Preview: We Happy Few im Early Access Test – Bioshock meets Equilibrium

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Als letztes Jahr während der Gamescom die ersten Trailer zu We Happy Few gezeigt wurden, war mir klar, dass ich mir dieses Survival-Spiel von Compulsion Games nicht entgehen lassen möchte. In diesem Test der Early Access Version des Spiels erfahrt ihr, warum ihr trotzdem bis zum fertigen Release des Spiels warten solltet.

Alle sind sie auf Drogen

Screens-WeHappyFew-PC_14In der Welt von We Happy Few dreht sich alles um die Droge Joy. Diese hilft den Bewohnern von Wellington Wells den Schmerz zu verdrängen, als die Deutschen England während des zweiten Weltkriegs erfolgreich besetzt haben. Die Joy-Droge verpasst allen Bewohnern ein scheinheiliges Lächeln hinter einer weißen Maske. In einem retro-futuristischen, alternativen England aus den 60er Jahren versuchen sogenannte Downer dieser drogengesteuerten Gesellschaft zu entkommen und dabei nicht aufzufallen. Falls ihr pessimistischer Gemütszustand doch für Aufsehen sorgt, werden sie einfach an den Rand der Stadt verfrachtet. Und genau dort befinden wir uns zu Beginn der Alpha.

Wir spielen den Downer Arthur Hastings. In dem Intro, der bereits auf der diesjährigen E3 gezeigt wurde, bekommen wir einen kurzen Einblick über seine Vergangenheit und seine Motivation. Scheinbar hindern ihn Screens-WeHappyFew-PC_1Ereignisse rund um seinen Bruder daran, seine Joy-Pillen zu nehmen. Er möchte die Vergangenheit nicht vergessen. Als wir jedoch als Downer auffliegen und jeglicher Fluchtversuch scheitert, landen wir schnurstracks im heruntergekommenen Teil der Stadt – dort wo sich Downer in Scharen sammeln.

Wir müssen versuchen zu fliehen. Doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht. Das Absolvieren von Haupt- und Nebenquests belohnt uns mit Hinweisen, die uns Zugang zu der Joy-verseuchten Welt verschaffen können. Dort wollen wir aber nur hin, um weitere Hinweise für eine mögliche Flucht aus Wellington Wells zu sammeln. Genaueres über Arthurs Vergangenheit erfahren wir jedoch nicht. Da müssen wir uns noch bis zum Release der Vollversion gedulden. Dort können wir dann neben Arthur noch zwei weitere Charaktere und deren Storys durchspielen.

Survival mit Luft nach oben

Screens-WeHappyFew-PC_4Neben der ständigen Suche nach Hinweisen müssen wir darauf achten genug zu trinken, zu essen und ab und zu auch für ein paar Stunden in einem sicheren Bett zu schlafen. All das finden wir beispielsweise in Mülleimern, Telefonzellen oder Häusern. Bei letzterem war die Hoffnung groß, dass man in der Umgebung, die zu 90% aus Häusern besteht, jedes einzelne betreten und erforschen kann. Diese wurde durch einen Großteil an verbarrikadierten Häusern direkt wieder zunichte gemacht. Die Häuser, die wir dann doch durchsuchen dürfen, sind vor allem abends hell erleuchtet. Für Suchfaule ist das vielleicht ganz praktisch. Für den Open World verwöhnten Spieler wie mich verliert das Erforschen hier seinen Reiz.

Abgesehen davon sind unter unseren ersten Funden auch Handwerkskomponenten. Crafting ist auch in We Happy Few ein Thema. Dabei sind manche Komponenten wichtiger, als andere. Für einige Quests benötigt man jedoch speziellesScreens-WeHappyFew-PC_12 Werkzeug, welches man in der Umgebung so nicht finden kann. Die dafür notwendigen Komponenten müssen mühsam zusammengesucht werden.

