Borderlands: The Handsome Collection im Test

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Publisher 2K ist mit Borderlands: The Handsome Collection nun auch auf den Remake-Zug aufgesprungen und macht es ähnlich wie 343 Industries. Denn sie portieren nicht 1 Spiel sondern direkt 2 auf die Next-Gen Konsolen. In der Collection befinden sich Borderlands 2 und Borderlands: The Pre-Sequel samt allen DLC’s die bis dato für die beiden Teile erschienen sind.

Wo fange ich nur an?

Diese Frage müssen sich viele Neueinsteiger wohl stellen, denn Borderlands: The Pre-Sequel spielt zwar Storytechnisch vor Borderlands 2, kam aber erst nach Borderlands 2 in den Handel. Durch neue Features in Pre-Sequel könnte dem Spieler aber etwas fehlen, wenn dieser danach auf Borderlands 2 wechselt. Hier stellt sich die Frage, warum Funktionen wie der Grinder oder neue Waffentypen nicht mit in Borderlands 2 integriert wurde. Stattdessen wurden beide Titel unabhängig zu einander aufpoliert und auf eine gemeinsame Scheibe gepackt. Spieler, die die Titel bereits auf der Last Gen Konsole gespielt haben, haben die Möglichkeit ihren Speicherstand zu kopieren. So bleibt der Original Speicherstand auf der Last-Gen Konsole erhalten. Dies ist allerdings nur von PlayStation 3 zu PlayStation 4 und von Xbox 360 zu Xbox One möglich. Es gibt keine Möglichkeit über die Firmenpolitik der Konsolenhersteller hinaus zu portieren. Genauso ist es nicht möglich einen PC Speicherstand auf eine Konsole zu übertragen und umgekehrt.

Aus Alt mach Neu

Die Unreal Engine 3 mit dem Cell-Shading Look die auch schon für den 1. Borderlands Teil zum Einsatz kam, wurde für beide Titel nochmal aufpoliert, damit Borderlands: The Handsome Collection in 1080p mit 60 fps erstrahlt. Das tut es bis auf ein paar Aussetzer auch. Sowohl allein als auch zu zweit im Splitscreen Modus dürfen wir uns mit 60 fps durch Pandora bzw. Elpis durch die Gegner Horden ballern. Spielen wir mit 3 weiteren Freunden an einer Konsole, geht die Framerate allerdings auf 30 runter. Der Comicartige Stil erstrahlt mit den Texturen und Effekte nun mit der PC-Fassung gleich. Selbst die PhysicX-Effekte sind mit von der Partie und lassen unsere Gegner noch schöner durch die Gegend fliegen. Spieler die vom PC auf die Konsole wechseln, werden also fast bis keinen Unterschied zwischen den beiden Plattformen merken. Anders sieht das von Last Gen auf Next Gen aus, denn von 720p mit 30 fps auf 1080p mit 60 fps ist ein deutlich spürbarer Unterschied.

Borderlands 2

Wir kommen als einer von 6 Kammerjägern in Pandora an, wo Handsome Jack, der Chef von Hypirion, unseren Zug sprengt. Wir wachen mitten in einer Eiswüste auf, wo ein alter gelber Bekannter aus dem 1. Borderlands Teil, die Überreste des Zuges durchstöbert. Natürlich ist es Cl4ptrap, der kleine wahnsinnige Roboter, der allen auf die Nerven geht. Er hilft uns zu den Raiders zu kommen, einer Rebellentruppe, die von den Charakteren von Borderlands 1 angeführt werden.

Auf dem Weg zu den Rebellen merken wir schnell, dass Handsome Jack, der uns immer wieder anfunkt und fiese Sprüche drückt, der Kerl ist, den es zu stoppen gilt. Um Hypirion zu stürzen braucht man vor allem eins. Waffen! Und vor denen kann man sich kaum retten. Durch ein Zufallssystem würfelt das Spiel die Attribute einer Waffe komplett und fügt hier und da speziellen Elementarschaden hinzu. Wo Elektroschaden stark gegen Gegner mit Schilden sind, sind Korrosionswaffen stark gegen Panzerung. Hier kommt also eine Art Stein, Schere, Papier Modell zum Einsatz, welches eine Waffe für einen bestimmten Gegner empfiehlt.

