Totgeglaubte leben länger. Unter diesem Motto könnte auch die Darksiders-Reihe beworben werden. Nach dem eigentlichen Ende der Marke durch die Insolvenz des Rechteinhabers THQ war es lange Zeit still um die vier Reiter der Apokalypse. Nach dem Überraschungshit des ersten Teils, der die durch den Reiter „Krieg“ ausgelöste Apokalypse thematisierte, konnte der zweite Teil rund um das Abenteuer von „Tod“ schon nicht mehr so überzeugen. Entwicklung und vor allem aber das Merketing ließen das Spiel dann wohl auch finanziell nicht mehr so gut dastehen. 2013 sicherte sich der schwedische Publisher Nordic Games in einem Paket mit über 100 Marken auch die Rechte an Darksiders. Aus THQ und Nordic Games wurde zwischenzeitlich THQ Nordic und letztes Jahr erschien der lang erwartete dritte Teil der Reihe mit der weiblichen Reiterin Fury. Nun fehlt zur Vollendung der Serie nur noch der letzte Reiter – Strife.

Darksiders Genesis ist gar nicht Darksiders 4

Dieser feiert seinen Einstand in der Welt der Videospiele mit Darksiders Genesis. Uns wurde jedoch während des Termins eindringlich erklärt, dass Genesis definitiv nicht der vierte Teil der Hauptreihe sei, sondern ein Spinnoff-Prequel, welches Strife in das Darksiders-Universum integrieren soll. Beim Spiel handelt es sich also um die komplette Vorgeschichte, welcher noch vor dem ersten Teil und der darin thematisierten, zu Unrecht ausgelöste,n Apokalypse handelt, für die letztendlich der Reiter Krieg verantwortlich gemacht wurde. Dieser übergelaunte Muskelberg spielt in Darksiders Genesis übrigens auch wieder eine sehr tragende Rolle. Er ist nämlich der ständige Begleiter von Strife. In Darksiders Genesis seid ihr nämlich permanent zu zweit unterwegs. Ob ihr dabei lieber in die Rolle des Nahkämpfers Krieg oder mit Gunslinger Strife zu Werke geht, steht euch jeder Zeit offen, da ihr die Figuren ständig wechseln könnt – selbst live im Spiel mit Kumpel auf dem Sofa.

Viertes Darksiders – Viertes Genre

Dieses Konzept hat natürlich den Hintergrund, dass Darksiders Genesis ein waschechter Koop-Titel werden wird. Online oder auf der Couch, spielt dabei keine Rolle. Euer Spielpartner mit dem ihr aus der Vogelperspektive Dämonen im Dutzend zerdeppert, kann jederzeit in euer Spiel ein –oder aussteigen. Das Gameplay erinnert ein wenig an eine Mischung aus Diablo und der isoperspektivischen Lara Croft-Reihe, in der ihr ebenfalls ständig mit einem Begleiter unterwegs seid. Neben den wirklich vielen Kämpfen, werdet ihr also einige Geschicklichkeitspassagen, sowie das eine oder andere Rätsel absolvieren müssen, um das Ende der Geschichte zu erleben. THQ Nordic macht also mit dem Konzept weiter, wonach jeder Teil der Serie ein eigenes Sub-Genre spendiert bekommt.

Ein starkes Duo

Wie bereits erwähnt und wie Kenner des ersten Teils schon wissen werden, ist Krieg definitiv der Kerl fürs Grobe. Unser breitschultriger Reiter fühlt sich am wohlsten wenn er mit seinem großen Schwert Chaoseater Feinde aus nächster Nähe vermöbeln kann. Krieg spielt sich demnach wie der typische Melee Krieger, wobei er einige Angriffe aus dem ersten Teil mit in sein Movement übernommen hat. Zusätzlich verfügt er nun aber auch über ein paar neue Fertigkeiten wie eine Wirbelattacke oder einen kurzen Sprint –und Sturmagriff eben doch wieder Diablo-typische Angriffe. Strife, der vierte Reiter im Bunde, setzt voll auf seine beiden Pistolen Mercy und Redemption. Diese füttert ihr mit verschiedenen Munitionsarten, welche eure Schüsse und euer Gameplay entsprechend verändern. So gibt es Munition, welche eure Wummen in eine Art Sniper verwandeln, wobei dann genaues Zielen ausschlaggebend wichtig sein wird, da die Schussfrequenz eher gering ist. Andere Schussarten wären eine Art Laserbeam der ununterbrochene Schaden verursacht, sowie ein Kettenblitz, der von einem Feind auf umliegende andere arme Seelen geschleudert wird und somit das Zielen eher zweitrangig macht.

Skillt doch einfach wie ihr wollt und wann ihr wollt

Im Spiel selber findet ihr nach dem Besiegen von Bossen oder versteckt in den Arealen verschiedene Kristalle, die ihr in eure Fertigkeitsbäume investieren könnt, um neue Angriffe etc. freizuspielen. Praktisch am Level-Konzept bei Genesis ist, dass ihr eure Kristalle auch jederzeit wieder aus einem Sockel entfernen und in andere Sockel stecken könnt. Benötigt ihr bei einem Boss zum Beispiel besonders viel Leben, weil Krieg ein wenig „tanken“ soll oder wollt ihr mit Strife besonders auf Abstand bleiben können, könnt ihr eure Skillung für diesen Kampf ändern und anschließend wieder auf eine ausgeglichenere Variante zurückwechseln. Somit ist ständiges Taktieren oder Ausprobieren Teil des Spielprinzips und man kann auf verschiedene Kämpfe und Situationen im Spiel sehr flexibel reagieren. Die Entwickler teilten mit, das sie sich schon darauf freuen in Wiki’s oder generell im Netz die besten Skill-Kombinationen der enthusiastischen Fans zu lesen.

Spaßiger Trip in die Hölle

Insgesamt hinterließ der Termin bei THQ Nordic bzw. Airship Syndicate einen guten Eindruck vom Spiel. Natürlich sollte man bei diesem Titel jetzt nicht auf eine Triple-A-Produktion hoffen. Darksiders Genesis legt den Fokus einfach verstärkt auf das „(Coop)Gameplay und lässt die Präsentation daher eher zweckmäßig. Gerade die deutliche Auslegung auf gemeinsame Coop-Stunden könnte der ausschlaggebende Punkt von Darksiders Genesis werden, der ihn 2019 zu einem der angesagten Titel 2019 werden lässt. Wie sehr das Spiel einen alleine motivieren kann, wenn man auf Coop keine Lust hat, muss sich dann natürlich auch wieder zeigen. Für Darksiders Fans, die gerne ein Solo-Abenteuer gehabt hätten, könnte dieser Umstand dann auch nachteilig sein. Aber auch hier noch einmal zur Erinnerung: Darksiders Genesis ist nicht Darksiders 4. Ein Solo-Abenteuer wird also dennoch erscheinen.