Nintendo Switch – Die Heimheldhandkonsole?

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Es ist offiziell, Nintendo Switch kommt am 3. März, und zwar weltweit. Was ihr Wissen müsst, oder vielleicht auch gar nicht mitbekommen habt verraten wir euch im folgenden Artikel. Preise, Veröffentlichungstermine für Spiele und andere offizielle Infos, aber auch Vermutungen, soweit es keine offiziellen Angaben von Nintendo gibt. Und natürlich noch ein bisschen mehr.

Nintendo proudly presents

Um es direkt kurz und schmerzlos hinter uns zu bringen den schlimmsten Teil zuerst. Seien wir ehrlich, wollte man die offizielle Präsentation der Switch mit einem Wort umreißen, dann böte sich ein Bernd das Brot Zitat an: „Mist!“

Dabei ist das Problem weder die Konsole, noch die Software, es ist die Präsentation selbst. Man kann wohl ohne schlechtes Gewissen sagen, der Fokus stimmte einfach nicht. Dabei war das Problem nicht so sehr das Gezeigte, sondern das was nicht gezeigt wurde. Oder einfach viel, viel zu kurz. Etwa eine ganze Reihe an Spielen. Das neue Sonic? Kaum zu sehen. Steep? Richtig, gut erkannt. Falls ihr es erkannt habt. Minecraft habt ihr auch gesehen? Was war denn mit Rayman Legends Definitive Edition, Syberia 3 oder Redout? Mit etwas Glück habt ihr FAST RMX entdeckt, Shin’en setzt also seine Antigrav-Gleiterhatz um.

Praktisch ebenso kurz kam allerdings ein Mario Kart 8 Deluxe. Sicher, es ist nur ein deutlich erweiterter Port. Der aber direkt in 1080p läuft, zumindest im TV-Mode. Kaum ein Spiel, außer Zelda, hätte sich so sehr geeignet, die Hardwarevorteile von Switch zu zeigen. Leider hat Nintendo diese Chance komplett vertan.

Sehr viel zu sehen gab es dagegen ausgerechnet zu Fuchtelsteuerung 2.0. Damit wir uns nicht falsch verstehen, es ist gar nicht schlecht was Nintendo hier bietet. Ob nun zukünftig optional für Spiele oder für eine mögliche Wii Virtual Console auf Switch, man ist für alles gerüstet.

Die Trailer zu 1-2-Switch und ARMS wirkten aber nicht nur reichlich albern, sie bedienen zum Großteil eine Kundschaft, die längst abgewandert ist. Da man sich auch noch ellenlang Zeit nimmt, die Joy-Cons samt ‘HD Rumble‘ zu erklären entsteht im Gesamtpaket der völlig falsche Fokus. Das können auch Super Mario Odyssey und The Legend of Zelda – Breath of the Wild nur bedingt rausreißen, insbesondere da letzteres auch für Wii U erscheinen wird.

Something hot

Kaum zu glauben, aber wahr, guckt man mal hinter die Präsentation, dann spricht gar nicht mal so wenig für Switch. Das fängt bei banalen aber durchdachten Kleinigkeiten an. Per WiFi Netzwerk können sich bis zu acht Switch lokal verbinden. Sicher, viele werden sowas nie nutzen, die Option zu haben, jederzeit Multiplayerschlachten gegeneinander zu schlagen ist aber schon ziemlich cool. Das geht mit den Joy-Cons direkt weiter, denn diese sind tatsächlich sehr durchdacht. Angefangen damit, dass durch die Joy-Cons jeder Switch zwei Controller beiliegen, zumindest für klassische Titel oder Spiele wie Mario Kart. Das ist aber natürlich nicht alles, die Joy-Cons erlauben so ziemlich alles vom Oldschool Layout über standardmäßige Dual Analog Kontrollen bis zu Bewegungssteuerung oder Zielen per Gyroskop. Gespannt sein darf man wohl, was die eingebaute Kamera zukünftig erlauben wird. Zusammen mit dem wesentlich feinfühligeren Rumble Effekt, den Nintendo als HD-Rumble bezeichnet und vielleicht etwas überbordend beworben hat ergibt sich so ein ungemein vielschichtiges Gesamtpaket.

