Hot, Hotter, Superhot im Test

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Bullet time? Zeitspielereien? Eigentlich nichts Neues, gab es die Zeitlupenfunktion doch bereits in Max Payne von 2001. Kurz darauf gab es immer mehr Spiele, die diese Funktion mehr oder weniger als Standard nutzen. Nun hat das Team von Superhot dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Ein Spiel welches ausschließlich aus dem Zeitlupeneffekt besteht. Was das Ganze aber so besonders macht, erkläre ich euch im Test.

SUPER

Superhot-8In Superhot bekommen wir zu Beginn eine mysteriöse .exe zugeschickt. Unser Kollege empfiehlt uns das neue „Spiel“ unbedingt auszuprobieren. Wir tauchen also mit unserer VR-Brille in unser System ein und landen in einem Flur wo just in dem Moment eine Rote Figur zersplittert während wir eine Pistole in der Hand halten. Aber etwas ist hier seltsam. Die Figur die gerade zersplittert, steht fast still und es scheint als würde die komplette Umgebung fast stillstehen. Wir machen einen Schritt auf die Figur zu und auf einmal läuft alles in normaler Geschwindigkeit ab, bis wir den Schritt wieder beendet haben und wieder innehalten. Aha! System erkannt, wir können mit unserer Bewegung die Zeit steuern. Wir biegen um die Ecke und eine wir treffen auf eine weitere rote Figur. Diesmal aber bewaffnet und wenig zögerlich, wird sofort das Feuer auf uns eröffnet. Vor Schreck bleiben wir stehen und bemerken, dass auch die Kugel deutlich langsamer fliegt als sie sollte, so können wir recht bequem ausweichen und selber zurückschießen.
Superhot-5Ein wenig weiter bewegt und unsere Kugel bohrt sich in die Brust unseres gesichtslosen Gegners. Der zweite Gegner, der gerade um die Ecke bekommt, kriegt diesmal von unserer Seite kompromisslos eine Kugel verpasst. Im nächsten Moment erscheinen auf unserem Bildschirm formatfüllend zwei Wörter, „Super“ und „Hot“, im Wechsel. Im Hintergrund läuft das gerade Geschehene noch einmal in normaler Geschwindigkeit ab, und wir denken uns teilweise, dass es ohne Zeitmanipulation unmöglich gewesen wäre. Direkt im Anschluss landen wir im nächsten Level. Nach und nach arbeiten wir uns durch das Spiel und nach ein paar Levels wollen wir Kontakt mit unserem Kumpel aufnehmen, der uns die .exe geschickt hat. Auf einmal merken wir, dass egal was wir schreiben, etwas anderes bei ihm ankommt. Wurden wir gehackt? Was passiert hier? Wir können nicht aufhören zu spielen, aber ist das Ganze überhaupt noch ein Spiel? Superhot lässt bewusst viele Fragen offen um beim Spieler die Neugier zu wecken.

HOT

Superhot-7Der Titel ist vom Gameplay wenig Abwechslungsreich, man bekommt eine weitere Fähigkeit und es gibt neben der Pistole auch Gewehre, Flinten und auch Nahkampfprügler, wie Knüppel oder Katana. Sind wir unbewaffnet haben wir die Möglichkeit uns an den Gegner heranzuarbeiten, was bei Gegnern mit Schrotflinten aber schon sehr schwer ist, und ihnen die Waffe aus der Hand zu schlagen. Leichter fällt es, wenn wir etwas Werfbares in greifnähe haben. Ein Treffer mit der Flasche, Bowlingkugel oder sogar der leeren Pistole, lässt den Gegner aufschrecken und seine Waffe gleitet aus der Hand. Dadurch entsteht eine Art Schachspiel. Wir versuchen die Aktionen und Bewegungen der Gegner zu erahnen um entsprechende Gegenmaßnahmen zu treffen. So arbeiten wir uns in Slowmotion durch die Level und bekommen mehr und mehr Hinweise, was genau hier abläuft. Mit 3-4 Stunden ist die Story zwar nicht sonderlich lang, allerdings wird danach der Challenge und Endless Modus freigeschaltet. Während man im Endless Modus, wie der Name vermuten lässt, solange überleben muss wie nur irgend möglich bekommen wir im Challenge Modus verschiedene Herausforderungen. Sei es alle Level nochmal nur mit einem Katana bewaffnet zu spielen oder die Zeiten im Speedrun Modus zu schlagen. Hier wird der Umfang des Spiels nochmal deutlich erweitert. Wodurch wir uns mit dem Spiel schnell mal 15 Stunden beschäftigen können.

