Dungeons 3 im Test – Dies ist mein Dungeon, ich bin der Keeper

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„Wohlan, voran ans Werk, ihr Schergen. Sollt im Schatten euch verbergen. Die Fiesesten der Fallen ölen und pflichtbewusst die Gäste quälen. Hau allen auf die Finger drauf und pass auf Deine Schätze auf. Ehrbar muss der Gegner sein, du selbst sei fies und auch gemein.“ Diese Zeilen rappte Sven Franzisko zur Musik von Lotte Ohm 1999 im Lied „Hinter diesen Mauern“, welches in Deutschland die offizielle Single zum Dungeon Keeper 2 war.

Seit 1999 sind fast 20 Jahre vergangen und der damalige Entwickler, Bullfrog Productions, wurde vor über zehn Jahren schon geschlossen und somit die Hoffnung für die Dungeon Keeper-Spiele zerstört, was viele Fans dem Publisher Electronic Arts bis heute übel nehmen. Kalypso Media, ein Publisher aus dem rheinland-pfälzischen Worms, der unter anderem auch Sudden Strike 4 published, sah 2011 die Chance und entwickelte mit den Realmforge Studios die Dungeons-Reihe, die sehr stark von Dungeon Keeper inspiriert wurde und so nun das dritte Mal uns als Dungeon-Lord anheuert, um Helden zu töten und den eigenen Dungeon zu beschützen.

Ha, schon wieder ein Neuer auf Abenteuer.

Dungeons 3 liegt das gleiche Spielprinzip wie auch den Vorgängern oder den Dungeon Keeper-Spielen zugrunde. Wir übernehmen die Rolle eines strategischen Dungeon-Planer, der gottgleich über einen Dungeon, einem unterirdischen Höhlensystem, herrscht. Hier dürfen wir Wände einreißen, Gold abbauen, Orks ausbilden oder einfach nur Monster quälen. Dabei müssen wir uns vor fremden Helden schützen, die wie in den üblichen Rollenspielen, in unseren Dungeon kommen, um sich dort an dem Gold und unseren Schätzen zu bereichern. Um dies zu verhindern, greifen wir auf die Orks und Monster zurück, die wir im Vorfeld ausgebildet haben oder bauen Fallen, um die schönen Helden aufzuhalten oder sogar denen den Gar auszumachen.

Neben den Fallen dürfen wir aber auch nicht das Wohl der Monster, die unseren Dungeon beschützen, außer Acht lassen. Die Bewohner brauchen Schlafplätze, Nahrung, wollen trainiert werden oder gar gefoltert. Hier gilt es mit den Schnodderlingen, unseren Arbeitern, ebenjene Bereiche zu bauen, die Bereiche zu erweitern oder auch das Gold abzubauen, das wir benötigen, um die Bereiche und die Monster finanzieren zu können.

Die Einheiten und jeweiligen Räume müssen wir dabei im Vorfeld erforschen und über einen großen Forschungsbaum freischalten, wobei wir uns hier auf drei unterschiedliche Bereiche konzentrieren müssen: Dämonen, Orks oder Untote. Jeder Bereich ist mit unterschiedlichen Vorteilen, Einheiten oder auch Zaubern ausgestattet.Insgesamt gibt es 19 Räumlichkeiten, von der Brauerei bis zum Friedhof, und 17 unterschiedliche Einheiten, wie die Zombies oder den gemeinen Ork.

Angriff ist die beste Verteidigung

Während des Spiels können wir entweder warten, bis die strahlenden Helden den Weg in unseren Dungeon finden und versuchen unser Gold zu stehlen oder wir können einen Präventivschlag vorbereiten, in dem wir unsere Truppen an die Oberfläche schicken und dort „Ramba Zamba“ veranstalten. Hier gibt es „Orte des Guten“, welche wir in Bösartigkeitsinseln verwandeln können oder Städte, in denen sich die strahlenden Helden vor einem Angriff auf uns sammeln, um sie dann direkt vor Ort nieder zu knüppeln. Dadurch erstehen wir neben Mana und Gold die dritte spielrelevante Ressource Bösartigkeit, die wir zum Beispiel für die Forschung benötigen.

