Perception im Test – Hello Darkness my Friend

Dunkelheit – Ein Zustand der vielen Menschen Angst bereitet und ein Zustand mit dem viele Menschen leben müssen aufgrund von Blindheit. Diese Angst nach dem Verlust der Sehfähigkeit macht sich Perception zu nutzen.

Wollen wir spielen?

Wir übernehmen hier die Rolle von Cassie, einer blinden Frau. Im Rahmen eines kleinen Tutorials erlernen wir durch Geräusche das Sehen und einen Raum, wie eine Fledermaus zu erkunden. Die Geräusche können dabei aktiv von uns abgegeben werden, zum Beispiel durch einen Blindenstock, den wir durch die rechte Schultertaste nutzen, oder durch andere Geräte, wie Kassettenrecorder oder Smartphones. Jedes Geräusch erlaubt uns für einige Sekunden die Umgebung wahrzunehmen. Für uns wichtige Bereiche werden dabei farblich dargestellt.

Mit dieser grundlegenden Fähigkeit schicken uns die Entwickler von Deep End Games in ein verlassenes Haus in dem wir unsere Ängste bekämpfen wollen. Kämpfen sollen wir dabei nur im übertragenen und nicht im wörtlichen Sinne, weil wir wirklich eher vergleichbar mit einer Person aus dem normalen Leben sind und keine Amazone, wie man sie oft aus Videospielen oder Filmen kennt. Als einzige Möglichkeit wird uns im Spiel daher nur das Verstecken angeboten, dass man schon aus Spielen wie Alien Isolation oder Outlast kennt.

Wer nun aber auf ein Outlast hofft, den muss ich an dieser Stelle schon direkt enttäuschen. Während Outlast mit einem sehr subtilen Horror, inklusive Slasherszenen, auftrumpft, spielt sich Perception eher wie eine romantische Version. Es gibt kein Blut und der meiste Horror spielt sich im Kopf ab. Es ist auch weniger das was viele heute als Horrorspiel bezeichnen, es ist eher ein Gruselspiel.

Farben schmecken

Schwarz wie die Nacht ist das Spiel nicht. Durch die Fähigkeit, per Echosinn die Umgebung wahrzunehmen, werden Umrisse und Konturen recht genau dargestellt. Wie schon am Anfang erwähnt, werden dabei wichtige Gegenstände oder Wegpunkte in Grün dargestellt. Sollte uns etwas an den Kragen gehen, dann wird unser Sichtbereich Rot.

Man kann dabei die Grafik nur sehr schwer mit anderen Spielen vergleichen, weil diese aufgrund der Darstellung schon sehr begrenzt ist. Die Geschichte von dem Spiel wird uns dabei größtenteils von Cassie erzählt, wobei wir auch Kassetten im Haus finden, die direkt durch entsprechende Recorder abgespielt werden und wir finden auch Briefe, die wir durch unser Smartphone vorgelesen bekommen.

Englische Sprachausgabe mit deutschen Untertitel

Das Spiel besitzt keine deutsche Sprachausgabe und verliert durch den vielen Text, wenn man kein Englisch kann, sehr viel an Reiz. Der Untertitel ist dabei aber angenehm groß und lässt sich auch gut über die Entfernung, von der Couch, lesen. Optisch wirkt die Schrift aber nur beholfen. Die Schriftart und die Implementierung sind zwar sehr sauber, wirken aber als ob man am Ende gemerkt hat: „Ach, das haben wir ja komplett vergessen.“ Bei Spielen wie Batman oder The Walking Dead von Telltalegames wirkt diese einfach besser in das Spiel integriert.

Die englische Sprachausgabe lässt dagegen kaum Wünsche offen. Die Synchronsprecherin von Cassie wirkt nicht gelangweilt, sondern haucht der Protagonistin ein sympathisches Leben ein. Daneben kann das Spiel auch mit einer sehr atmosphärischen Geräuschkulisse auftrumpfen, die sich unter anderem so darstellt, dass die Entwickler sogar daran gedacht haben das unterschiedliche Unterlagen auch unterschiedliche Geräusche erzeugen, wenn wir mit unserem Blindenstock diese abklopfen.