Tom Clancy‘s The Division im Test – Vier Nerds in New York

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Der Big Apple, die Stadt die niemals schläft oder einfach der offizielle Name – New York City. Kaum eine Stadt ist so berühmt und derartig oft Austragungsort für Filme, Spiele oder Serien wie die größte Stadt der USA. Zahlreiche Wahrzeichen wie die Freiheitsstatue, das Empire State Building, der Nintendo World Store oder der Central Park sind fast jedem Menschen auf diesem Planeten ein Begriff. Gut, der Nintendo World Store vielleicht nur den Nerds. Nun kommt eine weitere virtuelle Umsetzung hinzu und die sieht besser aus als alle anderen zuvor.

Tom Clancy‘s The Division versetzt euch als Spieler also genau in diese städtische Berühmtheit und lässt euch gemeinsam mit Freunden auf spannende Beutezüge gehen. Hinter dem Abenteuer steckt das schwedische Entwicklerteam von Massive Entertainment (Unterstützt durch Red Storm Entertainment), das zuletzt für den dritten Far Cry-Teil verantwortlich war. In Auftrag gegeben wurde der MMO-Shooter-Mix vom französischen Publisher-Schwergewicht Ubisoft. Bislang sind MMO-angehauchte Spiele auf Konsolen eher die Ausnahme, durch immer zunehmender Beliebtheit und Verbreitung des Online-Gaming, feiert dieses Genre jedoch zurzeit einen kleinen Siegeszug auf stationären Heimkonsolen. Die Redaktion kämpfte erstmals in einem Test gemeinsam für die Rettung der Stadt, die einst schon Frank Sinatra besang – Bühne frei für die Nerds in New York City!

New York – Der verfaulte Apple

Screenshot-TOM-CLANCY'S-THE-DIVISION-13Die Geschichte von Tom Clancy‘s The Division basiert auf einem Szenario, welches 2001 tatsächlich von der US-Behörde Center for Civilian Biodefense Strategies (CCBS) theoretisch durchgespielt wurde. Über Geldscheine verbreitet eine terroristische Gruppierung ein tödliches Virus, dass New York in kürzester Zeit in Chaos und Anarchie stürzen lässt.

Das Virus vernichtet dabei Regierungstruppen und Ordnungskräfte gleichermaßen, wodurch die Stadt Terroristen und Verbrechern schutzlos ausgeliefert ist. Um die restliche Bevölkerung vor diesen Gefahren zu schützen, sieht sich die US-Regierung dazu gezwungen das Strategic Homeland Division (SHD) zu gründen. Selbstverständlich seid ihr ein Teil dieser „Division“ und stellt euch mit anderen Agenten der Herkules-Aufgabe die Stadt wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Während der Geschichte offenbaren sich dabei einige typische Klischees aus der Hollywood-Standard-Writer-Kiste, die wohl unvermeidbar waren. So präsentiert euch das Spiel im Laufe der Geschichte einige wenig kreative Wendungen und Intrigen, die immer irgendwie schon zu erwarten sind. Nette Erzählungen sind jedoch in dieser Art Genre auch eher ein schmückendes Beiwerk, als notwendige Komponente für ein tolles Spiel-Erlebnis.

Die Ubisoft-Formel

Screenshot-TOM-CLANCY'S-THE-DIVISION-17Nach einer kurzen Einführung in die Spielwelt von Tom Clancy‘s The Division in Brooklyn landet ihr nach einer guten halben Stunde im Start-Camp des Spiels und erhaltet gleich eure ersten Aufträge. Hier kommt zu einem guten Teil auch die bereits bekannte Ubisoft-Formel zum Einsatz. Die Hauptkarte von New York ist in unterschiedliche Abschnitte gegliedert und richtet sich in der Unterteilung vor allem nach dem jeweiligen Spielerlevel. In jedem Abschnitt findet sich ein Safehouse, wo ihr Vorräte und Munition auffüllen oder bei den Händlern nicht benötigte Ausrüstung verkaufen könnt. Später im Spiel dienen diese sicheren Unterschlüpfe vor allem Laufmuffeln als Schnellreiseziel.

