Solar Shifter EX im Test – Shiften und sonst?

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Als die aktuelle Konsolengeneration auf den Markt kam, waren Shoot’Em’Ups absolute Mangelware und es dauerte recht lange, bis brauchbare Spiele des Genres auf den Markt kamen. Mittlerweile kommt gefühlt jede Woche ein neues Spiel hinzu, und jetzt ist mit Solar Shifter EX ein weiterer Vertreter erschienen.

Die Menschheit im Kampf gegen Außerirdische

Das Raumschiff Phase Shifter im Kampf gegen die Außerirdischen Raumschiffe.

Das Raumschiff Phase Shifter im Kampf gegen die Außerirdischen Raumschiffe.

Irgendwie ist das Szenario in allen Spielen dieser Art gleich, oder zumindest ähnlich. Auch hier hat sich die Menschheit wieder mal mit Außerirdischen angelegt und das Unheil begann. Als die Erdlinge ihr Sonnensystem verließen, um auf anderen Planeten Kolonien zu gründen, wurden sie von einer mächtigen Zivilisation angegriffen und es kam zum Krieg. Die Verluste waren verheerend und die menschlichen Strukturen brachen zusammen. Fortan lebte die Menschheit in großer Angst, nicht nur vor den Außerirdischen, sondern auch vor Weltraumpiraten, die es auf die wenigen Ressourcen abgesehen haben.

Unsere Aufgabe ist es der Menschheit wieder etwas Luft zu verschaffen und die Außerirdische Macht zu bekämpfen. Unsere Einzige Waffe dafür ist das Raumschiff Phase Shifter.

Shiften ist das Alleinstellungsmerkmal

Die Primär- und Sekundärwaffe können mit Credits verstärkt werden.

Von der Spielmechanik ist Solar Shifter EX im Prinzip wie die meisten anderen Genre-Vertreter auch. Man fliegt von unten nach oben und muss auf dem Weg Richtung Missionsende zahlreiche Gegner ausschalten, die manchmal alleine oder in Gruppen auftreten. Viele Angreifer sind auch hier ein Indikator dafür, dass es sich um schwächere Gegner handelt, während auf einzelne große Gegner deutlich mehr Treffer einstecken und man bedachter an die Sache gehen sollte, um sie zu besiegen. Insgesamt gibt es in 18 Missionen bis zu 40 verschiedene Gegnertypen, die sich in Stärke und Robustheit unterscheiden. Die Möglichkeit die Primäre und Sekundärwaffe des Raumschiffs mit gesammelten Creditpoints zwischen den Missionen im Hangar aufzuwerten, sollte im späteren Spielverlauf also unbedingt genutzt werden.

Was mich allerdings schon öfters bei Shoot’Em’Ups, gerne auch mal Shmups genannt, gestört hat ist, dass man die verschiedenen Missionen und Level auswendig lernen kann und fast schon muss, um weiter zu kommen. Die anfliegenden Gegner führen regelrecht einen Tanz auf dem Bildschirm auf und folgen jedesmal der gleichen Choreographie. Es gibt Spiele die machen das ganz gut, weil man trotzdem gefordert ist. Bei Solar Shifter EX ist das leider nicht so. Wenn man sich eine passende Position ausgeguckt hat, dann kann man ruhig einige Sekunden auf dieser verharren und drauflosballern, bis alle gegnerischen Raumschiffe die Schussbahn gekreuzt haben und vernichtet wurden. Teilweise geht es echt so weit, dass man einige Gegnergruppe nacheinander auf ein und derselben Position einfach abwarten kann, ohne wirklich in Gefahr zu geraten.

Mit dem Phase Shifter kann man sich an einen von vier Punkten beamen, um brenzligen Situationen zu entfliehen.

Mit dem Phase Shifter kann man sich an einen von vier Punkten beamen, um brenzligen Situationen zu entfliehen.

Hat man das einmal perfektioniert gehen die 18 teilweise relativ kurzen Missionen schnell an einen vorüber. Auch das Alleinstellungsmerkmal und teils namensgebende Feature wird so wenig Gebrauch finden. Aber ich muss zugeben, die Idee ist wirklich gut und hier und da auch wirklich hilfreich und praktisch. Mit Betätigen des rechten Sticks kann man das Raumschiff „Phase Shifter“ auf einen von vier Punkten teleportieren. So kann man einer doch mal brenzligen Situation entfliehen und einen Gegner von einer anderen Seite angreifen. Ich habe dieses Feature vornehmlich bei Endgegnern genutzt, was mir das ein oder andere mal den Hintern gerettet hat. Mit einem besseren Leveldesign und Vermeidung der „Safe-Spots“ wäre es auch deutlich mehr zum Tragen gekommen.

Optisch eine überzeugende Präsentation

Manchmal wirds auf dem Bildschirm auch mal unübersichtlich, die Performance stimmt aber weiterhin.

Manchmal wird’s auf dem Bildschirm auch mal unübersichtlich, die Performance stimmt aber weiterhin.

Wenn das Spiel jetzt wenigstens hässlich gewesen wäre, dann könnte man über den Titel schnell hinwegsehen, aber „leider“ ist dem nicht so. Denn optisch macht Solar Shifter EX eine ganz gute Figur. Die Modelle der Raumschiffe sehen detailliert aus und auch die Animationen des Fluges und der Projektile bzw. Laser wissen schon zu überzeugen. Da habe ich gerade in diesem Genre schon echt gruselige Spiele gesehen. Gleiches gilt für die Soundeffekte und sonstige musikalische Untermalung. Es passt alles gut zusammen und ist mir zu keinem Zeitpunkt negativ aufgefallen. Selbst die Sprachausgaben für das Missions-Update wurden ordentlich eingesprochen und entsprechen der Qualität, die man von einem Spiel dieses Genres erwarten kann. Vernachlässigen kann man hier, dass die Sprach-als auch Textausgabe nur auf englisch ist, da man damit relativ wenig in Berührung kommt und es auch nicht wirklich wichtig für das Spiel ist.

Woran Indiespiele gerne mal kranken ist die Performance, da diese einfach nicht so lange und oft poliert werden, wie man es von den großen Produktionen kennt. So ruckeln und stocken auch vermeintlich simple Spiele gerne mal wie Sau. Solar Shifter EX hat diese Probleme weitestgehend nicht. Das Spiel läuft auch bei größeren Gegneraufkommen flüssig und ohne größere wahrnehmbare Beeinträchtigungen.

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Solar Shifter EX
PRÄSENTATION (GRAFIK, SOUND) 68%
GAMEPLAY 51%
Atmosphäre/Story 55%
Spielspaß 51%
56%
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Fast schon ein wenig schade, aus Solar Shifter EX hätte man mehr machen können. Die optische als auch soundtechnische Präsentation stimmt und auch die Performance des Titels ist so wie man es gerne hat. Allerdings zieht das Leveldesign und die schlecht angeordneten Gegner-Choregraphien die Motivation sehr deutlich nach unten. Hat man die sicheren Punkte auf der Karte gefunden, ist die Herausforderung sehr gering. Da hilft auch das zugegeben sehr interessante Feature des Shiftens leider nicht mehr viel.

About The Author

Videospiele-Fan seit vielen Jahren. Alles hat damals mit dem guten alten Game Boy angefangen. Seitdem begleitet mich das Thema, was in einer in meinen Augen ansehnlichen Nintendo Retro-Sammlung endete. Neben dem alten Nintendo-Kram bin ich aber auch seit der ersten Generation der Xbox treu.

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