Rebel Galaxy – Die Weltraumpiraterie im Test

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Science Fiction ist ne tolle Sache! Theoretisch bietet das Gebiet unendliche Möglichkeiten, denn wie der Name schon sagt, wird in der Fiktion alles real. Denken wir doch nur an Star Trek, Babylon 5, Stargate, Lexx und wie sie alle heißen. Sie haben eins gemein: es handelt sich um äußerst erfolgreiche TV-Serien, die hauptsächlich im Weltraum angesiedelt sind und von Abenteuern diverser Raumschiff-Crews oder verschiedener Besatzungsmitglieder von Raumstationen erzählen. Was den Plot angeht, so trifft dies auch auf Rebel Galaxy zu. Wir sind der Captain eines Raumschiffes und hangeln uns als Kurier von Job zu Job. Schließlich erreicht uns ein Memo von unserer verschollenen Tante und wir schicken uns an, sie wieder zu finden.

Rebel Galaxy 05 - Test for GamingNerd.netBei Rebel Galaxy handelt es sich im weitesten Sinne um eine Art Open World Weltraumshooter. Sagt man dazu Open Space? Klingt komisch. Hat Double Damage hier etwa ein neues Genre geschaffen? Ehrlicherweise muss ich das verneinen. Bereits Spiele wie Freelancer griffen vor 13 Jahren das Thema eines offenen Weltraumes mit unterschiedlichen Quests auf, denen man dem eigenen Belieben entsprechend nachgehen konnte. Aus jüngster Zeit ist einigen vielleicht das Spiel „Galaxy on Fire“ bekannt, mit dem sich Rebel Galaxy wohl am Ehesten vergleichen lässt. Am beeindruckendsten ist jedoch die Tatsache, dass die Hauptarbeit an diesem Titel auf die lediglich zwei Programmierer von Double Damage (daher wohl auch der Name des Entwicklerstudios) zurückzuführen ist.

Man wird ohne großes Vorgeplänkel direkt ins Spielgeschehen geworfen, was zum einen, dem Spieler einen schnellen Spielstart ohne großes Vorgeplänkel verspricht, zum anderen aber auch einiges an Fragen zur Steuerung, der eigentlichen Story oder dem Hintergrund des Protagonisten offen lässt. Zudem entpuppt sich Rebel Galaxy bereits nach kürzester Zeit als sehr komplex. Wir fliegen nicht nur einfach im Weltall umher, oh nein… es werden Raumstationen besucht, an diesen werden Nebenquests angenommen sowie die Hauptquest fortgeführt. Gleich zu Beginn haben wir die Wahl, ein paar Kurierflüge zu absolvieren, bei denen es darum geht, Ware X nach Location Y zu Person Z zu bringen – Das bringt uns zumindest ein paar Credits. Nicht selten passiert es jedoch, dass man bei solchen Unterfangen einem Haufen feindlich gesonnener Raumschiffe über den Weg fliegt. Anfangs ist man noch sehr mager ausgestattet, weshalb die Flucht nach vorn hier ratsam ist.

Rebel Galaxy 10 - Test for GamingNerd.net

Dafür haben wir unseren in vier Stufen regulierbaren Raumantrieb, der zusätzlich noch mit einem temporären Boost versehen werden kann. Reicht das immer noch nicht (und für die großen Distanzen, die teilweise zurückgelegt werden müssen, reicht es wirklich nicht), so kommt die Sub-Lichtgeschwindigkeit zum Einsatz. Hier muss darauf geachtet werden, dass man nicht unfreiwillig mit planetarer Masse oder anderen Raumschiffen und Raumstationen kollidiert. Somit kann man nicht einfach in Sub-Lichtgeschwindigkeit übergehen, mal 30 Sekunden fliegen und so lange die Finger vom Controller lassen. Leider besteht ein Großteil des Spiels aus genau diesen Flügen.

Spätestens, wenn man sich doch einmal in einem vermeintlich klassischen Raumschiff-Schusswechsel befindet, wird man schnell merken, dass Rebel Galaxy sich hier auf eine ganz besondere Art des Kampfes versteift: Broadside! „Volle Breitseite“ heißt die Devise. Sofort fällt auf, dass man mit seinem Raumschiff zwar vor und zurück sowie links und rechts in der Horizontalen fliegen kann, sobald man jedoch den Analogstick nach oben oder unten

Rebel Galaxy 01 - Test for GamingNerd.net

bewegt, passiert nicht viel – zumindest nicht, was die Flugroute angeht. Viel mehr steuert man damit entweder die auf dem Schiff installierten Turrets (Geschütztürme), oder aber man wechselt auf die Pulskanonen und verpasst vorbeifliegenden Piraten eine volle Breitseite, ähnlich einem klassischen Kampf zwischen dem Piratenschiff und der Handelsfregatte auf hoher See in der Karibik. Dies lässt den Anschein zu, dass man selbstverständlich nicht allein auf einem scheinbar solch großen Raumschiff ist. Nun, das mag auch so sein, allerdings bekommt man von einer etwaigen Besatzung nichts mit. Auch die Tatsache, dass alle kaufbaren Raumschiffe gar nicht so riesig wirken, trägt dazu bei, dass ich mir mehr und mehr eine klassische „six degrees of Freedom“ wünsche und eben nicht nur in der horizontalen Ebene zur Fortbewegung festgebunden bin.

