Machs gut, Wii U – ein vorzeitiger Nachruf

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Die Wii U macht es einem nicht einfach oder vielleicht auch manchmal zu einfach. Egal ob Kritik oder Lob, Spaß oder Langeweile, Begeisterung oder Enttäuschung, so ziemlich alles könnte man nennen, nur Langlebigkeit nicht. Denn mit dem Start von Nintendos Switch steht auch das Ende der Wii U vor der Tür. Gerade mal vier Jahre alt geht „die Konsole mit dem GamePad“ schon in Frührente. – Zurecht? Oder völlig zu Unrecht? – Schaut man sich die Hardware Verkaufszahlen an, dann kann man wohl behaupten, Nintendo zieht die einzig richtige Konsequenz. In der Praxis ist das allerdings weniger einfach und erst recht nicht einfach nur an Zahlen festzumachen. Vielleicht ist es an der Zeit für einen Rückblick.

Kein gutes Jahr

2011 hat es Nintendo schwer. Die Wii Verkäufe brechen massiv ein, der frisch erschienene 3DS will anfangs so gar nicht durchstarten und muss früh im Preis gesenkt werden. Auch die Vorstellung der nächsten Nintendo Heimkonsole wird überraschend kritisch gesehen. Sogar der Börsenkurs fällt, weil Analysten wenig begeistert sind. Das ist aber nicht das erste Mal der Fall. Prophetischer sollten letzten Endes die sehr gemischten Reaktionen in der Spielerschaft sein. Die richten sich in erster Linie auf den neuen Controller, aber auch auf die Hardware. Denn bereits frühzeitig kommen Gerüchte auf, nach denen die Wii U kaum mehr Leistung als PlayStation 3 und Xbox 360 haben wird. Konsolen also, die zu dem Zeitpunkt schon alt sind. Das stört allerdings nicht jeden, setzte doch bereits die Wii auf alte Technik. Kritischer wird da von manchen der Controller gesehen. Dabei besitzt er eigentlich ein normales Layout, samt vier Schultertasten und zwei Analogscheiben, aus denen in der Folge noch normale Sticks werden. Der frühzeitige Stein des Anstoßes ist ein Touchscreen. Und damit eigentlich das zentrale Feature der Next Gen Konsole.

Von der Frage, wie man ihn vernünftig verwenden soll, während man auf den Fernseher schaut, bis zum Kostenpunkt auch für Ersatzcontroller, werden viele Fragen aufgeworfen. Die meisten davon, wie sich später zeigen soll, völlig zurecht.

Als die Wii U Ende 2012 erscheint, kostet sie mehr als die alten Konsolen der Konkurrenz, während sich gleichzeitig die großen Next Gen Konsolen mit wesentlich mehr Power abzeichnen. Das hat weder DS und Wii noch dem 3DS geschadet. Letzterer verkauft sich zu diesem Zeitpunkt schon sehr ordentlich. Dank fehlerhaftem Marketing, das zumindest bei weniger informierten Käufern das GamePad mehr als nur Zubehör für die alte Wii wirken lässt, aber auch weil es an echter Knallersoftware fehlt, der oft zitierten Killerapp, kommt die Wii U einfach nicht in die Pötte.

Erst Mario Kart 8 wird das anderthalb Jahre später für kurze Zeit ändern. Ausgerechnet ein Spiel, das keine herausragenden GamePad Features hat und sich mit Pro Controller ebenso gut spielt. Unmittelbar zur Veröffentlichung vervierfachen sich die Konsolenverkäufe und in den Wochen und Monaten danach kann sich Nintendos Heimkonsole vor der Xbox One halten. Und das obwohl Microsofts Konsole nahezu zeitgleich auch ohne Kinect Sensor deutlich günstiger als bisher verkauft wird. Letztlich fällt die Wii U aber völlig zurück, nicht zuletzt weil es immer wieder mit dem Spielenachschub hakt. Das ist aber nicht der einzige Grund. Durchschnittskunden nehmen die Wii U kaum als Wii Nachfolger wahr. Woran auch das Controllerchaos schuld sein mag. Gleichzeitig sorgt der Tablet Controller dafür, dass die Wii U bis auf seltene Händlerangebote teuer bleibt, während die Konkurrenzkonsolen langsam aber sicher günstiger werden.