Auf der Karte findet ihr anschließend alle verfügbaren Nebenmissionen und Ereignisse und laden euch zum fröhlichen „abklappern“ ein. Die Nebenmissionen unterteilen sich hierbei in eine Handvoll an Missionstypen, die sich irgendwann wiederholen. Mal müsst ihr Versorgungskisten vor Angreifern schützen, mal sucht ihr in einem vorgegebenen Gebiet nach kontaminierten Kisten oder ihr befreit Geiseln aus den Händen der Bösewichte. Habt ihr in einem Abschnitt alles erledigt, bekommt ihr besondere Crafting-Rezepte und es werden euch alle sammelbaren Gegenstände auf der Karte angezeigt. Sammeln und Ubisoft gehört halt irgendwie zusammen. Zusätzlich findet ihr in New York auch besitzerlose Handys, zurückgelassene Einsatzberichte oder kleine Video-Abschnitte die hier Echos heißen.

Home sweet home

Screenshot-TOM-CLANCY'S-THE-DIVISION-01Recht früh im Fortschritt schaltet ihr die Operationsbasis frei, die euch fortan als Heimat zur Verfügung steht. Durch herbe Rückschläge im Kampf um New York ist diese aber etwas heruntergewirtschaftet und es liegt an euch das Zentrum eurer Operationen wieder auf Vordermann zu bringen. Hauptsächlich erledigt ihr das, durch die Reaktivierung der drei Hauptflügel „Medizin“, „Technik“ und „Sicherheit“. Dazu befreit ihr in den ersten Hauptmissionen wichtige Experten auf dem jeweiligen Themengebiet aus der Hand eurer Widersacher.

Insgesamt gibt es vier feindliche Gruppierungen, die sich thematisch unterscheiden und verschiedene Gegnerklassen im Repertoire haben. Habt ihr die Flügel freigeschaltet, lassen diese sich in jeweils 10 Stufen ausbauen und schalten euch somit Talente, Vorteile und Fertigkeiten frei. Upgrades erfordern jedoch Material. Absolviert ihr beispielsweise Nebenmissionen für den Medizin-Flügel erhaltet ihr als Belohnung eine Material-Währung, mit der ihr diese Abteilung stilecht pimpen könnt. Sämtliche wichtigen Händler schlagen im alten Postamt ebenfalls im Laufe des Abenteuers ihr Lager auf und bieten euch ihren Kram zum Verkauf an. Zusätzlich befinden sich alle Crafting-Maschinen in der Operationsbasis, die ihr vor allem am Ende des Spiels öfter braucht.

Third-Person-Deckungs-MMO-Shooter?

Screenshot-TOM-CLANCY'S-THE-DIVISION-11Tom Clancy‘s The Division ist im Kern ein Third-Person-Shooter und legt den Fokus der Kämpfe deshalb auf taktische Positionierung und intensive Feuergefechte. Die Steuerung geht dabei anständig von der Hand, erfordert jedoch etwas Eingewöhnungszeit und hängt dem Aushängeschild des Genres (Gears of War) spürbar hinterher. Per Knopfdruck „saugt“ ihr euch an Deckungen fest und verschanzt euch so vor feindlichem Beschuss. Aktiviert ihr nun die Zielfunktion mit der linken Schultertaste guckt euer Charakter über die Deckung und ihr könnt die Bleispritze sprechen lassen.

Eure Widersacher agieren im Kampf gegen euch erfreulicherweise recht clever. Ihr erlebt öfter den Versuch, dass die Gegner euch flankieren oder euch mit Granaten zu einem Positionswechsel zwingen wollen. Leuchtet also der Boden unter euch rot, nehmt ihr besser die Beine in die Hand. „Visiert“ dazu eine andere passende Deckung an (An der Stelle erscheint eine A-Taste) – nun müsst ihr nur noch den Knopf gedrückt halten und eure Spielfigur sprintet los und ihr könnt wieder verschnaufen.

Dieses neumodische MMO-Genre

Screenshot-TOM-CLANCY'S-THE-DIVISION-02Auf der anderen Seite steht die MMO-Seite des Spiels. Gegner verlieren nach ihrem Ableben neue Ausrüstungsgegenstände und Waffen und versorgen euch mit Erfahrungspunkten, die ihr zum Levelanstieg benötigt. Jede Waffe und jedes Rüstungsteil verstärkt eure Charakterwerte und lässt euch somit immer mächtiger werden. Neben den spaßigen Feuergefechten, sollten sich Neulinge also auf einen hohen Anteil an Rollenspiel-Elementen gefasst machen. Findet ihr neue Items, wollen Werte verglichen und Vorlieben überdacht werden. Schnallt ihr eurem Helden lieber die neue Weste um, die zwar euren Schadenswert nach oben treibt, euch dafür aber einen ordentlichen Teil an Lebenspunkten kostet. Wer also anhand der Bilder auf einen reinrassigen Shooter schließt, der sei hiermit gewarnt: Tom Clancy‘s The Division beschert euch nicht nur schnelle Baller-Action, sondern auch viel Rollenspiel und Einarbeitungszeit.

