serienfans und solche die es werden wollen, können sich schon mal auf den vielleicht besten Smash Bros. Teil freuen, wer mit der Reihe noch nie so richtig warm wurde, der wird allerdings auch dieses Jahr nicht glücklicher mit Super Smash Bros. Ultimate.

Pokemon Let’s Go Evoli/Let’s Go Pikachu

Release: 16.11.2018 | Bei Amazon.de bestellen

Pokemon ist und bleibt Pokemon. Daran ändert auch Let’s Go Evoli/Pikachu nichts wirklich grundlegendes. Was sich allerdings ändert, das ist die Art, wie wir Pokemon fangen. Einerseits konnte gerade Pokemon fangen in vorangegangenen Teilen ein nerviger Faktor sein, weil man die armen Viecher immer erstmal fertig machen durfte, andererseits wirkt die neue Mechanik erstmal enorm simpel. Fütter das Pokemon mit einer Beere und schmeiß dann einfach den Ball. Soweit die Theorie, in der Praxis macht es schon einen Unterschied, wie wir den Ball werfen. Mit der falschen Neigung kann man sogar glattweg daneben werfen. Und längst nicht jedes Pokemon lässt sich einfach sofort im ersten Versuch fangen. Besonders stylish kommt das tatsächlich mit dem Pokeball Controller rüber. Die Steuerung ist hier auf Stick und zwei Tasten reduziert, das funktioniert aber wunderbar und der silikonummantelte Pokeball liegt überraschend gut in der Hand. Gerade für längere Sessions könnte er sogar deutlich entspannter sein als ein Joycon. So ganz nebenbei hat es auch noch Auswirkungen auf die Erfahrungspunkte, die wir für gefangene Pokemon bekommen, je nachdem wie gut wir uns beim Einfangen angestellt haben. Da Pokemon sichtbar in der Welt herumlaufen, kann man sich beim Fangen auch auf die Arten konzentrieren, die man gerade haben will. Ganz klassisch geht es wiederum in den Pokemon Kämpfen zu, die sich trotz Rundenkampfsystem gewohnt flott spielen. Und auch wenn man sich mit den 151 Ur-Pokemon begnügen muss, dank mega-Evolutionen und Alola-Formen dürfte es an Abwechslung nicht mangeln. Optisch bleibt Pokemon Let’s Go der Linie natürlich treu, wobei mir der ‘flachere‘ Cel-Shading Look der 3DS-Teile persönlich etwas besser gefiel.

Dark Souls Remastered

Release: 19.10.2018 | Bei Amazon.de bestellen

Kommt es oder kommt es nicht? Nachdem sich ausgerechnet die Switch Version von Dark Souls Remastered verschoben hatte, fürchtete der ein oder andere Spieler schon, es wäre mal wieder ein Nintendo-Port gecancelt. Das kennt man einfach zu gut von Konsolen wie der Wii U. Bei der Switch sind solche Sorgen aber anscheinend vergebens. Dark Souls Remastered kommt zwar mit fünf Monaten Verspätung, dafür aber so richtig gut. Wir hatten auf der Gamescom die Möglichkeit, sowohl das Undead Asylum als auch Undead Burg zu besuchen, einzig den Härtetest Blighttown hätte ich gerne noch gesehen, um die Performance noch besser beurteilen zu können. Leider war auch nur der Handheld Mode verfügbar, aber vom Start weg fiel auf, dass Dark Souls auf der Switch deutlich knackiger aussieht und auch runder läuft als seinerzeit auf Xbox 360 oder PlayStation 3. Zwar bekommen Nintendo Spieler auch ‘nur‘ 30fps, jene sind aber deutlich stabiler als seinerzeit auf den Last Gen Konsolen. Obendrein gibt es unterwegs echte 720p und im Docked Mode soll Dark Souls mit 1080p laufen. Bis auf die halbierte Bildrate entspricht es deutlich mehr den Remastered Versionen für PlayStation 4 und Xbox One. Minimale Slowdowns waren im Kampf gegen den Asylum Demon spürbar, verglichen mit früher war das aber absolut harmlos. Undead Burg bot die Möglichkeit, gleich eine Reihe von Gegnern auf den Spielercharakter zu ziehen, und hier blieb die Performance immer im grünen Bereich. Unterm Strich wartet somit ein absoluter Toptitel darauf, diesen Herbst von Switch-Spielern gekauft zu werden.