Wer den Survival-Aspekt vollends ausreizen möchte, spielt We Happy Few am besten mit Permadeath. Wenn dein Charakter stirbt, verlierst du auch deinen bis dahin erreichten Spielstand. Und das passiert zu Beginn des Spiels noch recht häufig – sei es durch Hunger, Durst oder weil andere Downer gerne ihren Frust mit Gewalt an dir auslassen. Im weiteren Spielverlauf hat man jedoch seine Orte für Wasser und Essen gefunden, weiß wann man gegen Downer kämpfen sollte oder wann man besser flüchtet und kann sich fortan auf Wichtigeres konzentrieren.

Work in Progress

Screens-WeHappyFew-PC_5Die Welt von We Happy Few wird bewusst nicht fotorealistisch dargestellt. Der fast schon comichafte Stil, ähnlich wie in Dishonored oder Bioshock, unterstützt dabei die surreale Story. Und auch wenn die Charaktermodelle alle ähnlich aussehen – fast schon Klone – macht das im Hinblick auf die Hintergrundgeschichte durchaus Sinn und stört mich persönlich überhaupt nicht. Auch sind zum Zeitpunkt des Tests Bewegungen des Charakters und der NPCs nicht vollständig. Da kann es schonmal passieren, dass Arthur über ein Hindernis zu schweben scheint. Ähnlich amüsant: Wenn man Gegner erwürgt oder verhauen hat, zappeln sie noch einige Zeit unkontrolliert auf dem Boden herum. Die Alpha zeigt also noch nicht das volle Potenzial der Grafik und auch die noch häufig auftretenden Bugs werden sich hoffentlich mit dem Release der Vollversion ändern. Der Sound wiederum klingt bereits in der Alpha sehr atmosphärisch. Die Musik wird dramatischer, sobald sich Arthur in Gefahr begibt und hypnotisierend fröhlich, wenn er vollgedröhnt mit Joy durch die Straßen schlendert.

Fazit:

Der Look und die Story von We Happy Few erinnert einen in gewisser Weise an Bioshock und Equilibrium mit einer Prise Clockwork Orange. Viel Potenzial für ein interessantes und gutes Spiel also. Doch davon sehen wir in der Alpha noch kaum etwas. Mit dem kleinen Einblick in Arthur Hastings Leben lässt sich nur grob erahnen, wie die Reise in der Vollversion weitergeht. Momentan ist alles noch Meckern auf hohem Niveau, denn das Spiel befindet sich schließlich noch in der Alpha-Phase. Die Hintergrundgeschichte fesselt mich jedoch weiterhin und auch die Survival-Elemente, bis auf ein paar Ausnahmen, sind meiner Meinung nach gut gelöst. Dennoch bietet das Spiel momentan zu wenig Content, um den Preis zu rechtfertigen. Wer trotzdem erste Gehversuche in Wellington Wells startet und den Entwicklern bei der Verbesserung des Spiels helfen möchte, holt sich We Happy Few jetzt schon im Early Access.

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About The Author

Seitdem ich 4 Jahre alt bin, habe ich die Faszination an Videospielen nie verloren. Man findet mich vor allem in (Online-)RPGs, FPS, MOBA oder Rennspielen wieder. Nebenbei werde ich als Pixelschubserin ausgebildet und konsumiere exzessiv jegliche Art von Filmen, Serien und Comics.

3 Kommentare on "Preview: We Happy Few im Early Access Test – Bioshock meets Equilibrium"

  1. Aeon

    Au contraire! Das Spiel und dessen Setting orientiert sich ganz klar an Aldous Huxley´s Roman Brave New World, weniger an Burgess´ Meilenstein Clockwork Orange. Eine Welt, in der die „normalen“ Menschen funktionstüchtig und chemisch mithilfe einer staatlich verordenten Droge („Joy“/“Soma“) glücklich gehalten werden und die „Nichtuser“ als Dissidenten bzw. als Feinde angesehen…übrigens lässt sich der Einfluss von Brave New World auch auf Filme wie Equilibrum nicht bestreiten. Auf die ziemlich alberne, dafür aber stylische „Gunkata“ ist der Equilibrum-Storybookwriter wenigstens alleine gekommen…;)

