Auf dem Xbox Stand konzentrierte man sich dieses Jahr vor allem auf Spiele, die wirklich zeitnah erscheinen. Das galt einerseits für Third-Party-Spiele wie Metro Exodus oder Shadow of the Tomb Raider, andererseits aber auch für die eigenen Titel Forza Horizon 4 oder Ori and the Will of the Wisps. Natürlich wurden auch Indie-Games aus dem id@Xbox Bereich wieder reichlich Platz eingeräumt, aber die meisten Anspielstationen blieben ganz klar für Exklusivtitel. Ein Bereich war, nicht zuletzt wegen des Daybreak DLC samt Horde Modus, State of Decay 2 gewidmet. Und natürlich bekam PlayerUnknown’s Battlegrounds einiges an Platz eingeräumt, schließlich steht der offizielle Release hier kurz vor der Tür. So ganz nebenbei war das Xbox Design Lab auch prominent vertreten und natürlich wurde die Werbetrommel für den Gamepass gerührt. Dagegen glänzte Crackdown 3 durch völlige Abwesenheit, von Titeln, die in weiterer Ferne liegen mal ganz zu schweigen. Das Hauptaugenmerk lag schließlich auf Forza Horizon 4 und Ori and the Will of the Wisps.

Forza Horizon 4

Release 04.10.2018 | Bei Amazon.de bestellen

Wenn es ein Spin Off gibt, das seine Mutterreihe mittlerweile schlicht abgehängt hat, dann Forza Horizon. Das Simcade Open World Monster von einem Rennspiel wird bisher mit jedem Teil besser und besser und das obwohl bereits der erste Teil großartig war. Allerdings wird auch der Fokus auf Online mit jedem Teil größer. Das geht bei Forza Horizon 4 soweit, dass man standardmäßig online auf Servern mit bis zu 72 Spielern unterwegs sein wird. Allerdings gibt es nach wie vor auch die Möglichkeit, solo offline zu fahren. Die zweite und wirklich gravierende Änderung betrifft das Wetter. Dabei gibt es dynamisches Wetter schon seit Teil zwei und Forza Horizon 3 führte Schnee ein. Der neueste Ableger bietet aber gleich zwei Jahreszeiten mehr, Sommer und Winter werden durch Frühling und Herbst komplettiert. Der fließende Wechsel sorgt natürlich erstmal für optische Abwechslung. So starten wir mit unserem McLaren Senna, der übrigens auch live auf dem Microsoft Stand vertreten war, zur rasanten Herbsttour. Goldenes Licht, die roten Blätter rieseln allmählich von den Bäumen und stellenweise finden sich Wasserlachen auf der Straße. Die sanfte, englische Landschaft mit ihren Weiden und Steinmäuerchen rast nur so an uns vorbei. Außer wir rasen spontan durch eine der zerlegbaren Mauern. Weiter geht es im winterlichen Offroad-Rennen mit Trophytruck. In der Winterdämmerung stieben uns einige Flocken entgegen, während wir unseren Truck über Eis und Schnee prügeln. Wie schon beim Blizzard Mountain DLC machen sich unterschiedliche Schneetiefen deutlich beim Fahren bemerkbar, gerade wenn man mit Simulationseinstellung fährt. Dieses Mal hinterlassen wir im Tiefschnee aber noch etwas eindrucksvollere Spuren. Weiter geht es mit Ford Focus Rallycar in ein Frühlings-Schaurennen gegen für Motocross-Maschinen. Hier geht es „querwaldein“, samt reichlich Matsch, und der Forst vermittelt noch mal einen spürbar hübscheren Eindruck als bei Forza Horizon 3. Schließlich und endlich dürfen wir noch ein sommerliches Straßenrennen bei bestem Wetter im McLaren Senna absolvieren und dabei natürlich andere Hypercars abservieren. Keine Frage, Forza Horizon 4 wird wieder ganz groß, der Schauplatz Großbritannien scheint auch mehr als genug Abwechslung zu bieten und wenn sich die Spielmechanik sowohl online als auch solo die Waage hält, dann kommt hier das aktuell vielleicht beste Rennspiel ins Haus, mindestens aber ein absoluter Toptitel. Die größte Frage ist aktuell vielleicht, ob die Optik wirklich nur bei der Auflösung Abstriche auf einer Standard Xbox machen muss.

Ori and the Will of the Wisps

Release: 2019 | Bei Amazon.de bestellen

Ori and the Blind Forest überraschte 2015 Fans knackiger 2D-Plattformer weltweit. Entstanden ist der Titel im beschaulichen Österreich bei den Moon Studios um Thomas Maler. Die Geschichte um den Titel ist schnell erzählt. Das wunderschöne Metroidvania heimste auf dem gesamten Globus Bestwertungen ein und viele Menschen hofften auf eine Fortsetzung. Auf der E3 2017 folgte die Erlösung und Ori and the Will of the Wisps wurde offiziell auf der Xbox Showcase angekündigt. Wir griffen auf der Gamescom gespannt zum Controller und zockten eine gute Stunde lang die Demo an. Die Fortsetzung setzt glücklicherweise genau dort an, wo wir einst den Wald Nibel gerettet haben. Die Steuerung des keinen weißen Waldgeistes Ori fühlt sich erneut wunderbar „smooth“ an und verleiten zu schnellen und präzisen Sprungpassagen. Die prägnanteste Neuerung bemerken wir beim Kampfsystem. Dieses war im ersten Teil vom Trefferfeedback noch etwas wage, wurde nun aber grundlegend überarbeitet. So kann Ori nun Fernangriffe separat ausführen, was ihn blaue Fokus-Energie kostet. Nahkampfangriffe fühlen sich jetzt deutlich wuchtiger an und können sogar mit unterschiedlichen Waffen ausgeführt werden. Beim Anspielen wurde uns zudem erklärt, dass man nun bei den Kämpfen auch etwas mehr „Souls“ ins Spiel bringen wird. So sollte man sich die Angriffe der Feinde und deren Bewegungsmuster genau ansehen, um aus den Konflikten als Sieger hervorzugehen. Alsbald finden wir unser erstes neues Item, bzw. die erste neue Fertigkeit und können nun in bestimmten Abschnitten wie ein Fisch durch den Wüstensand tauchen. Kern des Spiels ist es auch bei „Will of the Wisps“ wieder knackige Sprungpassagen zu absolvieren, Puzzle-Rätsel zu lösen und die zahlreichen Feinde etwas anspruchsvoller ins Jenseits zu befördern. Leider müssen wir uns noch bis 2019 gedulden, um erneut mit Ori auf eine wunderschöne Reise zu gehen. (Dominik)