SUPER…..HOT

Superhot-4In allen Belangen möchte Superhot als Programm erkannt werden. Starten wir das Spiel kommt von unten piOS in ASCII-Art hochgeschoben. Danach baut sich ein Menü auf, welches mich stark an meine MS-DOS Zeiten mit dem Midnight Commander erinnert. Selbst die alte Röhre wird dabei imitiert, ist das Menü und Überblendungen doch immer leicht gewölbt. Ein leicht nostalgisches Gefühl baut sich auf, gepaart mit den Chatdialogen wird es aber auch gelegentlich ein wenig creepy. Lustig oder aber kurz unterhaltsam ist die Ordnerstruktur des Menüs. Denn diese sieht nicht nur wie ein Midnight Commander aus, sie ist auch so aufgebaut. Wir bewegen uns durch Ordner und finden verschiedene Files die wir auch starten können. Ob es nun ASCII-Art Demos sind oder ein (leider) nicht ausführbares „porn“ File in einem unscheinbaren Ordner. Man erfreut sich an dem Detailreichtum des Menüs, während das Spiel selbst eher wenig detailreich ist. Alles, was starr und festgewachsen ist, erstrahlt in einem sterilem Weiß, auf das Meister Proper stolz wäre. Gegner sind wie eingangs erwähnt rot und Gegenstände mit denen wir interagieren können sind immer Schwarz. Die reinweißen Level sind gestalterisch nicht nur wenig detailreich sondern auch recht kurz gestaltet. So können manche Level innerhalb von Minuten abgehakt werden. Aber gerade dieses sterile kleine, macht Superhot zu einem kurzweiligen Shooter mit kleinen Knobelaufgaben. Das ganze wird allerdings nur wenig von Soundeindrücken untermalt. Rauschen, kratzen und pieps, welche man aus vergangenen Computerzeiten kennt, unterstreichen die Menüführung und den Übergang in die Spielwelt, gleichzeitig ist der Sound ingame aber eher rudimentär. Musik gibt es gar keine. Schade! Hier hätte man sich gut einen langsamen Dubstep oder Synthwave zu vorstellen können.

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PRÄSENTATION (GRAFIK, SOUND) 77%
GAMEPLAY 84%
ATMOSPHÄRE/STORY 75%
SPIELSPASS 82%
79%
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Alles in allem ist Superhot doch erfrischend anders. Kein Shooter hat das Element der Slowmo bisher so sehr ausgereizt wie Superhot. Die Story ist zwar eher mittelmäßig aber auch ein nettes Beiwerk. Der Umfang ist für einen Preis von 24,99 allerdings etwas wenig. Jeder der aber auf der Suche nach etwas Neuem ist wird hier fündig. Geheimtipp für alle die unbedingt einen Shooter auf der Konsole spielen wollen, aber noch überhaupt keine Übung im Zielen haben, das Spiel gibt euch Zeit.

About The Author

Von klein auf eigentlich ein PC-Jünger, bis er sich dann von seinem ersten Geld eine Konsole kaufen konnte. Viel verpasst bis zum N64 aber auch vieles nachgeholt. Heute hauptsächlich an der XBOX One, Xbox 360 und am PC zu finden. Spezialisiert auf FPS, Roleplay und Indie Games

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