Wenn die Wiimote auf dem Tablet präsentiert wird

Die Wii U wurde vom Start weg abwärtskompatibel entwickelt. Mit ein Grund für die etwas fußlahme CPU, die manchen Entwicklern in den Folgejahren Kopfzerbrechen bereiten sollte. Damit nicht genug wurden alle Kontrollmöglichkeiten der Wii unterstützt, allerdings abhängig vom Spiel und natürlich der Pro Controller der Wii U wie auch das GamePad. Was auf den ersten Blick als nette Idee erscheinen mag, sollte hier schnell zum Problem werden. Einfach weil immer wieder sehr unterschiedliche Steuerungskonzepte bedient werden wollten. Und weil es Kunden immer wieder an Durchblick mangelte. Am besten verdeutlichen das verschiedene Nintendo-Spiele, die zum Start erst mal einblenden, welche Kontrollmethoden vom jeweiligen Spiel unterstützt werden. Das Thema wurde kaum besser, da manche Spiele gelegentlichen GamePad-Zwang einstreuten. So muss bei Super Mario 3D World in einigen Stages zum GamePad gegriffen werden, weil dort der Touchscreen oder das Mikrofon zwingend genutzt werden muss, allerdings für völlig belanglose Spielereien.

An der Stelle lauerte auch schon das zweite große Problem. Ausgerechnet Nintendo selbst war lange Zeit eher ideenlos, wenn es um den Touchscreen ging. Ubisofts Zombi U war lange Zeit die beste Demonstration für GamePad Integration. Vom Funk über die integrierten Lautsprecher übers Zielen mit dem GamePad bis zur hektischen Inventarverwaltung bei laufendem Spiel hatte Zombie U zwar seine spielerischen Macken, dennoch schaffte es Ubi, Nintendos Controller wirklich sinnvoll ins Geschehen einzubinden. Den Gegenpol dazu stellt mit Donkey Kong Country – Tropical Freeze ausgerechnet ein Spiel von Nintendo. Tropical Freeze bietet einzig Off-TV Gaming. Nutzt man das nicht, bleibt der Touchscreen gleich komplett schwarz. Auch die umstrittenste GamePad-Einbindung stammt von Nintendo. Natürlich ist Star Fox Zero gemeint. Hier darf man bei relativ schneller Action sowohl Touchscreen als auch Fernseher im Auge behalten und mit dem Gyroskop zielen, während man beide Analogsticks zum Steuern braucht. Von manchen für die Genauigkeit beim Zielen gelobt, wurde diese Steuerung gleichzeitig massiv kritisiert. Nicht zuletzt weil die Vorgängerspiele sehr zugänglich waren.

An der Stelle könnte man direkt noch ein paar andere Dinge kritisieren, etwa den fehlenden Partychat oder das schnell startende, aber etwas träge agierende Betriebssystem. Kann man aber auch bleiben lassen. Denn die Wii U hat durchaus ihre positiven Seiten.

So einfach geht das

Will man auf der Wii U spielen, schmeißt man die Disc rein. Vielleicht soll man noch einen ganz kleinen Patch ziehen. In den meisten Fällen sind das aber nur ein paar Megabyte. Einzig Assassins Creed IV: Black Flag kratzte hier knapp an der Gigabyte Marke. Es stellt aber die wortwörtlich große Ausnahme dar. Verglichen mit den beiden „großen“ Konsolen fühlt sich Nintendos kleine Kiste hier wesentlich mehr nach klassischer Konsole an, schön. Der 32 GB interner Speicher der (anfänglichen) Premium Version reichen so für die allermeisten auch locker. Der Autor dieser Zeilen besitzt fast 20 e-Shop Spiele, ein paar Virtual Console Titel und eine ganze Reihe Spiele auf Disc und hat dennoch Platz über. Bei der Xbox One musste er nach einer Handvoll Spiele-Disks eine externe Festplatte dranhängen.

