Ubisoft startet Groß-Reset: Fünf Creative Houses und sechs Streichungen

Ubisoft startet Groß-Reset - Fünf Creative Houses und sechs Streichungen

Ubisoft stellt seine Organisation neu auf und bündelt Entwicklung sowie Publishing künftig in fünf „Creative Houses“.

Der Publisher will damit schneller entscheiden, Kosten drücken und sich wieder stärker auf große Marken fokussieren – betroffen ist auch das Prince-of-Persia-Sands-of-Time-Remake, zu dem bei uns zuletzt noch ein Leak Thema war: Sands of Time-Remake PS5-Gameplay

Was Ubisoft mit den fünf Creative Houses erreichen will

Statt eines zentralen Modells setzt Ubisoft auf fünf integrierte Einheiten, die jeweils ein Genre- und Markenpaket verantworten – von der kreativen Richtung bis zur Vermarktung. Für Spieler klingt das nach Business, ist aber wichtig: Wenn Teams Budget und Zeitpläne selbst „besitzen“, werden Prioritäten oft schneller und härter gesetzt.

Die Häuser sind grob nach Spieltypen zugeschnitten. Ein „Vantage“-Block soll die größten Franchises wie Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six als dauerhafte Top-Marken ausbauen.

Andere Einheiten decken Shooter-Marken (u. a. The Division, Ghost Recon, Splinter Cell), ausgewählte Live-Erfahrungen (z. B. For Honor, The Crew, Skull & Bones) und narrative Fantasy-Universen (u. a. Anno, Rayman, Prince of Persia, Beyond Good & Evil) ab – plus ein Haus für Casual- und Family-Games.

Dazu kommt ein klarer Technik-Fokus: Ubisoft spricht von Investitionen in „cutting-edge technology“ und nennt ausdrücklich spielerbezogene GenAI-Ansätze. Gleichzeitig sollen die Creative Houses finanziell stärker verantwortlich sein – inklusive Zielgrößen wie Spielerbindung und langfristigem Wert.

Sechs Spiele gestrichen, sieben verschoben: Was jetzt wackelt

Ubisoft stellt 6 Spiele ein und gibt 7 Projekten mehr Entwicklungszeit, um interne Qualitäts-Benchmarks zu erreichen und langfristig „mehr Wert“ aus großen Marken zu ziehen. Das prominenteste Opfer ist das Sands-of-Time-Remake – dazu kommen vier bislang unangekündigte Titel (darunter neue IPs) sowie ein Mobile-Projekt.

Für Spieler bedeutet das kurzfristig: Release-Pläne werden dünner und unberechenbarer, dafür sinkt zumindest die Chance, dass Titel „zu früh“ raus müssen. Ein unangekündigtes Spiel, das ursprünglich für das laufende Geschäftsjahr eingeplant war, rutscht laut Ubisoft ins nächste Jahr.

Auch organisatorisch wird es spürbar. Ubisoft will Studios selektiv schließen und Umstrukturierungen fortsetzen. Genannt werden unter anderem die bereits bekannten Schließungen (Halifax Mobile und Stockholm) sowie Umbauten bei Abu Dhabi, RedLynx und Massive.

Für Live-Service-Fans kann das direkte Folgen für Roadmaps und Support-Zyklen haben – zuletzt war bei Ubisoft-Titeln ohnehin viel Unruhe drin, etwa rund um Siege X nach dem Hack.

Was der Umbau für Spieler bedeutet und wann es losgeht

Der Zeitplan ist klar: Der neue Betrieb startet Anfang April. Ab dann sollen die Creative Houses operativ laufen, flankiert von einem „Creative Network“ (gemeinsame Entwicklungsressourcen) und zentralen Core Services wie QA, Lokalisierung und Online-Services.

Ubisoft stellt außerdem auf mehr Präsenzarbeit um: fünf Tage pro Woche vor Ort, ergänzt um ein jährliches Kontingent fürs Homeoffice. Der Konzern argumentiert mit besserer Zusammenarbeit – für Außenstehende ist das auch ein Hinweis, wie konsequent Ubisoft jetzt Produktionsdisziplin durchziehen will.

Unterm Strich ist es ein harter Schnitt: weniger Projekte, mehr Fokus auf Open-World-Abenteuer und GaaS-native Marken. Ob daraus die erhoffte Qualitätswende wird, entscheidet sich daran, wie schnell die neuen Häuser wirklich liefern – und ob die verschobenen Titel am Ende spürbar runder werden.