Homefront: The Revolution – Der Widerstand im Test

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Leider hat die aktuelle Version sehr viele technische Mängel so, dass wir diesen Test als noch nicht abgeschlossen sehen. Wir werden diesen Test nochmal wiederholen und erweitern sobald ein Update die gröbsten technischen Probleme beseitigt und der Spielspaß durch das Spiel nicht permanent beeinträchtigt wird.

„Wir werden kämpfen. Weil es jetzt leichter geworden ist, weil wir daran gewöhnt sind. Aber für euch alle hier ist die Entscheidung schwerer. Wir wollen euch nichts vormachen, dafür ist Krieg zu hässlich. Aber wenn man vor seiner eigenen Haustür kämpft, wenn man für seine Familie kämpft, ist das alles etwas weniger schmerzhaft und es macht auch ein bisschen mehr Sinn. Denn für Die dort, ist es nur ein beliebiger Ort, aber für uns ist es unsere Heimat.“

Homefront5So hat Matt Eckert 2012 am Ende von dem Remake: Red Dawn die neuen Rekruten in die Widerstandsgruppe der Wolverines eingeführt, um das Land den bösen koreanischen Invasoren zu entreißen. Auch bei Homefront: The Revolution kämpfen wir gegen eben jene koreanischen Invasoren, die schon 2011 bei Homefront in Amerika einfielen.

Wobei…nicht ganz. Dambuster Studios und Deep Silver haben nicht die gleiche Story wie 2011 THQ und Kaos Studios bei Homefront genommen, welches sich grundsätzlich mit der Storyidee von Red Dawn deckte, sondern entwickelten eine eigene Idee, die sich zumindest teilweise überschneidet.

Der Storystrang der beiden Spiele verhält sich dabei ein wenig wie das Multiversensystem von DC-Comics oder der Serie Sliders – Es gibt unendlich viele Universen, die eigentlich alle gleich sind. Jede Möglichkeit ist ein eigenes Universum: In dem einen ist Batman der Held, in einem anderen (Erde 3) nennt er sich Owlman und ist ein Superschurke.

Homefront12Im Homefront von 2011 führte Korea die Invasion einfach deshalb durch, weil sie die bösen Invasoren waren und der große böse Feind, der nun mal so etwas macht. In unserem heutigen Homefront: The Revolution hat sich dagegen Amerika gegenüber Korea und der fiktiven Firma APEX, die marktführend im Bereich Technologie- und Waffenentwicklung sind, durch die Aufgaben der Weltpolizei, so hoch verschuldet, dass die Wirtschaft einen Kollaps erlitten hat und die amerikanische Bevölkerung arbeitslos ist und Hunger leidet. Daraufhin hat Korea entschieden dem insolventen amerikanischen Staat das Land zu pfänden. Es aktiviert dafür eine Hintertür in der Technologie, sodass Korea vor einem Angriff Amerikas geschützt wird. Die USA steht nun ohne Technologie und ohne Waffen da. In dieses Amerika hat das vereinigte Korea den Kommunismus gebracht und damit alle Nachteile und Vorteile, wie zum Beispiel das nun die Bevölkerung keinen Hunger mehr leiden muss und 3 warme Mahlzeiten bekommt, die der Staat sich vorher aussucht.

Als Widerstand: C.E.L.L. gefällt uns das Ganze gar nicht und wir kämpfen gegen den nicht so tollen Kommunismus und für unsere verarmte Freiheit, in der wir Hunger und Arbeitslosigkeit hatten.

Freedom

Homefront9Den Kampf führen wir dabei in einer offenen Welt, die in verschiedene Bereiche unterteilt ist: Rot – Zerstörte Stadtteile in denen sich Zivilisten nicht aufhalten dürfen. Sie dienen dem Widerstand auch als Heimatgebiet. Treffe ich hier auf einen Soldaten der KVA (Koreanische Volksarmee) dann schießt dieser zuerst bevor er Fragen stellt. Das hat aber auch den Vorteil, dass ich durchweg mit meiner Waffe offen rumlaufen kann und nicht großartig vorsichtig sein muss.

Gelb – Normale zivile Bereiche. Hier lebt der Großteil der amerikanischen Bevölkerung und die KVA schießt nicht jeden nieder, der nicht bei drei auf den Bäumen ist. Aber dafür hat das seinen Preis, dass ich nicht offen mit meiner Waffe rumlaufen kann.

Grün – Militärwichtige Gebiete der „Norks“ (abwertender Begriff des Widerstands für die Nordkoreaner). Hier befinden sich wichtige Industriegebäude wie Werften oder auch politische Gebäude wie Rathäuser.

