140 im Test – Immer im Takt bleiben

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Softe elektrische Beats, grelle Farben und ein Quadrat als „Protagonisten“, welcher sich bei Bewegung in eine Kugel verwandelt, das ist 140. Warum eine Zahl als Titel von Entwickler Jeppe Carlsen genommen wird, ist unklar. Vielleicht möchte der fordernde minimalistische Plattformer den Sound noch mehr in den Fokus rücken, denn tatsächlich geben 140 bpm im Spiel den Takt an. Abstraction Games bringt nun gemeinsam mit Publisher Double Fine Productions den Titel von 2013 auf die Xbox One und später noch für andere Plattformen heraus.

140-7Ziel des Spiels ist es sich durch die drei Abschnitte zu bewegen und am Ende eines jeden Abschnittes den Boss zu besiegen. Auf den Weg zu jedem Boss müssen wir im Takt des Beats allerhand Hindernisse überwinden. Dabei gilt immer zu beachten, dass Elemente, die Rauschen bei Berührung zum Reset unserer Figur führen. Während wir uns durch die Abschnitte bewegen, sammeln wir immer wieder kleine Orbs auf, mit denen wir an speziellen Plattformen die Umgebung und den Sound neu mixen. Dabei werden in der Umgebung neue Elemente aktiviert, wie sich bewegende Plattformen oder Sprungplatten. Alles natürlich immer im Takt des leicht modernisierten 8-Bit-Beats. Und auch wir übernehmen schnell den Takt und wippen mit Fuß, Finger oder Kopf zum Takt, um uns durch die schnellen und teils kniffligen Bewegungsrätsel zu kämpfen. Haben wir alle Abschnitte hinter uns gebracht, haben wir die Möglichkeit diese noch einmal gespiegelt zu knacken, allerdings mit einer kleinen Krux. Machen wir nur einen Fehler in irgendeinem Teil des Abschnittes oder gegen den jeweiligen Boss, dürfen wir den Abschnitt noch einmal komplett von vorne beginnen. Ab jetzt ist Haare raufen angesagt. Ist man in den normalen Abschnitten direkt zum Anfang zurück gesetzt worden, würde man hier bei einem kleinen Fehler kurz vor Schluss am liebsten etwas an der Wand zerschellen sehen. Durch diese kleine Schwierigkeit wird die Spielzeit von einer mickrigen Stunde für die ersten drei Abschnitte dramatisch verlängert. Minimum drei Stunden höchster Konzentration wird man hier wohl hinein stecken müssen.

140-6Bei der Steuerung muss man wie eingangs nochmal erwähnen, dass 140 lediglich mit einer Taste und dem D-Pad beziehungsweise dem Analogstick auskommt. Per Knopfdruck springt unser kleiner schwarzer Klotz über Hindernisse und rollt nach rechts oder links, auch mit der Schwerkraft hat er keine Probleme, kann er bis auf die letzte Pixelkante über einen Abhang rausrücken ohne abzustürzen. Wer jetzt genau mitgelesen hat, denkt sich vermutlich: Ein Klotz, der rollt? Naja, ganz so einfach ist es nicht, denn unser Protagonist hat genau drei Formen. Ein Quadrat wenn er still steht, eine Kugel wenn er rollt und ein Dreieck wenn er springt. Alle drei Formen werden aber komplett automatisch bei der jeweiligen Aktion angenommen. Das war aber auch schon das komplette Talent und somit reiht sich die simple Steuerung neben dem minimalistischen Design und Sound ein.

140-4Farblich knallbunt und klar definiert bringt 140 die Einfachheit im großen Ganzen rüber. Der Hintergrund hüpft in ganzer Equalizer-Manier hoch und runter. Dabei finden wir auf dem gesamten Bildschirm selten mehr als sechs bis sieben Farben gleichzeitig. Das Design bleibt während des gesamten Spiels klar definiert und bringt einen sauberen Look auf die Flimmerkiste. Was vom Design tatsächlich auch ein Spiel aus den 80er sein könnte, wäre damals vermutlich nur wegen der musikalischen Untermalung nicht möglich gewesen. Die Beats in 140 stammen allerdings nicht von Jeppe Carlsen, welcher bereits für Spiele wie Limbo mitverantwortlich ist, sondern ein Kollege von Playdead namens Jakob Schmid. Zusammen mit ihm konnte 140 bereits 2013 in der PC-Fassung den Excellence in Audio auf dem Independent Games Festival gewinnen, was durchaus für sich spricht.

 

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140
Präsentation (Grafik, Sound) 73%
Gameplay 79%
Spielspaß 75%
75%
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Wer auf den elektrischen Sound steht und sich nicht von dem Purismus des Titels abschrecken lässt, der ist hier sicherlich gut aufgehoben. Leute die ein Mindestanspruch an Grafik und Story besitzen, werden hier wohl kaum glücklich werden. Dieser reine Jump'n'Run Titel ist für 7,99 € zu haben und wird euch 2-3 Stunden beschäftigen.

About The Author

Von klein auf eigentlich ein PC-Jünger, bis er sich dann von seinem ersten Geld eine Konsole kaufen konnte. Viel verpasst bis zum N64 aber auch vieles nachgeholt. Heute hauptsächlich an der XBOX One, Xbox 360 und am PC zu finden. Spezialisiert auf FPS, Roleplay und Indie Games

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