Ihr seid immer ein „Alleskönner“

Screenshot-TOM-CLANCY'S-THE-DIVISION-15Anders als bei sonstigen MMO-Shootern ist euer Charakter ein echter Tausendsassa. Habt ihr eure Basis vollständig ausgebaut, hat euer Alter Ego drei Actionskills auf dem Kasten. Der Clou bei Tom Clancy‘s The Division ist die Tatsache, dass ihr eure Skills und damit die Charakter-Ausrichtung jederzeit wechseln könnt. Entsprechend den Hauptflügeln der Basis, teilt das Spiel auch die Art der Fertigkeiten in die Bereiche Heilung, Tank oder Damage ein. Muss man sich normalerweise vor der Wahl der Charakter-Klasse Gedanken darum machen, welche Rolle man innerhalb des Teams im zukünftigen Zusammenspiel übernehmen möchte, lässt euch Massive Entertainment jede Option offen.

Neben den Actionskills, die über entsprechende Cooldown-Zeiten (Die Zeit, die vergeht, bis ihr die Fertigkeit erneut einsetzen könnt) verfügen, sucht ihr euch bis zu fünf weitere thematische Talente aus, die euren Agenten permanent Boni verpassen. Als Heiler habt ihr so die Möglichkeit eure Erste Hilfe Sets zu verbessern oder sogar Mitspieler bequem aus der Entfernung wiederzubeleben. Der Bereich Sicherheit befasst sich logischerweise mit sämtlichen Boni die euch im Kampf mehr Schaden einstecken lässt und die Talente aus der Sparte Technik verbessern eure Actionskills und euren ausgeteilten Schaden.

Die dunkle Seite von New York

Screenshot-TOM-CLANCY'S-THE-DIVISION-14Im Herzen der Map, nämlich genau in der Mitte, befindet sich die Dark Zone von New York. Dieses Gebiet wird von keiner Fraktion kontrolliert und es herrscht absolute Anarchie. Betretet ihr dieses Gebiet, seid ihr auf euch alleine gestellt und müsst mit den Konsequenzen leben. Spielerisch handelt es sich bei der Dark Zone schlicht um den PvP-Bereich von Tom Clancy‘s The Division. Jedoch mit ein paar Besonderheiten. So vermischt Massive Entertainment interessanterweise PvP mit PvE und schafft somit eine einzigartige Atmosphäre. Für die Bergung des Dark Zone-Loot habt ihr nur begrenzte Kapazitäten frei und alles was ihr bei besiegten Feinden findet, landet in eurer speziellen Dark Zone-Tasche. Diese Ausrüstung ist jedoch so stark kontaminiert, dass sie nicht einfach aus diesem Gebiet getragen werden darf und deshalb von einem Hubschrauber abtransportiert werden muss.

Habt ihr eure Tasche also mit den tollen neuen Items gefüllt, begebt ihr euch zu einem speziellen Landeplatz und startet den Bergungs-Prozess. Nun gilt es 1:30 Minute feindliche Wellen abzuwehren um euer Zeug anschließend sicher am Heli zu sichern. Der Clou an der Dark Zone ist jedoch, dass wenn ihr sterbt, die in der Dark Zone gesammelte Ausrüstung an Ort und Stelle verliert. Werdet ihr also von einem CPU-Gegner gekillt, nehmt ihr besser die Beine in die Hand und lauft möglichst schnell zurück zum Ort eures Versagens um eure Beute wieder aufzunehmen. Der Haken an der Sache ist: Jeder andere Spieler kann sich in dieser Zeit euer Zeug unter den Nagel reißen. Und hier kommt der PvP-Gedanke zum Tragen. Pustet ihr einem anderen Spieler die Lichter aus, schnappt ihr euch einfach seine hart verdienten Items und haut ab. Für einen Spieler-Kill werdet ihr allerdings als abtrünnig gekennzeichnet und seid für andere Spieler im Gebiet markiert. Weiterer Nachteil: Auf euren Kopf ist eine Belohnung in Form von besonders viel Kohle und Erfahrungspunkten ausgesetzt. Im Zweifel interessieren sich jetzt also auch andere, unbeteiligte, Spieler für euren Verrat, weil sie scharf auf die Entlohnung sind. Grade in der Wartezeit der Bergung entsteht durch diese Tatsache eine ganz besondere Stimmung.

