Shred It! im Test – Auf Pappe durch den Tiefschnee

946 0

In letzter Zeit schaffen es immer mehr für Smartphones oder Tablets konzipierte Spiele auf auf die großen Konsolen. Mit Shred It! Ist jetzt ein weiteres dieser Spiele für die Xbox One erschienen. In unserem Test erfahrt ihr, was das Spiel so kann.

Auf Pappe den endlosen Berg hinunter

Das Problem bei solchen Smartphone Portierungen wird einem auch in diesem Spiel relativ schnell offenbart. Viele Spiele für Smartphones oder Tablet sind für das schnelle Spielen zwischendurch konzipiert und haben dementsprechend einen geringen Umfang. So leider auch hier. Insgesamt gibt es drei Spielmodi, die im Prinzip alle das gleiche bieten. Den Modus „Endlose-Bahn“ und „Chill out Session“ stehen einem direkt am Anfang zur Verfügung, der Modus „Checkpoint Herausforderung“ muss erst freigeschaltet werden.

screenshot-shred-it-xbox-one-12Hat man sich für einen Modus entschieden, geht es auch schon los. In einer wirklich schön anzusehenden und liebevollen Papier-Optik, die ein wenig an Sonys Tearaway erinnert, stürzt man sich abseits der befestigten Pisten einen Berg hinunter. Dabei kommen einen zahlreiche Hindernisse entgegen, denen es auszuweichen gilt. Steine, Äste die flach auf dem Boden liegen, Äste unter denen man hindurch rutschen muss, Schluchten oder Tiere wie Bären oder kleinen beweglichen Nagetieren. Zwar wird die in fünf Abschnitte unterteilte und immer schwieriger werdende Abfahrt automatisch generiert, abwechslungsreich ist sie deswegen aber trotzdem nicht. Die Auswahl der Elemente aus denen die Strecke zusammengesetzt wird, ist nämlich überaus überschaubar. Problematisch wurden dabei teilweise Brücken oder Schluchten, welche die Spielfigur ohne einen einen offensichtlichen Grund verschluckt oder nicht mehr reagieren lassen haben. Dieses Problem trat sporadisch und nicht reproduzierbar auf. Mal kam man ohne Probleme über die Brücke drüber, beim nächsten mal versank man bei der selben Art im Boden und es brauchte einige Meter, bis das Spiel verstanden hatte, dass man nicht mehr da ist.

Trotz der gelegentlich auftretenden Glitches, wurde die Steuerung gut umgesetzt. Viel beachten muss man auch nicht. Mit dem linken Stick bewegt man seinen Boarder nach links und rechts, mit A springt man und B sorgt für eine Rutschpartie auf dem Bauch, um unter Hindernissen hindurch zu rutschen. Fahren tut der kleine Boarder von ganz alleine, man braucht weder Gas geben, noch hat man die Möglichkeit zu bremsen.

Umfang eher überschaubar

screenshot-shred-it-xbox-one-10Auch wenn es drei Spielmodi gibt, bedeutet das nicht, wie bereits erwähnt, dass man mit Abwechslung verwöhnt wird. Stürzt man sich auf der „Endlos-Bahn“ einer, wen überrascht es, endlosen Abfahrt hinunter auf der man sich so lange hält, bis man zweimal zu Fall gekommen ist, muss man in der „Checkpoint Herausforderung“ sein Zeitkonto mit geglückten Stunts und viel gesammelten Laub immer wieder aufladen, bevor das Zeitkonto abgelaufen und bei 0 angekommen ist. Die „Chill Out Session“ ist dagegen weniger ein wirklicher Spielmodus als eine Trainingssession. Auch hier stürzt man sich auf seinem Snowboard aus Pappe eine generierte Abfahrt hinunter, braucht sich aber keine Sorgen um zu wenig Zeit machen und man kann sich auch so oft auf die Klappe legen, wie man möchte.

Auch wenn das Spiel tatsächlich Spaß macht und die Steuerung gelungen und ebenso einfach zu verinnerlichen ist, wird das Spiel lediglich ein Kandidat für zwischendurch und ein Lückenfüller sein.

