Das Warten ist vorbei: Anno 117: Pax Romana ist seit dem 13. November offiziell für PC, PS5 und Xbox Series X|S erhältlich und hebt die Aufbau-Reihe erstmals gleichzeitig auf alle großen Plattformen.
Wer unsere frühere Vorschau Anno 117 Pax Romana – Höhepunkt des Römischen Friedens und den Trailer-Check Anno 117: Pax Romana zeigt Ihnen die Pracht von Rom gelesen hat, kann die dort skizzierten Ideen jetzt endlich selbst ausprobieren – vom Statthalter-Alltag in Latium bis zu den Nebeln von Albion.
Anno 117 startet: Plattformen, Uhrzeiten und Versionen im Überblick
Der globale Launch läuft in diesem Fall erstaunlich geradlinig. In Europa wurde Anno 117 auf PC und Konsolen zeitgleich in der Nacht zum 13. November um 0 Uhr freigeschaltet, auf Steam, Epic und Ubisoft Connect ebenso wie auf PS5 und Xbox Series.
Wer vorbestellt hat, konnte bereits seit Anfang der Woche preloaden und direkt zum Start loslegen.
Preislich reiht sich das neue Anno ins AAA-Segment ein: Die Standard Edition liegt bei rund 59,99 Euro, die Gold Edition mit Year-1-Pass kostet etwa 89,99 Euro. Daneben existieren physische Sammler-Varianten wie Tribun- oder Governor’s Edition mit Steelbook, Artbook und weiteren Extras – relevant vor allem für PC- und PS5-Spieler, die gern etwas ins Regal stellen.
Zur Orientierung die wichtigsten Optionen kompakt:
- Standard Edition: Basisspiel, digital oder Retail
- Gold Edition: Basisspiel + Year-1-Pass mit drei DLCs und kosmetischen Boni
- Governor’s/Tribun Edition (Retail): Gold-Inhalt plus physische Extras
- Ubisoft+ Abo: Zugriff auf die Gold Edition im Rahmen des Monatsabos
Gerade das Ubisoft+-Modell ist spannend: Wer nur reinschauen will oder ohnehin mehrere Ubisoft-Titel parallel spielt, bekommt so zum Launch die umfangreichste Edition, ohne sofort 90 Euro zu investieren. Im Gegenzug verliert man beim Kündigen des Abos natürlich den Zugriff – klassischer Mietansatz statt Besitz.
Auf technischer Seite gilt: Anno 117 verlangt mindestens 16 GB RAM und eine aktuelle Mittelklasse-GPU à la GeForce GTX 1660 oder Radeon RX 5600 XT. Die empfohlene Stufe zielt auf Karten wie RTX 2070 bzw. RX 6600 XT.
Eine SSD ist Pflicht, 117 GB Speicherplatz sollten eingeplant werden. Für ältere PCs ist das eine klare Marke – wer knapp auf Kante spielt, muss bei den Grafikeinstellungen durchaus Abstriche machen.
Setting & Features: Was Anno 117 spielerisch verspricht
Inhaltlich bleibt sich die Reihe treu und setzt zugleich einige neue Akzente. Ihr übernehmt die Rolle eines römischen Statthalters, wählt zu Beginn eine Startprovinz (klassisch-mediterranes Latium oder das rauere Albion) und baut eure Verwaltung aus – von den ersten Holzhütten bis zur prunkvollen Metropole.
Neu ist vor allem die stärkere Erzählstruktur mit Kapiteln und Story-Entscheidungen. Immer wieder steht ihr vor der Wahl, ob ihr römische Herrschaftsideale durchdrückt oder lokale keltische Traditionen respektiert.
Diese Entscheidungen wirken sich auf Boni, Missionen und das Verhältnis zu euren Untertanen aus und sollen langfristig unterschiedliche Spielstile ermöglichen.
Auf der Komfortseite übernimmt Anno 117 viele Learnings aus Anno 1800: Diagonale Straßen, Planungsmodus ohne sofortige Kosten, bessere Baumenüs und ein überarbeitetes Statistik-Interface. Dazu kommen Qualitäts-of-Life-Details wie Tag-/Nachtwechsel, verbesserte Kamera und modernisierte Produktionstafeln, die auch größere Imperien beherrschbar halten.
Kampfsysteme bleiben bewusst im Hintergrund, sind aber präsenter als zuletzt: Es gibt Landgefechte mit Kohorten und Hilfstruppen, Festungsbau und kleinere Scharmützel um Handelswege.
Wer reine Wohlfühl-Aufbau-Idylle sucht, kann vieles davon in Szenarien oder Sandbox-Partien stark herunterfahren; Serienveteranen bekommen zumindest etwas mehr Reibung als in den sehr friedlichen Phasen von Anno 1800 ohne DLCs.
Kauf zum Release oder warten? Einschätzung & Ausblick
Die große Frage zum Launch lautet wie immer: gleich zuschlagen oder lieber auf Patches und erste Sales warten? Nach aktuellem Stand wirkt Anno 117 in den meisten Tests und Nutzerberichten poliert, zugänglich und grafisch sehr stark, allerdings mit zwei Punkten, die ihr im Hinterkopf behalten solltet.
Zum einen ist der Anspruch bewusst etwas niedriger angesetzt als beim extrem komplexen Vorgänger. Viele lange Produktionsketten wurden entschlackt, manche Spezialsysteme entfallen oder sind stärker gebündelt.
Wer Anno 1800 inklusive aller DLCs als Lieblingsspiel betrachtet, könnte Anno 117 zum Start daher als „zu zahm“ empfinden. Für Neueinsteiger und Rückkehrer, die sich damals von der Komplexität erschlagen fühlten, ist genau das aber ein Pluspunkt.
Zum anderen melden PC-Spieler vereinzelt Performance-Schwankungen auf sehr hohen Presets, selbst mit starker Hardware.
Das ist klassisch „Day-One-typisch“ und dürfte mit den ersten Patches entschärft werden, sollte aber all jene bremsen, die ausschließlich in 4K/Ultra mit maximaler Stadtgröße spielen wollen. Wer auf mittleren bis hohen Einstellungen zufrieden ist, kann dagegen schon jetzt sehr gut einsteigen.
Positiv: Ubisoft kommuniziert von Beginn an einen Year-1-Plan mit drei DLCs und kostenlosen Updates. Erwartbar sind zusätzliche Provinzen, Bauketten, Szenarien und Komfortverbesserungen – gerade Konsolenspieler profitieren davon, dass Anno 117 diesmal von Tag eins an als Langzeitprojekt für PC und Current-Gen geplant ist.
Im Zusammenspiel ergibt sich folgende Empfehlung:
- Neugierige Aufbaustrategen mit solider Hardware und Lust aufs römische Setting können bedenkenlos zum Release zugreifen – idealerweise in der Standard Edition oder via Ubisoft+, um später bei der DLC-Wahl flexibel zu bleiben.
- Hardcore-Minmaxer und Rabattjäger warten lieber die ersten Performance-Patches und einen Sale ab, zumal der Inhalt des Year-1-Passes noch nicht komplett bekannt ist.
Klar ist: Nach Jahren im Zeitalter der Industrialisierung tut der Sprung ins Römische Reich der Serie gut. Mit Anno 117: Pax Romana setzt Ubisoft die Reihe zugänglicher, optisch eindrucksvoll und mit Konsolen-Fokus fort – ohne den strategischen Kern zu verlieren. Für viele GamingNerd-Leser dürfte das der Aufbau-Hotspot der nächsten Monate werden.