Unbekannte andere Spieler werden mit Argusaugen beobachtet, während der eigene Zeigefinger sehr locker auf der Feuertaste verharrt – immer bereit entsprechend zu antworten, falls sich Jemand an eurem Zeug bedienen will.

New York City – Eine Reise wert

Screenshot-TOM-CLANCY'S-THE-DIVISION-04Ubisofts neue Snowdrop-Engine lässt den großen Apfel auf Xbox One und PlayStation 4 definitiv in seinem bisher schönsten Glanz erstrahlen. Die Texturen sind unglaublich detailliert, die Wetter-Effekte sehen fantastisch aus und man spürt fast schon die Hitze des virtuellen Feuers der Cleaners im eigenen Wohnzimmer. Der Presse gab man die Informationen, dass Tom Clancy‘s The Division mit einer Auflösung von 1080p läuft und dabei konstante 30 fps zur Verfügung stehen. Einbrüche der Bildrate konnte ich im Spiel selber nie feststellen.

Nur einmal in den knappen 40 Teststunden war dem Spiel das eisige New York wohl wörtlich aufs Gemüt geschlagen und das Spiel „fror“ ein. Sonst gibt es technisch wenig Grund zur Beschwerde. Zwei oder Drei Verbindungsabbrüche wären noch zu vermerken, wobei jeweils auch der Party-Chat seine Verbindung verlor, weshalb ich davon ausgehe, dass dieser Fehler nicht an den Ubisoft-Servern lag. Die Vertonung der deutschen Sprachausgabe ist Ubisoft-typisch wieder einmal sehr gut gelungen. Die Sprecher haben ihren Job hervorragend erledigt und sind in ausreichend abwechslungsreicher Stückzahl vorhanden.

Wichtig für einen Shooter ist jedoch vor allem die Geräuschkulisse eures Arsenals. Und hier geht einem als Fan das Herz auf. Schüsse aus Sturmgewehr, Maschinenpistole und Schrotflinte brechen mit brachialem Druck aus euren Boxen und hallen im weiten und verlassenen New York nach. Besonders das Bushmaster ACR-Sturmgewehr (Adaptive Combat Rifle) hüllt euer trautes Heim in einen akkustischen Kriegsschauplatz.

Alles „Vorbei“ – Und dann?

Screenshot-TOM-CLANCY'S-THE-DIVISION-06Der wichtigste Part bei Spielen dieser Art findet bekanntlich erst nach dem eigentlichen Durspielen statt. Was bietet der Endgame-Content des Spiels? Tom Clancy‘s The Division geizt auf dem Weg zur maximalen Levelgrenze von Stufe 30 schon nicht mit Spielzeit. Mit dem Ausbau der Operationsbasis und dem Beenden der Hauptgeschichte war ich gute 35 Stunden beschäftigt. Mit Beendigung der letzten Mission, schaltet ihr den Endcontent frei. Hier warten tägliche Missionen und Herausforderungen, die ihr in der Regel mit euren Freunden angehen solltet.

Leider sind noch keine speziellen Dungeons oder Raids im Spiel enthalten, Ubisoft hat aber bereits angedeutet, dass diese in einem kostenlosen Update nachgeliefert werden. Die tägliche Mission, ist immer eine zufällig ausgesuchte normale Story-Mission, die ihr auf schwer spielen müsst. Auf schwer haben alle Feinde zusätzlich zum Lebensbalken noch einen wesentlich größeren Schutzschild und teilen deutlich mehr Schaden aus. Die tägliche Herausforderung erfordert definitiv eine Gruppe aus vier Mitspielern und ist selbst dann nur sehr schwer zu knacken. Ohne entsprechend gute Ausrüstung und Taktik werdet ihr hier gnadenlos Staub fressen. Ausrüstung sammelt ihr für diese Herausforderung deshalb in der Dark Zone für Stufe 30-31 oder in den täglichen schweren Missionen, die mit der anfänglichen 30iger Ausrüstung durchaus zu bewältigen ist. Dort erhaltet ihr außerdem die Phoenix-Credits mit der sich die beste Ausrüstung kaufen lässt. Wichtiges Hilfsmittel und mächtiges Instrument für Highend-Items ist zudem das Crafting-System.

