Deponia im Test – Hussa jetzt auch auf Konsole

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„Müll. Müll. Noch mehr Müll.“ Der sympathische Rufus, und natürlich sein Abenteuer in Deponia, hat nun auch den Weg auf die PS4 gefunden. Ob der Sprung von PC auf Konsole dem Daedalic Entertainment Klassiker gelungen ist, erfahrt ihr in folgendem Test.

Wenn perfekte Pläne durchkreuzt werden

screens-deponia-ps4-1Wer kennt es nicht? Man hat sein gesamtes, bisheriges Leben auf einer riesigen Müllkippe verbracht. Doch stetig unzufrieden mit der Gesamtsituation, strebt man nun den Traum an, hoch oben über den Wolken ein Leben im erhofften Luxus zu führen. Was im ersten Moment für den ein oder anderen verrückt klingen mag, ist für Rufus nervraubender Alltag. Er möchte hoch hinaus, genauer gesagt nach Elysium – eine schwebende Stadt über der Planetenoberfläche. Rufus wäre aber nicht Rufus, wenn er nicht einen nahezu genialen Plan hätte, den es zu Beginn von Deponia auszuführen gilt. In typischer Point’n’Click Manier müssen wir die Packliste für seinen One-Way-Flug nach Elysium abhaken, um uns daraufhin auf einen Organon-Kreuzer Richtung Elysium zu befördern.

Nun war dieser Plan leider auch nur nahezu perfekt. Gerade erst auf diesem Kreuzerscreens-deponia-ps4-7 gelandet, werden wir Zeuge wie eine rothaarige Schönheit belästigt wird. Rufus‘ Retterinstinkt – und nicht zuletzt auch seine Tollpatschigkeit – sorgen jedoch dafür, dass sowohl die Frau – auch Goal genannt – als auch Rufus selbst im hohen Bogen von diesem Organon-Kreuzer fallen. Während Rufus den Sturz unbeschadet übersteht und sich über seine viel zu kurze Deponia-Abstinenz ärgert, scheint es Goal wesentlich schlechter zu gehen. Sie liegt unbewusst im Rathaus, während die Bewohner Deponias sich schon den Mund zerreißen, wer sie bei sich aufnehmen darf. Nun gilt es ihr und Deponia klarzumachen, wer der wahre „Retter“ Goals ist, und sie auf schnellstem Wege wieder nach Elysium zu bringen. Dabei stehen uns jedoch einige recht knifflige Rätsel und Herausforderungen im Wege, für die man schon ein gewitztes Genie sein muss, oder zumindest gut um die Ecke denken können sollte.

Eine LKW-Ladung Humor, bitte.

Wscreens-deponia-ps4-2as wäre Deponia nur ohne die zahlreichen Wortwitze und Nebencharaktere? Das Grundgerüst der Story – Mann rettet hilflose Frau – ist im Prinzip nichts besonderes. Doch die Welt, der Humor, die Rätsel und sogar die kleinen Minispiele machen Deponia zu einem Fest für Adventure-Fans. Und auch wenn Rufus der Star der Geschichte ist, hat jeder einzelne Nebencharakter einen ähnlichen Stellenwert, was Witz und Charme betrifft. Hier fließt viel Liebe und Vielfalt in das Charakterdesign, um jeden einzigartig abgedreht darzustellen.

Rufus‘ Interaktion mit Gegenständen und seine Sprüche zu eben diesen haben mich oftmals laut auflachen lassen. Aber insbesondere bei den Dialogen wie beispielsweise zwischen Rufus und Lotti – der Empfangsdame des Rathauses – war die Lachdichte am höchsten. Jedoch ist die Story an manchen Stellen etwas langatmig, was nicht zuletzt dadurch beeinflusst wird, wie schnell man die Rätsel lösen kann. Die letzten Stunden des Spiels vergehen hingegen wie im Fluge und das recht offene Ende animiert einen dazu, ohne Pause den nächsten Teil zu starten.

