Von Südamerika über das alte Griechenland bis in Himmel und Hölle, der Spieleherbst bringt uns dieses Jahr noch so ziemlich überall hin. Wohin genau, das zeigt euch unser Multiplattform Herbstausblick.

Shadow of the Tomb Raider

Release: 14.09.2018 – PlayStation 4, Xbox One

Laras neuestes Abenteuer war dieses Jahr mein zweiter Anspieltitel auf der Gamescom und so viel sei schon mal verraten, es hat mir wirklich gut gefallen. Anders als die beiden Vorgänger entsteht Shadow of the Tomb Raider primär bei Eidos Montreal, auch wenn Crystal Dynamics weiterhin Schützenhilfe leistet. Der Qualität tut das aber keinen Abbruch. Im Gegenteil, gerade auf der Xbox One X sieht das Spiel einfach großartig aus, ganz egal ob Gesichtsanimationen in Zwischensequenzen, Umgebungen oder Lara höchst selbst. Optisch ist Shadow of the Tomb Raider einfach eine Bank. Aber auch spielerisch ist die Rezeptur ungemein gereift. In der leider viel zu kurzen Demo gab es bereits reichlich zu entdecken, ein Tauchgang setzte uns unter Zeitdruck und schließlich muss Lara sich auch per Quick Time Event durch eine Engstelle quetschen. Gerade die QTE-Passage nervt dieses Mal allerdings wirklich nicht. Das war speziell beim Reboot 2013 noch ganz anders. Auch die Rätsel sind deutlich besser in die Umgebung integriert. So mussten wir zwischendurch eine Kletterpassage bewältigen, bei der wir aber auch immer wieder an unserem Weg zu basteln hatten, etwa indem wir einen Wagen auf eine der Plattformen rollen lassen, damit eine andere auf die richtige Kletterhöhe für uns gehievt wird. Ein weiterer Wagen muss per drehbarer Plattform erstmal auf den richtigen Kurs gebracht werden, um dann die gleiche Arbeit zu verrichten. Entsprechende Einlagen sind wirklich sehr gut in die Levelarchitektur eingearbeitet und machen schlicht und ergreifend Spaß. Wenn Shadow of the Tomb Raider nach wie vor etwas fehlt, dann ist das jeglicher Anflug von Humor. Nach wie vor herrscht die gleiche, stoische Ernsthaftigkeit, die bereits Tomb Raider 2013 und Rise of the Tomb Raider auszeichnete, ein Punkt, den ich persönlich schade finde.

FIFA 19

Release: 28.09.2018 – PlayStation 4, Xbox One

Jahr für Jahr bringt EA ein neues NHL, NFL, NBA und ja auch ein FIFA. Mit FIFA 19 kommt Ende September der neueste Ableger der Sportsimulation. Und auch in diesem Jahr hat Electronic Arts auf den Haufen noch eine Schippe draufgelegt und nicht nur in Form von neuen Animationen oder Online-Elementen. Der „Anstoß“-Modus hat ein paar weitere Spielvarianten bekommen. So kann man nun seine ganz eigenen Spielregeln erstellen. Wie zum Beispiel ohne Abseits oder gänzlich jede Treter-Aktion ist erlaubt. Warum denkt man dabei nur zwangsweise an Sergio Ramos, wie er lauthals lacht? Aber nicht nur solche „Schirimodifkationen“ sind möglich. Ihr könnt auch einstellen, dass nur Tore außerhalb des Sechzehners erzielt werden dürfen oder nur Volley Tore erlaubt sind. Was das Schlimmste aber eigentlich daran ist? Der Modus ist nach aktuellen Informationen nur offline verfügbar. Natürlich gibt es aber auch wieder Verbesserungen im FUT-Modus und im Spielerischen. So gibt es ein neues Zweikampf System, die Spieler können sich den Ball durch das First-Touch-System bereits vorlegen und durch richtiges Timing können Volleys besser getroffen werden. Zusätzlich können Taktikfüchse in diesem Jahr Spielerbewegungen deutlich feiner justieren, um tolle Kombinationen herauszuspielen. Alles in allem können sich FIFA Fans also auch neben der Lizenz für die Champions League auf einige Neuerungen freuen.