Ihr findet generell im Spiel sehr viele Rezepte zur Herstellung handgemachter Items, die zum bisher Besten zählt, was man in New York so aufschnappen kann. Ubisoft kündigte zudem für den nächsten Patch ein kleines Gruppen-Handelssystem an. Spieler in Einsatz-Trupps werden innerhalb der Gruppe neu gefundene Gegenstände untereinander tauschen können. Der erste DLC für weitere Missionen, soll ebenfalls im Patch enthalten sein. Für Nachschub ist also gesorgt.

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Tom Clancy's The Division
PRÄSENTATION (GRAFIK, SOUND) 87%
GAMEPLAY 88%
ATMOSPHÄRE/STORY 85%
SPIELSPASS 86%
MULTIPLAYER 87%
86%
Readers Rating 0%
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Tom Clancy‘s The Division hat besonders auf den Konsolen einen wichtigen Haupt-Konkurrenten – Destiny. Ich selber habe viele Stunden als Hüter mit der Rettung der Galaxie verbracht und vergleiche das New Yorker Abenteuer deshalb natürlich bewusst, wie unbewusst mit Bungies Science-Fiction-Marke. Ubisoft und Massive Entertainment hat auf jeden Fall einen würdigen Gegenspieler auf dem Markt platziert. Beide haben ihre individuellen Stärken und Schwächen und sind für Freunde des Leveln und Looten-Prinzips bedingungslos zu empfehlen. Tom Clancy‘s The Division punktet bei mir vor allem mit dem Loot-System. Hier findet ihr als Spieler eine herrliche Auswahl an unterschiedlicher Ausrüstung, da diese ähnlich wie bei Diablo zufällig ausgewürfelt wird und nicht jeder Spieler mit denselben Waffen und Rüstungen und den immer gleichen Werten durch die Welt stolziert. Die klassischen Mechaniken eines MMO mit Tank, Damage Dealer und Healer kommen darüber hinaus deutlich präsenter zum Vorschein und haben spürbare Auswirkungen auf Erfolg oder nicht Erfolg eurer Gruppe. Für reine Solisten bietet der Titel natürlich deutlich weniger Faszination, zumal man so niemals die wirklich schweren Missionen schaffen wird. Man kann natürlich versuchen einen Talent-Allrounder zu spielen, aber die wirklich letzten und schwersten Herausforderungen bleiben einem einfach verwehrt. Gesellige Pad-Krieger bekommen mit Tom Clancy‘s The Division einen tollen MMO-Shooter, der herrlich aussieht und auch in der Vanilla-Variante bereits genug Content bietet.

avatarchristophAls MMO-Veteran bin ich bei „The Division“ zwiegespalten. Auf der einen Seite macht mir das Spiel sehr viel Spaß, da ich mit Freunden New York erkunden kann und vielen Bösewichten in den hintern treten kann. Auf der anderen Seite fehlt aber sehr viel, was ein MMO-RPG ausmacht. Dabei spreche ich nicht von der Grafik oder der Story die schon gut sind, viel mehr spreche ich davon, dass mir essentielle Dinge wie zum Beispiel eigenständige Klassen und der Handel fehlen. Auch kommt für mich kein wirkliches MMO-Feeling auf, da außerhalb der Darkzone die ganze Welt instanziert ist und ich maximal in den Saferooms auf andere Spieler treffe. Selbst in meiner Basis, im alten Postamt, treffe ich keine anderen Agenten. The Division spielte sich eher wie ein Singleplayerspiel, da man als Allrounder, auch auf andere Spieler verzichten kann. Erst mit Level 30 fängt der MMO-Bereich wirklich an, wenn man andere Spieler braucht die mit einem in die Instanzen gehen, da die Gegnergruppen zu stark werden, oder man in die Darkzone geht, in der man auch mal anderen Agenten auf der Straße trifft und man sich um Gegnergruppen und Loot streiten kann.

