Beach Buggy Racing – Der Fun-Racer im Test

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Als Super Mario Kart 1992 für den Super Famicom (japanischer Name für den Super Nintendo) auf den Markt kam, war ein neues Genre geboren. Den Fun-Racer gab es bis dahin nicht und Nintendo traf damit genau den richtigen Nerv. Bis heute kamen acht Ableger der beliebten Spiele-Serie auf den Markt. Problem an der Sache ist, dass Mario Kart exklusiv für Nintendos Konsolen erscheint und sie einen Teufel tun werden und diese Erfolgsgeschichte auch auf der Xbox One und PlayStation 4 anzubieten. Zum Glück gibt es aber immer wieder Versuche das Spielkonzept auch Fans von Nintendo Fremden Spielern anzubieten. So haben die Jungs von VectorUnit jetzt versucht mit Beach Buggy Racing einen weiteren Mario Kart-Klon auf der Xbox One und PlayStation 4 den Spielern schmackhaft zu machen. Wie gut das gelungen ist, erfahrt ihr in unserem Test.

Die kleinen aber feinen Unterschiede zum großen Vorbild

screenshot-beach-buggy-racing-01Für einen Entwickler ist es natürlich schwer einen Mario Kart ähnlichen Fun-Racer zu machen, ohne wie eine Kopie zu wirken. Gleiches versucht natürlich auch das Entwicklerstudio VectorUnit mit Beach Buggy Racing zu verhindern. Ganz ohne Gemeinsamkeiten geht es aber natürlich nicht.

So unterscheidet sich das Spielprinzip nicht wirklich vom großen Vorbild Mario Kart. Als einer von sechs Fahrern kämpft man auf einem Rundkurs mit Hilfe von verschiedenen Waffen um den Sieg. Einige der insgesamt 25 Waffen erinnern natürlich an die aus dem Mario-Pendant, aber teilweise sind sie aber auch für Nintendo-Veteranen unbekannt. So sind mir beispielsweise riesige Gummireifen, welche die Gegner für kurze Zeit über die Strecke hüpfen lassen oder das Anti-Gravitations Power Up, welches die Kontrahenten für kurze Zeit abheben lässt, aus den Mario Kart Spielen bisher unbekannt. Klug eingesetzt, in diesen beiden Fällen am besten kurz vor Kurven, entfalten die Power Ups ihre ganze Wirkung. Zusätzlich hat jeder Fahrer eine besondere Fähigkeit, die einmal pro Rennen genutzt werden kann. Diese reichen von einer extra Boost, bis hin zu dutzenden Beach-Bällen, die über der Strecke verteilt werden und Gegner kurz abheben lässt.

Anders als bei Mario Kart sind aber nicht die Cups, oder wie sie bei Beach Buggy Racing heißen die Championships, das zentrale Spielelement, sondern der Karriere-Modus. Zwar gibt es die Cups auch hier und ebenfalls muss man in vier aufeinander folgenden Rennen die mehr Punkte sammeln als die Gegner, wichtiger für den Spielfortschritt ist aber die angesprochene Karriere.

Tunen, Strecken und Spieler freischalten

screenshot-beach-buggy-racing-06Die Karriere ist aufgebaut wie man es aus vielen Handy-Spielen kennt. Kein Wunder, das Spiel ist auch für iOS, Android und Windows Mobile erschienen. Zumindest hat man auch in der Konsolenversion eine Art Tableau aus mehreren und teilweise noch gesperrten Veranstaltungen, welche absolviert werden müssen, um die gesperrten Veranstaltungen freizuschalten. Diese Veranstaltungen sind allerdings nicht nur Rennen, bei denen man seine Gegner hinter sich lassen muss, ab und zu ist auch eine Art Challenge dahinter versteckt. Beispielsweise muss man in einer dieser Challenges in begrenzter Zeit Zielscheiben mit einer der zur Verfügung stehenden Waffen abschießen. Je mehr man schafft, desto mehr Belohnungen in Form von Sternen und Münzen werden freigeschaltet. Diese bekommt man ebenfalls für alle anderen Rennen oder Veranstaltungen im Spiel, ebenso in den zuvor angesprochenen Championships.

Am Ende eines Tableaus wartet dann sozusagen ein Endgegner in Form eines neuen Fahrers. Schlägt man diesen in einem Kopf-An-Kopf-Rennen, so kann man anschließend diesen Fahrer in allen Spielmodi auch selbst steuern. Je weiter man also seine Karriere vorantreibt, desto mehr Fahrer hat man zur Auswahl und schaltet nebenbei noch weitere der insgesamt 15 Strecken frei.

screenshot-beach-buggy-racing-08Etwas was man gar nicht aus Mario Kart kennt sind die möglichen Upgrades, welche man seinem Gefährt in Beach Buggy Racing unterziehen kann. Denn die gewonnen Münzen kann man im entsprechenden Menü gegen mehr Leistung eintauschen. So lässt sich die Beschleunigung, Geschwindigkeit, Handling und die Stärke anpassen. Hat man alles mit zum Maximum aufgerüstet, so kann man ebenfalls gegen Münzen, in die nächste Fahrzeugklasse aufsteigen, was einen wieder mehr Raum zum tunen gibt. Neben der Leistung kann man seine Fahrzeuge auch optisch seinem Geschmack anpassen, im Gegensatz zum Leistungs-Tuning kostet das aber keine Münzen.

