Fortified im Test – Nerds vs. Aliens

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Zugegeben, von Clapfoot Inc. hat man im Konsolen-Bereich noch nicht allzu viel gehört. Die kanadischen Entwickler mit Hauptsitz in Toronto haben sich bisher eher mit Mobile-Games beschäftigt. Nun kreierten die Kanadier einen Mix aus Third Person Shooter und Tower Defense, der seine Stärke im Co-op-Modus ausspielen soll. Fortified handelt von einer Alien-Invasion in den fünfziger Jahren und eure Aufgabe ist es, den Marsianer-Blechdosen Einhalt zu gebieten. Wie schon so oft in meinem Leben wählte ich also einen Charakter, schnappte mir allerhand Kanonen und ging auf Alien-Jagd. War es eine unheimliche Begegnung oder besteht Fortified den Nerd-Test?

Die Dinger aus einer anderen Welt

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Wieder einmal versuchen bösartige Kreaturen aus einer anderen Welt unsere schöne Erde für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. In wackeligen Kampfrobotern oder in den obligatorischen fliegenden Untertassen teleportieren sie sich in die Großstädte der USA. Einmal mehr, ist es eure Aufgabe dieses Unterfangen zu vereiteln. Die Entwickler bei Clapfoot Inc. verzichten bei Fortified auf weitere Versuche ihr Spiel mit einer plausiblen oder kreativen Geschichte zu versehen und werfen euch direkt ins Geschehen. Die Aufmachung der Menüs und des Spiels selber ist ziemlich cool gestaltet und erinnert am ehesten an ältere US-Comics. Das zeigt sich vor allem beim Charakterdesign der vier wählbaren Helden. Zur Auswahl für die Bekämpfung der Alien-Horden stehen euch der Captain, Agent, Rocket Scientist und Spaceman. Jeder dieser vier Recken verfügt über einen individuellen Skill und unterschiedliche Startbewaffnung. Während der Captain mit Schrotflinte und Sturmgewehr in den Kampf zieht, gibt der Spaceman seiner Teslapistole und Granaten den Vorzug.

Wilder Mix

Screenshot_Fortified_05Bei Fortified handelt es sich um einen Mix aus Tower-Defence-Strategiespiel und Third Person Shooter. Eine richtige Geschichte oder Kampagne gibt es nicht. Die Levels sind jeweils fest vorgegebene Karten, in denen ihr eine bestimmte Anzahl an Gegnerwellen abwehren müsst – Horde lässt grüßen. Je nach Schwierigkeitsgrad und Fortschritt des Spiels nimmt die Anzahl der Wellen und der schweren Gegner zu. Zu Beginn des Spiels plagt ihr euch mit vergleichsweise schwachen Blechköpfen rum. Kleinere vierbeinige Krabbler und simple „Invasoren“ prägen das Feindbild. Später im Spiel rüsten die Marsianer ordentlich auf und fordern Luftunterstützung und schweres Gerät an. Fliegende Untertassen, schwere Schild-Roboter und „Zerstörer“ wollen euch bzw. eurer Rakete ans Leder. Ziel der Runde ist es nämlich eure Mondrakete vor der Zerstörung durch die Aliens zu schützen. Dazu rückt ihr den Besuchern aus dem All nicht nur selber mit euren Waffen auf den Pelz. Für Abschüsse der Grünblütler bekommt ihr Geld, wovon ihr wiederrum „Gebäude“ kaufen könnt.

Verteidigung ist der beste Angriff

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„Gebäude“ sind in diesem Fall selbstschießende MG-Nester, Artillerie-Geschütze oder Eiskanonen. Aber auch stationäre Truppen wie MP-Schützen und Raketenwerfer-Soldaten lassen sich mit entsprechendem Kleingeld strategisch günstig auf der Karte postieren. Weiter lassen sich zudem alle Charaktere mit erhaltenen Erfahrungspunkten aufleveln. So schaltet ihr neue Waffen und neue Gebäude frei oder verpasst ihnen jeweils auch ein Upgrade. Investiert ihr beispielsweise für die Schrotflinte einen Upgrade-Punkt, so verschießt diese auf Wunsch auch Brand –oder Eisgeschosse. Ähnlich verhält es sich mit den so genannten „Structures“. Levelt ihr die Luftabwehrgeschütze auf, vergrößert sich unter anderem die Reichweite und der Schaden. Maximales Level für jede Klasse ist Stufe 20. Für langen Spielspaß sollte also eigentlich gesorgt sein – Eigentlich…

Macht das Spaß?