AvatarLeveln und Looten. Das klassische Rezept weckt auch bei Ubis MMO Menü Suchtpotenzial. Nicht dass alles gleich gut schmeckt. Gerade die Cleaner sind coole Gegner, ein paar Varianten mehr hätten aber für mehr Abwechslung sorgen können. Das Deckungssystem zickt manchmal genau dann, wenn es gerade heiß her geht. Es gibt (bis April) noch keinen Spielerhandel, ich kann die Mods nicht direkt von einer auf die andere Waffe wechseln und verballer so öfter mal unnötig Zeit mit Anpassungsarbeiten. Schließlich und endlich, warum trifft man, außer Gruppenmitgliedern natürlich, andere Spieler wirklich nur in Savehäusern und der Dark Zone? Stellenweise ist das schon MMO Light. Trotzdem schmeckt mir The Division insgesamt wirklich gut. Ich kann auch solo Spaß haben und alles erleben. Im Coop zieht es natürlich besser. Dabei is jederzeit ein angenehm fließender Wechsel machbar. Auch vom Zeitaufwand stellt mich der Big Apple nicht vor unlösbare Aufgaben. Die Story ist gar nicht mal so schlecht, was ganz besonders in Verbindung mit Nebensträngen gilt. Genauso praktisch, ich kann mich jederzeit (um-) spezialisieren, je nach Teamgröße und Bedarf. Auch die Dark Zone entwickelt gerade eine eigene Dynamik. Hilft mir der andere Spieler oder hab ich gleich eine Kugel im Rücken? Und ja, für ein MMO sieht New York einfach verdammt gut aus. Und ja, die meiste Zeit spielt es sich eben doch gut und sehr rund.Spannend wird die Frage, was uns Ubi Soft in nächster Zeit noch so auftischen wird. Verkommt The Division zum Convenience Food oder bleibt es mit zukünftigen Updates und Erweiterungen abwechslungsreiche Kost?

MMOs waren nie mein Lieblingsgenre, ich mag nicht diese unendlichen Weiten und die gefühlten tausend Möglichkeiten. Ich hab es lieber etwas enger geschnürt und einen im groben vorgegebenen Weg. Tom Clancy's The Division vereint beides irgendwie. Wenn man will, dann kann man die Story rund um die Dark Zone im Herzen Manhattens wie ein Singleplayer-Spiel spielen, tut man dies, verpasst man allerdings ne Menge. Gerade das in der Gruppe durch New York ziehen und verschiedene Einsätze, Kämpfe und Nebenmissionen absolvieren und dabei wichtige Materialien und Ausrüstungsgegenstände zu sammeln, macht irre Spaß. Habe mich mehrmals dabei erwischt, dass ich bis drei Uhr nachts einfach nur durch die engen Straßen gerannt bin und einfach nur gesammelt habe. Auch wenn die Grafik natürlich nicht mehr an die ersten Bilder heranreicht, ist sie unheimlich gut gelungen. Wenn man vor wenigen selbst noch in new York gewesen ist, entdeckt man sogar zahlreiche Ecken wieder. Ich freue mich auf jeden Fall auf viele weitere Stunden im virtuellen Manhatten und bin gespannt auf die Erweiterungen dieses Bereichs.

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About The Author

Einen großen Teil meines Lebens verbringe ich nun an den Pads von allerlei Konsolen. Angefangen hat damals alles mit dem NES und zieht sich bis heute zur Xbox One. Gespielt habe ich in der Zeit auf allen gängigen Nintendo, Sony und Microsoft Konsolen. Am liebsten spiele ich Shooter, Rennspiele, Action-Adventures und Rollenspiele. Einmal im Monat werden aber auch die alten Kisten ausgepackt und es ist Retro-Abend in geselliger Runde.

3 Kommentare on "Tom Clancy‘s The Division im Test – Vier Nerds in New York"

  1. Aeon

    Mir als Darkzone-Verweigerer (aus gutem Grund) bietet The Division einfach zuwenig von allem. Sei es das sehr repetitive Gameplay, die doch sehr gleichförmigen Missionen, die sich auf „Knall´ alles ab, das sich bewegt!“ beschränken, seien es die endlosen Varianten an knarren, deren Stats man aber nur in der Reinform sieht, wenn man alle Attachments abmontiert…das ist mir einfach alles zuwenig ausgefeilt, zuwenig abgestimmt und zu beliebig. Nicht, daß man mich falsch versteht, ich habe die komplette Singleplayer-Kampagne durch, alle Collectibles aufgesammelt (immerhin 293 an der Zahl) und bin an der Levelcap von 30 angelangt. Bis dahin hat´s auch halbwegs Spass gemacht, trotz immergleicher Prozedur (Haupt- oder Nebenauftrag erfüllen, dann ins Safehouse oder Basis, Schrott verkaufen, neu ausrüsten und ab geht´s, das Ganze von vorn…). nach beenden des Spieles fiel dann aber jeglicher Anreiz, in der DZ weiterzumachen. Gerade die vielgerühmte Möglichkeit, seinen Alliierten in den Rücken zu fallen und deren Loot einzusacken, das ist für mich kein Plus, sondern ein ganz dickes Minus. Auf youtube gibt es genügend Videos, in denen man hochgelevelte A-löcher sieht, die sich einfach am Eingang der DZ postieren und Newbies killen…The Division ist gerade in der DZ nichts mehr für „lone wolves“ wie mich, der sich nur ungern im 4er-Squad auf den Weg macht. Warum man hier also die Entscheidung traf, die DZ nicht ein wenig „spielbarer“ für Soloplayer zu gestalten, indem man als Spieler selbst entscheiden kann, ob man die „Friendly Fire“-Option möchte oder nicht, das erschliesst sich mir nicht und macht für mich jeden „Mehrwert“ der DZ a priori kaputt.