Wenn ich nicht gerade damit beschäftigt bin, irgendwelchen ominösen Gestalten ihre illegale Narco-Cola (ja, die gibt’s scheinbar nicht nur in Fallout) zu besorgen oder mich regelmäßig von feindlichen Schiffen über den Haufen schießen lasse (und das passiert zu Beginn wirklich frustrierend oft), schaue ich mich mit meinen kläglich zusammengespielten Credits auf der nächsten Raumstation nach lukrativen Investitionen

Rebel Galaxy 06 - Test for GamingNerd.net

in ein Schiff oder gar in Handelsware um. Soll ich mit dem Geld mein aktuelles Raumschiff pimpen? Oder doch lieber nur den Laderaum vergrößern, um mehr Ware umherzuschiffen und diese evtl. gewinnbringend in einem anderen Sonnensystem verkaufen? Oder soll ich mir gleich ein anderes Raumschiff kaufen? Möglichkeiten bietet Rebel Galaxy hier durchaus viele und bis auf die anfängliche Standard-Ausrüstung, wie zum Beispiel das nachträgliche Installieren eines Abbau-Lasers für Asteroiden, um Rohstoffe gewinnen zu können, gibt das Spiel einem freie Hand. Theoretisch könnte man das Spiel also ohne große Waffen oder einen Energieschild durchspielen aber ich rate dringend von solch einem Vorhaben ab.

Soundtechnisch wird man von mehr oder minder cooler Rock-Musik begleitet. Die Musik scheint den Entwicklern selbst so gut zu gefallen, dass man den Soundtrack ebenfalls käuflich erwerblich gemacht hat. Als Rock- und Metalfan stehe ich generell voll dahinter, allerdings bleibt ein mieser Beigeschmack: obwohl man Gespräche, Soundeffekte und Hintergrundmusik im Spielmenü gut aneinander anpassen kann, so klingt der gesamte Sound des Spiels doch teilweise etwas spitz im mittleren Hochton und könnte dem ein oder anderen Hörer negativ aufstoßen. Ob der eigenständig zu erwerbende Soundtrack unter demselben Problem leidet oder aber ob es sich um ein Problem mit der Soundengine des Spiels handelt, bleibt an dieser Stelle leider unbeantwortet.

Rebel Galaxy 09 - Test for GamingNerd.net

Grafisch gibt es an Rebel Galaxy nicht viel zu makeln. Erneut muss Galaxy on Fire als Vergleich dienen, das ganz offensichtlich nicht nur grafisch scheinbar als Vorlage diente. Die Raumstationen, die Planeten, die Asteroiden… zugegeben, man wird ein Universum an sich nicht „neu“ erfinden können, allerdings ist es doch verblüffend, wie abgekupfert gerade die Raumstationen im Vergleich zu Galaxy on Fire wirken. Positiv erwähnt werden muss hingegen, dass der schier unendliche Weltraum nie wirklich leer wirkt. Immer einmal fliegt man an einem Planeten vorbei, durchquert einen Weltraumnebel oder steuert das Raumschiff möglichst unbeschadet durch ein Asteroidenfeld. Zudem wirkt das gesamte Spiel eher farbenfroh. Besonders in großen Raumschiffschlachten, wenn wärmesuchende Raketen, Lasergeschosse und Geschützturmprojektile den gesamten Bildschirm einnehmen, weiß man oft nicht, ob man eher staunen oder vor Angst hinter der Couch verschwinden soll. Letzteres wäre verständlich, jedoch nicht allzu ratsam für das digitale Wohlbefinden.

Das Spiel ist zu einem Preis von rund 20 Euro ausschließlich digital für die Xbox One, die PlayStation 4 sowie via Steam für den PC erhältlich.

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Rebel Galaxy (Xbox One)
PRÄSENTATION (GRAFIK, SOUND) 82%
GAMEPLAY 75%
ATMOSPHÄRE/STORY 78%
SPIELSPASS 70%
76%
Readers Rating 0%
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Der flotte Spielbeginn, die fetzige Optik und der abgefahrene Soundtrack vermitteln einem schnell ein actiongeladenes Gefühl und genau das verspürt man nahezu ununterbrochen, wenn man Rebel Galaxy erst einmal angefangen hat. Zu keiner Zeit verspürte ich Langeweile, wohl aber den einen oder anderen "genervten" Moment. Gerade zu Beginn ist die Lernkurve doch sehr steil und man wird nicht drum herumkommen, manche Missionen mehrmals zu beginnen, bis man sie letzten Endes auch ohne ein virtuelles Ableben, abschließen kann. Wie bereits zu Beginn erwähnt, ist das Genre der Weltraumshooter nicht neu, Double Damage haucht ihm mit Rebel Galaxy aber wieder neues Leben ein.

About The Author

Ob Konsole oder PC - solange es Spaß macht, darf das Spiel gern über meinen Bildschirm flimmern. Seit 1989, als mein Vater seinen C64 bekam, bin ich aus der digitalen Spielwelt nicht mehr wegzudenken. Mein Spezialgebiet sind dabei hauptsächlich Retro-Spiele und die zugehörige Hardware. Neben Videospielen höre ich leidenschaftlich gern Musik.

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