Zum Joy-Con gesellt sich natürlich auch der konventionellere Pro Controller. Für den ein oder anderen dürfte er schon wegen des Steuerkreuzes Pflicht werden. Interessantes Detail der Pressekonferenz ist, dass auch dieser ein Gyroskop zu haben scheint.

Es gibt tatsächlich so etwas wie einen kontinuierlichen Spielefluss, wobei Links neues Abenteuer zum Konsolenrelease den Anfang machen darf. Von Nintendo selbst folgen, unter anderem, noch im Frühjahr Mario Kart 8 Deluxe, im Sommer Splatoon 2 und Richtung Jahresende Super Mario Odyssey. Gerade letzteres scheint, auch längst überfällige, neue Ideen zu bringen. Da ist natürlich Marios Mütze, die geworfen und auch als Sprungplattform genutzt werden kann. Da sind aber auch längst überfällige, frische Umgebungen. Sicher, New York hat mir nicht gefallen. Das leicht Westernartige Comicsetting schon deutlich mehr. Vermutlich wird es noch einige Aufregung gerade der Neuerungen wegen geben, Super Mario Odyssey wirkt aber sehr vielversprechend.

Bei Splatoon 2 darf man wohl gespannt sein, welche Neuerungen es am Ende wirklich bietet. Meine persönlichen Hoffnungen drehen sich um einen ausgewachsenen lokalen Multiplayer. Sicher ist jedenfalls, dass Splatoon 2 auch wieder inhaltliche Updates nach dem Release bekommen wird.

Und da ist natürlich Mario Kart 8 Deluxe. Warum sollte ich das aber kaufen, wenn ich es für Wii U habe? Ein Hauptargument ist sicherlich der Battlemode samt Arenen, war es doch einer der größten Kritikpunkte an Mario Kart 8, dass der Battlemode auf den normalen Rennstrecken stattfand. Natürlich gibt es auch neue Charaktere. Gerade die Squids aus Splatoon waren nach dessen durchschlagendem Erfolg wohl unvermeidbar. Sie fügen sich aber auch gut ins Geschehen ein.

Sehr viele andere Titel kamen dagegen erstmal zu kurz. Etwa Dragon Quest XI. Gerade in Japan dürfte auch der zehnte Teil wichtig sein, ist das Dragon Quest MMO dort doch nach wie vor populär. Teil elf allerdings wird wohl auch westliche Gefilde erreichen und mit ziemlicher Sicherheit ein absolutes Top-RPG. Damit ist Dragon Quest aber in guter Gesellschaft, kam doch sehr vieles bestenfalls kurz im Zusammenschnitt gegen Ende vor.

Mit The Legend of Zelda – Breath of the Wild gab es noch einen sehr schicken Storytrailer zum Abschluss. Dabei wird das neueste Zelda direkt zum Start erscheinen und auch voll vertont. Ein Novum in der Seriengeschichte. Allerdings, ein Kaufgrund wird es nicht für jeden sein, kommt es doch als letzter großer Titel für die Wii U.

Auch etwas anders dürfte jedem klar sein, der die Präsentation verfolgt hat, es werden eine ganze Reihe JRPG für Switch kommen. Sei es nun Dragon Quest in mehreren Versionen, Shin Megami Tensei oder Xenoblade Chronicles 2, Fans japanischer Rollenspiele werden mehr als genug Futter bekommen. Auch Project Octopath Traveller mit seiner charmanten Pixeloptik wirkte hier sehr vielversprechend.

