Steam Machine startet teuer: Valve nennt Preis, Termin und Reservierung

Steam Machine startet teuer - Valve nennt Preis, Termin und Reservierung

Valve macht die Steam Machine endlich konkret: Der neue Wohnzimmer-PC startet Ende Juni, kostet in Europa aber deutlich mehr als klassische Konsolen. Für interessierte Käufer wird vor allem die Reservierung wichtig, denn Valve setzt nicht auf eine normale Vorbestellung, sondern auf ein Zufallsverfahren.

Der Deutschlandpreis liegt deutlich über PS5 und Xbox

Aus dem Steam-Machine-Leak der vergangenen Woche wird jetzt ein offizieller Hardware-Start. Nachdem zuletzt schon SteamOS 3.8 als klares Signal für die neue Hardware galt, nennt Valve nun Preise, Modelle und den Ablauf für die Reservierung.

Das Basismodell mit 512 GB Speicher liegt bei 1.039 Euro. Wer den neuen Steam Controller direkt im Paket möchte, zahlt 1.108 Euro. Das größere 2-TB-Modell kostet 1.359 Euro, mit Controller steigt der Preis auf 1.428 Euro. Beim 2-TB-Paket kommen außerdem zusätzliche Frontplatten dazu.

Damit landet die Steam Machine nicht in der klassischen Konsolenklasse. Sie tritt preislich eher gegen kompakte Gaming-PCs, Mini-PCs und hochwertige Wohnzimmer-Setups an.

Genau das dürfte die Debatte in den nächsten Tagen bestimmen: Valve verkauft keine günstige Steam-Deck-Box für den Fernseher, sondern einen vorkonfigurierten SteamOS-PC für Spieler mit großer Steam-Bibliothek.

So funktioniert die Reservierung der Steam Machine

Valve öffnet die Anmeldung nicht nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Stattdessen können Nutzer bis Donnerstag, den 25. Juni, 19:00 Uhr deutscher Zeit ihr Interesse an einem Modell oder Bundle anmelden. Danach wird die Reihenfolge einmalig zufällig ausgelost.

Wer in der Reservierungswarteschlange landet, erhält eine Einheit zugeteilt, sobald Geräte verfügbar sind. Die ersten Kauf-E-Mails sollen ab dem 29. Juni verschickt werden. Danach bleiben 72 Stunden Zeit, um den Kauf abzuschließen. Wer nicht in die erste Reservierungsrunde rutscht, landet auf der Warteliste.

Valve nennt außerdem klare Voraussetzungen. Das Steam-Konto muss in gutem Zustand sein, vor dem 27. April 2026 muss mindestens ein Kauf über Steam erfolgt sein und pro Haushalt ist nur eine Anmeldung erlaubt. Damit will Valve Bot-Bestellungen und Scalper möglichst früh ausbremsen.

Wichtig für deutsche Käufer: Die EU wird als eigene Versandregion geführt. Das ist ein gutes Zeichen für den hiesigen Markt, bedeutet aber nicht automatisch, dass jede Konfiguration schnell verfügbar sein wird. Gerade bei neuer Valve-Hardware kann die erste Welle knapp ausfallen.

Warum Valve trotz hohem Preis ein spannendes Risiko eingeht

Der hohe Preis kommt nicht überraschend, macht die Steam Machine aber erklärungsbedürftig. Valve hatte schon zuvor auf schwierige Speicher- und Komponentenpreise verwiesen. Gleichzeitig subventioniert das Unternehmen die Hardware offenbar nicht so aggressiv, wie es klassische Konsolenhersteller oft tun.

Das verändert den Vergleich. Eine PS5 oder Xbox Series X wirkt beim Einstieg günstiger, ist aber an ein geschlossenes Plattformmodell gebunden. Die Steam Machine will den umgekehrten Weg gehen: Sie bringt die bestehende PC-Bibliothek auf den Fernseher, läuft mit SteamOS und bleibt näher an einem echten PC als an einer reinen Konsole.

Für Spieler mit hunderten Steam-Spielen kann das attraktiv sein. Wer bereits ein Steam Deck nutzt, kennt außerdem den Komfort von SteamOS, Cloud-Saves, Controller-Profilen und Verified-Hinweisen. Gleichzeitig muss Valve jetzt liefern: Lautstärke, Stabilität, Spielekompatibilität und echte Wohnzimmer-Bedienung werden darüber entscheiden, ob der Preis akzeptiert wird.

Die wichtigste offene Frage bleibt die Praxis. Reicht die Leistung für aktuelle AAA-Spiele am Fernseher? Wie gut funktionieren Nicht-Steam-Spiele, Mods und Launcher? Und wie groß ist der Unterschied zu einem selbst gebauten Mini-PC? Genau darauf werden die ersten Tests und Nutzerberichte ab Ende Juni die Antwort geben.

Wer ernsthaft interessiert ist, sollte die Reservierung vor dem 25. Juni um 19:00 Uhr abschließen und sich vorher für ein Modell entscheiden. Für alle anderen gilt: Nicht vom Startdruck treiben lassen, sondern Tests, Lieferlage und mögliche SteamOS-Desktop-Optionen abwarten, bevor mehr als 1.000 Euro in Valves neuen Wohnzimmer-PC fließen.