Mit „Project Motor Racing“ gibt es eine neue Rennsimulation, die mit „Gran Turismo 7“ konkurrieren soll. GAMINGNERD hat das Spiel getestet
Die virtuelle Motorsport-Szene wird derzeit klar von „Gran Turismo 7“ und „Assetto Corsa Competizione“ geprägt. Doch dies soll sich nun ändern: Am vergangenen Dienstag brachte das britische Entwicklerstudio Straight4 Studios und die Schweizer Firma Giants Software ihr neues Rennspiel „Project Motor Racing“ an den Start. GAMINGNERD hat das Spiel getestet und fand positive wie auch negative Aspekte.
„Project Motor Racing“ bietet eine beeindruckende Auswahl an Fahrzeugen aus unterschiedlichen Klassen – von LMDh und LMP über GT, GT3 und GT4 bis hin zu N-GT. Ob Porsche, Aston Martin oder BMW – viele namhafte Hersteller sind vertreten. Insgesamt stehen 70 Autos bereit, die von Beginn an ohne Freischaltung verfügbar sind. Jedes Fahrzeug besitzt dabei ein individuelles Fahrverhalten und überzeugt durch einen eigenständigen Motorsound.
Etwas geringer ist die Auswahl an Strecken: Hier werden 18 Kurse geboten, wobei der Nürburgring gleich in drei verschiedenen Ausführungen als eigenständige Rennstrecken anwählbar ist – als Grand-Prix-Kurs, als Nordschleife und als 24-Stunden-Variante. Heißt also: Man fährt eigentlich nur an 16 unterschiedlichen Orten. Einige Rennstrecken lassen sich immerhin in unterschiedlichen Streckenvariationen befahren.
Grafisch überzeugt „Project Motor Racing“ vor allem durch seine beeindruckenden Wettereffekte. Selten sah Regen in einem Rennspiel so realistisch aus: Das Licht spiegelt sich bei Nässe eindrucksvoll auf dem Asphalt – besonders bei Nachtrennen sorgt das für spektakuläre Szenen. Zudem hat das dynamische Wetter, das sich während eines Rennens verändern kann, spürbaren Einfluss auf das Fahrverhalten.
Die Fahrphysik ist sehr ordentlich. Das Geschwindigkeitsgefühl wird gut vermittelt, das Bremsverhalten ist sehr realistisch und fordert ein gutes Feingefühl, ohne den Spieler zu überfordern.
Die KI allerdings ist etwas unterentwickelt. Teilweise ignoriert sie mich völlig und fährt einfach ihre Linie, verteidigt nicht ihre Position oder schiebt mich einfach von der Strecke. Positiv ist dafür das Force Feedback, weil jede Bodenunebenheit sehr gut auf das Lenkrad übertragen wird. Die Steuerung mit dem Controller funktioniert ebenfalls gut.
Einzelspieler können einzelne Rennwochenenden fahren oder eine Karriere beginnen. Dabei stehen zwei Varianten zur Wahl: „Klassisch“ oder „Authentisch“. Im „Authentisch“-Modus fährt die KI auf professionellem Niveau, Neustarts sind deaktiviert – Crasht man, fallen Reparaturkosten an. Reicht das Budget nicht aus, endet die Karriere abrupt, ganz wie im echten Motorsport.
Für die Karriere bieten sich verschiedene Rennserien an. Eine typische Saison umfasst meist fünf Rennen. Währenddessen lassen sich Fahrzeuge kaufen, reparieren oder verkaufen – ansonsten geht es geradlinig von Rennen zu Rennen.
Zwischen den Saisons allerdings können wir entscheiden, welches Sponsorenmodell wir bevorzugen. Möchten wir eine Fix-Summe bekommen? Oder sollen lieber gute Leistungen honoriert werden. Viel mehr Einflussmöglichkeiten haben wir allerdings nicht. Dem Karrieremodus fehlt es somit an Abwechslung.
Zudem gibt es die Herausforderungen – bei denen man sich mit schnellen Zeiten in den Bestenlisten verewigen kann – und natürlich den Multiplayer-Modus für Ranglistenrennen.