And something’s not

Es kam verdammt viel Software einfach zu kurz, etwa Ultra Street Fighter 2 samt schicker 2D Optik, aber auch ein neues Blaz Blue. Es fällt aber auch auf, die Unterstützung durch westliche Publisher ist vom Start weg eher blass. Zwar bietet Ubisoft neben einem längst angekündigten neuen Just Dance auch Rayman Legends und, echte Überraschung, Steep. EA scheint sich aber mit FIFA zu begnügen und Bethesda bringt, dass zugegeben immer noch hervorragende, Skyrim in der Special Edition. Vom Start weg wirkt Switch direkt wie eine Japankiste. Dabei ist natürlich nicht der starke japanische Auftritt das Problem, sondern was von Westentwicklern fehlt. Man darf etwa gespannt sein, was Activision außer einem Skylanders Imaginators bringen wird. Der Auftritt der Westentwickler bleibt aber vorerst blass.

Auch Switch selbst ist nicht frei von Tücken und weniger schönen Neuerungen. Verschmerzbar ist da für viele wohl die Akkulaufzeit. Zwischen zweieinhalb und sechs Stunden je nach Spiel sind nicht überragend, werden den meisten aber ausreichen. Mehr zu schaffen macht da der Preis. Aktuell ist Switch für 329,-€ gelistet. Und das auch noch ohne Beipackspiel. Damit dürfte Nintendos Konsole für viele über der Schmerzgrenze liegen. Hier mag auch eine Rolle spielen, dass Nintendo jede denkbare Funktion in die Controller packen wollte, die nun selbst entsprechend teuer werden. 69,90€ für den Pro Controller sind kein günstiger Spaß. Die Joy-Cons überbieten das allerdings noch um 10,-€, vorausgesetzt man verzichtet auf den Charging Grip, der selbst mit knapp 30,-€ zu Buche schlägt, den Preis für ein komplettes Joy-Con/-grip also deutlich über die 100,-€ Marke treibt. Ein Xbox Elite Controller kommt derzeit nicht viel teurer.

Abhängig davon, wie sich der tatsächliche Marktpreis in den nächsten Wochen entwickelt lauert hier eine sehr große Stolperfalle für Switch. Mobile Gaming ist heutzutage im Westen großenteils Smartphone Sache. Die PlayStation Vita war trotz toller Technik kein Erfolg und die Konkurrenzkonsolen sind teils deutlich günstiger bei viel stärkerer Technik. Kann Nintendo sich diese Preise wirklich leisten? Oder fällt Switch letztlich schnell im Preis? Viele dürften bei den Kosten jedenfalls abwarten.

Überhaupt, Online soll auch bei Nintendo zukünftig Geld kosten. Dabei wirkt das Thema momentan recht intransparent. Online Lobby und Voicechat per Smartphone statt Konsole? Zumindest der Pressetext lässt darauf schließen. Auch Angebote würde es demnach nur für Nutzer des kostenpflichtigen Service geben. Im Gegenzug soll es ein Virtual Console Spiel pro Monat geben, allerdings auch nur für den jeweiligen Monat.

Verglichen mit dem, was PlayStation 4 und Xbox One bieten wirkt das Paket recht witzlos. Seien es nun die ‘Gratis‘-Spiele die nun mal gar nicht gratis sind oder der Chat per Handy, für den man nun wirklich keinen kostenpflichtigen Service braucht. Immerhin, sofort soll dieser noch gar Nichts kosten, erst ab Herbst 2017 und selbst dann anscheinend nicht überall gleichzeitig.

The secret Sauce

Obligatorische Geheimniskrämerei gibt es in weiten Teilen um die Hardware. Allerdings ist keineswegs alles unbekannt. Die wichtigste Neuerung dürfte der Verzicht auf Regionalsperren sein. Bei Nintendos Heimkonsolen immer Standard war der 3DS der erste Handheld der Japaner mit Region Lock. Nun verzichtet Nintendo komplett darauf.