Assassins Creed Odyssey

Release: 05.10.2018 – PlayStation 4, Xbox One

Ich gebe es zu, ich hatte eigentlich genug von Assassins Creed. Nach Black Flag konnte die Reihe bei mir einfach nicht mehr richtig punkten und selbst bei Rogue war mir der maritime Part deutlich lieber als das klassische Assassins Creed Gameplay. Der letztjährige Ausflug ins alte Ägypten bei Assassins Creed Origins war für mich allerdings schon ein Schritt in die richtige Richtung und Assassins Creed Odyssey geht nun noch ein gutes Stück weiter. In der Gamescom Demo standen Schiffskampf und Massenschlacht am Strand zur Auswahl. Da ich auf letzteres deutlich neugieriger war, musste die Seeschlacht erstmal auf die Ersatzbank. Obendrein hatte man die Wahl zwischen Alexios und Kassandra. Hatte man sich erstmal entschieden, ging es nicht sofort in die Schlacht, sondern in das an der Küste gelegene Lager der Spartaner. Den entsprechenden Abschnitt konnte man direkt für Erkundung und Klettereinlagen nutzen, auch wenn es vielleicht nicht so vorgesehen war. Mehr noch, wir konnten es uns direkt mit den Spartanern verscherzen, wenn wir jene angriffen. Das Kampfsystem, das (schon seit letzem Jahr) deutlich mehr an Spiele wie Dark Souls oder Bloodborne erinnert als an frühere Assassins Creed und unter anderem mit Ausweichrolle, leichtem und schwerem Schlag und Spezialfertigkeiten aufwartet, konnte hier direkt punkten. Hatten wir uns mit dem Anführer der Spartaner auf die Teilnahme an der Schlacht geeinigt, wurde es aber kein bisschen schlechter. Ganz im Gegenteil, die Massenschlacht mit 300 Teilnehmern fordert und macht dabei aber auch mächtig Spaß. Es machte auch durchaus Sinn, zu einem gewissen Grad taktisch vorzugehen, um die eigene Seite bestmöglich zu unterstützen. Unterschiedliche Gegner fordern dabei ganz klar passende Vorgehensweisen. Gegnern mit Schild eben jenen zu entreißen oder sie vielleicht erstmal umzutreten und dann am Boden zu bearbeiten, ist beispielsweise ebenso sinnvoll wie besonders starke Gegner eher mit Ausweichen, Attacken von hinten und dergleichen zu bearbeiten. Auch wenn noch nicht völlig klar ist, wie sich die Rollenspielelemente am Ende auswirken, mit denen Assassins Creed Odyssey aufwartet und wie sich die Handlung im Verlauf des Spiels entwickelt, hatte ich schon sehr lange Zeit nicht mehr so viel Bock auf ein neues Assassins Creed wie dieses Jahr.

Soul Calibur VI

Release: 19.10.2018 – PlayStation 4, Xbox One

Meine großen vs. Fighter Zeiten sind vorbei. Damals nannte man das Genre hierzulande noch Beat em Up, Soul Calibur hieß anfangs noch gar nicht Calibur sondern Blade und hatte gegen Ende nur eine halb so hohe Nummer. Zu den Neuerungen von Soul Calibur III gehörten seinerzeit die Kämpferin Tira und ein ziemlich cooler Modus namens Chronicles of the Sword. Serienveteranen wird wahrscheinlich freuen, dass beide wieder kommen, mehr oder weniger. Fangen wir mit dem ärgerlichen Teil an, Tira darf zwar wieder ihre Ringklinge schwingen, aber nur als DLC-Charakter respektive Vorbestellerbonus. Dafür findet sich mit Geralt von Riva waschechte Prominenz ein, die sich auch überraschend gut in die Kämpferriege integriert. Natürlich gibt es auch für alle Charaktere wieder einen klassischen Storymode. Viel spannender dürfte aber Libra of Souls werden. Ähnlich wie seinerzeit in Chronicles of the Sword dürfen wir hier unseren eigenen Charakter basteln und auch hochleveln. Natürlich begegnen wir auch wieder den prominenten Charakteren der Kämpferriege und wenig überraschend spielen die Bruchstücke von Soul Edge eine wichtige Rolle. Sollte unser Charakter mal zu schwach für einen Gegner sein, lassen sich auch Söldner mit entsprechendem Level anheuern. Schließlich und endlich dürfen wir mit selbst erstellten Charakteren auch online antreten. Spielerisch bleibt weitestgehend alles beim Alten. Horizontale und vertikale Angriffe, Tritte und Block bilden die Basis des Kampfsystems, das nach wie vor auf Kombos und komplexe Manöver ausgelegt ist. Der klassische Ring Out existiert natürlich auch immer noch. Ein eigentlich ganz alter Bekannter sind die Critical Edge Attacken, die mittlerweile aber auf der Schultertaste liegen und sich, wie übrigens auch der Reversal Edge Zeitlupeneffekt, nur mit aufgeladener Energieleiste aktivieren lassen. Spielerisch scheint Soul Calibur VI jedenfalls wieder an alte Serientugenden anknüpfen zu können. Optisch gilt das leider nicht durch die Bank. Zwar sieht auch der neueste Teil dank Unreal Engine gut aus, aber ein Grafikhighlight, wie es etwa Soul Calibur oder später auch Soul Calibur 3 war, ist Teil sechs nicht. Ziemlich sicher wird auch das Design der weiblichen Charaktere einige Diskussionen lostreten, nicht ganz zu unrecht.

