Fire Emblem Warriors im Test – Taktik oder eher Hack-Tick?

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Die sogenannten Mousu-Spiele, die in Asien eine riesige Fangemeinde haben, waren bisher nicht wirklich in den Fokus meines Interesses gerückt. Mit Fire Emblem Warriors bringt Nintendo nun eine gewagte Kreation aus Taktik-RPG und simplen Hack & Slay auf die Switch. Aber wie taktisch ist die ganze Sache wirklich oder ist es doch eher ein wildes „Tastenkloppen“? Und vor allem: Wie spaßig ist die ganze Nummer und insbesonders für wie lange? Ob ich mir den Kopf zerbrochen oder eher die Pfoten wund gedrückt habe, erfahrt ihr in meinem Test.

Rettet das Königreich – Lianna & Rowan auf der Suche nach dem Feuerschild

Die Geschichte des Spiels ist eigentlich recht schnell erzählt: Das Geschwisterpaar Lianna & Rowan werden in ihrem eigenen Schloss angegriffen und müssen ihre Mutter zurücklassen. Ihr Königreich ist in Gefahr und so machen sich die beiden auf den Weg dieses zu retten. Was sie dafür brauchen ist das legendäre Feuerschild. Fortan machen sie sich auf die Suche nach den fehlenden Teilen und treffen bei Ihrer Reise auf eine stetig wachsende Anzahl an Verbündeten sowie alten Bekannten. Zu Beginn des Spiels muss man sich entweder für Lianna oder Rowan als Hauptcharakter entscheiden, die sich durch unterschiedliche Kampfstile unterscheiden. Aber keine Sorge, man ist nicht nur an den ausgewählten Charakter gebunden. Auf dem Schlachtfeld lässt sich stetig zwischen dem gewählten Hauptcharakter und in der Schlacht mitkämpfenden Verbündeten hin- und herschalten. Man kann nicht nur wechseln, sondern muss das sogar, womit wir schon beim nächsten Thema wären.

Riesige Gegnerschlachten mit Planungsbedarf

Ein wenig Planung ist bei Fire Emblem Warriors das A und O, um die riesigen Schlachten gegen tausende von Gegnern siegreich und möglichst unbeschadet zu überstehen – insbesondere im späteren Spielverlauf. So verteilt sich das eigene Team auf der Map meist auf verschiedene Brandherde. Um diese zu löschen und um möglichst kein Teammitglied zu verlieren, sollte man sie vor allem strategisch angehen. Die strategische Trickkiste reicht dabei von der Positionierung der einzelnen Kämpfer, der Auswahl der Ausrüstung bis hin zur schrittweisen Vorgehensweise im Kampf.  So kann man dafür beispielsweise zwischen den Charakteren hin- und herschalten, einzelnen Teammitgliedern Befehle erteilen (Unterstützung eines anderen Charakters, Positionswechsel etc.), sowie die jeweilige Schlacht vorab durch die Auswahl von Waffen planen.

Die einzelnen Gegnertypen bedienen sich unterschiedlicher Waffentypen, deren Widerstandsfähigkeit man sich bewusst sein sollte. Das Waffendreieck gibt daher Aufschluss darüber, mit welchen Waffen man am besten gegen welchen Gegnertyp angeht. Zu Beginn sind die Schlachten noch relativ einfach und es werden einem nach und nach immer weitere Funktionen erklärt. So lassen sich die ersten Massenkämpfe auch relativ einfach bestehen, ohne groß vorab an einer Taktik zu tüfteln. Später ploppen dann während der Kämpfe zusätzliche Missionen auf, die es zu erledigen gilt. Hier ist dann spätestens eine etwas taktischere Herangehensweise gefragt, damit Teammitglieder nicht ins Gras beißen. Gerade wenn man im Klassik-Modus spielt, sollte man dies im Hinterkopf behalten. Denn einmal verlorene Einheiten sind nach einer Niederlage bzw. Tod nicht mehr einsetzbar.