Displayseitig kommt Switch deutlich besser weg als die Wii U noch. Bei gleicher Größe hat das 720p Display mehr als die doppelte Zahl an Pixeln und wird entsprechend schärfer sein. Der nun kapazitive Screen ist auch endlich multitouchfähig. Auch die 32GB interner Speicher können einfach erweitert werden, und zwar per MicroSDXC Karte. Momentan sicher kein ganz billiger Spaß, kostet eine 128GB Karte immerhin an die 40,-€. Primär dürfte das aber Downloadkäufer treffen, denn Spiele auf Modulen brauchen keine Installation. Wer nur zu Hause spielt wird aber auch die USB-Ports vom Dock für Speichererweiterungen nutzen können.

Die obligatorische Geheimniskrämerei herrscht dagegen beim Thema Hardwarepower. Als gesichert gilt, dass Switch im TV Dock deutlich leistungsfähiger ist. Auch Mario Kart 8 Deluxe gibt hier klare Hinweise. Im Handheldmodus sind nur 720p drin, auf dem TV erstrahlt das Spiel dagegen in 1080p.

Auch Breath of the Wild wurde bereits fleißig analysiert, hier gab es schon vor Wochen Hinweise, dass es selbst im Handheldmodus runder läuft als auf der Wii U. Im TV-Mode werden höhere Auflösung (900p) und zusätzliche Details vermutet, so ganz offiziell ist das aber derzeit nicht.

Den letzten Hinweis liefert schließlich Skyrim in der Special Edition. Wer aufmerksam hingeschaut hat dem ist sicher aufgefallen, Beleuchtungsmodell und Vegetation sehen exakt so wie bei den großen Konsolen aus. Auch Effekte wie God Rays scheinen es auf Switch geschafft zu haben. Auflösung und teils Texturschärfe scheinen aber nicht mit den großen Versionen mithalten zu können. Auch FIFA sieht zumindest ordentlich aus. Möglicherweise gibt es hier aber auch nur die Legacy Edition der alten Konsolen. Wichtiger noch, die Unreal Engine 4 läuft anstandslos auf Nintendos neuer Konsole. Wird Switch ein Erfolg könnte das für viele Ports Tür und Tor öffnen. Man darf aber offensichtlich nicht exakt das gleiche wie auf PlayStation 4 oder gar Xbox Scorpio erwarten.

Release Me

Switch macht etwas, was man von Nintendos Pressekonferenz nicht behaupten kann. Einen sehr durchdachten Eindruck. Fängt das schon beim NFC Sensor im Joy-Con an, hört es beim fließenden Wechsel zwischen Handheld und Heimkonsole auf und beinhaltet so ziemlich alles dazwischen. Im Gesamtpaket hat Nintendo es tatsächlich geschafft, die besten Punkte der eigenen Geräte in einem zu fusionieren. Ob das damals die Grundidee hinter Project Fusion war?

All das geht aber auch auf Kosten des Preises, wie es scheint. Die Frage, wie dieser sich in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt dürfte für den Erfolg von Switch entscheidend sein. Der aktuell angesetzte scheint jedenfalls arg hoch.

Mindestens ebenso wichtig ist aber ein konstanter Fluss guter Spiele. Hier sind so einige Fragen beantwortet, andere aber noch völlig offen. Mario Kart, Zelda und Splatoon werden dabei sicher nicht jeden Wii U Besitzer hinter dem Ofen hervorlocken. Allerdings sind alle drei dafür umso interessanter, wenn man die Vorgängerkonsole nicht besessen hat. Spätestens mit Super Mario Odyssey sollte aber zum Jahresende ein großer Exklusivtitel für fast alle kommen. Nach wie vor abstinent ist dagegen Samus Aran, die exemplarisch für Spiele und Fans steht, die Nintendo in den vergangenen Jahren kaum bedient hat. Diese Spiele und vor allem die Fans dahinter müssen unbedingt wieder abgeholt werden.