11:11 Memories Retold

Release: 09.11.2018 – PlayStation 4, Xbox One

Mittlerweile ist es gar nicht mehr so leicht, mit unkonventionellem Grafiklook für Aufmerksamkeit zu sorgen. 11:11 Memories Retold schafft genau das trotzdem, dank Ölgemälde-Look wirkt die Zusammenarbeit von DigixArt und Aardman Studios aber tatsächlich anders als andere Spiele. Thematisch geht es im ‘narrativen Abenteuer‘ ausgesprochen ernst zur Sache, widmet sich der Titel doch dem ersten Weltkrieg. Mit Sebastian Koch und Elijah Wood übernehmen zwei prominente Schauspieler die beiden Hauptrollen, nämlich den Deutschen Kurt und den jungen Kanadier Harry. Letztere ist junger Fotograf, der diese Rolle auch im Krieg ausfüllen soll, während Kurt bereits im mittleren Alter ist und sich ins unmittelbare Kriegsgeschehen ziehen lässt, nachdem sein Sohn vermisst wird. Auch die beiden tierischen Freunde der beiden, eine Taube und eine Katze, dürften eine wichtige Rolle im Abenteuer spielen. Auf spielerischer Ebene scheint 11:11 Memories Retold wie viele aktuelle Adventures eher einfache bis simple Kost zu bleiben, der Schwerpunkt wird klar auf der Erzählung liegen. Trotzdem sollen unsere Entscheidungen auch ernsthaften Einfluss auf die Handlung haben. Zugegeben, das klingt nach Telltale und Konsorten, aber schon alleine aufgrund des Themas und der Dartellung sollte man 11:11 Memories Retold weiter im Blick behalten.

Darksiders 3

Release: 27.11.2018 – PlayStation 4, Xbox One

Nach der Insolvenz-Meldung von THQ 2013 schien das Ende der vier apokalyptischen Reiter zunächst einmal besiegelt. Ein paar Monate später konnten Fans des Fantasy Action Adventures jedoch wieder auf ein Happy End hoffen. Publisher Nordic Games sicherte sich die Rechte an sämtlichen THQ-IP’s und machte Hoffnung auf einen Abschluss der Serie. 2015 erschienen die beiden ersten Teile als Neuauflage auf PS4 und Xbox One – wohl auch, um das generell Interesse des Marktes an der Serie abzuchecken. Anfang 2017 dann die finale Erlösung: Darksiders 3 wurde offiziell von THQ Nordic angekündigt und wird entwickelt von Gunfire Games, die sich aus ehemaligen Mitarbeitern von Vigil Games zusammensetzen. Auf der Gamescom hatten wir Gelegenheit das Spiel genauer unter die Lupe zu nehmen. Ihr schlüpft in die Rolle der dritten Reiterin – Fury. Genau wie ihre Brüder Krieg und Tod, weiß auch Fury sich gegen allzu aufdringliche Gesellen zur Wehr zu setzen. Mit ihrer Klingenpeitsche teilt die adrette Dame gleichzeitig kraftvoll wie elegant aus. Senior Designer Richard Vorodi erklärte uns beim Anspielen, dass es im fertigen Spiel ca. 150 verschiedene Angriffe geben wird. Während man Darksiders 1 noch am ehesten mit einem Zelda vergleichen konnte und Darksiders 2 starke Diablo-Elemente in die Serie eingefügt hatte, versteht Richard den dritten Ableger als Metroidvania. Insgesamt wirkt der Titel schon sehr rund und die Kämpfe wirken dank neuerlichen Souls-Anpassungen etwas anspruchsvoller. So begleiteten wir Fury auf der Suche nach zwei der sieben Todsünden, die sie benötigt um das Gleichgewicht zwischen Himmel und Hölle wieder herzustellen. Nach der gut halbstündigen Präsentation sehen wir dem 27. November positiv entgegen und sind gespannt wie das Abenteuer der vier Reiter weiter geht.