Point’n’Click’n’Run

screens-deponia-ps4-4Die bereits angesprochenen Rätsel lösen wir, indem wir Point’n’Click-typisch allerhand nützlich erscheinende Gegenstände aufsammeln und diese in unserem Inventar miteinander kombinieren. Aber Point’n’Click auf der Konsole ohne Maus, funktioniert das? Mit dem Konsolendebut wurde auch die Steuerung komplett überarbeitet. Wir können uns zum einen mithilfe der Schultertasten durch die verschiedenen Interaktionsmöglichkeiten klicken oder aber diese mit den Analogsticks direkt anvisieren. Die erstere Option wurde jedoch von mir deutlich häufiger genutzt. Sie scheint im ersten Moment vielleicht zeitintensiver, aber dadurch entgingen mir keine noch so kleinen und versteckten Gegenstände. Die Auswahl mit den Analogsticks war widerum an einigen Stellen ungenau – beispielsweise wenn mehrere Interaktionsmöglichkeiten nah beieinander lagen.

Erstmals können wir Rufus auch direkt steuern. So brauchen wir unser Wunschziel nicht erst mühselig auswählen, sondern können ihn mit den Analogsticks direkt dorthin bewegen. Hier schlich sich jedoch auch einige Male die Ungenauigkeit ein. Bei zwei benachbarten Türen war es schwierig die zu treffen, durch die man wollte. Abgesehen davon war die Idee, Rufus jetzt auch bewegen zu können, eine schöne Neuerung, selbst für eingefleischte Deponia-Spieler.

Liebe zum Detail

screens-deponia-ps4-5Auch in Sachen Grafik und Musik weiß Deponia mit Detailverliebtheit zu glänzen. Die handgezeichnete Spielwelt projiziert seinen ganz persönlichen Charme an den Spieler. Die animierten Zwischensequenzen machen die Welt und die dargestellten Figuren noch realistischer und liebenswerter. Auch die relativ reduzierte Farbpalette – hauptsächlich Orange- und Grüntöne – wird unterstützend zur Story eingesetzt, was den meisten Spielern jedoch nur unterbewusst deutlich wird. Eine mögliche Interpretation wäre, dass alles das wofür Deponia steht – Einfachheit, Ruhe … – vorwiegend in Orangetönen illustriert wird, alles im Bezug auf Elysium in Grüntönen.

Einfachheit spielt auch in der Musik eine Rolle. Passend zu Deponia wird in den instrumentalen Stücken das Ensemble mit Klängen von Müll – à la Stomp – untermalt. Zwischen den Kapiteln fasst Poki mit seiner Akustikgitarre das Geschehene in eingängigen Strophen für den Spieler zusammen und leitet daraufhin in die nächsten Passage ein.

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Deponia
Präsentation (Grafik, Sound) 90%
Gameplay 75%
Atmosphäre 89%
Spielspaß 85%
84%
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Nun kommen auch die Konsolenspieler in den Genuss des abgedreht lustigen Point'n'Click Adventures Deponia. Die Spielwelt rund um Protagonist Rufus ist vollgepackt mit Slapstick-Humor und (schön) schrägen Figuren. Die Rätsel und Minispiele sind an einigen Stellen wirklich knifflig und regen dazu an, um die Ecke zu denken. Frust kommt selten auf, dafür sorgen alleine schon die wunderbar geschriebenen Mono- und Dialoge. Wer die simple Bedienung der Point'n'Click Spiele auf dem PC verinnerlicht hat, braucht in der Konsolenumsetzung etwas Zeit, um die ungewohnte Steuerung zu verinnerlichen. Es hackelt hier und da noch an der Genauigkeit, aber Rufus jetzt selbst steuern zu können macht die Spielerfahrung umso interessanter, selbst für Deponia-Veteranen.

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About The Author

Seitdem ich 4 Jahre alt bin, habe ich die Faszination an Videospielen nie verloren. Man findet mich vor allem in (Online-)RPGs, FPS, MOBA oder Rennspielen wieder. Nebenbei werde ich als Pixelschubserin ausgebildet und konsumiere exzessiv jegliche Art von Filmen, Serien und Comics.

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