Immerhin, gut sieht es mit der Unterstützung durch japanische Entwickler aus. Das mag daran liegen, dass Switch für den japanischen Markt mit seinem Handheldfaible ideal erscheint. Allerdings, die wenigsten der genannten Spiele sind exklusiv für Switch. Das wichtige Dragon Quest XI etwa kommt auch für Sonys Heimkonsole. Bei westlichen Entwicklern sieht es gewohnt kritisch aus. Bleiben Erfolge aus werden die meisten sich auch ähnlich schnell zurückziehen wie bei der Wii U.

Schließlich und endlich muss auch der kostenpflichtige Onlineservice deutlich mehr überzeugen als bisher. Dabei spielen auch die tatsächlichen Kosten eine Rolle, die aktuell noch gar nicht bekannt sind.

Immerhin, es bleibt spannend. Und in jedem Fall ist Nintendos Konsolen-Handheld wieder mal einfach anders.

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About The Author

1986, ein strahlender Sommer, ein Freund mit VCS, Schwarzweißfernseher, Space Invaders und Pacman. Seitdem lässt mich das Thema Telespiele nicht mehr los, egal ob Game Boy, Amiga, PlayStation, Xbox oder Wii U. Nicht mal vor dem PC hab ich halt gemacht. Einzig von Sportspielen lass ich generell die Finger.

2 Kommentare on "Nintendo Switch – Die Heimheldhandkonsole?"

  1. Mich stört irgendwie das StartLineUp. Es sind nur eine handvoll Spiele vorhanden und erst im laufe des Jahres kommtmehr.
    Irgendwie fühlt sich das nicht rund an – Obwohl ich es aus der Marketingsicht schon verstehen kann.

    Nintendo bieten dann regelmäßig neuen Content an und ist auch regelmäßig in Zeitschriften und auf Seiten vertreten und man sieht sie immer wieder bis Ende des Jahres.

    Trotzdem hätte ich gefühlt nur bei Zelda ein Spiel bei dem ich einen großen „Need-Effekt“ entwickeln könnte.

    Auch finde ich es schade das Nintendo die Chance vertan hat um die Indie-Entwickler, die man grade so langsam auf die WiiU- und 3DS-Plattform bekommt, abholt und nicht im Vorfeld einige gute Indie-Projekte (wie zum Beispiel Shift Happens) sich gesichert hat und diese zum Release auf die Plattform geholt hat.
    Hiermit hätte man auch punkten können.

  2. Aeon

    Je näher man sich mit Nintendo´s „Neuer“ beschäftigt, desto mehr kann einem schwummerig im Magen werden.
    Technisch schwachbrüstig, überteuert, Speicherplatzmangel ohne zusätzliche SD-Karten, und und und etc. pp.

    Mal ehrlich, um von der Swuu gehyped zu sein, da gehört schon ein gerüttet Maß an Blauäugigkeit und Realitätsverdrängung ´zu. Nintendo, eh schon mit einem massiven Verlust des Vertrauens seitens des Gamermainstreams behaftet, schein wirklich ALLES zu unternehmen, dieses fehlende Vertrauen noch weiter zu unterminieren. Seit Wii mutierte N zum Helmut Kohl der Videospiele, ein mobiles (sic!) Fettnäpfchensuchgerät.

    Ähnlich stur wie Kohl bei der Nennung der Bimbes“spender“ verweigert sich N dem Sprung ins 21. Jahrhundert und präsentiert gestrige technik mit einer vorgestrigen Attitüde und vorvorgestrigem Fokus auf Kinderkramspiele mit Zuckerwattegrafik. Muss man diesem Konzern noch Chancen einräumen? Ich meine nein….und hatte mit meinem „Gehate“ schon bei der Wuu recht. Auch wenn sich die N-Jünger auf den Schlips getreten fühlen und mir wieder Gehate unterstellt wird: Leute, lasst die Finger von der Konsole, bis klar ist, daß man nicht wieder einen teuren , wenn nicht sogar DEN teuersten Technikziegelstein im Regal stehen hat, der nur eines besonders gut macht, nämlich Staub anzusetzen, weil ausser Zelda und Mario kaum etwas spielbares mit Langzeitmotivation für die Kiste zu haben ist. Wer heute immer noch N Vertrauenskredit gibt, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.

