Valve hat am 9. September 2026 ein umfangreiches Steam-Client-Beta-Update veröffentlicht. Big Picture Mode bekommt einen neuen Homescreen-Modus und erstmals eigene Screensaver. Wir zeigen dir alle bestätigten Änderungen aus den offiziellen Patchnotes.
Die offizielle Ankündigung: Was Valve bestätigt hat
Valve veröffentlichte das Update in der Nacht zum 10. September 2026 als Beta für den Desktop-Client sowie als separate Version für SteamOS und Steam Deck. Im Zentrum steht der neue „Big Art Mode“ für den Homescreen im Big Picture Modus, aktivierbar unter Einstellungen, dann Home.
Zusätzlich hat Valve einen persönlichen Kalender im Reiter „Empfohlen“ des Homescreens ergänzt. Damit lassen sich relevante Aktivitäten direkt von der Startseite aus einsehen, ohne extra ins jeweilige Spielmenü zu wechseln.
Big Art Mode: So verändert sich der Homescreen
Der neue Big Art Mode räumt die Oberfläche spürbar auf. Statt vollem Newsfeed und mehreren Empfehlungsleisten rückt jetzt das Artwork des gerade hervorgehobenen Spiels großflächig in den Hintergrund. Die Liste der zuletzt gespielten Titel wandert dafür an den unteren Bildschirmrand.
Das Ergebnis wirkt deutlich aufgeräumter und erinnert an klassische Konsolenmenüs. Einige Nutzer hatten zuvor Zusatztools wie Decky Loader genutzt, um einen ähnlichen Effekt zu erzielen. Mit dem offiziellen Big Art Mode wird ein solches Plugin nun überflüssig.
Screensaver für Big Picture: Zwei Varianten plus eigene Bilder
Erstmals bringt Big Picture Mode einen echten Bildschirmschoner mit, erreichbar über Einstellungen und dann Personalisierung. Zur Auswahl stehen zwei Standardvarianten:
- Eine Diashow mit Artwork aus zuletzt gespielten Titeln und eigenen Screenshots
- Ein retro-inspirierter, hüpfender Steam-Logo-Bildschirmschoner
Zusätzlich lassen sich eigene Screensaver einbinden. Ähnlich wie bei den bekannten Startvideos legt man dafür Dateien im Ordner config/uioverrides/screensavers im Steam-Installationsverzeichnis ab. Als Vorlage dient der mitgelieferte Logo-Screensaver im Ordner steamui/screensavers.
Verbesserungen bei Game Recording und Overlay
Auch außerhalb der Optik hat Valve nachgebessert. Bei der Spielaufnahme wurde ein Fehler behoben, durch den die Wiedergabe am Ende einer Sitzung oder eines Clips unerwartet an eine andere Stelle sprang. Zusätzlich sinkt die Performance-Belastung durch Game Recording bei bestimmten D3D12-Titeln unter Windows.
Beim In-Game-Overlay wurden Bildratenaussetzer in D3D11- und D3D12-Spielen beim Erstellen von Screenshots unter Windows behoben. Ebenfalls gefixt: Darstellungsprobleme beim Overlay in Vulkan-Spielen, die mehrere Fenster gleichzeitig öffnen.
| Bereich | Änderung |
| Game Recording | Sprung in der Wiedergabe am Sitzungsende behoben |
| Game Recording | Geringere Performance-Last bei D3D12-Spielen unter Windows |
| In-Game-Overlay | Bildratenaussetzer bei Screenshots in D3D11/D3D12 behoben |
| In-Game-Overlay | Darstellungsfehler bei Vulkan-Mehrfenstertiteln behoben |
| Allgemein | Schnellerer Steam-Client-Start |
SteamRT3 und warum SteamOS-Nutzer besonders profitieren
SteamRT3 läuft weiterhin als experimentelle Beta parallel zum regulären Client und lässt sich über die Option „Experimentellen SteamRT3-Steam-Client verwenden“ in den Interface-Einstellungen aktivieren.
In dieser Runde wurden zwei konkrete Fehler behoben: Die Funktion „Nicht-Steam-Spiel hinzufügen“ zeigte zuvor eine ungültige Anwendungsliste an, und der Schalter „Steam beim Start meines Computers ausführen“ funktionierte nicht zuverlässig.
Genau hier zeigt sich, warum das Update vor allem für SteamOS-Nutzer relevant ist. Die SteamOS-Beta für Steam Deck und kommende Steam-Machine-Geräte erhält zusätzliche, nur dort verfügbare Anpassungen. Für Linux-Systeme insgesamt hat Valve außerdem das Dropdown-Menü zur Auswahl des Kompatibilitätstools überarbeitet.
