Deutsche Superstars wie Leon Draisaitl und Tim Stützle machen die NHL in Deutschland immer populärer. Am gestrigen Freitag (12.9.) erschien mit „NHL 26“ der neueste Teil der Eishockey-Simulation von EA Sports. GAMINGNERD hat das Spiel getestet.
Jahr für Jahr bringt EA Sports mit „NHL“ ein richtig gutes Eishockeyspiel auf den Markt. Und Jahr für Jahr fragt man sich: Wo sind eigentlich die Neuerungen? Echte Innovationen gab es bei der Eishockey-Simulation schon lange nicht mehr. In „NHL 21“ wurde der Karrieremodus „Be a Pro“ komplett überarbeitet und mit Story-Elementen sowie Dialogen erweitert. Das Problem ist nur: Seitdem blieb dieses Herzstück des Spiels nahezu unverändert.
Dies soll bei „NHL 26“ anders sein. Der Entwickler verspricht frische Storys, Charaktere, Herausforderungen und Zwischensequenzen, die sich authentischer anfühlen sollen. Zu Beginn erstellen wir unseren eigenen Profi. Wir können wahlweise als Feldspieler oder Goalie loslegen – allerdings nicht sofort in der NHL. Stattdessen können wir entscheiden, ob wir uns über die nordamerikanischen Nachwuchsliegen oder über die europäische Champions Hockey League hocharbeiten wollen.
Gleich zu Beginn werden wir mit einem neuen Element im Spiel konfrontiert: den Pressekonferenzen. Die Journalisten löchern uns auf Englisch mit Fragen, wir bekommen diese allerdings per Text ins Deutsche übersetzt. Unsere Antworten haben direkte Auswirkungen auf die Team-Sympathie oder die Marken-Sympathie. Die neuen Zwischensequenzen sind gut gestaltet und eine Bereicherung für das Spiel – zum Beispiel beim Draft. Aber: Allzu viele davon gibt es nicht.
„NBA 2K26“ zeigt, dass es besser geht
Die typische Kommunikation, zum Beispiel mit dem Coach oder dem Agenten, geht per Texttafel vonstatten. Vergleicht man dies mit dem Basketballspiel „NBA 2K26“, ist die Darstellung in NHL 26 nicht mehr zeitgemäß. Dennoch ist der „Be a Pro“-Modus in „NHL 26“ ein Upgrade gegenüber „NHL 25“. Das Menü ist schöner gestaltet, sodass man zum Beispiel passende Schlagzeilen zum eigenen Karriereverlauf angezeigt bekommt.
Ebenfalls sehr gelungen ist das Aktivitäten-Management. Hier verteilen wir zwischen den Spielen Energiepunkte, sodass sich die Eigenschaften des Spielers verbessern. Auch der Karriereverlauf ist realistisch dargestellt. Nachdem wir in der Preseason (den Vorbereitungsspielen) zum Beispiel nur durchwachsene Leistungen ablieferten, teilt uns der General Manager mit, dass wir zunächst runter in die (zweitklassige) AHL geschickt werden und dort Spielpraxis sammeln sollen. Trumpfen wir dort auf, bekommen wir wieder eine Chance in der NHL. Dies ist ein typischer Werdegang für junge Talente.
Und was hat sich auf der Eisfläche verändert? Kurz gesagt: nicht viel! Die Grafik hat sich leicht verbessert, sodass die Gesichter der Stars mehr der Realität ähneln. Ansonsten allerdings ist die Präsentation nahezu identisch zu „NHL 25“. Hier hätte sich das Spiel ein Beispiel an „Madden 26“ – ebenfalls von EA Sports – nehmen sollen, in dem alle Teams bei ihren Heimspielen ein passendes Intro zum jeweiligen Stadion haben.
Gameplay-Verbesserungen kaum spürbar
Der Entwickler verspricht dafür ein besseres Gameplay. NHL verwendet erstmals die offiziellen Daten von NHL EDGE, wodurch die Attribute der Spieler wie Antritt, Höchstgeschwindigkeit, Schlagschuss etc. noch passender zur Realität sein sollen. Die Goalie-Torraumsteuerung wurde optimiert. Und dann gibt es auch noch die sogenannten X-Factors. Diese bilden ein Arsenal aus 28 Fähigkeiten in fünf Kategorien mit einzigartigen Animationen, taktischen Gameplay-Entwicklungen und verschiedenen Einflussgraden.
Aber um ehrlich zu sein: Die Veränderungen am Gameplay sind nur minimal feststellbar. Ein echtes Kaufargument sind diese jedenfalls nicht. Somit bleibt nur die Hoffnung, dass das Spiel im kommenden Jahr mit „NHL 27“ mehr Neuerungen bietet.