    Alles in allem habe ich den Kauf von The Division nicht bereut, bis zum Ende der „Story“ hatte ich jedenfalls Beschäftigung. Die hohen Wertungen kann ich aber nicht nachvollziehen, ein knapper 80er hätte mMn auch völlig ausgereicht. Die Spielwelt wirkt auf mich sehr steril und schmeckt einfach nur nach Hochglanztapete, die hakelige Steuerung, die mir selbst nach mehr als 40 Stunden im Spiel mehrmals die Taktik versaute, lässt sich auch mit Erfahrung nicht in den Griff bekommen. Schade um das schöne Setting, schade um die schöne Grafik. Ich denke jedenfalls, daß The Division massivst sein Potential verschenkt, weil man sich von Seiten Ubisofts wohl mehr um die DZ als um eine packende Story, Abwechslung bei den Missionen und Gegnertypen und um eine lebendigere Spielwelt gekümmert hat. Für mich ist The Division kein Totalausfall, aber eben auch kein Spiel, das hohe Wertungen verdient; dafür bietet es mir zuwenig.

    Ach ja, es heißt „kontaminiert“ und hat nichts mit einem Konter zu tun..;)…und der Imperfekt von (ein-)frieren ist immer noch „fror“…;) Wäre schön, wenn das im ansonsten fundierten Artikel noch geändert werden könnte…es brennt nämlich in den Augen. 😉

    • Hey Aeon,

      ich selber sehe die DZ bzw. den PVP-Content und das Inhalt aktuell auch eher kritisch~
      Grundsätzlich stimme ich Dir zu: Das Endgame ist, im Gegensatz zum vorherigen Content auf Multiplayer ausgelegt.
      Du brauchst also ein 4er Team für die Herausfordernden Inis.
      Mobgruppen in der DZ sind ebenfalls (oft) zu stark für einzelne Spieler und grade um sich gegen andere Spieler zu verteidigen braucht man entweder die gleiche Anzahl, wenn nicht mehr, da ein koordinierter Angriff min. einen Spieler (fast) instant aus dem Bild drücken kann.

      Aber das man die DZ nicht optional als PVP-Gebiet deklariert hat (so wie zum Beispiel auf den PVE-Servern von World of Warcraft) finde ich eigentlich recht gut.

      Grundsätzlich bringt es keinen wirklichen Mehrwert für den Multiplayer markiert zu sein:
      In meiner Stammgruppe spielen wir gerne Polizei in dem wir Spieler jagen die geflaggt sind – Meistens dauern solche Jagten auch mehrere Minuten bzw. auch schon mehrere Minuten bis man bei den abtrünnigen Spielern angekommen ist (In der Regel 1-3 Minuten. in denen der Countdown der Spieler runter läuft, durch das Anschießen gestoppt wird oder aber wo die Zeit verlängert wird, da die einen weiteren „unschuldigen“ Spieler töten).
      Dann geht der Kampf der ebenfalls zwischen paar Sekunden, wenn die abtrünnigen Spieler direkt auf offener Straße in einen rein rennen, bis hin zu einer mehreren Minütigen Verfolgungsjagd oder zu einem Belagerungskampf führt.

      Wenn wir nun die Spieler töten bekommen wir X DZ-EXP wobei X in der Regel niedriger ist als wenn wir normal weiter farmen würden – Auch bessere Items bekommt man nicht, da man ja maximal das findet, was die abtrünnigen Spieler von den anderen geklaut haben.

