Uncharted: Nathan Drake Collection im Test

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Eigentlich sollte Uncharted 4: A Thief’s End bereits im kommenden Monat auf die PlayStation 4 losgelassen werden, sein Abtritt von der Videospiele-Bühne wird sich jetzt aber noch bis März 2016 hinauszögern. Manchmal ist so eine Verschiebung aber nicht unbedingt schlecht. Zum Einen hat uns die Vergangenheit gelehrt, dass einige weitere Monate Entwicklungszeit einem Spiel sehr gut tun können, anderer seits können wir mehr Zeit der jüngst veröffentlichten Uncharted: Nathan Drake Collection widmen und mit den darin enthaltenen ersten drei Abenteuern der Reihe verbringen.

screenshot-uncharted-collection-01„Wir haben eine Menge Nachforschungen angestellt und herausgefunden, dass 80 Prozent der Leute, die eine PS4 besitzen, niemals Uncharted gespielt haben“, so Naughty Dogs Eric Monacelli. Eine Zahl, die aufgrund der großen Beliebtheit der Reihe zwar auf den ersten Blick als sehr gering erscheint, auf den zweiten Blick aber nur noch bedingt. Immerhin ist die Zahl der PlayStation-Erstbesitzer aufgrund des großen Erfolgs von Sonys aktueller stationären Konsole relativ hoch. Viele Spieler also, die vielleicht vor Erscheinen des vierten Teils einen Blick in die komplette Reihe werfen wollen, ohne sich eine zusätzliche Konsole anschaffen zu müssen.

Aufpolierte Abenteuer von Nathan Drake

screenshot-uncharted-collection-04Doch was können wir von den Spielen auf der PlayStation 4 erwarten? Denn eins sollte einem klar sein, die Spiele wurden lediglich aufpoliert und an die Möglichkeiten der PS4 angepasst. Ein Remake oder von Grund auf überarbeitete und über weite Strecken neu programmierte Spiele sind es nicht. Aber das muss es auch nicht, immerhin ist das Ausgangsmaterial schon gut genug. Bereits auf der PS3 setzten die Uncharted-Spiele von Naughty Dog sowohl mit der optischen Präsentation, als auch mit der technischen Umsetzung Maßstäbe. In aufwändigen Sequenzen mit einem für den damaligen Stand der Technik einzigarten Detailgrad wurde die Hardware seinerzeit nicht selten an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gebracht. Diese Probleme mit Rucklern und Slow-Downs gehören auf der PlayStation 4 natürlich der Vergangenheit an, Nathan Drake rennt, springt, schwingt und schießt sich butterweich durch seine Abenteuer.

Neben einer höheren Auflösung und Bildrate werden die Spieler auch durch detailreichere Texturen und mit neuen Figurenmodellen in einer höheren Polygonen-Dichte verwöhnt. Hätte man die Texturen einfach nur hochgerechnet, würden diese etwas matschig aussehen und besonders bei kurzer Distanz negativ auffallen. Durch die Überarbeitung sehen diese aber auch bei kürzester Entfernung gestochen scharf aus. Der Unterschied zum screenshot-uncharted-collection-06Original ist im ersten Teil „Drakes Schicksal“ (2007) natürlich besonders groß, aber auch der zweite und dritte Teil sehen durch die Frischzellenkur deutlich schöner aus. Neben einer höheren Weitsicht und angenehmerer Kantenglättung, fallen außerdem besonders die überarbeiteten Wasser- und Lichteffekte auf, die mit den originalen Versionen der Spiele nur noch wenig zu tun haben. Wenn man die weichen Schatten- und Lichtspiele so sieht, vergisst man manchmal, dass es sich hierbei eigentlich um ein PS3-Spiel handelt. Und das was für die Lichteffekte gilt, gilt auch für die bereits erwähnten Wassereffekte. Erreicht man im ersten Teil beispielsweise das gestrandete Nazi-U-Boot, denkt man im ersten Moment nur „WOW! Das ist neu.“ Nein, ist es nicht, es sieht einfach nur viel besser aus.

