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Take-Two-CEO: Warum Zelnick Gaming klar Richtung PC verschiebt

"Gaming bewegt sich Richtung PC" - mit diesem Satz hat Take-Two-CEO Strauss Zelnick in einem neuen TV-Interview eine Diskussion losgetreten, die weit über GTA 6 hinausgeht. Er zeichnet ein Bild einer Branche, die sich…

Take-Two-CEO - Warum Zelnick Gaming klar Richtung PC verschiebt
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„Gaming bewegt sich Richtung PC“ – mit diesem Satz hat Take-Two-CEO Strauss Zelnick in einem neuen TV-Interview eine Diskussion losgetreten, die weit über GTA 6 hinausgeht.

Er zeichnet ein Bild einer Branche, die sich von geschlossenen Konsolen-Ökosystemen löst und langfristig auf offene Systeme, PC-Hardware und flexible Geschäftsmodelle setzt – ohne die klassische Konsole komplett abzuschreiben.

Für uns ist das vor allem deshalb spannend, weil wir Zelnicks Aussagen vor dem Hintergrund der GTA-6-Verschiebung auf den 19. November 2026 und der turbulenten Take-Two-Aktienstory nach der Verzögerung lesen müssen. Was wie eine nüchterne Marktanalyse klingt, ist in Wahrheit auch ein Ausblick darauf, wo Rockstar, 2K und Co. ihre nächsten Milliarden verdienen wollen.

Was Strauss Zelnick wirklich mit „Gaming bewegt sich Richtung PC“ meint

Im CNBC-Interview beschreibt Zelnick mehrere Ebenen des Wandels. Zum einen betont er, dass der Gesamtmarkt sich weg von streng geschlossenen Konsolenplattformen und hin zu offeneren Systemen bewegt. Damit meint er nicht nur klassische Desktop-PCs, sondern das gesamte Spektrum: Gaming-Laptops, Handheld-PCs, Streaming-Clients und hybride Geräte.

Gleichzeitig stellt er klar, dass die Konsole als Erlebnis nicht verschwindet. Für ihn ist der „Console“-Begriff eher ein Format: Ein großes, hochwertiges Spiel, das man viele Stunden lang auf einem großen Bildschirm im Wohnzimmer spielt.

Dieses Erlebnis, sagt Zelnick, werde es auch in zehn Jahren noch geben – nur muss es nicht zwingend an eine geschlossene Box unter dem Fernseher gebunden sein.

Im Kern läuft seine Aussage auf zwei Thesen hinaus. Erstens: Die technische Basis des Markts verschiebt sich hin zu PC-artigen, offenen Systemen. Zweitens: Das Geschäftsmodell drumherum – Stores, Subscriptions, Cross-Play – wird weniger exklusiv und stärker plattformübergreifend gedacht.

Für einen Publisher wie Take-Two, der ohnehin stark auf Multiplattform setzt, ist das eine komfortable Ausgangslage.

Bemerkenswert ist, wie offen Zelnick über diese Verschiebung spricht, obwohl Take-Two mit Reihen wie NBA 2K oder GTA traditionell sehr stark im klassischen Konsolenmarkt verankert ist. Das zeigt, wie ernst der Konzern die Signale aus Hardware-Verkäufen, PC-Steam-Zahlen und Plattformtrends nimmt.

Warum Take-Two jetzt so laut über PC-Fokus spricht

Die neue Klarheit fällt nicht zufällig in eine Phase, in der Take-Two mehrere große Baustellen gleichzeitig managen muss. GTA 5 verkauft sich weiterhin absurd gut, GTA Online liefert verlässliche Cashflows, aber GTA 6 ist offiziell verschoben, Borderlands 4 hatte einen holprigen Start auf dem PC und Teile des Unternehmens wurden mit harten Sparprogrammen neu sortiert.

Zelnick sendet mit seinem „PC-Shift“-Narrativ in drei Richtungen Signale:

Erstens an Investoren. Der klassische Konsolenzyklus mit Peak-Verkäufen rund um den Launch einer neuen Hardware-Generation ist unberechenbarer geworden. Lieferkettenprobleme, fragmentierte Modellreihen, Preisdebatten – alles Faktoren, die Planungssicherheit kosten.

Der PC-Markt wächst langsamer, aber stabiler, und bietet Publishern über digitale Stores und wiederkehrende Einnahmen mehr Kontrolle. Ein CEO, der den PC als Zukunft bastelt, nimmt damit auch Ängste vor einem „Post-Konsolen-Abgrund“.

Zweitens an Plattformholder. Wenn Zelnick sagt, das Geschäft bewege sich Richtung offenere Systeme, ist das indirekt auch ein Wink an Sony und Nintendo. Wer in Zukunft weiterhin starke Third-Party-Supports will, muss seinen Plattformpartnern attraktive Konditionen, flexible Cross-Play-Lösungen und moderne Geschäftsmodelle bieten.