    Bei aller Meinungsverschiedenheit: auch ich erwarte mir von diesem Titel einiges. Nachdem ich gerade gestern das neue Deus Ex: Mankind Divided beendet habe und gleich mit Run 2 als NewGame+ losgelegte, bin ich von dystopischen Spielewelten, die hinter der Hochglanzfassade Schmutz, Deprivation und Abgründe aufzeigen, immer noch nicht übersättigt. We Happy Few könnte, wenn es nicht zu einem nach Schema F gestrickten Baller- oder Prügelspielchen wird, in eine wenig bestezte Nische schlagen und bei entsprechender Qualität des Spieles durchaus eine grössere Fangemeinde ergattern.

    Das ganze Setting liest sich jedenfalls sehr interessant und wenn man es fertigbringt, die Spielwelt glaubhaft darzustellen, die Spielmechanik (Stealth/Action/etc.) flott von der Hand geht und die Story fesselnd präsentiert wird, dann könnte hier ein Überraschungshit lauern. Leider werden solche Spiele von der Masse kaum gewürdigt, ein ähnlich freakiges, aber von der Masse verschmähtes Spiel war z.B. Remember Me, das in eine ähnliche Richtung ging, aber in den Regalen versauerte.

    Für We Happy Few würde ich mir wünschen, daß es kein „Spiel“ wird, sondern eine Erfahrung; das Setting würde jedenfalls zum Durchbrechen der Vierten Wand einladen. Hoffen wir also, daß die Entwickler mit WHF einen Titel bauen, der mal wieder etwas abseits des Massenmarktes positioniert ist, aber eventuell auch das Zeug hat, sich ein Stück vom grossen Massenmarktkuchen abschneiden zu können.

  2. Malveon

    Es überhaupt mit Bioschock zu Vergleichen verdient ja eigentlich schon fast einen dezenten Klaps auf den Hinterkopf… eigentlich viel eher als ich das hier zugeben möchte. We Happy Few ist ein weiteres EA-Spiel bei dem der Käufer sich ganz schnell bestohlen fühlen sollte. Neuste Heme der Entwickler. Das Spiel ist nicht mal Ansatzweise in einer Phase die sich Alpha schimpfen dürfte aber die DEV’S die kümmert das nicht. Die fahren für das Geld der Käufer mal wieder lieber in den Urlaub. Dieses mal nach Boston zum St. Patricks Day zum Feiern. Und da soll man sich nicht beschissen fühlen? Es ist ja noch nicht mal das erste mal das sie so was machen. Seit nunmehr einem halben Jahr gibt es das Spiel auf Steam in EA. Patches? Einer der eine Aufzählung wert ist. Der Rest waren Patchen in der Kbit-Größe mit zweistelligem Bereich. Von den Entwicklern gibt es zweimal im Monat einen kleinen Auszug mit hübschen Bildern und einem kurzen (zumeist zwischen 30 Sekunden und 2 Minuten langen) YT-Video wo man sehen darf das sie einer Figur das laufen beibringen. Also weniger das Laufen als mehr „Schaut so setzt sie sich hin und so sieht es aus wenn der NPC jetzt schneller läuft.“ Das war es dann auch schon. Anbei wird dann meistens noch gemeldet WO die Dev’s gerade sind. Inspirationsreise nach Frankreich oder England oder sonst wohin. Wieder und wieder und wieder und wieder, erhält der Käufer oder die Käuferin auf diese Weise eine Ladung aus dem Allerwertesten der DEV’s als Neuigkeit hingeworfen. Schlimm ist nur das die Fanboys es feiern. Ich habe ja auch kein Problem damit wenn sich Entwickler Zeit nehmen um ein Spiel zu produzieren. Aber DASHIER! ist lächerlich.