Unsere Ausrüstung lässt es zu, dass wir 4 Waffen gleichzeitig dabei haben können, zwischen denen wir via Tastendruck wechseln können. Gerade bei Boss Fights ist es enorm wichtig, die Schwächen des Gegners zu kennen, denn sonst steht einem Ableben nicht mehr viel im Weg. Sollte man denn im Sterben liegen, hat man noch gewisse Zeit, einen Gegner zu töten um wiederbelebt zu werden, oder hat einen Freund bei sich der euch wieder auf die Beine holt. Ist der Counter endgültig abgelaufen, werdet ihr am zuletzt aktivierten Sammelpunkt wiederbelebt und abhängig von der vorhandenen Kohle ein gewisser Betrag abgezogen. Auf unserem Weg lösen wir viele Aufgaben für die es auch Belohnungen gibt. Neben neuen Waffen und Ausrüstung bekommen wir auch Erfahrungspunkte, mit denen wir im Level aufsteigen und Fertigkeitspunkte freischalten, die wir dann auf unsere Charakterspezifischen Talentbäume aufteilen können. Aber keine Angst, eure Entscheidung ist nicht endgültig, an einer Station könnt ihr neben eurem Aussehen auch eure Skillpunkte wieder zurücksetzen und neu verteilen. Auf Pandora gibt es unheimlich viel zu entdecken und an jeder Ecke warten neue Charaktere die vor Sarkasmus und Einzigartigkeit nur so triefen, schräge Sprüche und fiese Kommentare sind hier Programm und sorgen für viele Lacher. Wenn man die Story aber einmal durchgespielt hat, wird der sogenannte Badass Mode freigeschaltet, der euch die Story noch einmal im höhere Level durchspielen lässt, denn nach einmaligen Durchspielen hat man noch nicht das höchst Level erreicht.

Borderlands: The Pre-Sequel

Der zweite Vollpreistitel auf der Silberscheibe spielt Storytechnisch vor Borderlands 2, enthält aber teilweise Spoiler zu genau diesem Titel. Sechs neue Kammerjäger helfen hier Handsome Jack Hypirion zu erobern und auf Elpis, dem Mond von Pandora, eine geheime Kammer zu finden. Da der Titel nach Borderlands 2 erschien, merkt man, dass sich die Entwickler hier einige Neuerungen ausgedacht haben. Es gibt neue Laserwaffen und den neuen Elementarschaden Eis. Wenn man mit Eiswaffen auf die Gegner ballert, besteht die Möglichkeit sie zu verlangsamen oder sogar einzufrieren. Wenn zweites passiert, könnt ihr mit einem beherzten Hieb den Gegner in tausend kleine Splitter fliegen lassen. Noch Herausfordernder ist Elpis, da dieser keine Atmosphäre besitzt, so muss sich der Spieler ständig um Sauerstoff Nachschub kümmern. Diese bekommt man entweder durch bestimmte Plattformen auf der Mondoberfläche oder von Gegnern fallen gelassene Kanister. Auch die physikalischen Spielereien mit dem leeren Raum, kommen die Spiel taktisch zu gute. Während eine Eiswaffe ihren Effekt immer anbringen kann, ist es empfehlenswert Feuerwaffen nur in Gegenden mit Sauerstoff zu nutzen, da es sonst keine Möglichkeit gibt, seinen Gegner in Brand zu stecken. Solche und noch andere Tücken, frischen das Gameplay noch einmal auf und lässt es nicht nach einer Kopie von Borderlands 2 wirken. Trotzdem hätte man sich ein paar Sachen wie zum Beispiel den Grinder auch in Borderlands 2 gewünscht. Denn diese Maschine kann man mit 3 Waffen mit derselben Seltenheitsfarbe reinschmeißen und mit etwas Glück bekommt man eine höherwertige Waffe wieder heraus. Auch die neuen Charakterklassen unterscheiden sich von Borderlands 2, hier und da gibt es zwar Ähnlichkeiten aber dennoch spielen diese ihre ganz eigene Rolle. Vor allem ein äußerst bekannter darf hier auch mal die Knarre in die metallenen Klammern nehmen. Die Rede ist von Fragtrap aka Claptrap, der kleine nervige gelbe Roboter. Man wird schon beim Erstellen des Charakters 3-mal hingewiesen, ob man sich vielleicht nicht doch verklickt hätte. Das Spiel trieft einfach herrlich vor Ironie.