Click, click! Klopp, klopp! – simple Kämpfe mit wenig Anspruch

Während das Bezwingen der Gegnermassen in puncto Positionierung der eigenen Kämpfe und Abarbeitung einzelner Nebenziele einer gewissen Taktik bedarf, sind die Kämpfe an sich eher ein stumpfes Gemetzel in bunten Farben. Natürlich mag der ein oder andere nun entgegnen bringen: Was erwartest Du bei einem Hack & Slay? – Zumindest etwas mehr Anspruch. Egal was man drückt, einem gelingen auf die einfachste Weise zerstörerische Angriffe, welche die gegnerischen Einheiten kaum zum Gegenschlag kommen lassen. Grundlegend gibt es normale und starke Angriffe. Diese kann man durch Aneinanderreihen miteinander kombinieren. Zudem haben die jeweiligen Charaktere einen zusätzlichen Superangriff, der sich nach dem Auffüllen einer Leiste relativ häufig einsetzen lässt und den Großteil der Gegner alle auf einmal ins Jenseits befördert. Besonders nervig ist die immer wiederkehrende Videosequenz bei Ausübung des Angriffs. Generell stieß mir das pathetische und kitschig anmutende Heldenepos ab und an übel auf.

Pimp my Chars & Weapons – Skill- und Craftingsystem

In allen Kämpfen verdient man Gold, Materialien sowie Erfahrungspunkte. Diese verdienten Belohnungen kann man zwischen den einzelnen Leveln im Feldlager dann in neue Fertigkeiten, Waffen und Ausrüstung investieren. Dies muss man jedoch nicht nur für seinen Hauptcharakter – in meinem Fall Lianna – tun, sondern gleich für die ganze Meute. Denn auch die Teammitglieder, die nur als NPCs in einer Schlacht mitgelaufen sind, leveln permanent. Leider ist mir Blitzbirne das erst nach einigen Schlachten aufgefallen und ich konnte dann erstmal lustig munter bei jedem nachleveln und craften. Das Skill- und Craftingsystem an sich ist nicht sonderlich umfangreich oder komplex. Allerdings sollte man es nicht außer Acht lassen, um seine Truppe für den langsam steigenden Schwierigkeitsgrad zu stärken.

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Präsentation (Grafik/Sound) 75%
Gameplay 75%
Atmosphäre/Story 67%
Spielspass 65%
70%
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Mit gemischten Gefühlen habe ich Fire Emblem Warriors gespielt. Als Genre-Neuling ist der Funke irgendwie nicht wirklich übergesprungen. Wohl auch, weil ich dem Manga-Stil und der asiatischen Aufmachung nicht wirklich aufgeschlossen bin. Dies spielt bei der Bewertung des Spiels jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Zwar machen die Kämpfe aufgrund ihrer Schnelligkeit Spaß, allen in allem fehlt es mir jedoch an Abwechslung und einer wirklichen Langzeitmotivation. Einzig allein im lokalen Koop-Modus im Split-Screen kam etwas mehr Dauerspaß ins Spiel. So ist die direkte Taktikabsprache vor dem TV wirklich eine spaßige Angelegenheit. Dennoch sind sich die Schlachten und Missionen zu ähnlich und auch das Kampfsystem an sich kann aufgrund mangelnden Anspruchs nicht wirklich überzeugen. Auch gestalterisch wirkt das Spiel durch die kahlen Schlachtschauplätze sowie das öde Gegnerdesign etwas einfältig. Eingefleischte Fans des Genres mögen diesem Spiel sicher mehr abgewinnen, für mich bleibt es eher bei dieser kurzen Stippvisite.

About The Author

Seit mehr als zwei Jahrzehnten treibe ich mich nun in digitalen Welten herum. Angefangen hat meine Karriere wie bei so vielen Kindern der 80er mit dem Gameboy und NES. Mit kleinen Stippvisiten auf dem PC und der Welt der MMORPGs, zieht es mich jedoch auf magnetische Weise mit meinem Pöter immer wieder aufs Sofa zurück und damit vor die Konsolen. Ich liebe alles, wo es eine offene Welt und viel zu entdecken gibt, fuchtel gerne mit Schwertern herum oder wirbel mit bunten Zaubern durch die Gegend. RPGs & Action-Adventures sind daher klare Favoriten, wo hingegen eher die Hölle zufriert, bevor ich mir freiwillig realistische Rennspiele oder Shooter zumute.

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