Es bleibt nun immer sichtbar, versteckt automatisch veraltete Proton-Versionen und zeigt Alias-Einträge wie „Proton Stable“ an, wodurch Spiele automatisch auf die jeweils aktuelle Hauptversion wechseln können.
SteamOS-exklusive Änderungen im Überblick
Damit klar wird, welche Neuerungen wirklich nur auf Steam Deck und SteamOS-Geräten ankommen, hier die Übersicht:
| SteamOS-Feature | Nutzen |
| Schalter „Standardmäßig Desktop-Modus“ | Ersetzt manuelle Kommandozeilen-Befehle |
| Benachrichtigung beim Aufwachen | Warnt bei mehreren zuletzt aktiven Nutzerkonten |
| Responsivere Systembericht-Anzeige | Reagiert schneller auf Hardware-Statusänderungen |
| SteamRT3-Fixes | Stabilere Erkennung von Nicht-Steam-Spielen |
Diese Anpassungen zeigen, dass Valve SteamOS zunehmend als eigenständiges Betriebssystem behandelt und nicht nur als Zusatzmodus für den klassischen Steam-Client.
Weitere Detailänderungen im Überblick
Neben den großen Neuerungen bringt das Update eine Reihe kleinerer, aber praktischer Anpassungen mit:
- Power-Menü in Big Picture Mode zeigt jetzt eine Warnung, wenn ein laufendes Spiel beim Herunterfahren beendet würde
- Standard-Artwork für Spiele ohne eigenes Bibliotheks- oder Hero-Bild wurde aktualisiert
- Steam Input benötigt weniger Rechenleistung, sowohl im laufenden Betrieb als auch beim Laden von Konfigurationen
- Remote Play verlangt für das reine Herunterladen eines Spiels auf ein anderes Gerät keine PIN mehr, für Installation und Streaming bleibt sie erforderlich
Download-Geschwindigkeiten auf Verbindungen mit hoher Latenz wurden unter Linux ebenfalls verbessert. Zudem sammelt Steam Hardware-Umfragedaten jetzt bevorzugt aus der Datei /etc/os-release, was die Erkennung der genutzten Linux-Distribution genauer machen soll. Für Entwickler von Linux-Distributionen ist das relevant, weil genauere Umfragedaten künftig auch die Priorisierung bei Kompatibilitätstests beeinflussen könnten.
Was das für Steam-Nutzer bedeutet
Wer Big Picture Mode auf dem Fernseher, Steam Deck oder einem Handheld nutzt, bekommt mit diesem Update die bisher größte optische Auffrischung seit Langem. Der Big Art Mode und die neuen Screensaver sind rein kosmetisch, verändern das Nutzungserlebnis aber deutlich in Richtung einer klassischen Konsolen-Oberfläche.
Technisch interessanter ist der Fortschritt bei SteamRT3. Valve baut damit weiter an einer einheitlicheren Laufzeitumgebung für den Linux-Client, was langfristig sowohl SteamOS-Geräten als auch Desktop-Linux-Nutzern zugutekommen soll. Bislang handelt es sich weiterhin um eine experimentelle Beta, feste Zeitpläne für einen finalen Rollout wurden von Valve nicht genannt.
Warum SteamOS-Nutzer besonders im Fokus stehen
Auffällig ist, wie stark diese Beta-Runde auf Steam Deck und künftige Steam-Machine-Hardware zugeschnitten ist. Der neue Schalter für den Standard-Desktop-Modus etwa spart genau jenen Umweg über Terminal-Befehle, den bisher nur technisch versierte Nutzer gegangen sind. Wer sein Steam Deck also primär als kleinen Linux-Rechner statt als reine Spielekonsole nutzt, muss ab jetzt keine Anleitung mehr befolgen, sondern findet die Option direkt in den Systemeinstellungen.
Auch der neue Hinweis beim Aufwachen aus dem Ruhezustand ist ein reines SteamOS-Feature. Gerade in Haushalten, in denen sich mehrere Personen ein Gerät oder einen gestreamten Bildschirm teilen, verhindert die Benachrichtigung Verwechslungen zwischen Nutzerkonten.
Kein festes Datum für den stabilen Release
Wie bei den meisten Steam-Beta-Updates hat Valve keinen Zeitpunkt genannt, wann diese Änderungen den regulären, stabilen Client erreichen. Erfahrungsgemäß bleiben größere Beta-Updates mehrere Wochen im Testkanal, bevor sie flächendeckend ausgerollt werden.
Wer nicht warten will, kann die Beta-Teilnahme jederzeit über Steam, dann Einstellungen und Interface aktivieren. Schreib uns in die Kommentare, welches Feature dich am meisten überzeugt, den Big Art Mode, die neuen Screensaver oder die Fortschritte bei SteamRT3. Wir sind gespannt auf deine Erfahrungen, sobald du die Beta selbst ausprobiert hast.

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