Freitag der 13. im Test – Wenn Jason drei Mal klingelt

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Eigentlich sollte an dieser Stelle eine vollständige Review stehen. Und eigentlich sollte man erwarten, dass ein Spiel, welches als „Fertig“ bezeichnet wird und nicht im Rahmen von Early Access oder einer Game Preview veröffentlicht wird, vollständig und größtenteils ohne Fehler ist. Beides ist leider bei Freitag der 13. nicht der Fall und wir können nur Spielern, die den Entwicklern einige Vorschusslorbeeren aussprechen wollen, das Spiel empfehlen.

Jedes Spiel beginnt mit einer kleinen Introsequenz – Am Anfang noch cool – Wenn man es öfters spielt: Langweilig

Freitag der 13. – Ein modernes Popkulturmeisterwerk aus der Slasher-Szene. Bestimmt kann man sich streiten, wer der beste und berühmteste Teeniekiller der 80er war und ob es eher Michael Myers aus Halloween war, der unter anderem in Dead by Daylight vertreten ist, welches jetzt im Juni für die Konsolen erscheint, Freddy Krueger aus Nightmare on Elm Street, der Traum unserer schlaflosen Nächte oder Jason Vorhees, der Antagonist aus unserem Spiel und aus den gleichnamigen Filmen Freitag der 13. ist. Wichtiger aber war: Sie haben die Pop- und Filmkultur so sehr geformt wie selten ein Film vorher und es war nur eine Frage der Zeit bis man diese Idee auch auf Videospiele adaptiert.

Fangen für Fortgeschrittene

„Ich hab dich und nun wird geknuddelt.“ – Die Animationen könnten aus den Filmen der 80er sein.

Das Gameplay orientiert sich an den Filmen und ist sehr einfach erklärt: „Fangen für Fortgeschrittene“. Ein Spieler übernimmt die Rolle des Killers und muss die anderen Mitspieler, die filmtypische Teenie-Rollen übernehmen, töten. Die Teenies müssen dagegen entkommen oder, was eher sehr schwierig ist, sich dem Killer stellen und diesen töten.

Gespielt wird dabei auf einer von drei Maps: Camp Crystal Lake, Packanack und Higgins Haven, die jeweils einen anderen Abschnitt vom See darstellen. Bei den Fluchtmöglichkeiten unterscheiden sich die Karten nur minimal. Auf Packanack und Higgins Haven kann man die Polizei informieren, um mit diesen zu entkommen, ein Auto mit vier Plätzen reparieren oder mit einem Motorboot entkommen. Camp Crystal Lake besitzt kein Boot, dafür aber ein zweites Auto in dem zwei Sitzplätze sind.

Grüne Kräuter und Farbband

Um die „Escapes“ zu nutzen, müssen wir diese aber erstmal reparieren. So fehlt in den Autos jeweils die Batterie, es ist kein Benzin enthalten und wir müssen auch den Schlüssel finden. Bei den Booten fehlt anstatt der Batterie der Propeller. Diese Gegenstände sind auf der weitläufigen Karte versteckt und wir müssen diese an Lagerfeuer, in kleineren Hotels und Hütten finden.

„Wenn Jason drei mal klingelt“ – Dann sollte man entweder laufen, sich verstecken oder tapfer sein und mit der Leuchtpistole versuchen ihn zu betäuben. Letzteres geht aber oft nach hinten los.

Manche der Items, wie Schlüssel, Karte, Funkgerät oder Erste-Hilfe-Spray können wir dabei in unseren Hosentaschen verstauen. Einen großen Rucksack und ein ausgefeiltes Inventarsystem gibt es nicht für unsere Teenies. Große Gegenstände wie Batterie oder Benzinkanister müssen wir in den Händen tragen und können nur jeweils einen Gegenstand davon transportieren. Jason verzichtet dabei komplett auf externe Items. Neben den Gegenständen, mit denen wir die Fluchtfahrzeuge reparieren können, können wir auch Hilfsmittel finden, die uns beim Überleben helfen sollen. Zum Beispiel ein Erste-Hilfe-Spray kann uns heilen, wenn wir von Jason einmal attackiert wurden. Die Karte zeigt uns die komplette Karte und nicht nur den kleinen Ausschnitt auf der Minimap. Mit dem Funkgerät können wir nicht nur im Nahbereich mit den Mitspielern kommunizieren, sondern auch über die Entfernung mit jenen, die ebenfalls ein Walkie-Talkie haben und die Silvesterböller lenken Jason ab und machen diesen für einige Sekunden blind und bewegungsunfähig.

Kommunikation – Die Verständigung zwischen Menschen mithilfe von Sprache oder Zeichen.

Wenn man mit den anderen Spielern kommuniziert, kann man Hinweise auf Items bekommen oder erfährt wo gerade Jason sein könnte.

Die Kommunikation ist dabei einer der wichtigsten Bausteine in dem Spiel. Wir sollten uns als Teenie mit den anderen Mitspielern absprechen und koordinieren, damit nicht einer alleine mit dem Auto oder dem Boot verschwindet und entkommt und auf der anderen Seite macht das Spiel vor allem viel mehr Spaß, wenn der Jason-Spieler ebenfalls ein wenig über die Voiceactivation mit den Spielern spielt und diese entweder in die Falle lockt oder verängstigt.

Dies kann natürlich in vielerlei Hinsicht schlecht laufen, zum Beispiel, wenn die Spieler keine gemeinsame Sprache sprechen, kein Englisch können oder größtenteils in einer Sprache sprechen, die man selber nicht versteht. Auch schlechte Mikrofonqualität ist ein Grund zum Schreien, wenn ein Spieler mit Störgeräuschen im Spiel negativ auffällt.