Blätter und Büroklammern gegen neue Klamotten und Boards

screenshot-shred-it-xbox-one-06Wenn auch die Abfahrt trotz generischen Aufbaus doch irgendwie immer gleich ist, bringen immerhin verschiedene Kleidung oder Board-Designs und die insgesamt sieben Boarder etwas Abwechslung ins Spiel. Um sich die schicken Kleidungsgegenstände und Kostüme leisten zu können, braucht es natürlich auch eine In-Game-Währung. Da es so schön zum Grafikstil des Spiels passt, sind es in diesem Fall Büroklammern, die ihr während euren Abfahrten sammelt könnt. Dazu gibt es verschiedene Wege. Der einfachste ist sicherlich die zahlreichen Blätter auf der Piste einzusammeln, die am Ende umgerechnet werden, mehr Büroklammern gibt es aber für geglückte Stunts, ergatterte Eicheln oder verscheuchte Eulen. In jedem Abschnitt sind außerdem noch drei Federn versteckt, die, wenn man alle eingesammelt hat, ein paar extra große Blätterhaufen auf die Strecke zaubern.

Zu Beginn stehen einem nur zwei Figuren zur Verfügung und je nach Erfolg der Abfahrten werden weitere Charaktere freigeschaltet. Um den Hund Rufus beispielsweise freizuschalten, muss man insgesamt 1000 Blätter einsammeln, zwei Eicheln in einer Abfahrt und die dritte Stage erreichen. So gibt es auch für die übrigen vier Boarder bestimmte Kriterien. Doch wo bleibt die Abwechslung? Rein durchs optische wohl kaum. Die meisten freischaltbaren Boarder haben Spezialfähigkeiten, die einem auf der Piste andere Möglichkeiten bieten. Rufus bellt beispielsweise die kleinen nervigen Nagetiere von der Piste, die versuchen einem die Eicheln wegzuschnappen. Der kleine Astronaut hat dafür einen Doppelsprung auf Lager, der einem besonders in brenzligen Situationen den Arsch retten kann und die kleinen Pinguine zum Beispiel können unter Hindernissen hindurch fahren, wo sich andere Figuren auf den Bauch werfen müssen. Unterschiede beim generellen Fahrverhalten sind mir dabei allerdings nicht aufgefallen.

Dankbares Spiel für Gamerscore- und Erfolge-Jäger

screenshot-shred-it-xbox-one-04Eine Sache kann Shred It! aber richtig gut, und zwar euer Gamerscore-Konto in die Höhe schrauben. Nach etwas über einer Stunde hatte ich bereits über 600 Punkte gesammelt und bis auf einen Erfolg geht es ebenso leicht weiter. Der gemeinte Erfolg ist dafür umso nerviger. Er ist nicht schwer, dafür kann er langwierig sein. Denn im Modus „Endlos-Bahn“ sind zufällig Geschenke auf der Piste verteilt und für jede der fünf Stages gibt es vier verschiedene Aufkleber zu sammeln, welche sich in eben diesen Geschenken verstecken.

Es ist also pures Glück, ob und wie schnell man alle benötigten Aufkleber zusammen bekommt. Viel eher findet man einzelne öfters, welche man zwar gegen Büroklammern eintauschen kann, einem aber nicht wirklich weiterbringen. Man muss also einige Abfahrten absolvieren, um wirklich alle Aufkleber zu finden. Aber wenigstens lohnt es sich dann. Vermutlich wird dieser der letzte Erfolg sein, den man sich erspielen kann. Dann bekommen man 100 Gamerscore für die Aufkleber und noch mal 150 Gamerscore für den Erfolg, wenn man alle anderen Erfolge errungen hat.

Total 0 Votes
0

Tell us how can we improve this post?

+ = Verify Human or Spambot ?

Shred It!
Präsentation (Grafik, Sound) 65%
Gameplay 53%
Spielspaß 50%
56%
Readers Rating 0%
0 votes

Insgesamt ist Shred It! wirklich ein nettes Spielchen, was sicherlich auf Smartphones seine Stärken hat, für die Xbox One aber etwas dünn ist. Zwar macht es Spaß, aber für mehr als ab und zu eine Runde reicht es nicht. Zweifelsohne ist die optische Aufmachung wirklich gelungen, technische hat es leider ein paar sporadisch auftretender, aber wenn dann sehr nervige Fehler.

About The Author

Videospiele-Fan seit vielen Jahren. Alles hat damals mit dem guten alten Game Boy angefangen. Seitdem begleitet mich das Thema, was in einer in meinen Augen ansehnlichen Nintendo Retro-Sammlung endete. Neben dem alten Nintendo-Kram bin ich aber auch seit der ersten Generation der Xbox treu.

Keine Kommentare on "Shred It! im Test – Auf Pappe durch den Tiefschnee"

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.