Super Toy Cars – Nerds spielen auch mit Autos

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Ach ja, wer vermisst nicht die alten Zeiten, in denen man als kleiner Drei-Käse-Hoch noch mit seinen Spielzeugautos auf dem eigenen Teppich rumgekrochen ist und sich mit seinen Freunden harte Rennduelle geliefert hat? Ich hatte viele Autos in sämtlichen Varianten inkl. der überall heiß-begehrten Glitzerrad-Ausführung. Bei Eclipse-Games erinnerten sich wohl auch einige der Herren an die ersten Spielversuche ihrer Kindheit und so entstand dann wohl die Idee zu „Super Toy Cars“. Denn hier wird eure Kindheit einfach virtuell eingefangen. Ihr rast mit verschiedenen Spielzeugflitzern über kreativ zusammengestellte „Rennpisten“, die aus allen möglichen Einrichtungsgegenständen einer handelsüblichen Wohnung bestehen. Wie sich das Spiel als „Fun Racer“ so schlägt, verrate ich euch im Test.

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Normalerweise beginnt ein Spieletest meistens mit der Geschichte des Spiels. Nun, bei Super Toy Cars funktioniert dieses Rezept für einen gelungenen Test-Artikel jetzt mal nicht, denn es gibt gar keine Geschichte zum Spiel. Ich erfinde also schnell etwas: Ihr spielt euch selber im zarten Alter von ca. zehn Jahren. Ihr habt all eure Freunde und Bekannte bei euch zuhause versammelt und tragt dort die ultimative „Spielzeugauto-Meisterschaft“ aus. Dem Sieger winken Ruhm, Ehre und ein Date mit der heißen großen Schwester von Paul, dem Vorzeige-Rowdy aus der Parallel-Klasse. Um all das zu gewinnen, müsst ihr euch also zusammenreißen und ordentlich aufs Gaspedal treten. Zur Auswahl stehen euch im Startmenü lediglich die Punkte „Karriere“, „Online“ und „Shop“. Diese sind genauso schnell erklärt. Hinter der Karriere versteckt sich der Hauptteil des Spiels. Hier gilt es verschiedene Rennen zu absolvieren und bis zu jeweils 60 Punkte in sechs Rennen zu ergattern. Mit diesen Punkten schaltet ihr nach und nach die restlichen Events frei. Insgesamt bietet euch der Spielzeug-Spaß acht sogenannte Episoden mit jeweils sechs Renn-Events – also 48 Mal die Ziellinie überqueren. Zu den normalen Rennen gesellen sich Time-Trial-Events oder auch „Elimination-Rennen“. Bei Letzteren fällt alle 15 Sekunden der Letztplatzierte aus dem Rennen bis nur noch der Erste übrig bleibt (Im Idealfall seid ihr das). Die Rennen lassen sich selbstverständlich auch online gegen andere menschliche Mitspieler oder Freunde fahren. Im Shop kauft ihr euch neue fahrbare Untersätze und verbessert sie mit einem trivialen Upgrade-System.

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Pro abgeschlossenes Rennen erhaltet ihr je nach Platzierung Credits, mit denen sich andere, schnellere Flitzer kaufen lassen. Auch hier ist die Anzahl der Wagen recht übersichtlich. 16 Boliden stehen euch als Interessenten zum käuflichen Erwerb bereit. Für ein Arcade-Game bzw. einen Download-Titel einerseits akzeptabel, jedoch habe ich auch schon ähnliche Spiele gezockt, bei denen die virtuelle Garage doch noch mehr Platz bot. Grund zur Beschwerde liefert meiner Meinung nach auch die Anzahl der Strecken. Lediglich auf 12 Kursen könnt ihr euer Können gegen bis zu sieben andere Fahrer unter Beweis stellen. Das bedeutet, dass sich die Strecken je nach „Cup“ doch ganz schön oft wiederholen. Das wirkt etwas lieblos und macht einen dezent schlechten Eindruck.