Homefront14Diese Gebiete können wir über verschiedene Sendemasten freischalten, was, genau wie das allgemeine Gameplay, sehr an FarCry oder Dying Light erinnert. Sobald wir diese dann freigeschaltet haben sehen wir auf der Karte verschiedene Sammelobjekte wie zum Beispiel Radios, mit denen wir die Bevölkerung in den gelben Zonen aufrufen können sich gegen die Invasoren zu erheben. Des Weiteren liegt es auch an uns wie wir vorgehen. Wir können entweder sehr laut ein Lager der KVA bekämpfen, in dem wir zum Beispiel mit unseren Truppen waffenschwingend dort einfallen, oder wir wählen den lautlosen Weg und schleichen uns in das Gebiet und erledigen die Gegner eher lautlos mit Druckluftpistole oder der Armbrust.

Sollten wir dabei auffliegen, sollten wir aber die Beine in die Hand nehmen. Denn sobald eine Drohne oder ein Gegner uns entdeckt, wird ein Luftschiff alarmiert, welches wiederum weitere Bodentruppen, wie Panzerdrohnen, ruft, sobald es uns mit einem Suchscheinwerfer markiert hat.

Independence

Homefront10Spielerisch ähnelt Homefront: The Revolution schon anhand der Open World und den Sendetürmen an oben genannte Titel. Also man hat, wie schon erklärt, die Open World, die man nach und nach freischaltet in dem man bestimmte Bereiche einnimmt und von Gegnergruppen säubert. Dabei kann man entweder Zeit in die Nebenmissionen investieren oder sich an den Storymissionen entlang hangeln. Dies ist aber nicht das einzige was an die beiden Spiele erinnert.

Auch das Bewegungssystem mit den vielen Kletterpassagen erinnert sehr stark an diese Spiele. Was aber bei Dying Light sehr gut funktioniert hat und wirklich Spaß gemacht hat, frustriert bei Homefront: The Revolution den Spieler nur all zu oft. Bereiche an denen ich hoch klettern könnte sind nicht durchweg erkennbar und generell erkennt das Spiel auch den Befehl auch nur allzu selten. Zusätzlich sieht auch die Animation nicht wirklich hübsch aus. Homefront20Naja – Dafür bleibt uns aber zur Schnellreise ein Motorrad. Hier wird man hoffentlich nicht enttäuscht. Gerade in den roten Gebieten könnte es am meisten Spaß machen, da ich auch durch die zerstörten Lagerhallen brettern kann und nicht nur die Straße, sondern mehrere Ebenen zur Verfügung stehen. Leider spielt sich aber das Motorrad eher wie ein Zug und die Fahrphysik wirkt nicht wie eben jenes Zweirad. Dies haben andere Spiele schon bedeutend besser gemacht und somit begeistert dies auch nicht.

Wenn das Bewegungsmanagement schon nicht gut ist, dann ist aber das Waffensystem bestimmt fantastisch, weil hierauf wurde, wenn man die Ankündigungen verfolgt hat, sehr großer Fokus gelegt. 2011 durften wir beim Vorgänger die Waffen nicht selber modifizieren und so mussten wir die Waffen so aufnehmen wie die KVA-Truppen diese mitgeführt haben. Dabei haben wir aber trotzdem neben den verschiedenen Waffentypen auch viele Gadgets kennengelernt, die sich heute bei den meisten (Taktik-)Shootern als freischaltbares Equipment wiederfinden. So zum Beispiel in Form von Schalldämpfer oder dem Holovisier. Auf eine große Waffenauswahl, wie beim Vorgänger, hat man dagegen leider verzichtet und setzt eher auf ein Universalsystem, das zwar relativ innovativ angekündigt wurde, im Spiel aber doch weniger cool erklärt und vorgestellt wird. Wir dürfen dabei unsere Pistole sowie eine Primärwaffe mitführen. Beide Waffen verfügen dabei über alternative Waffenmodi, die uns recht früh am Anfang durch unseren persönlichen Waffenschmied Cookie vorgestellt werden. Cookie gibt uns unsere erste Pistole, die wir dann auch direkt zu einer Maschinenpistole upgraden dürfen. Durch dieses System, welches sich der Man at Arms ausgedacht hat, können wir aus jeder Waffe zwei andere Waffen bauen. Die Pistole wird dabei entweder zur lautlosen Druckluftpistole oder aber zu der MP.

Homefront15Leider hakt es hier auch an der Logik. Wenn wir aus der Pistole eine MP basteln, dann ziehen wir dafür den Lauf ab und packen ein größeres Magazin rein. Dieses größere Magazin dürfen wir aber nicht ohne den MP-Lauf benutzen, wenn wir wieder auf die Pistole zurück wechseln. Generell wirkt das ganze sehr gekünstelt, was sich auch bei der Armbrust darstellt. Hier hätte man relativ einfach alternative Bolzen wählen können, was durchaus Sinn gemacht hätte. Aber anstatt diesen Weg zu gehen, kann man die Armbrust auch umbauen zu einer Art Schrotgewehr, wo es doch auch unabhängig davon eh noch eine Shotgun gibt.