Screenshot_Fortified_02Leider kränkelt Fortified etwas am Gameplay. Sehr seicht und sehr arcadig spielt sich die Alien-Schnetzelei und lässt somit keine Spieltiefe zu. Eure Figur kann lediglich laufen, springen und schießen. Eure Waffen haben keinen Rückstoß und das Trefferfeedback ist äußerst bescheiden. Deckung sucht ihr, ebenso wie eine Ausweichrolle oder Ähnliches, vergeblich. Positiv ist zumindest die Sensibilität und Genauigkeit beim Zielen, wodurch ihr die ungebetenen Gäste recht präzise trefft. Ihr sollt die Arbeit jedoch ja auch nicht alleine übernehmen. Habt ihr genug Geld zusammengekratzt setzt ihr den Aliens einfach möglichst viele fest-stationierte Einheiten vor den Landungsplatz. Zusätzlich für Spaß sorgt der integrierte Co-op-Modus, der selbst mit ein paar Random-Mitspielern deutlich mehr Spaß bringt, als der Solokrieg.

 

Optische Schwächen

Screenshot_Fortified_03Grund für nerdige Meckerein liefert bei Fortified zudem die technische Seite. Punkten die Menüs und der Grafikstil wie anfänglich erwähnt durch den durchaus charmanten Comic-Look, schwächelt dagegen die technische Umsetzung des Spiels. Vom Detailgrad erinnert der Titel eher an ein Spiel der PlayStation 2-Ära, wobei die Kantenglättung und die Auflösung natürlich etwas moderner daherkommen. Die Texturen auf Böden und Wänden sind vornehmlich karg und leer. Weitere optische Highlights oder Dekoration werdet ihr auch nicht finden, was im Grunde auch nicht schlimm ist. Jedoch entsteht hier irgendwie der fade Beigeschmack, dass man sich bei Clapfoot Inc. doch etwas mehr Mühe bei der Gestaltung der Umgebung hätte geben können. Animationen und Effekte sind, ähnlich wie der Rest, auch eher schlicht gestaltet. Wer also auf optische Leckerbissen steht, der wird mit Fortified nicht zufrieden gestellt. Die kurzen Sprachsamples dagegen wirken professionell eingesprochen, im Umkehrschluss mangelt es jedoch an knackigen und druckvollen Waffensounds.

 

 

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PRÄSENTATION (GRAFIK, SOUND) 68%
GAMEPLAY 69%
SPIELSPASS 68%
68%
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Fortified ist das perfekte Beispiel für ein durchschnittliches Spiel. Wirkliche Fehler kann man dem Spiel als Tester nicht unbedingt vorwerfen, Highlights sucht man jedoch auch vergeblich. Bereits nach der ersten Runde hat man quasi alles gesehen und es folgt nur noch mehr vom Selben mit stärkeren Gegnern. Die vier verschiedenen Helden spielen sich dabei auch fast gleich, Licht am Ende des Tunnels bringen die Erfahrungspunkte, die ihr nach den Runden erhaltet und mit denen sich neue Items freischalten und kaufen lassen. Dazu kommt die charmante, aber sehr altbackende Grafik und die generell schwache Präsentation des Titels. Online mit drei weiteren Alien-Jägern macht das Spiel für ein bis zwei Runden auch irgendwie Spaß, danach hatte zumindest ich erst einmal genug. Durch die Mischung der Genres Third Person Shooter und Tower Defense fühlt sich das Spiel insgesamt zumindest etwas kreativ an. Wer für knappe 14 Euro mit einem leicht zugänglichen Co-op-Shooter zufrieden ist, kann sich Fortified mal genauer ansehen. Der Rest sollte sich die Investition etwas gründlicher überlegen.

About The Author

Einen großen Teil meines Lebens verbringe ich nun an den Pads von allerlei Konsolen. Angefangen hat damals alles mit dem NES und zieht sich bis heute zur Xbox One. Gespielt habe ich in der Zeit auf allen gängigen Nintendo, Sony und Microsoft Konsolen. Am liebsten spiele ich Shooter, Rennspiele, Action-Adventures und Rollenspiele. Einmal im Monat werden aber auch die alten Kisten ausgepackt und es ist Retro-Abend in geselliger Runde.

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