Valve startet heute den neuen Steam Controller und macht damit den ersten Teil seines großen Hardware-Comebacks greifbar. Während Steam Machine und Steam Frame weiterhin auf sich warten lassen, kommt das Gamepad bereits in den Verkauf.
Für PC-Spieler ist das spannend, weil der Controller nicht zwingend an Valves neue Wohnzimmer-Hardware gebunden ist.
Der neue Steam Controller kostet 99 Euro, 99 US-Dollar beziehungsweise 85 Pfund und soll am 4. Mai ab 10 Uhr Pazifikzeit verkauft werden. In Deutschland bedeutet das einen Start am Abend. Der Verkauf läuft über Steam, wobei die Verfügbarkeit gerade zum Start ein Thema werden könnte.
Valve hat zwar Bestände aufgebaut, rechnet aber selbst damit, dass die Nachfrage höher ausfallen kann als geplant.
Warum der Controller vor der Steam Machine erscheint
Eigentlich sollte Valves neue Hardware-Familie ein gemeinsames Signal setzen: Steam Machine für das Wohnzimmer, Steam Frame als VR-Headset und der Steam Controller als passende Eingabe. Jetzt kommt zuerst ausgerechnet das Zubehör.
Der Grund ist ungewöhnlich simpel. Der Controller braucht keinen Arbeitsspeicher. Steam Machine und Steam Frame hängen dagegen stärker an Komponenten, deren Preise und Verfügbarkeit aktuell schwierig sind. Valve will die größeren Geräte weiterhin 2026 veröffentlichen, nennt aber noch keinen finalen Termin und keinen Preis.
Damit wird der Steam Controller zum Vorboten. Er zeigt, wohin Valve mit SteamOS, Wohnzimmer-Gaming und PC-Komfort will, ohne dass die eigentliche Steam Machine schon bereitstehen muss.
Was der neue Steam Controller kann
Der neue Steam Controller ist kein einfacher Nachbau des alten Modells von 2015. Valve setzt diesmal stärker auf eine Mischung aus klassischem Gamepad und Steam Deck. Es gibt normale Sticks, ein D-Pad, ABXY-Tasten, Trigger, Schultertasten, zusätzliche Rückseitentasten und zwei Trackpads.
Besonders wichtig sind die magnetischen TMR-Sticks. Sie sollen präziser und langlebiger arbeiten als klassische Analogsticks und das Risiko von Stick-Drift reduzieren. Dazu kommen Gyro-Steuerung, haptische Trackpads und die enge Einbindung in Steam Input. Genau dort liegt der größte Unterschied zu normalen Controllern.
Wer einfach nur ein Gamepad für Rennspiele oder Action-Adventures sucht, bekommt vertraute Bedienung. Wer tiefer einsteigen will, kann Menüs, Mausbewegungen, Hotkeys und komplexe Eingaben auf Trackpads, Rückseitentasten oder Bewegungssteuerung legen. Damit wird der Controller besonders für PC-Spiele interessant, die auf dem Sofa sonst eher unbequem sind.
Für wen lohnt sich der Kauf?
Der Steam Controller richtet sich klar an Spieler, die stark im Steam-Ökosystem unterwegs sind. Wer regelmäßig am Gaming-PC, am Steam Deck oder per Fernseher spielt, bekommt ein Eingabegerät, das viele Deck-Ideen in ein klassisches Wohnzimmer-Format übersetzt.
Weniger spannend ist er für Nutzer, die nur einen unkomplizierten Xbox-Controller-Ersatz suchen. Der neue Valve-Controller kann zwar klassische Gamepad-Aufgaben übernehmen, seine Stärke liegt aber in den zusätzlichen Optionen. Wer Steam Input nicht nutzt, lässt einen großen Teil des Potenzials liegen.
Für alle, die Valves Hardware-Pläne verfolgen, passt der neue Start gut zu unserem bisherigen Überblick zur Steam Machine und dem Steam Controller 2. Dort ging es bereits um die Frage, ob Valve den PC endlich konsolentauglich ins Wohnzimmer bringen kann.
Steam Machine bleibt das größere Fragezeichen
Der Controller ist heute greifbar, aber die wichtigere Frage bleibt offen: Wann kommt die Steam Machine wirklich? Valve hatte zuletzt mehrfach betont, dass die neue Hardware weiterhin für 2026 geplant ist. Gleichzeitig bremsen Speicherpreise, Lieferketten und Komponenten-Kosten die finale Preisgestaltung.
Genau deshalb bleibt auch der mögliche Deutschlandpreis spannend. Schon früh gab es Hinweise, dass die neue Steam Machine nicht zwingend in klassische Konsolenregionen fällt. Unser Artikel zum Steam Machine Preis-Leak zeigt, warum viele Käufer eher mit PC-Preisen als mit PlayStation- oder Xbox-Niveau rechnen sollten.
Der Steam Controller ändert daran nichts, macht Valves Plan aber konkreter. Das Zubehör ist fertig, der Einsatzbereich ist klar, und die Steam-Deck-Erfahrung steckt sichtbar im Design. Jetzt muss nur noch die Hardware folgen, für die dieser Controller eigentlich wie gemacht ist.
Valve startet klein, aber wichtig
Der neue Steam Controller ist kein Massenereignis wie ein Konsolenlaunch, aber ein wichtiges Signal. Valve bringt nicht einfach ein Gamepad zurück, sondern bereitet den nächsten Versuch vor, PC-Gaming komfortabler ins Wohnzimmer zu bringen.
Ob daraus wirklich ein großer Steam-Machine-Neustart wird, entscheidet sich erst später im Jahr. Heute beginnt aber der erste sichtbare Schritt. Der Controller ist da, die Steam Machine muss warten und Valve zeigt trotzdem schon, wie sich die nächste Phase von Steam-Hardware anfühlen soll.