Diablo 3: Eternal Collection

Release: Herbst 2018 | Bei Amazon.de bestellen

Mein Hands-On mit Diablo 3 war leider nicht so lange, wie ich es gerne gehabt hätte. Denn eines fiel bereits im Handheld Mode auf: Der Titel läuft gut auf der Switch, richtig gut. Auch mit hoch geleveltem Charakter, der mit effektlastigen Zaubern nur so um sich warf und Gegnern en masse ging die Bildrate zu keiner Zeit in die Knie, Diablo 3 lief mit sehr konstanten 60 Frames pro Sekunde und sauberen 720p auf dem Gamepad. Am TV sollen 960p drin sein, genug also für knackscharfe Optik. Auch wenn die Switch auf der Grafikseite nicht ganz mit Xbox One und PlayStation 4 mithalten kann, die Last Gen Versionen von Diablo 3 werden deutlich überboten. Fühlbare Einschränkungen gab es in der Demo überhaupt nicht, uns erwartet die volle Diablo 3 Packung für überall. Mittlerweile auch schon bekannt ist, dass man den kostenpflichtigen Nintendo Switch Online Service einzig und alleine für den Online Multiplayer brauchen wird.

FIFA 19

Release: 28.09.2018 | Bei Amazon.de bestellen

Etwas mehr im Detail hatten wir FIFA 19 bereits in unserer Gamescom-Vorschau auf den Spieleherbst betrachtet. Hier soll es kurz und knapp um die Unterschiede zu den Versionen auf der Xbox One und PlayStation 4 geben und die sind besonders im spielerischen Vergleich sehr deutlich. FIFA 19 auf der Nintendo Switch fühlt sich etwas härter und direkter an, die Abläufe und Animationen wirken vor allem nicht so butterweich wie auf den beiden Konsolen aus dem Hause Microsoft und Sony. Spieler, die den Unterschied allerdings nicht kennen, wird er allerdings auch nicht stören. FIFA 19 macht im Vergleich zur 2018er Versionen einen deutlichen Schritt nach vorne. Bleibt zu hoffen, dass das auch für die teilweise nervigen Fehler gilt, mit denen man sich beim Vorgänger ab und zu herumschlagen muss. Ich sage nur Einwürfe, die einfach nicht ausgeführt werden oder Auswechslungen, die das Spiel zum Erliegen bringen. Man merkte, dass FIFA 18 aufgrund der unterschiedlichen Engines ein anderes Spiel war und da passte einfach noch nicht alles. Sollte sich der erste Eindruck aus der Demo bestätigen, darf man sich trotz der Unterschiede auf eine sehr gute Fußball-Simulation freuen. Leider ist aber auch diesmal der Journey-Modus nicht mit dabei, dafür dürft ihr jetzt gegen Freunde im Online-Modus ran.

The Gardens Between

Release: 20.09.2018

Stellvertretend für die vielen Indie Games, die vor und nach der Gamescom für die Nintendo Switch angekündigt wurden, konnten wir einen Blick auf The Gardens Between des australischen Entwicklers The Voxel Agents werfen. Dabei spielt ihr die besten Freunde Arina und Frendt, die auf eine Reihe von ziemlich abgedrehten und traumähnlichen Inseln geworfen werden. Mittels Zeitmanipulation müssen hier teilweise sehr knifflige Rätsel gelöst werden, um das rettende Ziel zu erreichen. Besonders der Grafikstil und die raffinierten Rätsel wissen hier zu begeistern. Die mit vielen Details bedachten Level laden zum Entdecken ein und sorgen nicht selten dafür, dass man die offensichtliche Lösung aus den Augen verliert. The Gardens Between konnte mich schon in der kurzen Testsession begeistern und ich freue mich schon darauf, meine täglichen Zugfahrten mit ein paar herausfordernden Rätseln zu versüßen.