      Auch das Abtrünnig werden macht wenig Sinn: Als Warnung, wenn jemand meint einen Mob zu töten, den man selber farmen will, vielleicht. Aber die meiste Zeit, in der ich abtrünnig geworden bin, dann dadurch das ich nicht alleine auf der Jagd nach abtrünnigen Spielern war und andere (killgeile Spieler) in meinen Schuss gelaufen sind und ich nun (mit meiner Gruppe) selber geflaggt wurde.
      Nun haben sich die anderen „Polizisten“ nicht nur gegen die „Bösen“ gewandt, die man verfolgt hat, sondern auch gegen uns.
      Nach dem Auslaufen des Flags, 90 Sekunden und jeweils eine Verlängerung pro getöteten Spieler bis hin zum Ausruf der Menschenjagd wodurch die Zeit auf 300 Sekunden festgelegt wird, bekommt man ebenfalls EXP, wo ich sage, die ist der Stress nicht wert.

      Somit ist das PVP nicht erstrebenswert in der Form: „Ich muss es anmachen, weil das cool ist“ – Viel mehr macht es in der aktuellen Form Sinn, dass man immer die Gefahr im Rücken hat, das immer Spieler kommen können und meinem virtuellen Ich, der Tot droht, ich mich immer 2 Mal umschaue bevor ich eine Mobgruppe pulle und auch die Abholzone so aussuche, das diese vielleicht gut von NPCs beschützt wird.

      In meinen Augen ist viel mehr das Problem, dass sich das Spiel vor Level 30 nicht wie ein MMO spielt bzw. du im Grunde alles alleine machen kannst. Hier bilden sich keine Gruppen, keine Freundschaften, keine Teams, mit denen man dann in die DZ geht. Es läuft alles auf das „Suche-Gruppe-Tool“ hinaus. Auch kann man nie sicher sein das man auf die gleichen Leute in der DZ trifft, da man keine expliziten Server aussuchen kann.
      Zu meiner World of Warcraft Zeit (Destromath, Allianz, Lost Templars) gab es, grade in der Zeit wo es die Battlegrounds noch nicht gab, viel Openworld-PVP. Hier hatte man immer wieder die Spieler die an bestimmten Punkten einen aufgelauert haben. Diese Spieler hat man sich gemerkt und wenn diese dann am farmen waren, dann ist man denen vielleicht auch mal in den Rücken gefallen.
      Hier bei The Division ist dies gar nicht bis kaum möglich. Zum einen ist die Freund/Feindkennung so für den A***h – Die Namen ploppen nur kurz auf, wenn ich wirklich aktiv jemanden ins Visier nehme, und es ist nicht wirklich ersichtlich ob ich jemanden schon Mal getroffen habe. Zusätzlich wird man mit allen Spielern, auf der ganzen Welt in einen Pool geworfen. Hierdurch ist man heute mit „X“ auf einem Server, morgen mit „Y“ und übermorgen mit „D“ und es kann daher keine wirkliche Fehde entstehen, da die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dass ich jenen Spieler, nach dem Neustart wiedersehe.
      Aber ich sagte es ja auch schon im Fazit: Ich habe viel Spaß gehabt und habe auch noch viel Spaß bei dem Spiel, auch wenn ich mir viele Kleinigkeiten gewünscht hätte, was vor allem dadurch kommt, dass ich fast jedes MMO schon mal gespielt habe und sowohl die Fehler als auch die Highlights kenne und man grade die Fehler übernimmt, die Highlights aber nicht.

      Und Sry für den kleinen Roman 😉

  2. Michael Meisterfeld Michael Meisterfeld

    Besser spät als nie, eine Antwort:
    Die Dark Zone ist solo natürlich ein heikles Thema. Tatsächlich hab ich ca. die Hälfte meiner 32 Ränge dort solo erspielt. Ohne sehr gute Ausrüstung bleiben die oberen Bereiche so allerdings verwehrt. Wie es um Rogues steht, die Jagd auf andere Spieler machen, ist dabei tatsächlich auch vom Bereich abhängig. Und ja, die Dark Zone ist nunmal auch PvP Bereich.
    Ganz sicher fällt das Spiel, als einsamer Wolf durchquert, auch ab. Es bleibt dabei allerdings die meiste Zeit über gut spielbar.
    Dabei sollte aber auch klar sein, der Schwerpunkt liegt auf der Mehrspielerkomponente. So machen insbesondere Dark Zone und Herausforderungen auch deutlich mehr Spaß.

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