Ebenfalls klasse ist der Wii U Pro Controller. Sicher, Analogtrigger fehlen ebenso wie ein Headsetausgang. So hat Nintendo aber wenigstens Raum für Verbesserungen. Denn davon abgesehen war der Pro Controller nahezu perfekt, auch dank ca. 50 Stunden Akkulaufzeit. Außerdem liegt das Ding einfach sehr gut in der Hand. Die letzteren beiden Punkte kann man vom GamePad nicht beziehungsweise nur bedingt behaupten. Der Nachrüstakku, den man kaufen kann, spricht hier Bände, das Handling des Bildschirmcontrollers war immer ein wenig umstritten. Allerdings bietet er, abseits der Spieleeinbindung, auch eine Reihe netter Features. Banal aber überraschend praktisch ist etwa der Lautstärkeregler. Ein nettes kleines Gimmick stellt die Fernbedienungsfunktion dar, denn das GamePad ist auf jeden gängigen Fernseher programmierbar und kann dessen grundlegende Funktionen steuern. Letztlich stellt Off-TV Gaming hier aber ein zentrales Element dar. Und das klappt tadellos, auch wenn die Reichweite von den baulichen Gegebenheiten abhängig ist. Im Singlehaushalt vielleicht nicht ganz so wichtig kann Off-TV im Familienwohnzimmer ein oft und viel genutztes Feature sein. Und ja, es gab definitiv Spiele, die das GamePad mal für Kleinigkeiten und mal im großen gut und sinnvoll genutzt haben. So war die Itemverwaltung bei beiden Zelda Remastern wesentlich weniger umständlich als bei den jeweiligen Originalen und auch das Zielen per Gyroskop funktionierte gut. Schlichtweg genial war der Touchscreen bei Super Mario Maker. Die Levelbastelei ist gerade deswegen wesentlich angenehmer in der Handhabung als bei jedem anderen Editor auf Konsolen.

Spiel mit mir

Mangel an Software oder nicht? Die Frage lässt sich in beide Richtungen beantworten. Tatsächlich mussten Wii U-Besitzer immer mit einem etwas zähen Spielenachschub leben. Gerade auch, weil bereits frühzeitig Unterstützung durch die großen Publisher fehlte, welche allerdings kaum Spiele auf Nintendos Heimkonsole absetzen konnten. Auf der anderen Seite bietet die U eine ganze Reihe Hochkaräter. Eine der großen Überraschungen war sicher Bayonetta 2, eine Fortsetzung mit der vermutlich nicht viele gerechnet hatten. Das Projekt kam nur zustande, weil es von Nintendo finanziert wurde und war einzeln wie auch im Bundle mit dem Vorgänger zu haben. Platinum Games Wii U exklusives Wonderful 101 wurde von Spielern und Kritikern ebenfalls sehr positiv gesehen, allzu große Verkaufserfolge konnte es aber leider nicht feiern.

Definitiv keinen Mangel hatte die Wii U natürlich an Plattformern. Gerade bei den 2D Titeln, von New Super Mario Bros U über Donkey Kong Country Tropical Freeze bis zu Yoshi’s Wooly World, hatte Nintendos Heimkonsole reichlich zu bieten. Eine leicht zwiespältige Rolle spielte dabei Rayman Legends. Anfangs von Ubisoft als Exklusivtitel angedacht, wurde Legends auch für die Konkurrenzkonsolen veröffentlicht, nicht zuletzt weil andere Wii U-Spiele der Franzosen hinter den Erwartungen geblieben waren. Immerhin kamen so wesentlich mehr Spieler in den Genuss eines hervorragenden Plattformers.

Umstritten war Super Mario 3D World. Nicht weil es ein schlechtes Spiel ist, sondern weil viele sich etwas im Stil von Super Mario Galaxy gewünscht hatten, nun aber ein „großes“ 3D Land bekamen. Tatsächlich ist 3D World mehr klassischer Plattformer als die Galaxy Episoden und Super Mario 64. Und anders als die genannten Titel spielt es sich auch super im lokalen Mehrspieler. Obendrein führte es die Puzzleabschnitte mit Captain Toad ein, die im Folgejahr ein eigenes Spiel bekamen.

