Jein – hierzu sollten wir erstmal die Definition von Gamesharing festlegen bzw. ich werde es auf der Grundlage der Microsoftplattform nochmals kurz erklären. Microsoft hat im Rahmen der Veröffentlichung der Xbox One im August 2013 das „Sharing Digital Games and Gold“ am Rande der E3 erklärt und veröffentlicht. Hierzu gibt es 2 Bereiche: Zuhause und Unterwegs.

Gamesharing Zuhause

Hier aktiviert man seine Haupt-/Heim-Konsole und jeder Bewohner hat Zugriff auf deine Spiele und deine Goldvorteile, ohne an deinen Account zu müssen. Man darf Spiele spielen oder auch die Onlinefeatures nutzen, kann aber nicht den Spielstand versauen oder löschen und hat auch keinen Zugriff auf den Account selber, denn der Account wird auf der Konsole gespeichert, Zugangsdaten werden aber nicht weitergegeben.
Es ist auch „egal“ wer Bewohner ist – Also man darf es in einer WG machen, in der man mit niemanden verwandt ist oder auch in der Familienwohnung mit Vater, Mutter, Kind, evtl. Au-Pair-Student(in). Also im Prinzip mit jedem, der im selben Haushalt lebt wie man selbst.

Gamesharing Unterwegs

Unterwegs, zum Beispiel bei Freunden, kann man den Account auch weiter nutzen um dort bei diesen auch seine Goldvorteile zu nutzen oder um auf Spiele zurück zu greifen.

Beispiel: Man geht zu einem Freund, der kein FIFA (hier kann man jedes X beliebige Spiel einsetzen) hat – Man selber besitzt aber die digitale Version von FIFA. Nun darf man sich bei seinem Freund auf der Xbox einloggen, das Spiel runterladen und natürlich auch mit dem Freund spielen. Wenn man sich abmeldet und nach Hause geht, bleiben zwar die Installationsdaten erhalten (wenn man es möchte), aber es besteht keine Lizenz mehr und der Freund kann ohne den Account von „dir“ das Spiel nicht weiterspielen.

Was ist Gamesharing jetzt überhaupt?

Viele Nutzer haben die Funktion zu eigenen Vorteil etwas „anders“ ausgelegt und diese auch missbraucht. Microsoft hat dies zwar in den Terms of Use – den Nutzungsbedingungen / AGB – im juristischen Deutsch / Englisch untersagt, allerdings haben aber viele dies nicht verstanden, da wohl die wenigsten Xbox-User Juristen sind.

Die Funktion wurde und wird in der Form genutzt, dass man nicht seine eigene Konsole als Heim-/Hauptkonsole eingerichtet hat, sondern die des Freundes oder aber das man seine Benutzername und Passwort weitergegeben hat. Als Gegenleistung hat der Freund einem auch die Accountdaten inklusive Passwort gegeben oder die eigene Konsole als Heim-/Hauptkonsole eingerichtet. Teilweise wurde das Sharing aber nicht nur unter Freunden betrieben sondern sogar aktiv in Foren oder in sozialen Netzen angefragt wodurch man die Accountdaten an unbekannte Dritte gegangen sind.

Dies ist im Rahmen der Terms, die man bei der Erstellung des Accounts zugestimmt hat, aber nicht erlaubt und stellt einen Vertragsbruch dar.  Konsequenz aufgrund des Vertragsbruchs war die Sperrung des Accounts, die Sperrung der Konsole und in extremen Fällen kann es sogar zur Anzeige kommen.

Viele Nutzer dieser „Gamesharing“-Funktion haben aber Aufgrund der juristischen und „schlecht“ verständlichen Form, die Augen vor der „Illegalität“ und den Konsequenzen verschlossen, so dass auch über  Konsolen-Generationen hinweg – die Funktion war auch schon auf der Xbox 360 und der PlayStation 3 verfügbar – ein „Mythos“ entstanden ist, dass dies Legal sei. Damit räumt nun Microsoft auf, indem sie auf Ihrer Enforcement Seite niedergeschrieben haben was Marktplatzdiebstahl ist:

Marktplatz-Diebstahl

Marktplatz-Diebstahl ist, wenn jemand bewusst versucht, Microsoft zu betrügen, indem die Xbox-Marktplätze, Einlösecodes, Abonnementcodes oder der Xbox-Kundensupport, beispielsweise Telefonsupport, Xbox Ambassador Chat und Xbox Support Chat, auf unrechtmäßige Weise genutzt werden.

Was sind Beispiele von Marktplatz-Diebstahl

Marktplatz-Diebstahl umfasst, aber ist nicht beschränkt auf, Folgendes:

  • Das unrechtmäßige Beschaffen, Verlangen oder Verwenden von Einlösecodes
  • Das Übertragen von Lizenzen, von einem Konto, das Sie nicht erstellt haben, auf Ihre Konsole
  • Das Nutzen einer Systemstörung oder einer Lücke, um sich einen finanziellen Vorteil zu verschaffen
  • Das Verwenden eines „gemeinsamen“ Kontos, um nicht für Spiele oder Inhalt zu bezahlen
  • Das Kontaktieren des Kundensupports, um zu behaupten, dass ein Code nicht funktioniert, der eingelöst oder weitergegeben wurde
  • Der Versuch, Microsoft oder autorisierte Vertreter zu betrügen
  • Das betrügerische Übertragen von Inhaltslizenzen
  • Die gemeinsame Nutzung von Kontoinformationen
  • Darum bitten, zum Drittanbieter-Abonnement eines anderen Benutzers hinzugefügt zu werden (beispielsweise Netflix oder Hulu), um Einschränkungen oder Zahlungen zu umgehen

Warum ist das Xbox Live Policy & Enforcement Team interessiert?

Andere erstellen Spiele, Videos und anderen Inhalt, den wir Ihnen auf Xbox anbieten möchten. Aus diesem Grund müssen wir die Entwickler und Ersteller schützen, indem wir sicherstellen, dass der Inhalt wie beabsichtigt genutzt wird. Wir bemühen uns, sicherzustellen, dass der gesamte Marktplatz und das Kundensupportsystem wie beabsichtigt genutzt wird.

Welche Strafe kann ich für Marktplatz-Diebstahl erwarten?

Wenn Sie sich an Marktplatz-Diebstahl beteiligen, kann Ihr Konto permanent gesperrt werden. Wiederholte Verletzungen können die Sperrung der Konsole zur Folge haben.

Quelle: https://enforcement.xbox.com/Home/StaySafe#topic6

Enforcement-Team

Das Enforcement-Team ist bei Microsoft die Abteilung die sich um Sperrungen aufgrund von Vertragsbrüchen, Fehlverhalten oder illegaler Aktivitäten kümmert. Dieses Team ist losgelöst vom Marketing und dem Kundensupport und ist nur über das offizielle Xbox Forum erreichbar:

Bei Vergehen auf der Xbox 360: http://forums.xbox.com/xbox_forums/xbox_support/f/41.aspx
Bei Vergehen auf der Xbox One: http://forums.xbox.com/xbox_forums/xbox_support/xbox_one_support/f/4276.aspx

Hiermit sollte nun Klarheit in dem Bereich sein, der Inhaltlich auch auf Sonys AGB / Terms zutrifft – Wir hoffen damit ein wenig mehr Rechtsverständnis schaffen zu können.