Couchparty

Beide Borderlands Teile dürfen mit bis zu 4 Spielern entweder im Splitscreen oder Online gespielt werden. Gegner werden zwar für jeden hinzugefügten Spieler stärker, dafür ist die Wahrscheinlichkeit bessere Waffen zu finden höher. Hier kommt dann auch bereits ein Problem, denn jeder kann alles aufheben. Sollte man nun einer Zufallsgruppe online beigetreten sein, ist es gut möglich, dass jemand versucht einfach alles aufzuheben und man hat keine Möglichkeit mehr daran zu kommen. Es passt zwar zum Spiel, trotzdem hätte man hier besser auf ein faireres Verteilungssystem setzen sollen damit grade in zusammengewürfelten Gruppen eine gewisse Fairness vorhanden ist. Das Matchmaking sonst funktioniert wunderbar. Die Gruppe wird anhand der aktuellen Quest des Charakters zusammen gesucht, sodass die Spieler alle ungefähr dasselbe Level haben. Selbst offline zuhause kommt der Spieler aber mit seinen Freunden auf seine Kosten. Zwar muss man ab 3 Spieler im Splitscreen mit 30 Bildern die Sekunde auskommen, dass lässt sich aber noch verkraften.

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PRÄSENTATION (GRAFIK, SOUND) 81%
GAMEPLAY 82%
ATMOSPHÄRE/STORY 85%
SPIELSPASS 91%
MULTIPLAYER 75%
82%
Readers Rating 32%
1 votes

Mit der Borderlands The Handsome Collection bringt 2K Pandora und seinen Mond Elpismit einem ordentlichen Grafikboost im Vergleich zur PS3 und Xbox360 auf die aktuelle Konsolengeneration. Neueinsteiger als auf eingefleischte Fans kommen bei diesem Titel auf ihre Kosten, da auch alle bereits erschienen Zusatzinhalte mit von der Partie sind und die alten Speicherstände übertragen werden können. Wer den Humor von Shootern wie Duke Nukem oder Serious Sam mag, wird auch bei diesem herrlich verrückten Spiel auf seine Kosten kommen. Schade, dass der Neuling, bei der Auswahl, mit welchem Spiel er anfangen soll geholfen wird. Daher gebe ich hier die Empfehlung, erst Borderlands 2 und dann Borderlands The Pre Sequel zu spielen, da man viele Verbindungen erst nach Borderlands 2 erkennt und keine Spoiler bekommt. Mit einer Gesamtspielzeit von knapp 80 Stunden, in denen die Zusatzinhalte noch nicht enthalten sind, bekommt für 60€ einen hervorragenden Koop Titel mit Dauerspaßgarantie. Trotzdem hätte man die Spiele ein wenig stärker verschmelzen können, statt diese als einzelne Titel auf eine Disc zu pressen.

About The Author

Von klein auf eigentlich ein PC-Jünger, bis er sich dann von seinem ersten Geld eine Konsole kaufen konnte. Viel verpasst bis zum N64 aber auch vieles nachgeholt. Heute hauptsächlich an der XBOX One, Xbox 360 und am PC zu finden. Spezialisiert auf FPS, Roleplay und Indie Games

2 Kommentare on "Borderlands: The Handsome Collection im Test"

  1. Pingback: Borderlands: The Pre-Sequel: 2K Australia schließt seine Tore › News, PlayStation 4, Xbox One › GamingNerd.de

  2. Pingback: GamingNerd.de - Mein Blog mit News, Tests und Gewinnspielen - Xbox One - Seite 7

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