Mit Pikmin 3 durften Hobbystrategen endlich wieder ran und das in sehr hoher Qualität. Dabei hat es schon einen besonderen Reiz, zu versuchen möglichst viele Pikmin am Leben zu halten. Erst relativ spät ran durften dagegen Rollenspielfreunde. Xenoblade Chronicles X ließ lange auf sich warten, das Fire Emblem Spin Off (ist es wirklich eines?) Tokyo Mirage Sessions #FE sogar noch länger.

Auch das lange angekündigte Wii U Zelda wurde immer wieder verschoben, allerdings bekam Link mit Wind Waker HD und Twilight Princess HD gleich zwei Remaster spendiert, die beide die größten Kritikpunkte am jeweiligen Spiel ausmerzten.

Mario Kart 8 dürfte noch weit vor Super Smash Bros. U die Hardwareverkäufe am stärksten angeschoben haben. Aktuellen Zahlen zufolge besitzt mehr als jeder zweite Wii U Käufer die Kart-Flitzerei. Zu den größten Überraschungen dürfte allerdings Splatoon gehören. Die Farbballerei gehört trotz ihres späten Erscheinens zu den fünf erfolgreichsten Wii U-Spielen und war auch in Japan ein echter Renner. Shooter verkaufen sich dort für gewöhnlich nicht so gut wie im Westen. Vor allem aber zeigt Splatoon, dass Nintendo immer noch neue Marken kreieren kann.

Für eine Konsole, die „fast keine Spiele“ hatte, könnte man überraschend viel nennen. – Pokemon Tekken oder Lego City Undercover etwa und eine ganze Reihe e-Shop Titel. – Die kleine deutsche Spieleschmiede Shin’en etwa brachte mit Nano Assault Neo einen gelungenen Twin Stick Shooter zum Konsolenstart, mit Art of Balance U eine grafisch deutlich aufgehübschte Version des Wii Knoblers und mit FAST Racing Neo ein verdammt schickes Antigrav-Gleiter Rennspiel das letzten Endes sogar seinen Weg auf Disc fand. Auch Ports fanden ihren Weg in den e-Shop, etwa Giana Sisters – Twisted Dreams oder Guacamelee.

Zu spät

Die Schattenseite, so manches Spiel brauchte letzten Endes zu lange für die Wii U. Den 90’s Arcade Racer werden wir wohl eher auf Switch sehen. Yookah und Layle finden ihren Weg auch nicht mehr auf die kleine Kiste. Die Liste an Wii U-Spielen 2017 wird wohl sehr kurz sein. The Legend of Zelda- Breath of the Wild ist ziemlich sicher der letzte große Titel, der auf Wii U erscheint. Auch im e-Shop Lager wird sich dieses Jahr nicht mehr viel tun, Virtual Console Veröffentlichungen sind bereits seit Monaten eher spärlich. Die Zeichen stehen allzu deutlich auf Switch. Schon das letzte Jahr war für Wii U-Besitzer nur mäßig spannend, obwohl es eigentlich gar nicht so schlecht anfing. Tatsächlich konnte aber längst nicht jedes Nintendo-Spiel 2016 überzeugen und in der zweiten Jahreshälfte machte sich auch noch gähnende Leere breit.

Die Wii U hing einfach zu stark von Nintendos eigenem Softwareausstoß ab. Und so gut dieser oft war, es mangelte an vielem. F-Zero etwa gehört ebenso zu den Vermissten wie Metroid. Wii Fit U und Wii Sports Club konnten dagegen nie das gleiche Interesse wecken wie ihre Vorgänger. Man kann wohl behaupten, dass Nintendo teils einfach auf die falsche Software gesetzt hat. Ein gar nicht so schlechtes Gespür hatte man dagegen mit den neuen Social Features, bei Nintendo vor allem das Miiverse. Bilder auf der Wii U zu teilen ist so einfach, vor allem durfte das Miiverse aber auch für manch ein, am GamePad gemaltes, kleines Kunstwerk herhalten. Auch wenn Microsoft und Sony ihre neuen Sharefunktionen und anderes bereits geplant hatten, Nintendo hatte wieder mal eine kleine Vorreiterrolle. Den Gegenpol dazu bildeten sonstige Online Features. Zwar ist Freunde suchen und online spielen auf der Wii U einfacher als bei jedem bisherigen Nintendo-Gerät. Auf der anderen Seite fehlt, neben dem bereits genannten Partychat, aber auch so banales wie ein Instant Messenger. Das Miiverse ist hier leider kein Ersatz, lange Ladezeiten und fehlende Benachrichtigung im Spiel sind dafür der Hauptgrund.