Bedeutend viel langweiliger wird das Spiel ebenfalls, wenn die Spieler nicht miteinander kommunizieren und eine ewige Stille herrscht, selbst wenn wir uns zu dritt oder zu viert in einem Haus verstecken.

Treffen sich Jason, Jason und Jason in einer Bar

„Mama! Ich geh mit den anderen Kindern spielen!“ – „Zieh dir aber eine Tüte über den Kopf! Es ist kalt draußen!“

Die größte Frage, die sich mir und vielen Spielern im Vorfeld gestellt hat, war die Frage: „Bei Dead by Deadlight, dem Genreäquivalent, gibt es mehrere unterschiedliche Killer und “Monster“, die sich komplett unterscheiden. Bei Freitag der 13. gibt es nur Jason Vorhees. Wird es nicht langweilig, wenn es nur den einen Killer gibt?“ – Kurzantwort: Nein, wird es nicht, weil man nicht nur einen Jason integriert hat, sondern man hat sich alle Freitag der 13. Filme angesehen und die Jasons, je nach Film ein wenig anders designt und jedem einige andere Fähigkeiten und Waffen gegeben. So gibt es eine Version von Jason, die laufen kann, einige können die Teenies schocken und damit bewegungsunfähig machen, wenn man vor ihnen auftaucht oder einige können auch in einen „Stalk“-Modus wechseln, in dem man sich an die Mitspieler schleichen kann, diese hören normalerweise eine lauter werdende Musik, die mit dieser Fähigkeit ausbleibt.

Bei den Teenies sieht es ähnlich aus. Zum einen hat jeder Teenager seine eigenen Attribute, wodurch man schneller laufen kann, mehr Glück hat, um dem Killer zu entkommen oder Reparaturskills, um die Fahrzeuge oder die Geräte im Camp schneller zu reparieren. Zusätzlich kann man Fähigkeiten freischalten, in dem man XP, die man durch das Spielen des Spiels bekommt, dafür einsetzt. Diese Fähigkeiten erleichtern das Entkommen von Jason, das schnellere Laufen oder ermöglichen uns leiser zu sein, um nicht von Jason entdeckt zu werden.

Singleplayer und Serverfehler

Alle lächeln – Da kommt ein Blitzer!

Aktuell gibt es keinen Singleplayer und auch die Maps kann man nicht mit computergesteuerten Spielern spielen. Dies soll aber mit Patches nachgereicht und spätestens in der Retail-Version, die im Herbst erscheinen soll, integriert werden.

Neben dem fehlenden Singleplayer gibt es aktuell sehr viele Meldungen über Serverfehler, in der Form, dass man keine Mitspieler findet und man nur mit vollen Lobbys, also mit den Mitspielern, die man vorher selber zusammengesucht hat, starten kann.

Tote Teenies, die Grimassen schneiden

Auch die Grafik ist für viele Spieler ein Dorn im Auge. Die Grimassen wären doch nicht stilecht und total übertrieben. Ich dagegen finde die authentisch und mich erinnern diese an die ersten Schauspielererfahrungen von Kevin Bacon oder Larry (aka Laurence) Fishburn, die in den 80ern einige erste Auftritte in den Horrorfilmen hatten. Wirklich mithalten mit einem Battlefield 1 oder einem Quantum Break kann der Titel aber wirklich nicht, muss er aber vielleicht auch gar nicht, da das Spiel ja auch unter die Kategorie Indie Games fällt und nur ein sehr kleines Team dran sitzt.

Da ich bei meinen Testspielen von den Serverfehlern durchweg verschont geblieben bin, kann und möchte ich diese auch nicht in die Wertung einfließen lassen. Aufgrund der Masse an Meldungen in der Community, konnte ich diese aber auch nicht ignorieren und musste es zumindest erwähnen.

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PRÄSENTATION (GRAFIK, SOUND) 72%
GAMEPLAY 71%
SPIELSPASS 70%
Multiplayer 78%
72%
Readers Rating 0%
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Freitag der 13. macht gerade beim Leveldesign und dem Charakterdesign einiges besser, als dass was ich von Dead by Daylight am PC gewöhnt bin. Leider verlangt man aber mit knapp 40 € auch eine Menge Geld dafür. Ohne Singleplayer und in Verbindung mit den Serverfehlern ist es fast schon zu viel. Das Spiel fühlt sich stellenweise wie ein Early Access oder eine Game Preview an. Potential besitzt es und mit Freunden macht es wirklich sehr viel Spaß, aber es ist trotzdem noch nicht fertig. Hier kann leider auch nicht die Indie-Game-Karte ausgespielt werden, weil man das Spiel ja als Game Preview hätte veröffentlichen können, so wie es auch schon andere gemacht haben. Daneben würde ich mir zudem Server- oder Sprachregionen wünschen, weil das Spiel besonders durch die Interaktion zwischen Spielern und Killer lebt. Wenn beide Seiten aber stumm wie eine Kirchenmaus sind, ist das leider sehr schade und viele Interaktionen bleiben einfach aus, weil die Sprachbarriere viele ängstigt und blockiert.

About The Author

Microsoft MVP for Xbox, Geek, Gamer, Serien- und Filmjunkie, Cocktailian und wenn es sein muss auch Inquisitor. Grade Themen die über den reinen Videospielen drüber sind (der von mir Meta-Ebene genannten Ebene) interessieren mich am meisten. Da drüber hinaus bin ich eine gute Datenbank wenn es um schlechte Filme oder um Zombies geht.

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