The Walking Dead: Season 3 – A New Frontier im Test

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Home sweet Home – Die für Telltale wohl erfolgreichste Reihe ist zurück: The Walking Dead und wir dürfen wieder in die Welt von Robert Kirkman abdriften. In eine Dystopie, in der wir auf Zombies treffen, Kannibalen, Räubern und Wegelagerern, aber auch auf Helden und Heldinnen, die nicht die Hoffnung verloren haben und versuchen immer noch „gut“ zu sein und Gutes zu tun. Der Großteil der menschlichen Figuren sind aber einfach nur Menschen, Menschen mit all ihren Fehlern, aber auch ihren Stärken. Einer dieser Charaktere sind wir: Javier „Javi“ Garcia.

Etwas Altes und etwas Neues

Wir starten bei der dritten Season nicht dort wo die zweite Season aufgehört hat, sondern in der Zeitlinie früher, viel früher, um genau zu sein am Anfang der Zombie-Apokalypse, als noch nicht das Ausmaß klar ist. Hier werden auch die neuen Hauptprotagonisten dieser Season eingeführt: Javier, ein ehemaliger Baseballspieler, sowie die Familie rund um seinen Bruder David. Schnell werden wir aber von der Katastrophe und den Zombies eingeholt und in das „Jetzt“ von The Walking Dead katapultiert, in die Zeit in der Rick Grimes, Carl und Michonne auch sind, vier Jahre nach dem Ausbruch und trotzdem dürfen wir den Anfang des Leidensweges von Jarvi in Form von Flashbacks miterleben.

Die Flashbacks machen dabei aber nur einen kleinen Teil des Spiels aus und sind nicht vergleichbar mit der ersten Season von The Walking Dead, in der wir Lee Everett spielten, der die kleine Clementine, ein acht jähriges Mädchen beschützte. Dieses kleine Mädchen ist in den vier Jahren zu einem Teenager herangewachsen und ist mit 13 in dieser Welt erwachsener als manch ein Erwachsener heute. Dies hatte man aber schon in der zweiten Season von The Walking Dead von Telltale gemerkt, da sie hier die Protagonistin war. Und so treffen wir in der dritten Season nicht auf ein Mädchen, das wir irgendwie beschützen müssen oder das den Schutz der Gruppe braucht. Nein, wir treffen auf eine taffe 13-jährige, die uns zeigt wo es langgeht und irgendwie fängt es hier auch an schwierig zu werden, nicht wegen Clementine, sondern weil sich neue Strukturen in so einer Welt bilden. Städte, die unabhängig sind und sich durch die Gemeinschaft in einer Zombie-Apokalypse gebildet haben. Gruppierungen, die an die Macht kommen, geführt von Personen, die vor nichts zurückschrecken. Und die große Suche nach Lebensmitteln, Waffen und Benzin, um immer auf der Hut vor den wandelnden Toten zu sein.

Ich mach mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt

Die Welt wirkt dabei leider nicht sehr konsistent. Vielleicht liegt es daran, dass ich anders handeln würde, aber die neuen Figuren handeln weniger als hätten sie vier Jahre in einer Zombie-Apokalypse überlebt, sondern als ob diese Katastrophe erst einige Tage her ist und man immer noch Hoffnung auf Rettung haben könnte. Auch nachdem sich, innerhalb der spielbaren Story, einige Schicksalsschläge ereignen, handeln die Figuren, insbesondere unser Protagonist Jarvi, immer noch sehr emotionslos. Wir können zwar, je nach Antwort, ein paar Gefühle aus ihm rauskitzeln, es wirkt aber sehr oberflächlich, was mir rückblickend bei den anderen The Walking Dead Seasons nicht so aufgefallen ist.