Sogar Statistiken zum Nutzungsverhalten darf man sich ansehen. Das ist allerdings nicht mit den Spielestatistiken vergleichbar, die man etwa auf der Xbox One hat. So schön mit Freunden vergleichen kann man schon gar nicht. Dennoch, viele Features, die mittlerweile Standard sind, gab es in irgendeiner Form auch auf der Wii U. Und das ein wenig früher.

Ebenfalls spät war Nintendo beim Toys to Life Konzept. Erst Jahre nach dem ersten Skylanders, das nicht mal das erste Toy to Life Spiel war, brachte Nintendo seine Amiibo heraus. Natürlich wurde aber wieder mal vieles anders gemacht als bei der Konkurrenz. Der gravierendste Unterschied: Es gibt kein einzelnes Amiibo Spiel, vielmehr lassen sich in allen möglichen Nintendo-Spielen Dinge freischalten. Das reicht vom Mario-Yoshi in Wooly World über die Wii Fit Trainerin in Super Mario Maker bis zur trainierbaren Spielfigur in Super Smash Bros. Auch wenn der ganz große Boom vorüber sein mag, Nintendos Amiibo sind immer noch relativ populär. Da sie systemübergreifend funktionieren, werden sie uns auf Switch sicher wieder begegnen, dann vielleicht auch mit einem „richtigen“ Amiibo-Spiel. Bereits angekündigt ist die Amiibo-Unterstützung für The Legend of Zelda – Breath of the Wild.

Vielleicht ein Klassiker

Eigentlich kann man über die Wii U halt irgendwie immer gleichzeitig meckern und begeistert sein. Man kann sie kritisieren und loben. Ja, das Ding ist Nintendos erfolgloseste Heimkonsole. Anders als beim GameCube musste die Wii U aber auch ohne nennenswerte Preissenkungen auskommen, während der Spielewürfel zum Schluss sogar für 99,-€ verschleudert wurde. Tatsächlich hat die Wii U neben einem Heer von Kritikern bereits eine kleine aber treue Fangemeinde und eigentlich viele tolle Spiele. Glaubt man aktuellen Gerüchten, dann wird man einige davon auf Switch wiedersehen. Das Softwareaufgebot könnte die Wii U aber trotzdem noch zum späten Klassiker werden lassen.

In jedem Fall hat sie für Nintendo einige wichtige Weichen gestellt, auch wenn sie finanziell kein großer Erfolg war. Gleichzeitig scheint gerade die Erfolglosigkeit dazu geführt zu haben, dass man sich auch wieder mehr aufs Wesentliche konzentriert. Second Screen wird es bei Switch nicht mehr geben. Und auch das ganz große Controllerchaos wird anscheinend ausbleiben. Wichtiger noch dürfte aber sein, Nintendo macht von vornherein klar, dass die Switch etwas komplett Neues darstellen soll. Die mangelnde Trennung zwischen Wii und Wii U hat letzterer ganz sicher nicht geholfen. Irgendwie viel zu früh und nach zu wenigen Spielen verabschieden wir uns damit von einer eigentlich doch tollen Konsole. Wii say goodbye to U.

 

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About The Author

1986, ein strahlender Sommer, ein Freund mit VCS, Schwarzweißfernseher, Space Invaders und Pacman. Seitdem lässt mich das Thema Telespiele nicht mehr los, egal ob Game Boy, Amiga, PlayStation, Xbox oder Wii U. Nicht mal vor dem PC hab ich halt gemacht. Einzig von Sportspielen lass ich generell die Finger.

