Forced im Test – Arenakampf mit Kopfnüssen

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Der auf dem PC schon länger verfügbare Hack’n’Slay Puzzle Plattformer ist vor geraumer Zeit auch auf die Konsole gekommen. Mit Forced bringt BetaDwarf seinen Coop-Titel auf die Current-Gen Konsolen. Forged möchte ein Mix aus Diablo-Klassik und Puzzle Plattformer sein, ob es das gelingt will ich euch näher zeigen.

Geboren um zu Kämpfen

Forced-17Bei der Geburt werden wir bereits als Krieger oder „Opfer“ markiert. Denn das Dorf in dem wir geboren wurden, liegt in einem Tal ohne entkommen. Beherrscht von einer riesigen Grube. Um den Göttern Opfer zu bringen wird ein bestimmter Teil im Erwachsenenalter in die Grube geworfen. Zwar nicht ohne jegliche Vorbereitung, aber mit keiner Ausrüstung. So landen wir nur mit einem Lendenschurz bekleidet auf dem kalten Boden der Grube. Hier begrüßt uns direkt ein Geist namens Balfus. Man könnte meinen man wäre tot oder am Eingang der Hölle. Zweites trifft wohl am ehesten zu, ging es ja in eine Grube herunter. Ziemlich schnell wird klar, dass Balfus als Geistermentor unser Begleiter durch eine Anzahl von Arenaprüfungen wird. Wir sind also viel eher in einer Gladiatorenarena gelandet. Grundzüge der Steuerung werden uns direkt zu Beginn ziemlich schnell vermittelt. Mit dem Linken Stick bewegen wir uns. Mit dem Rechten Stick bestimmen wir in welche Richtung wir schauen oder schlagen. Das ist am Anfang ungewohnt hilft aber später, während des Ausweichens weiter auf unserer Gegner einzuprügeln. Bewegungen wie Rolle oder Sprung gibt es nämlich nicht. Mit den Schultertasten teilen wir allerhand aus, entweder den ganz normalen Schlag oder mit unseren Spezialfähigkeiten. Für jeden normalen Treffer bekommen unsere Gegner eine Markierung. Hier gilt: Desto mehr Markierungen, desto effektiver ist die Spezialfähigkeit.

Eine riesen Kuh mit Hörnern

Forced-2Wrathoof, so der Name des ersten Bosses entpuppt sich früh als eine Art Muskelprotz, er fällt Balfus ständig ins Wort und macht einen auf Groß. Umso größer ist die Freude wenn wir uns erfolgreich durch die ersten Arenen gekämpft haben und ihm gegenübertreten können. Auf insgesamt 5 Ebenen treffen wir jeweils auf fünf Arenen und einen Boss. In jeder Arena gilt es immer verschiedene Rätsel zu lösen, um dabei aber Stress aufzubauen, greifen uns regelmäßig Gegnerwellen an. Die Rätsel werden immer mit unserem Begleiter Balfus gelöst. Diesen steuern wir geschickt über verschiedene Schreine um diese zu aktivieren. So können wir uns durch Balfus heilen oder laden ihn auf, so dass er beim nächsten Kontakt, egal womit, eine Explosion auslöst. Zu beachten ist dabei immer, dass wir ihn erst stehen lassen müssen, das Ziel zwischen uns bringen müssen, um dann Balfus wieder zu uns zu rufen. Dieser fliegt immer auf direktem Weg zu uns während wir uns die ganze Zeit gegen die Gegnerwellen zur Wehr setzen.

Des Rätsels Lösung

Forced-5Die Rätsel basieren aber im Grunde immer auf denselben Mechaniken, wodurch sie wenig Abwechslungsreich sind. Einzig durch die drei verschiedenen Herausforderungen jeder Arena kommt ein wenig Leben ins Spiel. So sollen wir bestimmte Gegner in wenigen Sekunden metzeln oder dürfen keinen Schaden nehmen. Für jede geschaffte Herausforderung bekommen wir einen Kristall. Je mehr Kristalle wir sammeln, desto mehr Spezialfähigkeiten schalten wir frei. Nützlich: Die gesammelten Kristalle gelten für alle Waffengattungen. Die Wahl unserer Waffe bestimmt wiederum unsere Fähigkeiten. Vor jedem betreten einer Arena können wir zwischen den vier verschiedenen Waffengattungen wechseln und unsere Fähigkeiten ausrüsten. Fürs Grobe wählen wir den Hammer, wollen wir eher auf Distanz bleiben nehmen wir den Bogen. Alternativ können wir noch 2 Handdolche zum schnellen Austeilen wählen oder einen Diskus mit dem wir eher defensiv unterwegs sind.

