„Mafia: The Old Country“ im Test: Ein Kinoerlebnis für die Konsole

„Mafia: The Old Country“ ist der vierte Teil der populären Mafia-Spieleserie und bietet ein echtes Filmerlebnis. GAMINGNERD hat das Spiel getestet.

23 Jahre sind vergangen, seitdem der Third-Person-Shooter „Mafia“ auf den Markt kam und Action-Fans in der ganzen Welt in Begeisterung versetzte. 2007 folgte das ebenfalls starke „Mafia II“, während der dritte Teil im Jahre 2016 viele Fans enttäuschte. „Mafia: The Old Country“, welches vor wenigen Tagen erschien, ist der vierte Teil dieser Spieleserie. Als Prequel spielt die Geschichte allerdings vor den Geschehnissen von Teil 1.

Der Spieler schlüpft in die Rolle von Enzo Favara, der bereits als Kind an eine Schwefelmine verkauft wurde und dort sein Leben lang als Bergmann schuften musste. Ein schweres Grubenunglück führt zu einer Auseinandersetzung mit einem Vorarbeiter, nach der Enzo die Flucht ergreift. Dabei stößt er auf den Weinbergpächter Don Torrisi, der mit den Mineignern abrechnet und Enzo unter seinen Schutz stellt. Von nun an arbeitet Enzo auf dessen Weingut, gewinnt allmählich das Vertrauen des Patrons und findet Aufnahme in dessen Familie. Gleichzeitig entwickelt er Gefühle für Torrisis Tochter Isabella, die sich von den dunklen Geschäften ihres Vaters fernzuhalten versucht.

Mehr zur Handlung wollen wir noch nicht verraten, denn die filmisch erzählte Geschichte ist einer der großen Pluspunkte des Spiels. „Mafia: The Old Country“ gelingt es wie nur wenigen Videospielen, den Spieler bereits nach kürzester Zeit in den Bann zu ziehen. Teilweise ist das Game gefühlt mehr Film als Videospiel. Die Story ist packend, die Dialoge sind gut geschrieben, die Synchronisation ist erstklassig. Kurzum: Mehr Kino auf der Konsole geht nicht.

Der Entwickler Hangar 13 überraschte viele Fans im Vorfeld, als bekanntgegeben wurde, dass „Mafia: The Old Country“ kein Open-World-Spiel sei, sondern eine lineare Handlung habe. Dennoch bietet das Spiel eine offene Spielwelt. Der Spieler wird allerdings von der Handlung getrieben – es gibt keine Nebenmissionen im Stil von GTA. Die Fortbewegung geht per Pferd oder Auto vonstatten. Teilweise lassen sich die Ritte von A nach B überspringen.

Überhaupt widersteht „Mafia: The Old Country“ der Versuchung, die Spielzeit mit nervigen Nebenaufgaben (Stall ausmisten etc.) in die Länge zu ziehen. Da lässt es sich verschmerzen, dass die Spielzeit lediglich 12 bis 15 Stunden beträgt. Zumal der Verkaufspreis mit 49 Euro auch noch sehr fair ist.

Die Aufgaben in den Missionen unterscheiden sich, weil der Protagonist Enzo sich nicht einfach nur die Missionen ballert. Zwar gibt es Missionen, in denen man einen Bösewicht nach dem anderen niederstreckt. Allerdings gibt es teilweise auch Messerkämpfe oder Schleichmissionen.

Bei Letzterem kommt jedoch eine der wenigen Negativpunkte des Spiels zur Geltung: Die KI der Gegenspieler ist eher schwach. Gerade bei den Schleichmissionen stellen sich die Gegner einmalig dämlich an. Manchmal müsste man sich regelrecht anstrengen, um vom Gegner entdeckt zu werden. Immerhin gibt es drei verschiedene Schwierigkeitsgrade, wodurch das Spiel eine breite Zielgruppe anspricht.

Mehr Kino in einem Game geht nicht
„Mafia: The Old Country“ ist ein Top-Spiel für alle Gamer, die Lust auf eine tolle Handlung haben. Man möchte einfach immer weiterspielen und wissen, wie die Geschichte weitergeht. Das alte Sizilien ist grafisch und atmosphärisch gut in Szene gesetzt. Auch die Missionen machen viel Spaß, wenn man einmal von der teilweise schwachen KI absieht.
Leserwertung0 Bewertungen
0
Pros
Die Spielewelt ist grafisch super gestaltet
Tolle Handlung mit einer guten Synchronisation
Drei Schwierigkeitsgrade
Längere Missionswege sind überspringbar
Cons
Kurze Spieldauer
KI der Gegner ist teilweise schwach
88