    Preislich sind wir, wie einige ausgerechnet haben, mittlerweile schon bei 600 – 700 Euronen für ein funktionales Komplettpaket mit gescheitem Kontroller und etwas mehr als 32 Gig Standard-Speicher und einem (!!!) Spiel….ein Preis, für den ich mir BEIDE aktuellen Konsolen der Mitbewerber unter die Glotze stellen könnte.

    Mag sein, daß die treuen Fans mit der Swuu glücklich werden…nimmt man aber die rosarote fanbrille ab, dann bleibt eigentlich nur betretenes Schweigen ob der firmenpolitischen Hämmer, die N auf uns herabregnen lässt. Preis, Softwarenachschub („aba..aba , Ubisoft unterstützt die Swuu doch auch!“ *sigh* „aba..aba..Skyrim!!“ *doublesigh*), Zubehörpreise, Speichermangel (mal ehrlich, was hat heute denn nur 32 Gig? Selbst mein Taschenrechner hat mehr…;) )…man könnte endlos weitermachen.

    Während der gesamten Präsentation hat sich bei mir exakt dasselbe Gefühl eingeschlichen wie damals bei Wuu-Einführung. Halbgar, auf die „besondere“ Stellung von N ausgelegt, die N aber seit geraumer Zeit bei den meisten Gamern gar nicht mehr innehat und rückwärts gewandt, relativ konzeptlos nach den Maßstäben und Marktmechanismen von heute.
    Es gibt keine definierte Zielgruppe, die Altfans haben, wie ich irgendwann von der Einheitssosse á la ZeldaMario einfach die Schnauze voll und neue Fans wird man wohl kaum für 500 – 700 Tacken von ihren kostenlosen Spielen auf´m Smartphone wegbewegen können.
    Wer Segas Untergang als Hardwareprovider mitbekam, der ahnt vielleicht , wohin die reise der Swuu unweigerlich gehen wird, selbst wenn punktuell mal ein gutes Spiel alle Jubeljahre veröffentlicht würde. Trotz Shenmue, Crazy Taxi, Sonic Adventure und all den anderen Perlen (sogar ein KISS-Shooter!) ging die Dreamcast sang- und klanglos unter…nicht weil die Softwarequalität niedrig war, sondern weil das Vertrauen der Masse nicht vorhanden war…und dabei war die DC technisch ihrer Zeit sogar voraus und hinkt ihr nicht wie die Swuu sogar signifikant hinterher.

    Wer willens ist, einen Haufen Geldes in Nintendo´s „neue“ Maschine zu stecken und die Geduld eines Zenmönches besitzt, die nötig ist, um die enormen Wartezeiten auf wirklich neue Soft geistig unbeeinträchtigt zu überstehen, der wird wahrscheinlich mit der Swuu happy sein…alle anderen sollten die Patschefingerchen mMn so lange von der Swuu lassen, bis auch wirklich sichergestellt ist, daß man nicht der Wuu-Blase 2.0 aufsitzt.

    Rational betrachtet startet die Swuu so schwach wie keine andere N-Konsole zuvor…subtrahiert man den Hype und die Filterbubble der N-Jünger, bleibt objektiv kaum etwas, auf das man sich als ehemaliger N-Fan, der sich seit dem NES durch Hyrule prügelt, und der Mario seit Jahrzehnten die Prinzessin retten lässt (die dumme Nuss läst sich aber auch immer wieder kidnappen! Mario, werd´ endlich schwul und mach´ deinen Frieden mit dir selbst!) , noch wirklich freuen kann. Geht es um N und deren konsolen, dann ist Pessimismus der neue Realismus.

    Was Nintendo mit der Swuu will, das gibt der Markt des 21. Jahrhunderts nicht (mehr) her…you´ve been warned. 😉

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