Je offener ein Ökosystem, desto leichter kann Take-Two seine Marken ohne harte Abstriche auf möglichst viele Bildschirme bringen.

Drittens an Spieler. Die Botschaft lautet: Es lohnt sich, in flexible Setups zu investieren. Wer heute einen halbwegs potenten PC besitzt – oder über Cloud- und Streaming-Lösungen spielt -, soll das Gefühl haben, auf lange Sicht nicht zweite Wahl zu sein. Zelnick macht klar, dass Blockbuster wie GTA oder Civilization dort mindestens genauso ernst genommen werden wie auf Konsolen.

Vor diesem Hintergrund wirken auch Entscheidungen wie der Verkauf von Private Division und die stärkere Fokussierung auf AAA und Mobile weniger zufällig. Die Kernmarken von Take-Two sollen dort stattfinden, wo sich langfristig die höchsten Margen erzielen lassen – und nach Zelnicks Lesart ist das eben nicht mehr ausschließlich der Konsolenmarkt.

Folgen für GTA 6, Konsolen und Spieler – wohin die Reise geht

Was bedeutet das alles konkret für GTA 6? Offiziell ist weiterhin nur die Version für PlayStation 5 und Xbox Series X|S für den 19. November 2026 angekündigt. Ein PC-Release wurde noch nicht datiert, aber angesichts der aktuellen Aussagen wirkt es kaum vorstellbar, dass Rockstar den PC länger als unbedingt nötig außen vor lässt.

Die spannende Frage ist eher der Zeitabstand. GTA 5 kam bekanntlich mit deutlichem Abstand auf den PC, um die Konsolenversionen maximal auszuschöpfen.

Heute ist die Lage anders: PC-Spieler sind kaufkräftiger, Game-Stores liefern enormen Umsatz, und Live-Services profitieren davon, wenn Content auf allen Plattformen gleichzeitig anläuft. Es wäre keine Überraschung, wenn der Abstand zwischen Konsolen- und PC-Release bei GTA 6 diesmal deutlich kleiner ausfällt als noch vor zehn Jahren.

Für die Konsolenhersteller steckt in Zelnicks Aussagen eine klare Mahnung. Wenn sich Gaming auf technischer Seite Richtung PC bewegt, heißt das nicht automatisch, dass die Konsole ausstirbt – aber sie muss sich neu rechtfertigen.

Exklusive Features, starke First-Party-Bibliotheken, nahtlose User Experience und Services wie Game Pass oder PS Plus werden noch wichtiger, um Publisher zum Day-One-Engagement zu bewegen.

Auf Spielerseite ist der Trend schon lange spürbar. Immer mehr große Titel erscheinen direkt mit vollwertigen PC-Versionen, häufig mit Grafik-Features und Mods als Zusatzargument.

Gleichzeitig verschwimmen die Grenzen zwischen Konsole und PC: Handhelds wie ROG Ally oder Legion Go sind eigentlich nichts anderes als portable PCs, die im Wohnzimmer am TV hängen können und damit das klassische Konsolenerlebnis imitieren.

Genau in diesem Spannungsfeld müssen sich Marken wie GTA, NBA 2K, Borderlands oder Civilization künftig bewegen. Zelnicks „PC-Shift“-These ist deshalb weniger eine Kampfansage an Sony oder Nintendo, sondern eine Beschreibung der Realität: Die Hardware-Basis wird vielfältiger, die Plattformgrenzen weicher, und Publisher richten ihre Roadmaps danach aus.

Für uns als Spieler ist das am Ende eine eher gute Nachricht. Mehr Fokus auf offene Systeme bedeutet mehr Auswahl, mehr Cross-Play, mehr Cross-Progression. Wer heute in einen starken PC investiert, muss nicht befürchten, die großen Blockbuster zu verpassen.

Wer lieber entspannt auf dem Sofa mit Konsole spielt, wird diese Option nach Zelnicks eigener Aussage weiterhin haben – nur vielleicht mit etwas weniger exklusivem Glanz als früher.

Am wichtigsten ist: Die Zukunft von Take-Two und Rockstar entscheidet sich nicht daran, ob wir auf PC oder Konsole spielen, sondern daran, ob GTA 6 und Co. die enorme Erwartungshaltung erfüllen.

Ein verschobener Release, harte Einschnitte im Unternehmen und ein CEO, der offen über Marktverschiebungen spricht, sind dabei nur die Kulisse. Die eigentliche Antwort auf die PC-Frage werden wir in den nächsten Jahren im Release-Kalender sehen – und daran, wie schnell die großen Marken von Take-Two ihren Weg auf jede relevante Plattform finden.

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