    Achja und zum Spiel gibt es noch weit weniger zu sagen. Die Story ist bisher bestenfals Lahm. Die Gegend extrem Statisch. Betteln NPC’s wollen nur wichtige Sache. Gibt man sie ihnen nicht so kommt man damit nur im ersten Bezirk durch. Im Zweiten wird man dann gleich mal deftig zusammengeschlagen. Waffen? Vergesst es. Produktion unnötig schwierig und Materialaufwendig gehalten und zu 90% nur einmalig benutztbar. Ein tolles Gefühl also wenn man 3 Stunden lang nach Einzelteilen gesucht hat und dann die Granate einem Polizisten an den Kopf wirft. Der liegt dann so für 5 Minuten am Boden. Genug Zeit also sich zu überlegen wie man mit seinen 4 Kollegen fertig wird. Wofür das ganze? Am Ende rennt man durch ein kleines, versuchtes Areal, klettert in ein altes Haus und paddelt mit dem Spaten durch einen Abwasserkanal. Warum man sich da nicht gleich einfach im ersten Areal ein Boot baut und damit abhaut bleibt die (un)lustige Frage.

    • Hi Malveon,
      die Diskussionen: „Muss ein Early Access-Titel regelmäßig neuen Content beinhalten?“ und wenn: „Ja“ – „Wieviel und in welchen Zeitabschnitten muss dieser kommen?“ haben wir auch in unserer Redaktion geführt und fanden bei „We Happy Few“ die Entwicklungsgeschwindigkeit, insbesondere im Vergleich zu manch anderen Spielen, zum Beispiel Everspace, auch zu langsam.
      Aber ein paar Punkte an deiner Kritik finde ich trotzdem „irritierend“ bzw. „falsch“.
      Zum einen „Die fahren für das Geld der Käufer mal wieder lieber in den Urlaub.“
      Grundsätzlich gebe ich dir Recht das es schön wäre, wenn bald „We Happy Few“ fertiggestellt wird und man gibt bei Early Access-Titeln, ähnlich wie bei Vorbestellungen oder auch wenn man Season Pässe vor Release, den Entwicklern Vorschusslorbeeren und auch entsprechend Geld. Aber ich finde nicht das du oder jemand anderes (mich eingeschlossen) den Entwicklern nun im Großen und Ganzen vorschreiben darf, was die mit dem Geld machen dürfen / müssen.
      Stell dir vor du arbeitest im Einzelhandel und der Kunde schreibt dir, dem Verkäufer vor was du mit dem Geld machen sollst, was der Kunde bezahlt. Oder auch nur wenn dein Chef dir am Ende des Monats sagt: „Mit dem nächsten Gehalt darfst du keinen Urlaub machen“.
      Aber zum anderen die Kritik an dem Spiel selber. Du kritisierst das die Story Lahm ist, das man noch nicht so viel machen kann und dass es im Ganzen nicht fertig wirkt obwohl du schon im ersten Abschnitt schon sagtest das es sich noch lange nicht den Status „Fertig/Gold“ an die Brust stecken kann. Daher ist die Kritik, in meinen Augen nicht richtig, weil die Info: „Es ist noch lange nicht fertig“ ja auch nicht überraschend kommt.

      Bzgl des Vergleich zu Bioshock: Auch, wenn dir der Vergleich nicht gefällt, insbesondere Optisch erinnert das Spiel schon an Bioshock. Dazu kommt der Storyaspekt von einer Distopie die einen gewissen Sektencharakter hat. Natürlich ist es kein Bioshock 4 und es macht einiges anders, aber trotzdem hat es Punkte die schon an Bioshock erinnern.

      Letzten Endes muss jeder selber entscheiden ob er ein Spiel im Early Access kauft und spielen möchte. Wir geben deswegen auch keine abschließenden Wertungen bei solchen Previews ab, egal ob wir die Spiele auf einem Event, im Early Access oder in der PC-Version antesten durften und warten mit unserer Wertung auf die Konsolenversion, weil wir auch nicht abschätzen können ob nun das kommt, was wir interpretieren und gut finden, oder ob sich die Entwicklung des Spiels in eine andere Richtung dreht.

      Beste Grüße
      Christoph

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