Während den Rennen sollen natürlich auch die Fetzen fliegen. So entschloss man sich bei Eclipse-Games dazu, ähnlich wie schon bei Mario Kart, dazu auch lustige Waffen und Fallen in die Rennen zu bringen. Diese liegen permanent auf der Strecke an fest vorgegebenen Stellen und bieten klassische Fun-Racer-Kost. Eine kleine Rakete verfolgt das vor euch liegende Auto, ein Klecks Kleber wird per Knopfdruck auf die Fahrbahn gelassen oder ihr bekommt einen simplen Geschwindigkeitsschub. Ärgerlich ist jedoch die Tatsache, dass die Entwickler zwar recht viele verschiedene Waffen ins Spiel integriert haben, diese aber teilweise zu ähnlich sind. So gibt es den bereits genannten Kleber, eine Mine und eine Sprungfalle, die euch beim darüberfahren in die Luft schleudert. Alles fällt jedoch in dieselbe Kategorie „Minen“. Hier wäre ein wenig mehr Kreativität wünschenswert gewesen.

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Spielerisch richtet sich der Titel eher an die jüngeren Semester. Die Steuerung ist optimaler Weise als simpel zu bezeichnen. In der Regel könnt ihr mit Vollgas über die Kurse brettern und müsst ab und zu bei engen Kurven eben auch mal seicht bremsen. Bereits im Tutorial wird euch zwar ein Drift-System gezeigt, welches eure Turbo-Leiste bei Benutzung füllt – brauchen tut ihr das aber nicht wirklich. Zumal ich den Dreh mit den Drifts auch nie wirklich rausbekommen habe und das Resultat keinen Vorteil brachte. Der Schwierigkeitsgrad überrascht euch von herrlich einfach bis merkwürdig schwer. In manchen Rennen sind eure Kontrahenten skurril übermächtig, nur um nach einem Neustart wieder auf Kindergarten-Niveau zurückzufallen. Insgesamt lässt sich der Titel jedoch recht angenehm ohne allzu große Anstrengung erfolgreich spielen.

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Optisch reißt der Titel auf der Xbox One keine Bäume aus. Der Grund ist vermutlich der, dass es ebenfalls eine Wii U-Version gibt und hier wenig bis nichts mehr angepasst wurde. Technisch kann man das Spiel also nur als solide bezeichnen. Auf einigen Strecken überrascht die Grafik mit schicken Spiegelungen auf dem Bodenbelag. Sonst passiert nichts weiter auf der Strecke, was wirkliche Rechenleistung in Anspruch nehmen würde. Bei manchen Konkurrenz-Spielen gibt es abseits der Strecke einfach mehr zu entdecken. Natürlich kann nicht überall so viel passieren wie zum Beispiel bei Sega Allstar Racing, aber ein bisschen „Action“ wäre schon ein netter Eyecatcher. Soundtechnisch liefert das Spiel euch merkwürdigerweise Teeny-Punkrock im Blink182-Style. Ob das passend ist, ist wohl Geschmacksache.

 

 

 

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PRÄSENTATION (GRAFIK, SOUND) 71%
GAMEPLAY 66%
SPIELSPASS 70%
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Super Toy Cars verringert euren Kontostand um 14,99 Euro und liefert dafür einen recht kurzweiligen Fun-Racer. Der Wiederspielwert ist nicht sonderlich hoch, da ihr ca. ab der Hälfte bereits das beste Auto freischalten könnt und daher ab diesem Zeitpunkt auch kaum noch sinnvolle Verwendung für die gewonnenen Credits habt. Wer jedoch auf eher simple und nicht allzu umfangreiche Spiele steht, kann über eine Anschaffung durchaus nachdenken. Für ein paar kurze Rennen zwischendurch ist das Spiel durchaus brauchbar. Wer jedoch auf tiefgründige Steuerung oder generellen Anspruch wert legt, der sollte den Zündschlüssel lieber stecken lassen und sich nach Alternativen umsehen.

About The Author

Einen großen Teil meines Lebens verbringe ich nun an den Pads von allerlei Konsolen. Angefangen hat damals alles mit dem NES und zieht sich bis heute zur Xbox One. Gespielt habe ich in der Zeit auf allen gängigen Nintendo, Sony und Microsoft Konsolen. Am liebsten spiele ich Shooter, Rennspiele, Action-Adventures und Rollenspiele. Einmal im Monat werden aber auch die alten Kisten ausgepackt und es ist Retro-Abend in geselliger Runde.

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