Anarcute im Test – Der süße Aufstand

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Nicht wenige der sogenannten Indie-Games entstammen aus Projekten im Rahmen eines Studiums und somit steht auch nur ein entsprechend kleines Team hinter dem jeweiligen Machwerk. Ähnlich sieht das auch beim von französischen Studenten entwickelten Anarcute aus, welches schon früh sein Potenzial entfalten und zahlreiche Preise gewinnen konnte. In unserem Test erfahrt ihr, ob sich ein Blick lohnt.

Süße kleine Tierchen proben den Aufstand

screenshot-anarcute-13Kleine süße Tiere mobilisiert euch, denn mit Tokyo, Paris, Reykjavik und Miami wurden zahlreiche große Städte auf der Welt von fiesen Streitkräften besetzt und unterdrücken die tierische Bevölkerung. In Anarcute bricht die süße Anarchie aus und man übernimmt einen Pulk von aufständischen Tieren, mit denen man sich aus dem Würgegriff der Besatzer lösen und die Städte befreien kann. Katzen, Kaninchen, Frösche, Möpse oder Schnecken, alle sind mit am Start.

In jedem Level startet man mit einer kleineren Gruppe von süßen Tierchen. Sobald man sich weiteren Sympathisanten nähert, schließen sich diese kurzerhand an und die Gruppe wird um ein paar Unterstützer größer. Eine weitere Möglichkeit die Demonstranten-Gruppe zu vergrößern wäre es, gefangene Bürger zu befreien, indem man die Wachen ausschaltet und die Käfige niederschlägt. Am Anfang vielleicht noch nicht nötig, aber wertvoll für den weiteren Spielverlauf ist jeder weitere Unterstützer, den man bekommen kann.

Denn die Besatzer versuchen natürlich den Demonstrationszug nieder zu schlagen, wogegen man sich zur Wehr setzen muss. Einfachstes Mittel ist es natürlich einfach zurück zu schlagen, was aber später nicht mehr unbedingt regelmäßig zum Erfolg führt. Effektiver ist es dann schon, allerhand Zeug auf die Streitkräfte zu schmeißen, welche die kleinen screenshot-anarcute-05süßen Tierchen automatisch beim Umherziehen aufnehmen. Parkbänke, Laternen, Büsche oder gleich ganze Autos oder Tankwagen, die dann natürlich umso mehr Schaden anrichten, sind vor den Demonstranten nicht sicher und fliegen den Gegner regelrecht um die Ohren.

Was recht schnell auffällt und das meine ich in diesem Fall absolut positiv, dass der Schwierigkeitsgrad schnell ansteigt. Anfangs spaziert man noch recht gemächlich durch die Level und vermöbelt die Gegner, aber schon bald muss man sich etwas taktischer bewegen und die sich bietenden Hindernisse aus den Weg räumen. Auch der Schwierigkeitsgrad der Gegner erhöht sich schnell. Schon bald sitzen die ersten Scharfschützen auf den Dächern und Helikopter bringen Verstärkung. Die auf ihn zustürmenden Gegner werden größer und mächtige Laserwaffen versuchen die Tierchen unschädlich zu machen.

Zwar sind die Level relativ kurz, aber trotzdem bieten sie, aufgrund des Leveldesigns, genügend Abwechslung. Je Stadt gibt es ca. sieben Level plus einen Endgegner, der am Ende wartet, um die jeweilige Stadt endgültig befreien zu können. Einfach sind diese allerdings nicht und so habe ich eigentlich bei fast jeden mehrere Anläufe benötigt ihn zu besiegen. Die Frustrationsgrenze wird dabei aber nicht ausgereizt, auch wenn die Level als auch Endgegner teilweise schon knifflig sind.

Hübsche und detailverliebte Präsentation

screenshot-anarcute-16Ein Spiel namens Anarcute, muss natürlich entsprechend niedlich aussehen und man muss wirklich sagen, dass das studentische Team aus Frankreich das wirklich gut hinbekommen hat. Ein Vorteil an solchen Indie-Spielen ist ja oftmals, dass sich die Entwickler etwas trauen und sich nicht irgendwelchen Wünschen von Publishern beugen müssen, um dem Massenmarkt besonders zu gefallen.

Die grafische Darbietung von Anarcute ist eher reduziert und in einer Art Comic-Stil gehalten, der fast ein wenig an Papercraft erinnert. Die Liebe zum Detail findet sich in jedem der Level und den verschiedenen Städten wieder. Auch die kleinen Tierchen sind zwar reduziert, aber sehr niedlich umgesetzt worden. Was sich das Spiel allerdings gefallen lassen muss ist, dass die Performance trotz der recht überschaubaren Levelgröße manchmal etwas ins Stottern gerät. Tearing und Slowdowns sind nicht selten zu beobachten. Diese Probleme aber in den Griff zu bekommen, werden die Gamedesign-Studenten sicherlich noch lernen.

Beim Sound machen sie allerdings wenige Fehler. Die Untermalung ist durchweg passend, egal ob es die Effekte sind oder die tief ins Ohr eindringenden Songs zur Untermalung. Da kann man sich schon mal dabei ertappen, dass man mit dem Fuß mitwippt.

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Anarcute
PRÄSENTATION (GRAFIK, SOUND) 70%
GAMEPLAY 69%
ATMOSPHÄRE/STORY 72%
SPIELSPASS 70%
70%
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About The Author

Videospiele-Fan seit vielen Jahren. Alles hat damals mit dem guten alten Game Boy angefangen. Seitdem begleitet mich das Thema, was in einer in meinen Augen ansehnlichen Nintendo Retro-Sammlung endete. Neben dem alten Nintendo-Kram bin ich aber auch seit der ersten Generation der Xbox treu.

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