Und wenn du Horny zu mir sagst, bist du Tod.

Aufgeteilt ist das Spiel dabei in 3 Modi. Die Kampagne, in der wir in 20 Missionen die Geschichte rund um die Elfe Thalya erleben, die zwischen der guten und bösen Seite hin- und hergerissen ist. Einem Sandbox-Modus, in dem wir entweder komplett endlos spielen können oder mit einem „guten“ Superhelden, der uns als Endboss entgegentritt oder dem Multiplayermodus, in dem wir mit bis zu vier Spielern gegen das Gute antreten können.

Der Multiplayer funktioniert dabei grundsätzlich ähnlich wie der Sandbox-Modus. Wir können zu Beginn die Spiellänge bestimmen und die Startvorräte sowie die vorkommenden Ressourcen im Untergrund bestimmen. Es ist auch möglich ein zufälliges Verhalten der Ressourcenverteilung zu aktivieren, und per Option die ein oder andere Überraschung, in Form von Creeps oder besondere Räumen, zu sorgen. Dies können wir mit bis zu drei weiteren Freunden spielen. Besonders cool ist die Tatsache, dass wir die Zufallsparameter auch per Zahlencode uns merken können, um mit den gleichen Werten erneut spielen zu können. Zusätzlich besitzt Dungeons 3 einen Duell-Modus, mit dem wir gegen andere Spieler antreten können. Dieser sucht automatisch nach Gegnern und hat in unserem Test leider nicht funktioniert.

Ich habe Drähte gespannt und Gruben gegraben, siedendes Öl und Bolzenschussanlagen

Die Fantasywelt, in der wir uns bewegen, ist oberirdisch schön bunt und erinnert stark an Warcraft 3. Unter Tage bleibt es ähnlich bunt und skurril. Wir dürfen rein- und rauszoomen und auch die Welt um ca 90° im Uhrzeigersinn oder dagegen drehen, um genaueren Einblick in unseren Dungeon zu bekommen.

Das Spiel ist dabei komplett auf Deutsch synchronisiert und bietet einen Humor an, der teilweise mit einem Vorschlaghammer anstatt mit einem Zaunpfahl ankommt. Dies kann man für die Gefechte und Multiplayersitzungen runterschrauben oder ganz ausschalten. Wir geben dabei die Befehle, die wir per Controller steuern können, über eine Hand ein. Hier sind die Tasten, aufgrund der Komplexität, teilweise doppelt belegt. Dies geht aber schnell in die Hand über und so kann man, mit etwas Übung, schnell die entsprechende Tastenkombi herbeizaubern.

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PRÄSENTATION (GRAFIK, SOUND) 72%
GAMEPLAY 74%
ATMOSPHÄRE/STORY 75%
MULTIPLAYER 65%
SPIELSPASS 76%
72%
Readers Rating 74%
1 votes

Wer auf Strategie- und Aufbauspiele steht und eines sucht, was vielleicht doch mal etwas anders ist, der findet mit Dungeons 3 ein wirklich tolles Spiel. Einzig die Spielersuche im Duell funktionierte bei mir nicht, was wahrscheinlich an den Spielerzahlen zu den Uhrzeiten lag, in denen ich das Spiel getestet habe. Wer das Spiel im Multiplayer daher spielen will, der sollte sich im Vorfeld einen oder mehrere Freunde schnappen und dann gezielt kaufen.

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Microsoft MVP for Xbox, Geek, Gamer, Serien- und Filmjunkie, Cocktailian und wenn es sein muss auch Inquisitor. Grade Themen die über den reinen Videospielen drüber sind (der von mir Meta-Ebene genannten Ebene) interessieren mich am meisten. Da drüber hinaus bin ich eine gute Datenbank wenn es um schlechte Filme oder um Zombies geht.

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