Lokaler Multiplayer mit bis zu 6 Spielern

screenshot-beach-buggy-racing-04Aus Erfahrung weiß ich, dass es manchmal gar nicht so einfach ist ein passendes Spiel zu finden, welches einem die Möglichkeit gibt mit mehreren Freunden vor einer Konsole zu spielen. Mit Beach Buggy Racing habt ihr jetzt ein weiteres in eurer Liste. Denn im lokalen Multiplayer können sich auf der PlayStation 4 bis zu vier Spieler um den Sieg streiten, auf der Xbox One sind es sogar bis zu sechs Spieler.

Was etwas schade ist, dass es beim lokalen Multiplayer geblieben ist, eine Online-Variante gibt es leider nicht. Allerdings ist das fehlen des Online-Multiplayers verständlich, wenn man bedenkt, dass Server für dieses Feature betrieben und gewartet werden müssen, was für einen kleinen Entwickler wie VectorUnit einfach nicht zu stemmen ist.

Balancing sorgt ab und zu für Frust

screenshot-beach-buggy-racing-02Im Umfang ist Beach Buggy Racing also mehr als in Ordnung. Natürlich sollte man nicht zu viel erwarten aber hier und da zieht man natürlich trotzdem Vergleiche mit dem großen Bruder Mario Kart. So ist mir leider immer wieder aufgefallen, dass das Balancing nicht ganz an das große Vorbild rankommt. Oft hatte ich das Gefühl, dass mich Treffer der verschiedenen Waffen härter treffen, als es bei den Gegnern bei Treffern meinerseits der Fall ist. So falle ich regelmäßig mehrere Plätze zurück, wenn ich von einem Geschoss getroffen wurde, bei den Gegnern muss ich nach einem Treffer meinerseits zusehen sie überhaupt zu überholen. Auch ist es bei Beach Buggy Racing schwerer einen größeren Abstand zum Fahrerfeld wieder aufzuholen. Es ist zwar möglich, aber es gehört mehr fahrerisches Können und die richtigen Power-Ups dazu, als bei Mario Kart.

Das allerdings macht einem die Steuerung nicht immer so leicht. Zwar findet man sich irgendwann ganz gut damit zurecht, auf mich wirkt sie aber etwas zu schwammig. Die etwas direktere Steuerung wie bei Mario Kart gefällt mir da besser und beim großen Vorbild kommt auch das Fahrverhalten des Fahrzeug bei verschiedenen Untergründen besser rüber. In Beach Buggy Racing ist es teilweise so, dass es beispielsweise kein großer Unterschied ist wenn man auf Sand oder Matsch fährt.

Grafisch bewegt sich Beach Buggy Racing auf einem soliden Niveau. Das Spiel wird in 1080p bei flüssigen 60fps wiedergegeben. Die Texturen sehen in ihrer comicartigen Anmutung ebenfalls recht detailliert und passend aus und täuschen über die doch teilweise etwas einfacheren 3D-Modelle der Umgebung hinweg. Wenn man aber nicht gerade davor stehen bleibt, um sich die genauer anzugucken, fällt einem das nicht weiter auf.

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Beach Buggy Racing
PRÄSENTATION (GRAFIK, SOUND) 70%
GAMEPLAY 73%
SPIELSPASS 75%
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Für 9,99 Euro ist Beach Buggy Racing ein würdiger Vertreter des Fun-Racer-Genres auf der Xbox One und PlayStation 4. Der Umfang ist mehr als ordentlich und das Spiel bietet einem zahlreiche Herausforderungen. Und auch wenn man im Single-Player alles erreicht hat und die Gunst schwindet, sorgt der lokale Multiplayer immer wieder für einen Grund das Spiel zu starten. Zwar hat es ein paar Schwächen im Balancing und der Steuerung und es kommt auch nicht an das große Vorbild Mario Kart ran, aber Spaß macht es allemal.

About The Author

Videospiele-Fan seit vielen Jahren. Alles hat damals mit dem guten alten Game Boy angefangen. Seitdem begleitet mich das Thema, was in einer in meinen Augen ansehnlichen Nintendo Retro-Sammlung endete. Neben dem alten Nintendo-Kram bin ich aber auch seit der ersten Generation der Xbox treu.

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