Mario Tennis: Ultra Smash im Test

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Nintendos Maskottchen Mario ist ein sportlicher Typ, deswegen macht er auch regelmäßig Ausflüge in verschiedene Sportarten. Kart fahren, Fußball spielen oder gar als Kämpfer in Super Smash Bros. Jetzt geht es mal wieder auf den Tennisplatz, denn mit Mario Tennis: Ultra Smash schickt Nintendo seine beliebtesten Charaktere um Mario ein weiteres mal auf die Jagd nach dem gelben Filzball.

Einfacher Einstieg für Neulinge

screenshot-mario-tennis-ultra-smash-04Marios Ausflüge in die Sportwelt sind meist ein Garant für Spaß und besonders zuhause auf dem heimischen Sofa gegen ein paar Freunde eine Bank, Marios Striker: Charged Football für die Wii mal ausgenommen. Bemerkenswert ist dabei immer wieder, dass Nintendo es schafft Neulingen den Einstieg in das Spiel und dessen Mechanik besonders leicht zu machen. Anders ist es natürlich auch nicht bei Mario Tennis: Ultra Smash. Man braucht nur wenige Matches, um die Grundlagen der Steuerung zu verinnerlichen und erste Erfolge zu feiern.

Hat man eine der 12 zum Start verfügbaren Spielfiguren ausgewählt, die genau wie bei Mario Kart über unterschiedliche Fähigkeiten verfügen, geht es auch schon los. Gesteuert werden kann mit dem Wii U-Gamepad, der Wii-Fernbedienung oder auch dem Pro Controller. Die Richtung wird geschmeidig mit dem Analog-Stick oder Steuerkreuz gewechselt und mit drei Aktions-Tasten schlägt man den anrauschenden Ball entweder mit einem geraden Schlag, Topspin oder Slice zurück in die Hälfte des Gegners. Mit einer leichten Kombo ist es außerdem auch möglich mit einfachen Knopfdrücken einen Lob oder Stoppball zu platzieren.

screenshot-mario-tennis-ultra-smash-03Jeder Schlag hat dabei eine Farbcodierung, die einem als eingefärbter Schweif hinter dem Ball angezeigt wird und somit verrät, mit welchen Schlag es am sinnvollsten ist, zu kontern. Sollte man beispielsweise mit einem Topspin kontern und die Taste A drücken, so wird der Schweif rot dargestellt. Drückt man länger auf die jeweilige Taste, so lädt man den Schlag stärker auf und macht es dem Gegner schwerer, an den Ball zu kommen. Währenddessen ist man allerdings in seiner Bewegung eingeschränkt und die Gefahr besteht, dass man den Ball verpasst und so der Gegner einen Punkt bekommt. Wenn man zusätzlich noch den vorgeschlagenen Konter innerhalb des auf dem Spielfelds eingezeichneten Kreises setzt, dann besteht oft die Möglichkeit auf einen so genannten Glücksschlag oder noch besser, den Namensgebenden Ultra Smash, welchen der Gegner nur sehr schwer abwehren kann. Um ein Match noch abgedrehter werden zu lassen, gibt zusätzlich die bereits aus Mario Kart bekannten Riesenpilze, welche euch oder den Gegner zu wahren Riesen anwachsen lässt. Ist der Gegner oder man selbst nicht zufällig auch groß, so wird man die Bälle des riesigen Gegenüber nur mit viel Mühe abwehren können. Das einzige Ziel sollte dann ein Körpertreffer sein, denn so verliert der getroffene seine Kräfte und schrumpft wieder auf Normalgröße.

Klingt auf dem ersten Blick etwas zu einfach, aber je nach Gegner wird einem schon ein gewisses Können abverlangt. Gleichzeitig ist es aber unheimlich einsteigerfreundlich und gibt auch unerfahrenen Spielern schnell ein Erfolgserlebnis.

Umfang des Spiels hätte mehr sein dürfen

screenshot-mario-tennis-ultra-smash-02Ich persönlich bekomme derzeit immer häufiger den Eindruck, dass die Wii U von Nintendo nur noch künstlich am Leben erhalten wird, bis der Nachfolger mit dem Arbeitstitel NX auf den Markt kommt. Leider wirkt auch dieses Spiel nur halbgar, auch wenn das Gameplay gewohnt gut ist. Auch grafisch kann sich das Spiel absolut sehen lassen. Die 3D-Modelle und die verwendeten Texturen der insgesamt 16 verschiedenen Spielfiguren und der Umgebung lassen sich sehen und bewegen sich auf dem Niveau von Mario Kart 8.

Woran das Spiel allerdings etwas krankt ist der Umfang. So sucht man beispielsweise einen Turnier-Modus vergebens, mit dem man sich mit seiner Lieblingsspielfigur, in meinem Fall wäre es Yoshi, durch das Teilnehmerfeld zum Sieg spielen kann. Stattdessen gibt es nur drei Spielmodi und ein Mini-Game, bei denen man lediglich Einzelmatches absolvieren kann. In diesen kann man immerhin im Einzel oder Doppel antreten, ersetzt aber natürlich trotzdem keinen waschechten Turnier-Modus.