Forced-12Zum Menü muss ich leider sagen, dass man hier sofort sieht, wofür das Spiel zuerst entwickelt wurde. Texte sind dermaßen klein, das ich auf etwas längere Distanz mit Brille meine Augen noch zusammenkneifen muss, um die Texte lesen zu können. Dazu kommt noch, dass die englische Synchronisation zwar ganz in Ordnung ist, die deutsche Übersetzung der Texte dagegen aber einer Katastrophe gleicht. Sätze wie „Sie haben gestorben“ belustigen zwar, sind aber definitiv kein Qualitätsmerkmal. Hier wäre ein bildschirmfüllendes Menü doch deutlich sinnvoller gewesen. Da unser Charakter eher zur Stummen Protagonistenfraktion gehört spricht Balfus hauptsächlich für und mit uns. Die Musik kommt dagegen leider nicht mit der Dialogvertonung mit. Sie ist doch recht eintönig und man merkt hier noch einmal deutlich, an welchen Ecken in der Entwicklung gespart wurde. Zwar läuft alles flüssig und es gibt keine Fauxpas, dennoch kann man damit wenig überzeugen. Durch die Unity Engine bringen die Entwickler einen Look auf die Kiste, der mich doch an ein paar Stellen an Warcraft 3 erinnert. Der Titel ist recht bunt gehalten und passt zu dem leichten Fantasy-Setting. Dumm nur, dass die Kälte einer Gladiatoren-Arena darunter leidet.

Einer für Alle! Alle für Einen!

Forced-7Ein nicht zu vernachlässigender Punkt, dem auch der Entwickler seine volle Aufmerksamkeit geschenkt hat, ist der Coop-Aspekt. Was alleine als doch ein wenig schnödes Gameplay wirkt, wird mit bis zu vier Leuten auf einmal äußerst interessant. Jeder wählt eine der vier Klassen womit alle Klassen in einer Party vertreten sein können und nun geht es rund. Die Level sind mit Rätseleinlagen und den Gegnerwellen etwas einfacher als alleine und deutlich stressfreier. Hier zeigen die Entwickler aber auch ihre ganze Expertise in Sachen Verbindungsaufbau. Wir können entweder im Couch Coop, Online Coop oder sogar im Mix der beiden Varianten zusammen spielen. Da können sich auch die Großen eine Scheibe von abschneiden. Forced macht in diesem Bereich alles richtig. Das ganze Konstrukt, das alleine nur solide ist, gewinnt durch den Coop immens an Spielspaß.

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Forced
Präsentation (Grafik, Sound) 69%
Gameplay 68%
Atmosphäre/Story 68%
Multiplayer 76%
Spielspaß 68%
69%
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Forced. Als ich den Titel das erste Mal angespielt habe, war ich ein wenig enttäuscht und habe doch gegrübelt, warum man den Schritt auf die Konsole gemacht hat. Erst nachdem ich es im Coop Modus spielen konnte, war ich irgendwie doch schwer überzeugt. Im Singleplayer Pfui! Im Multiplayer Hui! Klare Gruppenkaufempfehlung für Multiplayer. Denn mindestens zu zweit sollte der Titel gespielt werden um das Potential dieses Coop-Geheimtipps zu erkennen.

About The Author

Von klein auf eigentlich ein PC-Jünger, bis er sich dann von seinem ersten Geld eine Konsole kaufen konnte. Viel verpasst bis zum N64 aber auch vieles nachgeholt. Heute hauptsächlich an der XBOX One, Xbox 360 und am PC zu finden. Spezialisiert auf FPS, Roleplay und Indie Games

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