Comics ist die Parole

Eigentlich wurde im Vorfeld gesagt: „Wer The Walking Dead Season 3 – A New Frontier spielen möchte, muss nicht zwingend die vorherigen Seasons gespielt haben“ und ich muss hier sagen: NEIN – The Walking Dead Season 3 startet zwar nicht da, wo die Season 2 endet, trotzdem greift man, insbesondere durch Clementine, die man innerhalb der ersten Episode auch wieder trifft, auf Erfahrungen aus den ersten beiden Spielen zurück. Wer diese nicht hat, für den ist das Spiel vergleichbar, wie wenn man eine zusammenhängende Serie erst ab der dritten Staffel anguckt. Auch wer die TV-Serie als Referenz zu den Spielen nimmt, wird vielleicht enttäuscht sein. Das Spiel orientiert sich nicht an der TV-Serie, sondern an den Comics. Dies hat man schon 2012 gemerkt, als die erste Season von dem Telltale-Game an den Start ging, weil hier Figuren gezeigt wurden, die den Comicvorlagen von Robert Kirkman’s The Walking Dead entsprechen und weniger den TV-Serien-Versionen. In der dritten Season ist dies nicht anders und wir treffen auch wieder auf Figuren aus dem Comic-Universum, die wir zwar auch aus der Realserie kennen, die aber trotzdem anders aussehen und leicht anders handeln.

Heilige Grafik-Engine

Während bei der Batman-Adaption von Telltale sich irgendwie sehr viele Probleme eingeschlichen hatten, zum Beispiel in der Form von englischen Texten im deutschen Untertitel oder Rucklern an vielen Stellen, so hatte ich bei The Walking Dead Season 3 – A New Frontier nur an einer Stelle einen Grafikfehler. Ruckler habe ich keine bemerkt, was im Vergleich zu den letzten Telltale-Games, die ich spielen durfte, eine wirklich große Überraschung ist und auch die Übersetzungsfehler blieben aus.

Spieltechnisch hat sich aber nicht viel geändert. Telltale bleibt sich treu und so ist auch dieses Spiel vorrangig für interaktive Comicfans ein Genuss und dürfte bei Spielern, die ein „richtiges“ Spiel erwarten, Frust erzeugen. Die Grafik, die sich an den Comic-Vorlagen orientiert, macht dies nochmal deutlicher.

Besonders gut gefällt mir mittlerweile das „Crowd Play“-Feature. Dieses Feature erlaubt es uns mit Freunden gemeinsam das Spiel auf der Couch zu spielen. Einer übernimmt dabei den Controller und erfüllt die Quick Time Events, die Freunde, die das Spiel miterleben wollen, können per Smartphone über die Entscheidung, die man im Spiel machen muss, abstimmen.

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The Walking Dead: Season 3 – A New Frontier
PRÄSENTATION (GRAFIK, SOUND) 79%
GAMEPLAY 81%
ATMOSPHÄRE/STORY 75%
SPIELSPASS 77%
78%
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The Walking Dead Season 3 ist für mich bisher die schwächste Season. Fehler in der Steuerung und in der Engine kann ich noch verzeihen. Fehler in Story oder im Verhalten von Charakteren finde ich dagegen sehr schlimm. Trotzdem hatte ich Spaß bei den bisherigen Episoden der dritten Season. Ich bin auch begeistert von dem Episodenformat. Eine Episode am Abend ersetzt einen Tatort oder zwei Folgen einer Serie auf Netflix. Es fordert mich weniger als einige Runden Rainbow 6 Siege, fesselt mich aber dennoch an den Fernseher. Wer die vorherigen Seasons gespielt hat, der sollte auch hier wieder zuschlagen, weil es sich lohnt. Wer dagegen mit der Season einen Einstieg in die Welt sucht, dem möchte ich abraten und eher empfehlen mit der ersten Season anzufangen.

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About The Author

Microsoft MVP for Xbox, Geek, Gamer, Serien- und Filmjunkie, Cocktailian und wenn es sein muss auch Inquisitor. Grade Themen die über den reinen Videospielen drüber sind (der von mir Meta-Ebene genannten Ebene) interessieren mich am meisten. Da drüber hinaus bin ich eine gute Datenbank wenn es um schlechte Filme oder um Zombies geht.

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