Vor bereits 3 Jahren ist Shadow Tactics Blades of the Shogun von Mimimi Productions erschienen. Das Münchener Indie Studio hat eindrucksvoll bewiesen, dass Echtzeit-Taktik Spiele à la Commandos immer noch funktionieren. Das hat auch THQ Nordic erkannt, die sich die Rechte des Desperados Franchises gesichert haben und in die erfahrenen Hände von Mimimi gelegt. 2018 angekündigt, kamen nach und nach mehr Infos zu dem Spiel. Ich konnte auf der Messe eine 45-minütige Demo, von Jonathan Riedler geführt, sehen und möchte einige meiner Eindrücke zum neuesten Teil der Desperados Reihe mit euch teilen.

Ein Überblick

Ein wenig verwirrend ist der Name des Spiels. Die 3 möchte zwar sagen, dass es der dritte Desperados Teil ist, die Story selbst wird aber nicht fortgeführt, sondern setzt vor den beiden anderen Teilen an. Auf Nachfrage hieß es, dass Desperados 3 eine Kombination aus Prequel und Reboot darstellen soll. Auch hier ist John Cooper wieder mit seiner namensgebenden Gang Desperados unterwegs, um sich seinem nicht näher genannten Erzfeind zu stellen. Dabei lernt John während seiner Reise erst die verschiedenen Gefährten kennen. Über 16 Missionen, welche in 3 Kapitel unterteilt sind, reist die Gruppe von Colorado über New Orleans bis hin zu New Mexico zur Zeit des Wilden Westens. Outlaw Dörfer verwandeln sich langsam in eigene Gemeinden mit Gesetzten und Regeln, Städte florieren und die Infrastruktur wächst. Dadurch sind auch verschiedene Settings gegeben und es ist genügend Stoff für Abwechslung vorhanden. Dadurch unterteilen sich die Karten auch häufig in verschiedene Zonen. In bestimmten Bereichen können wir uns frei bewegen, in anderen dürfen wir uns wiederum nicht sehen lassen, was die Spielwelt noch einmal lebendiger wirken lässt.

Das Spielprinzip

Das Spiel erinnert in der Truppenzusammensetzung auf den ersten Blick sehr an den Trupp aus Shadow Tactics Blades of the Shogun. Ein Scharfschütze, ein Tank mit Flächenangriff, ein Tarnungskünstler. Der Taktikfan wird die Stereotypen auf jeden Fall wiedererkennen aber genau das ist der Stoff, den jedes gutes Stealth Taktik Spiel benötigt. In der Demo wurde auch wieder die Möglichkeit gezeigt Pläne für jeden einzelnen Charakter anzulegen, damit diese per Knopfdruck automatisch ausgeführt werden. Gerade das machte schon bei Shadow Tactics enorm viel Spaß und lies mir doch häufiger mal den Satz „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“ über die Lippen gleiten. In dem man Gegner belauscht, kann man auch häufig verschiedenen Hinweise für die Lösung einer Aufgabe sammeln. So gab es in der Demo beispielsweise eine Goldene Minigun, welche nur der Gang Boss benutzen durfte. Mit der erst kürzlich vorgestellten Isabelle Moreau ist es möglich Gegner durch Voodoo Zauber zu kontrollieren. Also ab an die Minigun, die Kameraden niedergemäht und dann bestraft werden. So hat man sich in kurzer Zeit der Gegner entledigt.

Aber das ist natürlich nur ein Weg von vielen. Riedler sagte, dass es deutlich mehr Wege zum Ziel geben wird, was natürlich auch den Wiederspielwert anhebt. Sogar dem inneren Pazifisten kann im Spiel gefrönt werden. Es ist möglich das Spiel bis auf wenige Missionsziele komplett ohne Tötungen durchzuspielen. Auch in Desperados 3 sollte man sich wieder schnell angewöhnen den Speicherbutton instinktiv alle 2 Minuten zu drücken, den wirklich jeder Fehler wird in dieser Art von Spielen hart bestraft. Vorab müssen im Übrigen keine Sachen geplant werden, durch die Story wird für jede Mission die Gruppe festgelegt, mit der ihr spielt. So sind in manchen Missionen nur ein Charakter verfügbar und in anderen wiederum alle. In der gezeigten Mission musste Isabelle im verlaufe alle anderen Gangmitglieder befreien, bevor man diese nutzen konnte.

Fazit

Gerade der hohe Anteil an Taktik und Geduld, welches das Spiel einem abverlangt, macht schnell klar, dass Casual Spieler mit Desperados 3 kaum glücklich werden. Jeder der aber ein Interesse an Stealth und Taktik hat, sollte sich den Titel oder vielleicht auch allgemein mal das Genre ein wenig näher zu Gemüte führen. Die fünf Grund verschiedenen Charaktere vermitteln eine hohe Spieltiefe und taktische Vielfalt. Ob Desperados 3 all das halten kann, was es auf den ersten Blick verspricht, bleibt natürlich abzuwarten, aber ich sehe dem Spiel sehr positiv entgegen. Der Titel wird voraussichtlich Ende dieses Jahres noch für PC, Xbox One und PlayStation 4 erscheinen. Nintendo Switch Besitzer müssen nach aktuellem Stand auf eine andere Plattform ausweichen, da Desperados 3 durch die großen Karten und aufwendige AI zu CPU-lastig ist. Ob der Titel zu einem späteren Stand vielleicht doch noch für die Switch kommt, ist unklar.