1 Kommentar on "Machs gut, Wii U – ein vorzeitiger Nachruf"

  1. Aeon

    Obwohl ich vieles in deinem Artikel unterschreiben würde, ist mir der Grundtenor (wieder einmal) zu positiv.
    Man stelle sich nur einmal vor, Nintendo würde ähnlich bewertet undgesehen wie MS oder Sony und der Nostalgie- bzw. „Wohlfühlfaktor“ , den Nintendo zweifellos bei einigen hervorruft, wäre nicht existent. Würde man Sony oder MS solch einen Klops wie die Wuu so anstandslos vergeben, wie das bei „not-so-big-anymore-N“ geschieht?

    Ich meine nicht. Man stelle sich vor, einer der beiden anderen Kontrahenten würde , nun schon zum drittenmale(!), das gleiche Münchhausen-Spielchen abziehen, das N seit dem N64 mit den Kunden abzieht. Große Ankündigungen von third party support, danach Stille…sicher, N hat das Selbstverständnis, „anders“ sein zu wollen. Wenn dieses „anders“ aber vornehmlich darin besteht, die eigenen Konsolen regelrecht verhungern zu lassen, dann stimmt wohl etwas ganz elementar nicht.

    Sind wir ehrlich: jenseits aller Euphorie über N´s „neue“ Konsole , jenseits allen irrationalen Sympathien muss ein potentieller Käufer der „Nintendo´s Bitch“ doch sehen, wie wenig er sich auf eine Lebensfähigkeit der Konsole setzen kann, wenn er neben den üblichen paar Spielereihen noch etwas anderes außer JnR, infantilen ActAdvs und Partybullsh** spielen möchte. Das wahre, „andere“ Spieleleben findet eher bei Sony und MS statt.

    Ohne Nostalgiebrille und Vorschußlorbeeren ist N´s Kiste technisch und objektiv gesehen kaum mehr als ein überteuerter „brick“ ( bezeichnend, daß es bei meiner Aussage quasi egal ist, ob man dabei nun an Wuu oder „N´s bitch“ denkt). Skyrim hin oder her, wirklich neues von anderen Entwicklern außer N wird wohl auch auf dem neuen Kasten Mangelware sein.

    Einen „vorzeitigen Nachruf“ würde ich den Artikel nicht nennen, den von Vorzeitigkeit kann hier keinesfalls die Rede sein. Die Wuu liegt bei MM und Sat. wie Blei in den Regalen, tat sie schon seit Erscheinen, wenn man es genau nimmt. Nur die absoluten die-hard fans griffen zu und bislang ist wirklich kaum ein Spiel angekündigt, das mich der „Neuen“ eine rosigere Zukunft als der „Alten“ prognostizieren lässt. Zelda? Ja,ja….vielleicht für den einen oder anderen ein Kaufgrund; für mich, der seit dem NES den Zipfelmützenklatscher durch jedes Dungeon und an jedem Endgegner vorbeibegleitet hat, wird die Zelda-Formel langsam so ausgelutscht wie ein männlicher „Erwachsenenfilmdarsteller“ bei einem dreitägigen Dreh. Nichts neues in Nintendoland.

    Ich erinnere noch genau, wie man mich für meine Einstellung gegenüber der Wuu geißelte; nun ja, all meine Kritik hat sich als legitim herausgestellt und die Wuu ist toter noch als tot, nach nicht einmal 4 Jahren reeler Marktverfügbarkeit. Was als Gehate abgetan wurde, das war in Retrospektive nichts weiter als Realismus und bis heute käme ich noch nicht einmal auf drei Games für Wuu, die ich wirklich haben wollte. ZombiU gibt´s für One und PS4 als Download, den adipösen Klempner, den grünen Zipfelklatscher-Elf und Konsorten kann und mag ich einfach nicht mehr sehen. Man wirft CoD oft vor, es sei generisch, dabei verändert es sich objektiv von Jahr zu Jahr mehr als es Mario und Co jemals getan haben. Wer heutzutage frische Settings und überraschende Storylines will, der steht schon auf One und PS4 ziemlich im Regen. Wer aber allen Ernstes meint, N käme jemals wieder aus der selbstgewählten Nische, der glaubt auch an den Weihnachtsmann und daß Breitbart objektive Fakten liefert.