Dying Light Bad Blood

Release: 2018 – PlayStation 4, Xbox One

Ich bin kein Fan von Battle Royale. Der aktuelle Multiplayer-Trend reizt mich ungefähr so sehr wie die Aussicht auf Flöhe. Schon alleine deswegen hat es das Free to Play Spin Off Bad Blood ziemlich schwer bei mir. Das ist aber nicht ganz fair, denn Techland haben schon ein paar frische Ideen ins aktuelle Trend-Genre eingebracht. So gilt es unter anderem, kleine Missionsziele zu erfüllen wie die Säuberung von infizierten Nestern und allgemeine PvE-Elemente.

Auch mit Schusswaffen will man es Spielern nicht zu einfach machen. Wer eben jene benutzt, levelt währenddessen zum Beispiel nicht, denn Bad Blood bietet auch Rollenspielelemente. Vor allem spielt es sich aber wesentlich kompakter als viele andere Battle Royale Titel, unter anderem dank kleiner aber ziemlich vertikaler Areale und nur zwölf Spielern. Entsprechend dauern einzelne Runden nur relativ kurz, gemessen an den aktuellen Genre-Standard. Optisch orientiert Bad Blood sich eher am ersten Teil als an Dying Light 2, allerdings dürfte das gerade im Multiplayer klare Performance-Vorteile bringen. Schlecht sieht es jedenfalls nicht aus. Der Parkour-Anteil war zumindest gefühlt gegenüber Dying Light und vor allem Dying Light 2 allerdings deutlich zurückgesetzt. Über eventuelle weitere Modi hält sich Techland noch in Schweigen und auch der genaue Releasetermin für Konsolen steht aktuell noch nicht fest, PC-Anhänger dürfen allerdings ab September im Early Access schon mal ran.

One Piece: World Seeker

Release: 2018 – PlayStation 4, Xbox One

Endlich mal kein Prügelspiel. Das dürften sich viele Anime- und Mangafans bei One Piece: World Seeker denken, denn auch wenn Monkey D. Ruffy seine Gegner natürlich mit Schlägen und Tritten eindeckt, auch bei Fernangriffen, im Open World Action Adventure World Seeker spielen Kloppereien nur eine Nebenrolle. Serienfans werden viele alte Bekannte treffen, etwa Blackbeard, Marineadmiral Sakazuki oder auch Crewmitglieder wie Nami und Lorenor Zorro. Als Setting hält die extra fürs Spiel erfundene Insel Jail Island her, die natürlich auch einen Hochsicherheitsknast beheimatet. Dem immer noch aktuellen Trend folgend bietet Jail Island uns eine ziemlich offene Spielwiese, in der wir natürlich auch kämpfen können, die aber deutlich mehr bieten soll. Ruffys GumGum-Fertigkeiten helfen uns hier natürlich ungemein. So kann er sich auch fast wie Spider-Man durch die Umgebung hangeln, wenn es sein muss. Auch Ruffys Scharfschützenfertigkeit ist dank enormer Dehnbarkeit natürlich ein Schlag, vom Nahkampf mit Gegnern mal ganz zu schweigen. Wer sich nicht aktiv mit den Marine-Soldaten prügeln will, darf aber auch schleichen und Stealth-Ausschaltungen anwenden. Gelegentlich kommt es natürlich auch zu Kämpfen mit dickeren Brocken oder regelrechten Bossfights mit prominenten Gegenspielern. Optisch wird die Welt von One Piece: World Seeker der Vorlage bereits gerecht und auch die musikalische Untermalung macht einiges her. Verglichen mit Titeln wie Skyrim oder Breath of the Wild wirkte die Spielwelt der Demo aber abseits von Gegnern noch recht leer und teilweise ziemlich generisch.