Zusätzlich zu unseren Hauptwaffen können wir auch auf Zusatzequipment zurückgreifen wie zum Beispiel Minen, Locksender oder Hackmodule, mit denen wir uns verschiedene Daten aneignen oder Türen öffnen können, die gegen unseren Bolzenschneider, der Allroundschlüssel den wir zu Beginn des Spiels bekommen, gesichert sind. Auch finden sich hier weitere Sprengwaffen mit denen wir dann eine wirksame Waffe gegen die KVA haben, falls uns diese nicht nur vereinzelt angreifen, sondern auch mal auf eine Panzerdrohne zurückgreifen.

Resistance

Homefront18Dass das Spiel sehr viel Potential hat, merkt man spätestens im CoOp-Modus. Hier spielen wir, ähnlich wie bei The Division oder Destiny, in einer Gruppe von bis zu vier Personen und dürfen dann eine von sechs Missionen bestreiten, in denen wir nicht respawnen können. Hier setzt man am besten zu Beginn auf den lautlosen Angriff, was auch am meisten Spaß macht, zumindest so lange bis man die Ziele in Sicht hat und man die Hölle herausfordern kann.

Ähnlich wie bei RPG-Spielen haben wir hier auch eigenständige Klassen mit Talentbäumen, die wir nicht über den Singleplayer ausbauen können. Dies ist gerade bei nur sechs Missionen doch eher übertrieben und frustrierend, wenn man diese komplett freischalten möchte. Hier wirkt es so als ob der Modus nur halb fertig wäre und eigentlich das ganze Spiel hätte darstellen können und sollen, nur Aufgrund von Entscheidungen und/oder Geld eingestampft wurde und die Reste sich nun nur noch im Form des Multiplayers wiederfinden. Meine Hoffnung bleibt dennoch, das Deep Silver dieses Potential auch für sich entdeckt und die Missionen ausbaut und man so doch das Potential ein wenig mehr ausschöpft.

Liberty

Homefront6Leider hakt es bei dem Kampf um die Freiheit an einigen Ecken und das nicht nur im Bereich der Steuerung, sondern auch bei der Technik. Zwar sieht die Grafik dank der CryEngine recht solide aus und die Welt erinnert optisch an ein wieder aufgebautes Kriegsgebiet, aber leider ist diese im Großen und Ganzen zu monoton und hässlich, als dass ich mich gerne in dieser Welt bewege oder mich mit der Optik beschäftige.

Auch die Synchronisation ist nicht wirklich gelungen und erinnert eher an einen B-Movie und ist mehr schlecht als recht, obwohl hier auch bekannte Sprecher am Werk waren. Ähnlich Negativ wie die Synchronisation ist auch die KI der Mitstreiter und der Feindsoldaten, so kann der Feind einen sogar sehen, auch wenn man praktisch gar nicht sichtbar ist und durch zum Beispiel eine Mauer geschützt ist.

Größtes Problem ist aber, dass das Spiel mehrere sekundenlang an Speicherpunkten einfriert. Dies gilt dabei nicht nur, wenn man Checkpoints erreicht, sondern auch wenn man den Waffenschrank benutzt oder Quests aufnimmt. Zusätzlich kommen noch kleine Framedrops (Ruckler) dazu, zum Beispiel in Zwischensequenzen in denen das Spiel nicht stabil läuft, was aber für mich noch verkraftbar wäre.

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PRÄSENTATION (GRAFIK, SOUND) 68%
GAMEPLAY 30%
ATMOSPHÄRE/STORY 67%
SPIELSPASS 20%
MULTIPLAYER 70%
51%
Readers Rating 99%
1 votes

Man merkt den mehrmaligen Entwickler- und Lizenzwechsel dem Spiel an. Zum einen hat mich die neue Story rund um Apex und der KVA eher enttäuscht und hatte weniger was von dem patriotischen Gedanken aus dem ersten Homefront und den Red Dawn-Filmen. Ich kann sogar irgendwie Korea verstehen, dass die Amerika übernehmen und dort den Kommunismus bringen. Auch wenn die Waffengewalt etwas übertrieben dargestellt wird und ich dadurch einen Grund für die Rebellion habe. Aber das ist aktuell das kleinere Problem des Spiels. Auch das es keinen Oberbösewicht gibt, kann ich noch verkraften, welcher dem Spiel aber doch recht gut getan hätte, da ich meinen virtuellen Hass und Wut gegen eine virtuelle Person manifestieren könnte. Nein die Technik ist der größte Feind des Spiels. Diese kann gar nicht überzeugen und versagt auf voller Länge. Gameplay fällt dabei in ein bodenloses Loch und zieht den Spielspaß mit sich, da die technischen Mängel mich als Spieler einfach nur frustriert haben.

About The Author

Microsoft MVP for Xbox, Geek, Gamer, Serien- und Filmjunkie, Cocktailian und wenn es sein muss auch Inquisitor. Grade Themen die über den reinen Videospielen drüber sind (der von mir Meta-Ebene genannten Ebene) interessieren mich am meisten. Da drüber hinaus bin ich eine gute Datenbank wenn es um schlechte Filme oder um Zombies geht.

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