Zwar ist die meiste Arbeit in die technische als auch grafische Präsentation der Spiele geflossen, doch auch die Steuerung wurde für die Collection noch einmal überarbeitet. Nach heutigen Standards und Gewohnheiten wirkt die Steuerung in den alten Teilen, besonders die Shooter-Einlagen, etwas hakelig und angestaubt. Diese geht auch in der Collection nicht so gut von der Hand, wie bei einem modernen, reinrassigen Shooter, aber eine deutliche Besserung ist dennoch wahrnehmbar. Am Ende des Tages ist Uncharted aber auch kein Shooter, sondern ein Action-Adventure und hierbei funktioniert die Steuerung wirklich sehr gut und intuitiv, nicht zuletzt durch die Verbesserungen, die für die Collection vorgenommen wurden.

Optisch als auch technisch hat das ausführende Entwicklerstudio Bluepoint Games einen wirklich guten Job abgeliefert. Kein Wunder, das Studio hatte bereits bei den überarbeiteten Fassungen der God of War-Collection und der Metal Gear Solid HD-Collection bewiesen, dass sie für Jobs dieser Art die richtige Wahl sind.

Kein Multiplayer und keine 3D-Features mehr, keine Zusatzinhalte

screenshot-uncharted-collection-03Zwar ist die Kampagne der drei Uncharted-Abenteuer vom Umfang her unangetastet geblieben, ein paar Einschnitte müssen wir dennoch hinnehmen. So ist zum Beispiel der Mehrspieler-Part weggefallen, welcher beim Original seit dem zweiten Teil mit an Bord war. Dafür soll man allerdings Zugang zur Beta des kommenden vierten Teils erhalten, ist ja auch was. Außerdem war die Einzelspieler-Kampagne sowieso immer das Kernstück der Serie, so dass den meisten Uncharted-Veteranen das Fehlen des Mehrspieler-Parts gar nicht weiter auffallen dürfte. Ähnliche sieht es beim 3D-Feature aus, auch das sucht man bei der Collection vergebens, welches sowieso ausschließlich beim dritten Teil angeboten wurde. Letztlich werden sowieso nur die wenigsten Spieler dieses Feature genutzt haben.

Einzig schade finde ich, dass auf der Disc der Nathan Drake-Collection tatsächlich nur die drei Spiele zu finden sind, keinerlei Hintergrundinformation zur Entstehung der Figur Nathan Drake und der Uncharted-Reihe. Entwicklervideos sind hierbei zum Beispiel ein gern genommenes Mittel, um den Fans der Reihe die Entstehungsgeschichte näher zu bringen. So wirkt die Collection tatsächlich etwas nackt.

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Uncharted: Nathan Drake Collection (PS4)
PRÄSENTATION (GRAFIK, SOUND) 83%
GAMEPLAY 90%
ATMOSPHÄRE/STORY 95%
SPIELSPASS 90%
89%
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Die Nathan Drake Collection ist nicht nur etwas für Uncharted-Neulinge, auch Fans der Reihe werden ihren Spaß damit haben und können die für die PlayStation 3 erschienen Teile auf der PS4 noch mal in neuem Glanz erleben. Die Entwickler von Bluepoint Games haben das Spiel an den richtigen Punkten verbessert, um es auch auf der aktuellen Konsolen Generation zu einem Erlebnis zu machen. Grafisch ist es absolut ansehnlich und auch technisch bzw. von der Steuerung muss es sich hinter aktuellen Spielen nicht verstecken. Einzig die nicht vorhandenen Zusatzinhalte wie Making Of oder Entwicklervideos fehlen komplett, damit hätte man die Collection noch mal um einiges aufwerten können.

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About The Author

Videospiele-Fan seit vielen Jahren. Alles hat damals mit dem guten alten Game Boy angefangen. Seitdem begleitet mich das Thema, was in einer in meinen Augen ansehnlichen Nintendo Retro-Sammlung endete. Neben dem alten Nintendo-Kram bin ich aber auch seit der ersten Generation der Xbox treu.

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