Am meisten Zeit hat mich noch die K.O.-Herausforderung gekostet, bei der man nacheinander gegen immer stärker werdende Gegner im Tie-Break antritt. Daneben gibt es noch den Modus Mega-Wettkampf, bei dem es sich um ein Match mit den oben genannten Besonderheiten des Arcade-Tennis wie dem Glücksschlag, Riesenpilz oder eben dem Ultra-Smash handelt. Wenn man das nicht möchte, dann wählt man einfach den Modus „Klassisch“ und verzichtet auf diese Besonderheiten und screenshot-mario-tennis-ultra-smash-05spielt einfach nur nacktes Tennis -bildlich gesprochen. Außen vor lassen möchte ich natürlich auch nicht das erwähnte Mini-Game „Mega-Ballwechsel“, bei dem man sich anfangs einen großen Strandball um die Ohren schlägt, der je länger der Ballwechsel dauert immer kleiner wird und zu einem gewöhnlichen Tennisball mutiert.

Und sonst? Das wars leider schon und in meinen Augen ist das einfach viel zu wenig und wirkt fast unfertig. Wenigstens ein Turnier hätte man noch implementieren können. Um mal den Vergleich zu Mario Kart zu ziehen, kann man sich das so vorstellen, als ob man keine Cups, sondern nur Einzelrennen auf einer überschaubaren Auswahl an Strecken fahren kann. Zwar ist es möglich, wenigstens vier weitere Spielfiguren und verschiedene Platzbeläge, welche die Flugeigenschaften des Balles stark beeinflussen und so ein wenig Abwechslung in das Spiel bringt, freizuschalten, aber selbst das Tennis-Stadion ist immer das selbe und unterscheidet sich nur anhand des ausgewählten Belages.

Lokaler Multiplayer Hui, Online Pfui

Immerhin, der lokale Multiplayer funktioniert auch hier wieder sehr gut und macht auch eine Menge Spaß. Zwar gibt es auch hier keinen Turniermodus, aber notfalls kann man auch auf Stift und Papier ausweichen, um ein Turnier mit ein paar Freunden zu veranstalten. Egal ob im Doppel oder Einzel, gegen einen guten Freund anzutreten macht einfach besonders viel Spaß.

screenshot-mario-tennis-ultra-smash-06Anders sieht das Online aus. Leider ist der Online-Modus für Nintendo viel zu oft Neuland, so auch hier. Zwar kann man Online gegen andere Spieler antreten, aber weder ist es möglich, gezielt gegen Freunde zu spielen – der Gegner wird immer zugelost, noch kann man nach einem absolvierten Match noch mal gegen den gleichen Gegner spielen. Auch die Einstellungsmöglichkeiten zu Beginn des Matches sind eher überschaubar. So kann man nur bestimmen, ob man ein Ranglisten- oder Spaß-Spiel möchte, in welchen Modus dieses absolviert werden soll und wie lange das Match dauern soll. Und so spielt man sich auch Online von einem Einzelmatch zum nächsten.

Wenigstens Freunde der amiibo-Figuren könnten etwas mehr Langzeitmotivation entwickeln. Denn ähnlich wie bei Super Smash Bros. können auch hier einige Figuren mit dem Spiel verbunden werden und so die Fähigkeiten verbessern und fürs nächste Mal im heimischen Wohnzimmer oder bei einem Freund auf dem eingebauten Chip speichern.

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Mario Tennis: Ultra Smash (WiiU)
PRÄSENTATION (GRAFIK, SOUND) 76%
GAMEPLAY 75%
SPIELSPASS 56%
69%
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Wirklich schlecht ist Mario Tennis: Ultra Smash jetzt auch nicht, aber der Umfang lässt einfach einiges vermissen und viel Potenzial liegen. Man hätte wenigstens einen Turnier-Modus integrieren können. Man stelle sich beispielsweise Mario Kart 8 ohne Cups vor? Stattdessen hangelt man sich von einem Einzelmatch zum nächsten. Zwar macht das mit einigen Freunden auch eine Menge Spaß, wenn man alleine ist, hat man sich allerdings schnell daran satt gespielt. Grafisch und vom Gameplay liefert Nintendo aber wieder gewohnt gute Arbeit ab. Der Einstieg ist für Neulinge sehr einfach, Platz zur Leistungssteigerung ist aber dennoch vorhanden.

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About The Author

Videospiele-Fan seit vielen Jahren. Alles hat damals mit dem guten alten Game Boy angefangen. Seitdem begleitet mich das Thema, was in einer in meinen Augen ansehnlichen Nintendo Retro-Sammlung endete. Neben dem alten Nintendo-Kram bin ich aber auch seit der ersten Generation der Xbox treu.

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