Wer eine Alternative zu Madden NFL sucht, könnte an College Football 26 seinen Spaß haben. Das Football-Game glänzt mit einer großen Auswahl an Teams und viel Football-Atmosphäre. GAMINGNERD hat das Spiel getestet.
Hierzulande wird College-Football kaum wahrgenommen. In den USA allerdings ist der Universitäts-Sport vielfach noch beliebter als die NFL. Die größten Arenen sind an den Universitäten zu finden – und nahezu immer ausverkauft. Das Michigan Stadium fasst 107.601 Plätze, das Beaver Stadium 106.572 Plätze und das Ohio Stadium 102.780 Plätze – um nur drei Beispiele zu nennen. EA Sports nahm sich dies zum Anlass, neben Madden NFL auch noch ein College-Football-Spiel auf den Markt zu bringen. Nachdem „College Football 25“ bereits sehr beliebt war, folgt nun „College Football 26“.
Das Spiel beinhaltet alle 136 Teams aus dem College-Football. Alleine die Einlauf-Zeremonien sorgen für Gänsehaut und gleichen der Realität. Bei den Oregon Ducks fährt das Maskottchen beispielsweise auf einem Motorrad ein, beim Team der Navy fliegen Kampfjets über das Stadion. Mehr Atmosphäre geht nicht!
Auch der Einfluss der Zuschauer, die im College-Football besonders laut sind, wurde gut in das Spiel integriert. Steigt der Stadion-Pulse, hat das Auswärts-Team in der Offensive ein Problem. Die Laufrouten verschwimmen und der Spieler kann teilweise nicht mehr erkennen, welchen Knopf er für die Pässe an die jeweiligen Passempfänger drücken muss.
Das Gameplay ist sehr ähnlich wie bei Madden, fühlt sich aber dennoch ein wenig anders an. Madden spielt sich gefühlt flüssiger und schneller als College Football. Auch dies ähnelt der Realität, weil die Athletik im Profi-Football höher ist.
Das generelle Problem bei Football-Spielen ist, dass das Offensivspiel deutlich mehr Spaß macht als das Defensivspiel. Während man im Angriff die volle Kontrolle hat – erst über den Quarterback, dann über den Ballträger – kann man in der Defensive eben nur einen Teil des Spielfeldes abdecken. Das heißt: Wenn die KI-Mitspieler nicht aufmerksam sind, ist man chancenlos – selbst wenn man alles richtig gemacht hat. Dies ist teilweise frustrierend.
Für Einzelspieler gibt es zwei verschiedene Spielvarianten – einen Karrieremodus und einen Managermodus. In Road to Glory schlüpfen die Spieler in das Leben eines Studenten-Athleten beginnend in der High School. Und zwar wahlweise als Quarterback, Running Back, Wide Receiver, Linebacker oder Cornerback.
Du kannst selber entscheiden, ob du als gefeierter Fünf-Sterne-Rekrut oder als unterschätzter Spieler beginnst. Als Underdog wirst Du dich gedulden müssen, ehe Du Spielzeit bekommst. Unter der Woche kannst Du zwischen den Spielen Trainingseinheiten absolvieren und Dich verbessern. Die Kommunikation mit Trainern oder Reportern erfolgt allerdings nur per Textmodus. Hier wären Videoclips schöner gewesen.
Im Modus Dynasty übernimmt der Spieler die Kontrolle als Head Coach, stellt den Coaching Staff zusammen, rekrutiert nach Schema und Standort und führt das Programm im Idealfall zum Titel.
Sehr angenehm: In der Trainerkarriere kannst Du entscheiden, ob Du Dich bei Deinem Wunschteam als Head Coach um die gesamte Mannschaft oder als Coordinator lediglich um die Offense oder Defense kümmerst. Als Trainer musst Du die Top-Talente von den High Schools entdecken und verpflichten. Du kannst Dich erst einmal im Freundeskreis über den Spieler informieren, einen Besuch vereinbaren oder direkt ein Stipendium anbieten. Das Saisonziel sind die Playoffs, an denen 12 Teams teilnehmen.
Sehr gelungen ist der Online-Modus. Neben dem gewohnten Ultimate Team, in dem man sich ein eigenes Team zusammenstellt, gibt es den „Road tot he CFP“. Hier wurde ein Saisonmodus mit zwölf Saisonspielen integriert. Je nach Resultaten steigt man im Ranking auf oder ab. Wer einen Platz in den Top-12 erreicht, nimmt an den Playoffs teil.