    Fazit: Nach Inaugenscheinnahme aller verfügbaren Revealvideos der Games , unter Einbeziehung von Nintendos neuer Smartphone-Politik und im Lichte der vorangegangenen Enttäuschungen kann ich mit Fug und Recht behaupten, daß man von diesem Konzern allenfalls ein „deja vú“ erwarten sollte. Mehr vom Gleichen. Wer Zelda, Mario und Co. „endgeil“ und „über“ findet, der wurde wohl mit der Wuu ähnlich „gut“ bedient wie es bei der „Swuu“ erwartbar ist. Für alle anderen, die keine spontane Ejakulation bei nennung von Link, Samus (obwohl…^^^) und Mario bekommen, sehen die Aussichten eher düster aus. Aus der Preisgestaltung der Wuu zog man seitensd N wieder mal keine Konsequenzen, die „Swuu“ wird wieder ähnlich überteuert bepreist werden wie ihr Vorgänger. Objektiv gesehen war auch die Wuu veraltete Technik zum überzogenen Preis, N hinkt schon seit nunmehr drei Konsolengenerationen dem Markt technisch und bezüglich ihrer altbackenen Firmenphilosophie hinterher. All dies zusammengenommt brach der Wuu das Genick. Familienentertainment ist im Zeitalter von Smartphones und p2p Games keine Expansionssparte mehr. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben…ein Merksatz, der nicht nur auf N´s geflopte Wuu, sondern auf den ganzen Konzern anwendbar ist. Und man will in Nipponesien wohl auch nicht aus dem wohligen Traum, man hätte für den breiten Markt noch Relevanz, erwachen…Das Schicksal der Swuu wird sich an dem der Wuu orientieren, auch wenn man in diversen Onlineforen meinen könnte, mit der „Neuen“ hätte N den lapis philosophorum erfunden. Wer genauer in den Markt hineinschaut und -hört, der erkennt aber, daß es sich hier um eine Filterblase handelt, die mit der realen Chance von N auf dem heutigen Markt nicht im Ansatz korreliert.
    Kaufen werden das Teil wohl einige…Nostalgiker, Leute, die sich von Euphorie und irrationaler Erwartungshaltung blenden lassen, Zelda- und Mario-„Fans“, Konsolensammler, Videogamejunkies…aber eben nicht Otto Normalverbraucher.
    Nicht´daß wir uns falsch verstehen: auch ich war einst ein „N-Jünger“ als ich jünger war (pun intended!). Auch ich genoß , was N mir in Zeiten des Snes, des N64 und des Gamecubes anbot. Leider hat das Sortiment seit mehreren Jahren rapide abgenommen, die Qualität ebenfalls und irgendwann hat man auch von seinem Lieblingsprodukt die Schnauze aber mal so richtig gestrichen voll. An dem Punkt stand schon die Wuu,an dem Punkt steht für mich die Swuu und, wenn ich ehrlich bin, Vorboten dessen waren schon bei GC und Wii zu erkennen. Die Abwärtsspirale dreht sich weiter, während man sich in den N-Headquarters immer noch vehement gegen die harte Realität zu sträuben vorzieht. So nicht, Nintendo! Fehlende Software, eine lächerliche Firmenpolitik („Wie? Tabletcontroller kaputt? Tja, nachkaufen is´nich´, Spacko! Musste neue Konsole kaufen! LOL!) , Fokussierung auf kindliches und potentiell kariöse Zuckerbonbonwelten, etc. pp….der vorzeitige Abgesang auf die Wuu war (Konsolen-)systemimmanent von Beginn an. Und obwohl ich es der Firma, die einen Großteil meiner Kindheit durch ihre Games mitgeprägt hat, schon irgendwie wünschte, sie könnte an ihre einstige ikonische Bedeutung für die Spielewelt wieder anknüpfen, sagt mir mein Verstand, daß die zeiten von Big N wohl ein für allemal vorbei sind, Wii,Wuu oder Swuu. Ich werde es mit der „Neuen“ genauso halten wie mit der Konsole, deren Epitaph Monsieur Michel Carot 😉 hier verfasst hat…ohne Spiele , die mich auch interessieren, sind N und ich geschiedene Leute.

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